Dachdurchführungen und Wetterkragen für Edelstahlschornsteine
Dachdurchführungen kommen zum Einsatz, wenn ein Edelstahlschornstein durch eine Dachfläche geführt wird. Sie bilden den konstruktiven Übergang zwischen Schornsteinsystem und Dachbereich und müssen zur Dachneigung, zur verwendeten Systemreihe und zu den tatsächlichen Außenmaßen des Schornsteins passen.
Der Wetterkragen übernimmt dabei eine andere Aufgabe als die eigentliche Dachdurchführung. Er sitzt am Schornstein oberhalb der Durchführung und überdeckt deren oberen Bereich, damit Niederschlag nicht ungehindert zwischen Schornsteinmantel und Durchführung gelangen kann. Beide Bauteile arbeiten deshalb zusammen, erfüllen konstruktiv aber unterschiedliche Funktionen.
Welche Aufgabe übernimmt die Dachdurchführung?
Die Dachdurchführung schafft einen dafür vorgesehenen Bereich, in dem der Edelstahlschornstein durch die Dachfläche geführt werden kann. Ihre Form muss zur Dachgeometrie passen und gleichzeitig die konstruktiven Anforderungen des verwendeten Schornsteinsystems berücksichtigen.
Je nach Hersteller stehen Dachdurchführungen für flache und geneigte Dächer zur Verfügung. Bei geneigten Varianten muss die vorgesehene Dachneigung berücksichtigt werden. Die Durchführung sollte deshalb nicht allein anhand des Rohrdurchmessers ausgewählt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die temperaturbedingte Längenausdehnung des Schornsteins. Dafür vorgesehene Dachdurchführungen müssen diese Bewegung konstruktiv berücksichtigen, statt den Schornstein starr an der Dachhaut festzusetzen.
Was ist der Unterschied zwischen Dachdurchführung und Wetterkragen?
Die Dachdurchführung sitzt im Bereich des eigentlichen Dachdurchbruchs. Der Wetterkragen wird dagegen am Schornsteinmantel oberhalb der Durchführung angebracht und überdeckt deren oberen Bereich.
Dadurch kann der Schornstein innerhalb der vorgesehenen Konstruktion Bewegungen aus Temperaturänderungen aufnehmen, während der Wetterkragen den Übergang gegen Niederschlag schützt. Der Wetterkragen wird deshalb nicht einfach als starre Verbindung zwischen Schornstein und Dachdurchführung eingesetzt.
Beide Komponenten müssen zum jeweiligen Schornsteinsystem und zur vorgesehenen Montageart passen. Ein Wetterkragen ersetzt keine Dachdurchführung und eine Dachdurchführung macht den passenden oberen Wetterschutz nicht automatisch überflüssig.
Welche Dachdurchführung passt zur Dachneigung?
Bei einem Flachdach wird eine andere Geometrie benötigt als bei einem geneigten Dach. Für Schrägdächer werden Dachdurchführungen deshalb in unterschiedlichen Neigungsbereichen beziehungsweise Winkelstufen angeboten.
Die passende Dachneigung sollte vor der Bestellung möglichst genau bekannt sein. Eine Durchführung mit ungeeignetem Winkel lässt sich nicht dadurch korrekt montieren, dass sie auf der Dachfläche lediglich stärker angedrückt oder nachträglich improvisiert angepasst wird.
Neben der Neigung müssen Dachaufbau und Eindeckung berücksichtigt werden. Je nach System und Ausführung können unterschiedliche Eindichtungsflächen beziehungsweise Materialien vorgesehen sein. Entscheidend ist deshalb die Kombination aus Dachneigung, Dachaufbau und freigegebener Systemlösung.
Warum muss sich der Schornstein im Dachbereich bewegen können?
Edelstahl verändert seine Länge bei Temperaturänderungen. Während des Betriebs erwärmt sich die Abgasanlage und kann sich gegenüber dem kalten Zustand ausdehnen. Diese Bewegung muss bei der Führung durch das Dach berücksichtigt werden.
Dachdurchführungen für Edelstahlschornsteine sind deshalb so konstruiert, dass die temperaturabhängige Längenausdehnung der Abgasanlage nicht durch eine starre Verbindung mit der Dachhaut verhindert wird.
Auch der Wetterkragen muss entsprechend montiert werden. Er sitzt am Schornstein oberhalb der Dachdurchführung und überdeckt diese, ohne die erforderliche Bewegungsmöglichkeit des Systems aufzuheben. Die genauen Montageabstände und Befestigungspunkte richten sich nach der jeweiligen Systemvorgabe.
Wetterkragen richtig auswählen und montieren
Ein Wetterkragen muss zum Außendurchmesser und zur konstruktiven Ausführung des verwendeten Edelstahlschornsteins passen. Gerade bei doppelwandigen Systemen ist deshalb nicht nur die innere Nennweite relevant, sondern das tatsächliche Außenmaß der Anlage.
Die Abdichtung des Wetterkragens erfolgt entsprechend der Montagevorgabe des jeweiligen Herstellers. Dabei ist auch seine Position oberhalb der Dachdurchführung entscheidend. Der Kragen darf nicht beliebig an einem Verbindungselement oder Klemmband befestigt werden, wenn die Systemvorgaben dies ausschließen.
Deshalb sollte auch dieses vergleichsweise einfache Bauteil anhand der konkreten Systemreihe ausgewählt werden. Ein optisch passender Edelstahlkragen ist nicht automatisch für jede Dachdurchführung geeignet.
Dachaufbau, Abdichtung und Brandschutz gemeinsam planen
Die Durchführung eines Schornsteins durch ein Dach betrifft nicht nur den Wetterschutz. Je nach Dachkonstruktion müssen auch Abstände zu brennbaren Bauteilen und die Anforderungen des verwendeten Schornsteinsystems berücksichtigt werden.
Dachdeckung, Unterkonstruktion, Dämmung und weitere Schichten können den Aufbau rund um die Durchführung beeinflussen. Deshalb sollte der Dachdurchbruch nicht erst während der Montage improvisiert werden.
Die konkrete Ausführung richtet sich nach Schornsteinsystem, Dachaufbau und den dafür geltenden technischen Anforderungen. Dachdurchführung und Wetterkragen lösen dabei die konstruktive beziehungsweise wetterseitige Einbindung des Schornsteins, ersetzen aber keine erforderlichen brandschutztechnischen Maßnahmen.
Dachdurchführung passend zum Schornsteinsystem auswählen
Gleiche Nennweite bedeutet auch bei Dachdurchführungen nicht automatisch gleiche Kompatibilität. Doppelwandige Schornsteinsysteme unterscheiden sich bei Außendurchmesser, Dämmstärke, Verbindungstechnik und konstruktiv vorgesehenen Zubehörteilen.
Auch innerhalb einer Systemreihe können mehrere Dachdurchführungen für unterschiedliche Dachneigungen und Einbausituationen angeboten werden. Bei EKA Complex D gibt es beispielsweise flache sowie geneigte Dachdurchführungen für verschiedene Winkelbereiche.
Vor der Bestellung sollten deshalb Hersteller, Systembezeichnung, Nennweite beziehungsweise Außendurchmesser und Dachneigung eindeutig feststehen. So lassen sich Dachdurchführung und Wetterkragen als abgestimmte Bestandteile des vorhandenen Schornsteinsystems auswählen.
























































