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Wasserführender Kaminofen: Wärme im ganzen Haus

Ein knisterndes Kaminfeuer sorgt für Gemütlichkeit – und mit einem wasserführenden Kaminofen wird diese Gemütlichkeit zugleich zum Heizsystem für das ganze Haus. Solch ein Ofen verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen: Er spendet behagliche Wärme und romantisches Flammenspiel, während er gleichzeitig die Zentralheizung unterstützt. Im Folgenden erklären wir, was einen wasserführenden Kaminofen ausmacht, wie er funktioniert, welche Vor- und Nachteile er hat und worauf man achten sollte.

Funktionsweise: Wie arbeitet ein wasserführender Kaminofen?

Ein wasserführender Kaminofen sieht auf den ersten Blick aus wie ein normaler Kaminofen, hat jedoch ein entscheidendes Extra im Inneren: eine Wassertasche oder einen Wasserwärmetauscher. Das ist ein Wasserbehälter bzw. Rohrsystem, das die Brennkammer umgibt. Wenn im Ofen Holz brennt, erhitzt die dabei entstehende Wärme nicht nur die Luft im Aufstellraum, sondern auch das Wasser in dieser Wassertasche.

Der heiße Wasserkreislauf wird über Rohre mit der bestehenden Heizungsanlage des Hauses verbunden. In der Praxis fließt das erhitzte Wasser vom Kaminofen in einen Pufferspeicher – einen großen Warmwasserspeicher, der die Wärme sammelt. Dieser Speicher gibt die Energie nach und nach an das Heizsystem weiter. So kann die erzeugte Wärme bedarfsgerecht im ganzen Haus verteilt werden, z.B. um Heizkörper oder eine Fußbodenheizung zu versorgen oder sogar Brauchwasser (Dusch- und Leitungswasser) zu erwärmen.

Während ein Teil der Heizenergie also ins Wassersystem wandert, gibt der Ofen gleichzeitig angenehme Strahlungswärme an den Raum ab, in dem er steht. Typischerweise wird der Großteil (oft 50% bis 80%) der Leistung ins Wasser gespeist und der Rest direkt als Raumwärme abgegeben. Dadurch wird der Aufstellraum nicht übermäßig aufgeheizt, während dennoch das gesamte Haus von der Kaminwärme profitiert.

Wie ist der Ofen angeschlossen? In der Regel wird der wasserführende Kaminofen von einem Heizungsbauer über geeignete Vor- und Rücklaufleitungen an das zentrale Heizungsrohrnetz angeschlossen. Es werden Pumpen und Regelungen integriert, die dafür sorgen, dass das heiße Wasser zum Pufferspeicher transportiert wird und bei Bedarf wieder in den Heizkreislauf eingespeist wird. Die zentrale Heizungsanlage (z.B. Gas- oder Ölkessel) erkennt, wenn genug Wärme vom Kaminofen geliefert wird, und reduziert ihre eigene Leistung entsprechend. Umgekehrt springt der Kessel an, wenn das Feuer im Ofen erloschen ist und der Pufferspeicher abgekühlt. So ergänzen sich Kaminofen und Heizkessel optimal. Möchte man auch das Trinkwasser (Brauchwasser) mit beheizen, wird meist ein spezieller Kombi-Pufferspeicher mit integriertem Wärmetauscher (auch Hygienespeicher genannt) eingesetzt.

