Ofenbaumaterial & Kaminbauplatten

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Ofenbaumaterial & Kaminbauplatten – Baustoffe passend zum Feuerstättenaufbau auswählen

Beim Bau oder der Verkleidung einer Feuerstätte erfüllt nicht jedes Material dieselbe Aufgabe.

Eine Dämmplatte soll Wärme gegenüber angrenzenden Bauteilen begrenzen. Eine Kaminbauplatte kann dagegen Teil der sichtbaren beziehungsweise wärmeabgebenden Ofenhülle sein. Kleber, Armierungsgewebe und Putz bilden wiederum den weiteren Oberflächenaufbau.

Deshalb sollte Ofenbaumaterial nicht allein nach Preis, Plattendicke oder dem Begriff hitzebeständig ausgewählt werden.

Entscheidend ist:

Welche Funktion soll das Material im Aufbau übernehmen?

Welche Materialien werden beim Ofen- und Kaminbau verwendet?

Je nach Feuerstätte und Konstruktion können unterschiedliche Baustoffe benötigt werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Dämmplatten
  • Kaminbauplatten
  • Kleber
  • Dichtbänder
  • Putzgitter beziehungsweise Armierungsgewebe
  • Modellierputze
  • weitere systembezogene Verarbeitungsmaterialien

Welche Kombination erforderlich ist, hängt vom konkreten Aufbau und den Herstellerangaben ab.

Kaminbauplatte oder Dämmplatte?

Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt.

Sie beschreiben jedoch unterschiedliche Funktionen.

Dämmplatte

Eine geeignete Dämmplatte wird eingesetzt, um den Wärmefluss zu begrenzen und angrenzende Bauteile entsprechend des vorgesehenen Systems zu schützen.

Kaminbauplatte

Eine Kaminbauplatte kann dagegen für den konstruktiven Aufbau beziehungsweise die Verkleidung einer Feuerstätte vorgesehen sein.

Je nach Material kann sie Wärme bewusst aufnehmen und an den Raum weitergeben.

Deshalb sollte eine Kaminbauplatte nicht automatisch als Dämmplatte eingesetzt werden – und umgekehrt.

Was ist eine Calciumsilikatplatte?

Calciumsilikatplatten werden im Feuerstättenbau unter anderem als Dämm- und Konstruktionsplatten eingesetzt.

Geeignete Produkte sind:

  • temperaturbeständig
  • nichtbrennbar
  • vergleichsweise leicht
  • gut bearbeitbar

Entscheidend ist jedoch, dass die konkrete Platte für ihren vorgesehenen Einsatz im Kamin- beziehungsweise Ofenbau freigegeben ist.

Nicht jede beliebige Calciumsilikatplatte erfüllt automatisch dieselben Anforderungen.

SILCA 250KM – Dämmung und Konstruktion

SILCA 250KM ist eine Calciumsilikat-Dämmplatte für den Kamin- und Kachelofenbau.

Sie kann je nach vorgesehenem Aufbau sowohl zur Wärmedämmung als auch konstruktiv eingesetzt werden.

Welche Plattendicke erforderlich ist, hängt unter anderem vom konkreten Aufbau, der Feuerstätte und den jeweiligen technischen Vorgaben ab.

Deshalb sollte die Dicke nicht allein nach dem Grundsatz mehr ist besser ausgewählt werden.

SILCAHEAT 600C – Kaminbauplatte statt Dämmplatte

SILCAHEAT 600C verfolgt einen anderen Ansatz.

Die Platte ist als Kaminbauplatte konzipiert und ausdrücklich nicht als klassische Dämmplatte.

Sie besitzt eine höhere Wärmeleitfähigkeit und eignet sich für Konstruktionen, bei denen Wärme über die Ofenhülle an den Aufstellraum abgegeben werden soll.

Damit wird deutlich:

Zwei optisch ähnliche Platten können im Feuerstättenbau völlig unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

Was bedeutet Hüllenbaustoff?

Als Hülle bezeichnet man vereinfacht den äußeren konstruktiven Bereich einer aufgebauten Feuerstätte.

