Die passende Scheitgröße richtet sich nach dem Ofen
Es gibt keine Scheitgröße, die für jeden Kaminofen, Holzherd oder Scheitholzkessel gleichermaßen richtig ist. Entscheidend sind die Abmessungen des Brennraums und die Herstellerangaben zum zulässigen Brennstoff.
Vor dem Sägen und Spalten lohnt sich daher ein Blick in die Bedienungsanleitung der Feuerstätte. Dort kann beispielsweise angegeben sein, welche Scheitlänge vorgesehen ist und welche Holzmenge pro Brennstoffauflage verwendet werden soll.
In vielen privaten Kaminöfen werden Scheite mit ungefähr 25 bis 33 Zentimetern Länge verwendet. Das ist jedoch lediglich ein verbreiteter Größenbereich und keine allgemeingültige Vorgabe.
Neben der Länge spielt der Querschnitt eine wichtige Rolle. Sehr dicke Rundstücke besitzen im Verhältnis zu ihrem Volumen wenig offene Oberfläche. Feuchtigkeit kann dadurch langsamer entweichen. Wird das Holz frühzeitig gespalten, vergrößert sich die Oberfläche und die Trocknung wird erleichtert.
Als praktische Orientierung lassen sich Holzstücke beispielsweise so einteilen:
Ausgangsstück |
Sinnvolle Vorgehensweise |
|---|---|
dünner Ast oder kleiner Rundling |
je nach Durchmesser eventuell ungeteilt verwenden |
mittleres Rundholz |
meist halbieren |
kräftiger Stammabschnitt |
vierteln oder weiter teilen |
sehr großer Durchmesser |
zunächst vom Rand aus kleinere Stücke abspalten |
stark astiges Stück |
individuell teilen oder maschinell bearbeiten |
Eine mathematisch gleichmäßige Scheitform ist dabei nicht erforderlich. Wichtiger ist, dass die Stücke stabil gestapelt werden können, gut trocknen und später problemlos in den Brennraum passen.
Zu unterschiedlich sollten die Abmessungen trotzdem nicht sein. Eine Mischung aus riesigen Klötzen und dünnen Splittern erschwert sowohl das Stapeln als auch eine gleichmäßige Brennstoffauflage.
Anzündholz braucht andere Abmessungen
Die normalen Brennscheite solltest du nicht mit Anzündholz verwechseln. Zum Entzünden eignen sich deutlich feinere, trockene Holzstücke, da sie schnell Wärme entwickeln. Sie ersetzen aber nicht die regulären Scheite für den weiteren Abbrand.
Statt deshalb einen ganzen Vorrat sehr klein zu spalten, ist es sinnvoller, einen überschaubaren Teil als Anzündholz vorzubereiten und den Rest passend zur Feuerstätte aufzuteilen.
Frisches Holz lässt sich häufig leichter spalten
Wer Stammabschnitte zunächst jahrelang als Rundholz lagert und sie erst unmittelbar vor dem Verbrennen spaltet, macht sich die Arbeit häufig unnötig schwer.
Viele Holzarten lassen sich frisch geschlagen leichter teilen als stark angetrocknet. Besonders bei langfaserigen oder zähen Holzarten kann dieser Unterschied deutlich werden. Astigkeit, Faserverlauf und Wuchsform beeinflussen das Ergebnis allerdings mindestens ebenso stark wie die Holzart selbst.
Frühzeitiges Spalten hat noch einen zweiten Vorteil: Die zusätzliche Oberfläche erleichtert das Trocknen.
Frisch geschlagenes Holz besitzt einen hohen Wasseranteil. Unter geeigneten Lagerbedingungen kann Scheitholz später einen Wasseranteil von ungefähr 15 bis 20 Prozent erreichen. Für eine möglichst schadstoffarme Verbrennung ist trockenes, naturbelassenes Holz entscheidend.
Deshalb ist diese Reihenfolge in vielen Fällen sinnvoll:
- Stamm auf die benötigte Ofenlänge sägen.
- Abschnitte zeitnah spalten.
- Scheite auf einem trockenen Unterbau stapeln.