Vorteile: Energieeffizienz, Kostenersparnis, Umwelt und Raumklima

Ein wasserführender Kaminofen bietet eine Reihe von Vorteilen sowohl für den Geldbeutel als auch für das Wohnklima und die Umwelt:

  • Nachhaltige Energiequelle: Beim Heizen mit Holz nutzt man einen nachwachsenden Rohstoff statt fossiler Brennstoffe. Das Holz entzieht während seines Wachstums CO₂ aus der Atmosphäre und gibt beim Verbrennen nur ebendieses wieder frei. Damit gilt Holz grundsätzlich als klimaneutraler Brennstoff. Sie verbessern also die Ökobilanz Ihres Hauses, indem Sie weniger Gas oder Öl verbrauchen.
  • Niedrigere Heizkosten: Holz (insbesondere Scheitholz) ist pro Kilowattstunde oft günstiger als Gas oder Heizöl. Wer einen günstigen Holzlieferanten hat oder sogar eigenes Holz nutzen kann, spart langfristig deutlich bei den Brennstoffkosten. Der Kaminofen unterstützt die Zentralheizung, sodass diese weniger leisten muss – das senkt die Gas- bzw. Ölrechnung. Insbesondere in Zeiten steigender fossiler Brennstoffpreise kann ein wasserführender Ofen für spürbare Kosteneinsparungen sorgen.
  • Höhere Energieeffizienz: Im Vergleich zu einem herkömmlichen Kaminofen, der nur den Aufstellraum beheizt, wird die Energie beim wasserführenden Modell effizienter genutzt. Ein Großteil der Wärme verpufft nicht ungenutzt durch den Schornstein, sondern wird ins Heizsystem eingespeist. Dadurch erreicht ein guter wasserführender Kaminofen einen hohen Wirkungsgrad und die eingesetzte Holzenergie wird optimal ausgenutzt.
  • Wärme im ganzen Haus: Anders als ein normaler Kamin, der lediglich in einem Zimmer für Wärme sorgt, kann der wasserführende Kaminofen das gesamte Haus beheizen. Die vom Ofen erzeugte Wärme lässt sich in alle Räume transportieren (sofern dort Heizkörper oder Flächenheizung vorhanden sind). Das Ergebnis ist ein insgesamt angenehmes Raumklima: Der Aufstellraum bleibt behaglich, ohne zu überhitzen, während auch entferntere Zimmer gemütlich warm werden.
  • Gemütliche Atmosphäre: Natürlich darf auch beim wasserführenden Ofen die Stimmung nicht vergessen werden. Wie jeder Kaminofen bietet er ein sichtbar flackerndes Feuer hinter der Glasscheibe und angenehme Strahlungswärme. Dieses Wohlgefühl und die Gemütlichkeit an kalten Winterabenden sind für viele ein Hauptgrund, überhaupt einen Kaminofen anzuschaffen. Mit der wasserführenden Variante genießt man diese Atmosphäre, während gleichzeitig das ganze Haus davon profitiert.
  • Weniger Abhängigkeit: Wer mit Holz heizt, macht sich unabhängiger von Gas- oder Ölversorgern und deren Preispolitik. Besonders in ländlichen Gebieten mit eigenem Waldstück oder günstigen Holzquellen können sich Haushalte so ein Stück weit selbst versorgen.
  • Förderfähigkeit: Unter bestimmten Umständen werden Anschaffung und Einbau eines wasserführenden Kaminofens vom Staat gefördert. Insbesondere wasserführende Pelletöfen (die mit Holzpellets automatisch beschickt werden) können im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Zuschüsse oder Kredite mit Tilgungszuschuss erhalten. Aber auch für holzbetriebene Heizsysteme im Neubau oder Sanierungsfall gibt es je nach Programm finanzielle Unterstützung. Dadurch lassen sich die hohen Anfangsinvestitionen etwas abmildern.

Installation und Anforderungen: Was ist beim Einbau zu beachten?

