Erst den Energieinhalt des Brennstoffs bestimmen
Die grundlegende Rechnung ist simpel:
Preis je kWh Brennstoffenergie = Angebotspreis ÷ enthaltene Kilowattstunden
Die Schwierigkeit liegt weniger in der Formel als darin, die enthaltene Energiemenge vernünftig zu bestimmen.
Bei Pellets ist das vergleichsweise einfach. Hochwertige Holzpellets werden nach Gewicht verkauft, beispielsweise als 15-kg-Sack oder tonnenweise. Für ENplus-Pellets gilt beispielsweise ein Heizwert von mindestens 4,6 kWh pro Kilogramm.
Eine Tonne Pellets enthält bei diesem Wert mindestens:
1.000 kg × 4,6 kWh/kg = 4.600 kWh
Kostet die Tonne beispielsweise 350 Euro:
350 € ÷ 4.600 kWh = 0,076 € je kWh
Das entspricht rund 7,6 Cent pro kWh Brennstoffenergie.
Steht beim konkreten Produkt ein Heizwert von beispielsweise 4,8 kWh/kg, solltest du diesen Wert verwenden. Dann enthält dieselbe Tonne rechnerisch 4.800 kWh.
Bei Scheitholz wird die Rechnung komplizierter
Brennholz wird häufig nicht nach Gewicht, sondern nach Volumen angeboten. Genau hier entstehen viele falsche Preisvergleiche.
Ein Raummeter Buchenholz enthält beispielsweise deutlich mehr Energie als ein Raummeter Fichtenholz. Der Grund liegt vor allem in der unterschiedlichen Holzdichte.
Auch der Wassergehalt spielt eine wichtige Rolle. Lufttrockenes Scheitholz mit etwa 15 bis 20 Prozent Wassergehalt erreicht grob rund 4 kWh Heizwert pro Kilogramm. Sehr feuchtes Holz liefert pro Kilogramm wesentlich weniger nutzbare Brennstoffenergie.
Für Scheitholz mit ungefähr 20 Prozent Wassergehalt können zur Orientierung beispielsweise folgende Größenordnungen angesetzt werden:
Brennholz |
Heizwert je kg ungefähr |
Energie je Raummeter ungefähr |
|---|---|---|
Buche |
3,9 kWh |
1.885 kWh |
Birke |
3,9 kWh |
1.777 kWh |
Kiefer |
4,0 kWh |
1.516 kWh |
Fichte |
4,0 kWh |
1.333 kWh |
Das wirkt zunächst widersprüchlich: Fichte liefert je Kilogramm sogar etwas mehr Energie als Buche, je Raummeter aber deutlich weniger. Ursache ist die niedrigere Dichte. In einen Raummeter passt gewichtsmäßig weniger Fichtenholz.
Deshalb sollte die Holzart bei einem Preisvergleich nie fehlen.
Raummeter und Schüttraummeter nicht miteinander verwechseln
Besonders vorsichtig solltest du werden, wenn ein Händler 100 Euro pro Raummeter verlangt und ein anderer 75 Euro pro Schüttraummeter.
Beide Preise sehen ähnlich aus, beziehen sich aber auf unterschiedliche Holzmengen.
Beim Raummeter werden die Scheite ordentlich gestapelt. Zwischen den einzelnen Scheiten bleiben Hohlräume.
Beim Schüttraummeter werden kurze Scheite lose in einen Behälter geschüttet. Dadurch entstehen wesentlich größere Zwischenräume.
Ein Schüttraummeter enthält deshalb weniger Holz als ein Raummeter.
Als grobe Orientierung können bei 33 Zentimeter langen Scheiten ungefähr folgende Beziehungen auftreten:
- 1 Raummeter Buchenholz entspricht etwa 1,4 Schüttraummetern.
- 1 Raummeter Fichtenholz entspricht etwa 1,6 Schüttraummetern.
Solche Faktoren sind allerdings Näherungen. Scheitlänge, Spaltung, Form und Schüttung verändern das tatsächliche Volumen. Für eine exakte Preisermittlung sind pauschale Umrechnungsfaktoren deshalb nur eingeschränkt geeignet.