Je nach Ofenkonzept beeinflussen Hüllenbaustoffe beispielsweise:

  • Wärmeaufnahme
  • Wärmeleitung
  • Oberflächentemperatur
  • Geschwindigkeit der Wärmeabgabe

Deshalb sollte der Hüllenbaustoff zur geplanten Feuerstätte und zum gewünschten Wärmeverhalten passen.

Kaminbauplatten für moderne, gut gedämmte Häuser

In modernen Gebäuden ist der Heizwärmebedarf häufig niedriger als in älteren Häusern.

Dadurch kann auch die Konstruktion der Feuerstätte eine Rolle dabei spielen, wie schnell Wärme in den Raum gelangt.

Für solche Anwendungen existieren unterschiedliche Hüllen- und Kaminbauplatten mit jeweils eigenem Wärmeverhalten.

Welche Konstruktion sinnvoll ist, muss jedoch für die konkrete Feuerstätte geplant werden.

Ist eine feuerfeste Platte automatisch für den Kamin geeignet?

Nein.

Die Bezeichnung feuerfest beziehungsweise eine hohe Temperaturbeständigkeit allein reicht nicht aus.

Im Feuerstättenbau kommt es zusätzlich darauf an:

  • an welcher Stelle das Material eingesetzt wird
  • welche Temperaturen dort entstehen
  • ob gedämmt oder Wärme abgegeben werden soll
  • welche konstruktiven Anforderungen gelten
  • mit welchen weiteren Materialien das Produkt kombiniert wird

Deshalb sollte immer der vorgesehene Anwendungsbereich des Herstellers geprüft werden.

Was bedeutet Baustoffklasse A1?

Die Baustoffklasse A1 kennzeichnet nichtbrennbare Baustoffe.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jeder A1-Baustoff an jeder Stelle einer Feuerstätte verwendet werden darf.

Auch Temperaturbereich, Konstruktion und Herstellerfreigabe müssen zur Anwendung passen.

Welche Dicke braucht eine Kamin- oder Dämmplatte?

Dafür gibt es keine einzelne allgemeine Antwort.

Bei Dämmplatten hängt die erforderliche Stärke unter anderem ab von:

  • Material
  • Dämmwirkung
  • Wandaufbau
  • Feuerstätte
  • Temperatur
  • Herstellerangaben
  • technischen Regeln

Bei Kaminbauplatten kann die Plattendicke zusätzlich Teil des konstruktiven Aufbaus sein.

Die passende Stärke sollte deshalb aus dem vorgesehenen System abgeleitet werden.

Kann man Kaminbauplatten selbst zuschneiden?

Viele speziell für den Ofenbau entwickelte Platten lassen sich mit üblichen Werkzeugen bearbeiten.

Welche Werkzeuge geeignet sind, hängt vom jeweiligen Material ab.

Beim Zuschnitt sollten:

  • Herstellerhinweise
  • Arbeitsschutz
  • Staubschutz
  • saubere Schnittkanten

beachtet werden.

Kaminbauplatten kleben oder schrauben?

Auch das hängt vom Produkt ab.

Einige Kaminbauplatten können:

  • verklebt
  • verschraubt
  • oder mit beiden Verfahren montiert

werden.

Andere Systeme schreiben einen bestimmten Kleber beziehungsweise eine spezielle Verarbeitung vor.

Die Befestigungsart sollte deshalb immer zum konkreten Plattensystem passen.

Welcher Kleber für Kaminbauplatten?

Nicht jeder hitzebeständige Kleber eignet sich für jede Stelle einer Feuerstätte.

Entscheidend ist:

  • welches Plattenmaterial verwendet wird
  • ob sich die Anwendung im heißen oder kühleren Bereich befindet
  • welche Temperaturbelastung entsteht
  • welche Systemfreigabe besteht

Bei abgestimmten Herstellersystemen werden deshalb häufig unterschiedliche Kleber für unterschiedliche Einsatzbereiche angeboten.

Warum Systemkompatibilität wichtig ist

Platte, Kleber, Grundierung, Armierung und Putz bilden häufig einen gemeinsamen Aufbau.

Produkte desselben vorgesehenen Systems sind aufeinander abgestimmt.