Die Installation eines wasserführenden Kaminofens ist aufwändiger als die eines einfachen Kaminofens, denn er muss zusätzlich ins Heizsystem eingebunden werden. Folgende bauliche Voraussetzungen und Schritte sollten beachtet werden:

  • Schornstein: Wie jeder Holzofen benötigt auch ein wasserführender Kaminofen einen geeigneten Schornstein. Dieser muss für die anfallenden Abgastemperaturen und den Dauerbetrieb ausgelegt sein. In vielen Bestandsgebäuden ist bereits ein Kaminzug vorhanden. Falls nicht, muss ein passender Edelstahlschornstein nachgerüstet werden. Wichtig ist, dass der Schornstein einen guten Zug hat und für Festbrennstoffe (Holzfeuerung) zugelassen ist.
  • Anbindung an die Heizung: Am Aufstellort des Ofens (häufig das Wohnzimmer) müssen Heizungsrohre für Vor- und Rücklauf vorhanden sein oder verlegt werden, um den Ofen anzuschließen. Das bedeutet, dass ein Anschluss an das zentrale Heizungsnetz des Hauses erforderlich ist. Ein Fachmann (Heizungsinstallateur) verbindet hier die Wasserführung des Ofens mit dem Heizsystem, inklusive Umwälzpumpe, Sicherheitsventilen und Regeltechnik.
  • Pufferspeicher und Technikraum: Ein ausreichend dimensionierter Pufferspeicher ist Pflicht, um Überschusswärme aufzunehmen und zu speichern. Dieser Speicher benötigt Platz – je nach Leistung des Ofens und Heizbedarf kommen leicht einige Hundert Liter Speichervolumen zusammen. Oft wird der Pufferspeicher im Keller oder Hauswirtschaftsraum aufgestellt. Dort fallen auch weitere Komponenten an, wie eine Ladepumpe und Mischer. Man sollte prüfen, ob der Gebäudegrundriss genug Platz für diesen Technikaufwand bietet.
  • Tragfähigkeit und Brandschutz: Der Kaminofen selbst bringt je nach Modell einige hundert Kilogramm auf die Waage (besonders mit Wasser gefüllt). Der Aufstellboden muss diese Last tragen können, was in den meisten Häusern kein Problem ist, aber in Altbauten sollte man im Zweifel statisch prüfen. Unter dem Ofen ist eine feuerfeste Bodenplatte vorgeschrieben (meist aus Glas oder Metall), um Funkenflug vorzubeugen. Auch ausreichende Abstandsflächen zu Möbeln und brennbaren Materialien sind einzuhalten.
  • Fachgerechte Installation und Abnahme: Die Montage sollte unbedingt von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, der Erfahrung mit wasserführenden Systemen hat. Nach der Installation muss die Anlage vom zuständigen Schornsteinfeger abgenommen werden (gesetzlich vorgeschrieben in Deutschland). Der Schornsteinfeger überprüft, ob der Ofen vorschriftsgemäß installiert ist, ob die Abgase ordnungsgemäß abziehen und ob alle Sicherheitsanforderungen erfüllt sind. Auch künftig findet regelmäßig eine Feuerstättenschau statt, bei der der Ofen und Schornstein kontrolliert werden.
  • Integration in das Heizkonzept: Es lohnt sich, den wasserführenden Kaminofen in ein durchdachtes Heizkonzept einzubinden. Beispielsweise kann eine Kombination mit einer Solaranlage (Solarthermie für Warmwasser im Sommer) sinnvoll sein, damit der Ofen in den warmen Monaten nicht betrieben werden muss. Solche Planung sollte im Vorfeld mit dem Heizungsbauer besprochen werden, um die Technik optimal aufeinander abzustimmen.
  • Nachrüstung bestehender Kamine: Falls bereits ein traditioneller Kamin oder Kaminofen vorhanden ist, gibt es für manche Modelle die Möglichkeit, sie nachträglich mit einem Wasserwärmetauscher auszurüsten (ein sogenannter wasserführender Kamineinsatz). Das ist jedoch modellabhängig und sollte mit einem Ofenbauer geklärt werden.

Kosten und Wirtschaftlichkeit: Was kostet der Spaß?