- Seiten für die Luftzirkulation weitgehend offen halten.
- Holz von oben vor Niederschlag schützen.
- Vor dem Verbrennen die Feuchte kontrollieren.
Wie lange das Trocknen dauert, hängt unter anderem von Holzart, Scheitstärke, Standort, Witterung und Lagerung ab. Pauschale Aussagen wie „Brennholz muss immer genau zwei Jahre liegen“ sind deshalb wenig hilfreich.
Ein dünner, luftig gelagerter Scheit kann erheblich schneller trocknen als ein massives Rundstück unter ungünstigen Bedingungen.
Axt, Spaltaxt, Spalthammer oder Holzspalter?
Bei der Werkzeugwahl sollte nicht die größtmögliche Schlagkraft das Ziel sein. Ein Werkzeug muss zum Holz, zur Arbeitsmenge und zur eigenen körperlichen Belastbarkeit passen.
Spaltaxt für normale Scheite
Eine Spaltaxt besitzt einen vergleichsweise keilförmigen Kopf. Beim Eindringen drückt sie die Holzfasern auseinander. Für viele gerade und mittelgroße Stammabschnitte ist sie deshalb die naheliegende Wahl.
Sie sollte so schwer sein, dass kontrollierte Schläge möglich sind. Ein besonders schweres Modell bringt wenig, wenn nach wenigen Scheiten Arme und Rücken ermüden und die Treffgenauigkeit nachlässt.
Vor Arbeitsbeginn sollte das Werkzeug kontrolliert werden. Ein lockerer, beschädigter oder eingerissener Stiel ist ein Grund, die Axt nicht weiterzuverwenden.
Spalthammer für kräftige und schwierige Stücke
Ein Spalthammer ist deutlich massiver. Sein Gewicht und seine ausgeprägte Keilform helfen bei dicken oder widerspenstigen Stammabschnitten.
Das zusätzliche Gewicht erhöht allerdings auch die körperliche Belastung. Für kleinere Scheite ist ein schwerer Spalthammer daher häufig unnötig.
Bei stark verwachsenen Holzstücken können passende Spaltkeile helfen. Dabei ist auf die vorgesehene Kombination von Schlagwerkzeug und Keil zu achten. Stahlwerkzeuge sollten nicht beliebig gegeneinandergeschlagen werden, weil dabei Metallteile absplittern können.
Hydraulischer Holzspalter für größere Mengen
Wer regelmäßig mehrere Raummeter aufarbeitet oder sehr große Stammstücke verarbeitet, kann mit einem Holzspalter deutlich körperliche Arbeit reduzieren.
Damit verschiebt sich allerdings auch das Unfallrisiko. Besonders problematisch ist der Bereich zwischen Holzstück, Auflage und Spaltwerkzeug. Hände haben dort während des Spaltvorgangs nichts verloren.
Moderne Geräte besitzen entsprechende Schutzeinrichtungen und häufig eine Zwei-Hand-Bedienung. Die Bedienungsanleitung des jeweiligen Modells ist verbindlich.
Wichtig ist außerdem: Ein Holzspalter ist grundsätzlich für die Bedienung durch eine Person vorgesehen. Eine zweite Person sollte nicht gleichzeitig Holz festhalten, nachrichten oder in den Arbeitsbereich greifen. Gerade ein schief stehendes oder astiges Stück kann sich unter Druck plötzlich bewegen.
Mit der richtigen Technik wird Handarbeit kontrollierbarer
Ein sicherer Schlag beginnt nicht mit dem Ausholen, sondern mit dem Arbeitsplatz.
Als Unterlage eignet sich ein stabiler Hackklotz mit ausreichend großer Standfläche. Er muss auf festem Untergrund stehen und darf weder kippen noch stark federn. Ein ausreichend breiter Hartholzklotz eignet sich dafür besser als irgendein zufällig herumliegendes Stammstück.
Auch die Höhe ist wichtig. Steht das zu spaltende Holz sehr niedrig, arbeitet der Rücken stärker mit. Steht es zu hoch, lässt sich die Axt schlechter kontrollieren.