Das ist besonders wichtig bei:

  • Haftung
  • Wärmeausdehnung
  • Temperaturbelastung
  • Oberflächenaufbau

Wer einzelne Materialien verschiedener Systeme kombiniert, sollte deshalb vorher prüfen, ob diese Kombination technisch vorgesehen ist.

Wofür wird Putzgitter beim Kaminbau verwendet?

Armierungs- beziehungsweise Putzgitter kann dazu dienen, den Putzaufbau zu stabilisieren.

Es wird je nach System beispielsweise eingesetzt:

  • an Plattenstößen
  • an Übergängen
  • auf größeren Flächen

Ob und wo eine Armierung erforderlich ist, hängt vom verwendeten Platten- und Putzsystem ab.

Was ist Modellierputz?

Modellierputz ist ein für die Gestaltung von Ofen- beziehungsweise Kaminoberflächen vorgesehenes Putzmaterial.

Je nach Produkt und Körnung lassen sich unterschiedliche Oberflächenstrukturen erzeugen.

Dabei unterscheiden sich beispielsweise:

  • feinere Oberflächen
  • stärker strukturierte Oberflächen

Modellierputz ist deshalb nicht einfach mit beliebigem Innenwandputz gleichzusetzen.

Welche Körnung beim Modellierputz?

Die Körnung beeinflusst vor allem die sichtbare Oberflächenstruktur.

Eine feinere Körnung kann eine ruhigere und glatter wirkende Oberfläche ermöglichen.

Eine gröbere Körnung erzeugt eine stärker strukturierte Wirkung.

Welche Variante besser passt, hängt vom gewünschten Finish und dem verwendeten System ab.

Kann man Kaminbauplatten verputzen?

Geeignete Kaminbauplatten können je nach System verputzt werden.

Der typische Aufbau kann beispielsweise bestehen aus:

  1. geeigneter Platte
  2. vorbereitender Grundierung
  3. Armierung
  4. Putz
  5. gegebenenfalls Glätt- oder Deckschicht

Die konkrete Verarbeitung richtet sich nach dem jeweiligen Hersteller.

Kann man Naturstein oder Ofenkacheln auf Kaminbauplatten setzen?

Bei dafür vorgesehenen Platten ist dies je nach System möglich.

Kaminbauplatten können deshalb sowohl als fertige verputzte Oberfläche als auch als Untergrund für:

  • Naturstein
  • Ofenkacheln
  • andere freigegebene Verkleidungen

dienen.

Auch hier müssen Kleber und Untergrund für die jeweilige Verkleidung geeignet sein.

Wofür wird Dichtband beim Ofenbau verwendet?

Dichtbänder können je nach System bei:

  • Anschlüssen
  • Übergängen
  • Trennstellen
  • temperaturbelasteten Fugen

eingesetzt werden.

Welches Material, welche Breite und welche Temperaturbeständigkeit benötigt werden, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab.

Ein Dichtband ist deshalb kein universeller Ersatz für jede Fuge.

Dämmung und Wärmespeicherung nicht verwechseln

Dämmstoffe sollen Wärmeübertragung gezielt reduzieren.

Speicher- beziehungsweise wärmeleitende Baustoffe verfolgen teilweise das Gegenteil:

Sie sollen Wärme aufnehmen beziehungsweise weitergeben.

Deshalb darf bei der Materialwahl nicht nur gefragt werden:

Wie hitzebeständig ist die Platte?

Sondern auch:

Soll sie Wärme stoppen, leiten oder speichern?

Kaminbauplatte oder Schamotte?

Auch diese Materialien erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Schamotte wird häufig in thermisch stark belasteten Bereichen beziehungsweise als Speicher- und Feuerraummaterial eingesetzt.

Kaminbauplatten können dagegen Teil der äußeren Konstruktion beziehungsweise Verkleidung sein.

Das konkrete Produkt entscheidet über den Einsatzbereich.

Sind Kaminbauplatten für den Feuerraum geeignet?

Nicht automatisch.

Eine Kaminbauplatte zur Ofenverkleidung ist nicht zwingend als Ersatz für:

  • Feuerraumauskleidung
  • Vermiculite
  • Schamotte

vorgesehen.

Für den Feuerraum dürfen nur Materialien verwendet werden, die dafür ausdrücklich freigegeben sind.