Die Anschaffung eines wasserführenden Kaminofens ist in der Regel teurer als die eines einfachen Kaminofens, da zusätzliche Technik und Installation benötigt werden. Dafür ergeben sich langfristig Einsparpotenziale bei den Heizkosten. Hier ein Überblick über Kosten und Wirtschaftlichkeit:

Anschaffungskosten: Die Preisspanne für wasserführende Kaminöfen ist relativ groß. Einfache Modelle bekommt man ab ca. 1.500 bis 2.000 Euro. Höherwertige oder Designer-Stücke mit größerer Leistung liegen oft zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Diese Angaben beziehen sich entweder auf den reinen Ofen oder auf Komplettsets. Ein Komplettset enthält meist den Ofen inklusive Wassertasche, einen passenden Pufferspeicher und oft schon wichtiges Zubehör wie Pumpengruppen und Sicherheitsventile.

Installationskosten: Zum Kaufpreis kommt der fachmännische Einbau. Für die Installation, den Anschluss ans Heizsystem und ggf. den Aufbau eines Schornsteins kann man je nach Aufwand mit weiteren 1.500 bis 3.000 Euro rechnen. Die Höhe der Installationskosten hängt stark von den Gegebenheiten ab: Muss ein Schornstein neu installiert werden? Wie weit sind Ofen und Speicher voneinander entfernt (Leitungsverlegung)? Muss der Heizkessel mit einer neuen Steuerung versehen werden? All das lässt die Kosten variieren.

Laufende Kosten und Ersparnis: Im Betrieb verursacht der Ofen Kosten vor allem durch den Brennstoff Holz. Die Ausgaben dafür richten sich nach dem Holzverbrauch und dem Preis des Holzes in Ihrer Region. Als grober Richtwert: Ein Raummeter (etwa 0,7 Tonnen) trockenes Brennholz kostet um die 60–100 Euro (je nach Holzart und Region). Hochwertige Harthölzer wie Buche liefern aus einem Raummeter rund 1.500 bis 2.000 kWh Energie.

Wie viel Holz über die Heizsaison benötigt wird, hängt vom Wärmebedarf des Hauses und davon ab, wie oft und intensiv der Kamin genutzt wird. Dem gegenüber stehen die Einsparungen an Gas, Öl oder Strom (je nachdem, womit die Hauptheizung sonst laufen würde). Wer beispielsweise pro Jahr 2.000 Liter Heizöl einspart, spart bei aktuellen Preisen schnell einige tausend Euro, wodurch sich die Investition über mehrere Jahre hinweg amortisieren kann. Wichtig ist aber, realistisch abzuschätzen, wie viel man den Ofen wirklich nutzt. Als gelegentliche Zusatzheizung am Wochenende wird er sich finanziell kaum bezahlt machen – als regelmäßig genutzte Hauptheizquelle im Winter dagegen schon.

Fördermöglichkeiten: Wie bereits unter den Vorteilen erwähnt, gibt es staatliche Förderungen für erneuerbare Heizsysteme. Für einen klassisch mit Scheitholz befeuerten Kaminofen sind die Förderprogramme jedoch begrenzt, da dieser oft als Zusatzheizung gilt. Anders sieht es bei Pelletöfen mit Wassertasche oder kompletten Holzheizungen (Holzvergaser, Hackschnitzel) aus – hier kann man unter bestimmten Bedingungen Zuschüsse von 10 bis 35 % der Kosten erhalten. Es lohnt sich, sich über aktuelle Förderprogramme beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der KfW zu informieren, wenn man über die Anschaffung nachdenkt.

Wirtschaftlichkeit: Ob sich ein wasserführender Kaminofen rechnet, hängt von mehreren Faktoren ab: den Investitionskosten, den laufenden Kosten (Holzbeschaffung, Wartung), den Einsparungen bei anderen Energieträgern und auch der persönlichen Heizgewohnheit. Man sollte bedenken, dass dieser Ofen nur dann wirklich effizient arbeitet, wenn er ordentlich betrieben wird (sprich: regelmäßig mit ausreichend Holz unter Volllast brennt, damit der Wirkungsgrad hoch ist). Bei zu seltener oder zu schwacher Befeuerung wird das Potenzial nicht voll ausgeschöpft. Daher lohnt er sich vor allem für Leute, die gerne und oft mit Holz heizen möchten. Dann allerdings kann man über die Jahre erhebliche Ersparnisse erzielen, gerade wenn fossile Energiepreise steigen.