Beim Aufstellen sollte das Scheit stabil stehen. Sinnvoll ist außerdem, es eher auf dem hinteren Bereich des Hackklotzes zu platzieren. Geht ein Schlag zu weit durch oder am Holz vorbei, trifft das Werkzeug dadurch eher den Klotz als den Bereich vor den eigenen Füßen.
Vor jedem Schlag lohnt sich ein kurzer Blick auf die Stirnfläche. Bereits vorhandene Trocknungs- oder Schwundrisse können als natürliche Ansatzpunkte dienen.
Bei sehr großen Durchmessern funktioniert ein Schlag mitten in das Holz häufig schlecht. Kraftsparender kann es sein, zunächst außen kleinere Stücke abzutrennen und sich nach innen vorzuarbeiten.
Astansätze erschweren das Spalten, weil dort der Faserverlauf gestört ist. Ein Holzstück mit deutlicher Astgabel solltest du deshalb nicht genauso behandeln wie einen geraden Stammabschnitt.
Für die Körperhaltung gilt:
- stabil und mit ausreichend Abstand zum Hackklotz stehen,
- beide Hände zur kontrollierten Führung verwenden,
- nicht mit maximaler Kraft auf jedes Stück einschlagen,
- Bewegungsablauf abbrechen, wenn das Scheit kippt,
- verklemmte Werkzeuge kontrolliert lösen,
- bei nachlassender Konzentration eine Pause machen.
Mehr Schwung ist nicht automatisch mehr Kontrolle. Besonders nach längerer Arbeit steigt durch Ermüdung die Gefahr von Fehltritten und schlecht gesetzten Schlägen.
Schutzkleidung und Arbeitsbereich nicht unterschätzen
Beim Spalten können Rindenstücke, Splitter oder Teile eines Scheits überraschend wegspringen. Festes Schuhwerk und Augenschutz sind deshalb keine Ausstattung nur für Forstarbeiten.
Für das manuelle Spalten sind unter anderem sinnvoll:
- stabile Sicherheitsschuhe oder robuste Arbeitsschuhe,
- lange, widerstandsfähige Kleidung,
- Schutzbrille,
- geeignete Arbeitshandschuhe,
- ein freier und rutschfester Arbeitsplatz.
Umstehende Personen sollten sich nicht im möglichen Bewegungs- oder Flugbereich befinden. Das gilt besonders für Kinder und Haustiere.
Bei maschinellen Holzspaltern kommen die Vorgaben des Herstellers hinzu. Schutzvorrichtungen dürfen nicht umgangen oder außer Funktion gesetzt werden. Vor Wartung, Reinigung oder dem Entfernen einer Störung muss die Maschine entsprechend der Anleitung stillgesetzt und gegen unbeabsichtigtes Anlaufen gesichert werden.
Schwierig geformte Stücke verdienen besondere Aufmerksamkeit. Krumme Stammabschnitte, Astgabeln oder schlecht aufliegende Scheite können sich beim Spalten verdrehen oder seitlich herausspringen. Wenn sich ein Stück mit dem vorhandenen Werkzeug nicht kontrolliert bearbeiten lässt, ist es sinnvoller, die Methode zu wechseln, statt den nächsten Schlag einfach kräftiger auszuführen.
Gut vorbereitet ist die halbe Arbeit erledigt
Beim Brennholzspalten geht es nicht darum, möglichst kleine Scheite oder möglichst kräftige Schläge zu produzieren. Die Abmessungen sollten zur Feuerstätte passen, das Holz früh genug zum Trocknen aufgeteilt werden und das Werkzeug zur jeweiligen Aufgabe passen.
Gerade bei größeren Mengen zahlt sich ein vorbereiteter Arbeitsplatz aus: ein standfester Hackklotz, intakte Werkzeuge, freie Bewegungsfläche und passende Schutzausrüstung. Schwierige Holzstücke solltest du nicht mit Gewalt behandeln. Astigkeit, Faserverlauf und Durchmesser bestimmen, welche Vorgehensweise sinnvoll ist. Bei einem maschinellen Spalter haben Herstellerangaben und Schutzeinrichtungen immer Vorrang vor improvisierten Lösungen.