Kann ich einen Kamin mit diesen Materialien selbst bauen?

Viele Ofenbaumaterialien lassen sich handwerklich bearbeiten.

Die vollständige Konstruktion einer Feuerstätte ist jedoch mehr als das Zuschneiden und Verkleben von Platten.

Zu berücksichtigen sind unter anderem:

  • Feuerstätte
  • Abgassystem
  • Wandabstände
  • Dämmung
  • Luftführung
  • Lüftungsöffnungen
  • Temperaturbelastungen
  • Herstellerangaben
  • technische Regeln

Wer sich bei der Auslegung unsicher ist, sollte den Aufbau mit einem Fachbetrieb beziehungsweise den zuständigen Fachstellen abstimmen.

Welche Ofenbaumaterialien brauche ich?

Das hängt davon ab, welche Aufgabe umgesetzt werden soll.

Wärmedämmung

geeignete Dämmplatten und dazugehörige Verarbeitungsmaterialien.

Ofenhülle oder Kaminverkleidung

geeignete Kaminbau- beziehungsweise Hüllenplatten.

Verbindung

systemgeeignete Kleber oder Mörtel.

Oberfläche

Grundierung, Armierungsgewebe und geeigneter Putz.

Anschlüsse

dafür vorgesehene Dicht- und Übergangsmaterialien.

Erst wenn der Aufbau feststeht, sollte die konkrete Einkaufsliste zusammengestellt werden.

Ofenbaumaterial online auswählen

Beim Ofenbau kommt es weniger darauf an, möglichst viele unterschiedliche Baustoffe zu kaufen.

Entscheidend ist, dass jedes Material die richtige Funktion im Aufbau erfüllt.

Vergleichen Sie deshalb:

  • Einsatzbereich
  • Temperaturbeständigkeit
  • Dämm- beziehungsweise Wärmeleiteigenschaften
  • Plattenstärke
  • Format
  • Verarbeitung
  • Systemkompatibilität

So entsteht aus einzelnen Platten, Klebern und Putzen ein technisch sinnvoller Materialaufbau.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Eine Kaminbauplatte ist ein Baustoff für den konstruktiven Aufbau beziehungsweise die Verkleidung einer Feuerstätte. Je nach Material kann sie Wärme leiten und Teil der Ofenhülle sein.

Eine Dämmplatte soll Wärmeübertragung reduzieren. Eine Kaminbauplatte kann dagegen konstruktiv beziehungsweise wärmeabgebend eingesetzt werden. Der genaue Einsatz hängt vom jeweiligen Produkt ab.

Geeignete Calciumsilikatplatten werden im Kamin- und Kachelofenbau als Dämm- beziehungsweise Konstruktionsplatten eingesetzt. Entscheidend ist, dass das konkrete Produkt für diesen Einsatz vorgesehen ist.

Die erforderliche Dicke hängt vom Plattenmaterial, Aufbau, der Feuerstätte und den technischen Vorgaben ab. Eine pauschale Stärke ist deshalb nicht für jeden Kamin richtig.

Viele speziell dafür entwickelte Platten lassen sich mit üblichen Werkzeugen bearbeiten. Die Verarbeitungshinweise des jeweiligen Herstellers sollten dabei beachtet werden.

Der Kleber muss zur Platte und zum vorgesehenen Temperatur- beziehungsweise Einsatzbereich passen. Bei Herstellersystemen können unterschiedliche Kleber für unterschiedliche Bereiche vorgesehen sein.

Ja, geeignete Platten können mit darauf abgestimmten Grundierungen, Armierungen und Putzsystemen verputzt werden.

Bei dafür vorgesehenen Plattensystemen ist eine weitere Verkleidung mit Naturstein oder Ofenkacheln möglich. Der verwendete Kleber und Aufbau müssen dafür geeignet sein.

Nein. Brandverhalten allein sagt noch nicht, an welcher Stelle und bei welcher Temperatur ein Baustoff eingesetzt werden darf.

Viele Materialien lassen sich handwerklich bearbeiten. Die technische Auslegung der Feuerstätte, Dämmung, Abstände, Luftführung und Abgasanlage muss jedoch zum konkreten System und den geltenden Anforderungen passen.