Mögliche Nachteile und Herausforderungen

Wo Licht ist, ist auch Schatten – trotz aller Vorteile sollte man die folgenden Nachteile und Herausforderungen eines wasserführenden Kaminofens nicht außer Acht lassen:

  • Höhere Anschaffungs- und Einbaukosten: Wie gesehen, kostet die Anschaffung deutlich mehr als bei einem einfachen Ofen oder manch anderer Heizung. Die Anfangsinvestition ist also hoch und amortisiert sich nur über längere Zeit, wenn überhaupt.
  • Aufwändige Installation: Der Einbau erfordert baulichen Aufwand (Wasseranschluss legen, Speicher installieren, etc.) und Fachwissen. Es ist kein simples „Ofen hinstellen und fertig“, sondern ein richtiges kleines Heizungsprojekt. Das kann auch während der Installation zu Schmutz und Aufwand im Haus führen (Wände aufstemmen für Rohrleitungen usw.).
  • Platzbedarf: Ein wasserführendes System braucht zusätzlichen Platz. Nicht nur der Ofen im Wohnzimmer selbst, sondern auch der Pufferspeicher und ggf. weiteres Equipment müssen untergebracht werden. Auch für die Lagerung von Brennholz sollte ausreichend Raum vorhanden sein – man will ja genug trockenes Holz für den Winter einlagern können. Wer nur wenig Stellfläche im Keller oder Schuppen hat, steht hier vor einer Herausforderung.
  • Manueller Aufwand: Anders als eine Gasheizung funktioniert ein Holzofen nicht vollautomatisch. Man muss häufig Holz nachlegen, um die Wärmeleistung zu halten, gerade an sehr kalten Tagen. Das bedeutet Arbeit und erfordert jemanden, der zuhause ist und sich darum kümmert. Für Berufstätige ist es unter der Woche z.B. schwer, tagsüber den Ofen durchgehend zu betreiben. In solchen Zeiten übernimmt dann wieder der normale Heizkessel.
  • Wartung und Reinigung: Holzfeuerung bringt Schmutz mit sich. Asche muss regelmäßig aus dem Aschekasten entfernt werden. Die Glasscheibe verrußt mit der Zeit und will geputzt werden. Der Schornstein muss jährlich gefegt werden (was zusätzliche Kosten verursacht). Insgesamt ist der Pflegeaufwand höher als bei einer zentralen Gasheizung, die kaum Aufmerksamkeit braucht.
  • Emissionen und Feinstaub: Trotz klimaneutralem CO₂-Kreislauf ist das Verbrennen von Holz nicht emissionsfrei. Es entstehen Rauchgase und Feinstaub, die Umwelt und Luftqualität belasten können. Moderne Kaminöfen haben Filter und möglichst saubere Verbrennung, dennoch sind die lokalen Emissionen höher als z.B. bei einer elektrischen Wärmepumpe (die gar keine Abgase vor Ort erzeugt). In Ballungsgebieten können behördliche Einschränkungen für Holzöfen gelten, falls die Feinstaubbelastung zu hoch ist. Man muss also verantwortungsvoll heizen (nur trockenes, unbehandeltes Holz verwenden, für gute Verbrennung sorgen), um die Emissionen gering zu halten.
  • Keine Komfort-Heizung für den Sommer: Ein Kaminofen passt am besten in die kalte Jahreszeit. Im Sommer möchte niemand das Wohnzimmer mit einem Holzfeuer einheizen, nur um Warmwasser zu erzeugen. Für die warmen Monate braucht man daher entweder einen anderen Weg für Warmwasser (z.B. Solarthermie oder den bestehenden Heizkessel im Sommerbetrieb) oder man lässt den Ofen einfach aus. Der wasserführende Kaminofen eignet sich also eher als unterstützendes Heizsystem für Herbst/Winter, nicht als alleinige Quelle für das ganze Jahr.
  • Abhängigkeit von Holzqualität: Die Heizleistung hängt stark von der Qualität des Brennholzes ab. Nur gut abgelagertes, trockenes Holz brennt effizient und sauber. Wenn das Holz zu feucht ist, sinkt der Wirkungsgrad, es bildet sich mehr Ruß und Teer im Ofen und Schornstein, und die Wärmeausbeute leidet. Man muss also vorausplanen und sein Holz entsprechend lagern und trocknen (meist mindestens 2 Jahre Lagerzeit für Scheitholz). Das erfordert Wissen und Disziplin im Umgang mit dem Brennstoff.
  • Nicht für jedes Haus geeignet: In manchen Gebäuden ist die Nachrüstung schwierig oder unmöglich – etwa in einer Mietwohnung ohne Schornsteinzug, oder wenn baurechtliche Auflagen es verhindern. Auch in Passivhäusern oder sehr gut isolierten Häusern kann ein Kaminofen schnell zu viel Leistung bringen, so dass man eher ein Kleinstmodell oder gar keinen Ofen braucht. Vor einer Anschaffung sollte man prüfen, ob das eigene Wohnumfeld geeignet ist (ein Gespräch mit dem Schornsteinfeger und Heizungsbauer im Vorfeld ist ratsam).

Vergleich mit anderen Heizsystemen

Wie schlägt sich der wasserführende Kaminofen im Vergleich zu klassischen Heizsystemen wie Gas- oder Ölheizung und modernen Alternativen wie der Wärmepumpe? Hier ein Vergleich der wichtigsten Punkte:

Wasserführender Kaminofen vs. Gas- oder Ölheizung

Eine traditionelle Gasheizung oder Ölheizung arbeitet vollautomatisch: Man stellt am Thermostat die Wunschtemperatur ein und der Kessel liefert bei Bedarf Wärme, ohne dass man sich weiter kümmern muss. Diese Systeme sind bewährt und komfortabel, allerdings basieren sie auf fossilen Brennstoffen. Die Brennstoffkosten (Gas/Heizöl) können stark schwanken und belasten die Umwelt durch CO₂-Ausstoß.

Demgegenüber punktet der wasserführende Kaminofen damit, dass er erneuerbare Energie (Holz) nutzt und dadurch klimafreundlicher und oft günstiger im Brennstoff ist. Ein weiterer Vorteil gegenüber Gas/Öl: Fällt einmal der Strom aus, kann ein holzbefeuerter Ofen zumindest den Raum weiterhin wärmen (die Pumpen für den Wasserkreislauf brauchen zwar Strom, aber die direkte Strahlungswärme bleibt). Allerdings erreicht er nicht die Bequemlichkeit einer Gasheizung – man muss Holz nachlegen und der Betrieb erfordert Aufmerksamkeit. Auch kann ein einzelner Kaminofen einen großen, mehrstöckigen Wohnraum nicht so gleichmäßig erwärmen wie eine gut ausgelegte Zentralheizung mit Heizkörpern in jedem Zimmer. In der Praxis ist ein wasserführender Ofen deshalb oft eine Ergänzung zu einer bestehenden Gas-/Ölheizung: Er „entlastet“ den fossilen Kessel, der dadurch seltener laufen muss und langfristig kleiner dimensioniert werden kann.

Wasserführender Kaminofen vs. Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist eine moderne Heiztechnologie, die Umweltwärme (aus Luft, Erde oder Wasser) nutzt und mit Hilfe von Strom auf ein höheres Temperaturniveau bringt. Sie ist sehr effizient (eine gute Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom 3 bis 5 kWh Wärme) und verursacht lokal keine Emissionen. Außerdem arbeitet sie vollautomatisch und kann sowohl Heizung als auch Warmwasser über das ganze Jahr bereitstellen. Im Sommer kann eine Wärmepumpe in manchen Fällen sogar zur Kühlung genutzt werden.

Im Vergleich dazu ist der wasserführende Kaminofen weniger komfortabel, da manuell befeuert, und er erzeugt Emissionen vor Ort. Auch was die Investitionskosten angeht, muss man differenzieren: Eine Wärmepumpe ist in der Anschaffung meist deutlich teurer (insbesondere Erd- oder Wasserwärmepumpen mit Erdbohrungen), allerdings gibt es ebenfalls hohe Förderungen, sodass sich die Kosten oft relativieren. Ein wasserführender Ofen ist günstiger zu kaufen, aber rechnet man den Arbeitsaufwand und die Notwendigkeit eines weiteren Systems für den Sommer hinzu, relativiert sich der Vorteil.

Umwelttechnisch hat die Wärmepumpe die Nase vorn, da sie ohne Verbrennung auskommt (vorausgesetzt, der Strom stammt aus erneuerbaren Quellen, ist auch ihr CO₂-Fußabdruck sehr niedrig). Der Holzofen hingegen hat den Vorteil, dass er unabhängig vom Stromnetz Wärme liefern kann (zumindest für den Aufstellraum) und dass er jene besondere Gemütlichkeit bietet, die keine Wärmepumpe erzeugen kann. Über die laufenden Kosten lässt sich streiten: Holz kann preiswert sein, wenn man günstig einkauft oder selbst zusägt, während Strompreise für die Wärmepumpe steigen können. Allerdings arbeitet die Wärmepumpe so effizient, dass die Heizkosten in gut gedämmten Häusern sehr niedrig ausfallen können.

Fazit im Vergleich: Ein wasserführender Kaminofen ist eine tolle Lösung, wenn man traditionelle Kaminwärme mit moderner Heiztechnik verbinden will und bereit ist, dafür etwas Arbeit zu investieren. Er eignet sich gut, um eine bestehende Heizung zu ergänzen und teilweise zu ersetzen. Eine Wärmepumpe dagegen ist ideal für den vollautomatischen, ganzjährigen Betrieb mit maximalem Komfort und ökologischer Effizienz, benötigt aber eine größere Anfangsinvestition und passt am besten zu gut gedämmten Gebäuden.

Zusammenfassend

Ein wasserführender Kaminofen kann die ideale Lösung für alle sein, die nicht nur die Behaglichkeit eines Kaminfeuers schätzen, sondern diese Wärme auch sinnvoll im ganzen Haus nutzen möchten. Er verbindet Romantik und Wirtschaftlichkeit: Das Flammenspiel im Wohnzimmer sorgt für Entspannung, während gleichzeitig die Heizkosten sinken und die Umwelt geschont wird. Allerdings will so ein System gut geplant sein und erfordert auch Engagement – vom Holz hacken über das Nachlegen bis zur regelmäßigen Wartung. Die Investitionskosten sind hoch, doch durch mögliche Fördermittel und Einsparungen relativiert sich das langfristig.

Ob sich ein wasserführender Kaminofen im individuellen Fall lohnt, hängt von persönlichen Vorlieben, baulichen Gegebenheiten und dem Heizbedarf ab. Wer gerne selbst Hand anlegt, den Duft von Holz und das Knistern des Feuers liebt und zugleich seine Heizrechnung reduzieren will, für den ist dieser Ofen ein echtes Highlight. Mit dem wasserführenden Kaminofen holen Sie sich nicht nur Gemütlichkeit ins Haus, sondern auch ein Stück weit Wärme-Unabhängigkeit – und das spürt man im ganzen Haus.

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