Wenn du mehrere Brennholzangebote vergleichst, sollten möglichst dieselben Angaben vorliegen:
- Holzart oder Holzmischung
- Raummeter oder Schüttraummeter
- Scheitlänge
- Wassergehalt
- Preis einschließlich möglicher Lieferung
- gegebenenfalls Mindestabnahmemenge
Dann lässt sich der Energiepreis wesentlich sauberer abschätzen.
Zwei Angebote Schritt für Schritt in Cent je kWh umrechnen
Nehmen wir zwei fiktive Angebote.
Angebot A
Buchenholz, trocken, etwa 20 Prozent Wassergehalt
120 Euro pro Raummeter
Für einen Raummeter werden rund 1.885 kWh Brennstoffenergie angesetzt.
Die Rechnung:
120 € ÷ 1.885 kWh = 0,0637 €/kWh
Das Buchenholz kostet damit rechnerisch rund:
6,4 Cent je kWh Brennstoffenergie
Angebot B
Pellets
350 Euro pro Tonne
Heizwert: 4,6 kWh/kg
Eine Tonne enthält mindestens:
1.000 × 4,6 = 4.600 kWh
Damit ergibt sich:
350 € ÷ 4.600 kWh = 0,0761 €/kWh
Also rund:
7,6 Cent je kWh Brennstoffenergie
Auf dieser Ebene wäre das Buchenholz günstiger.
Damit ist der Vergleich allerdings noch nicht abgeschlossen.
Der Wirkungsgrad kann das Ergebnis verändern
Die im Brennstoff gespeicherte Energie gelangt nicht vollständig als Wärme in den Raum oder Heizkreis. Ein Teil verlässt die Feuerstätte beispielsweise über die Abgase.
Deshalb ist für die tatsächlichen Wärmekosten folgende Rechnung interessanter:
Kosten je nutzbarer kWh = Brennstoffkosten je kWh ÷ Wirkungsgrad
Angenommen, der verwendete Scheitholzofen erreicht unter den betrachteten Bedingungen 75 Prozent Wirkungsgrad.
Dann ergeben sich:
6,4 Cent ÷ 0,75 = 8,5 Cent je nutzbarer kWh
Nehmen wir für den Pelletofen im Beispiel 90 Prozent an:
7,6 Cent ÷ 0,90 = 8,4 Cent je nutzbarer kWh
Der zunächst recht deutliche Preisunterschied ist damit fast verschwunden.
Die Werte von 75 und 90 Prozent dienen hier ausschließlich als Rechenbeispiel. Für einen konkreten Vergleich solltest du die technischen Daten der jeweiligen Feuerstätte heranziehen. Auch Betriebsweise, Teillast, Brennstoffqualität und Wartungszustand können beeinflussen, wie viel Wärme am Ende tatsächlich genutzt wird.
Was bei einem echten Kostenvergleich zusätzlich in die Rechnung gehört
Wer nur wissen möchte, welches Brennstoffangebot preislich attraktiver ist, kann bei den Brennstoffkosten je Kilowattstunde aufhören.
Wenn du dagegen wissen möchtest, was dich das Heizen tatsächlich kostet, gehören weitere Positionen dazu.
Lieferkosten
Ein scheinbar günstiger Raummeter Brennholz kann durch eine längere Anfahrt teuer werden. Gleiches gilt für Pellets, wenn Mindermengenzuschläge oder Lieferpauschalen anfallen.
Rechne deshalb am besten mit dem Endpreis:
Brennstoff + Lieferung + mengenabhängige Zuschläge
Ein Angebot über 330 Euro pro Tonne zuzüglich 50 Euro Lieferung ist bei einer bestellten Tonne faktisch ein Angebot über 380 Euro.
Stromverbrauch des Pelletofens
Ein Pelletofen benötigt Strom unter anderem für Pelletförderung, Gebläse, Steuerung und Zündung. Je nach Gerät und Betriebsweise fällt der Verbrauch unterschiedlich aus.
Für einen reinen Brennstoffvergleich kann dieser Posten getrennt bleiben. Bei der Berechnung der gesamten laufenden Heizkosten sollte er berücksichtigt werden.
Ein Scheitholzofen ohne elektrische Komponenten hat diesen Verbrauch in der Regel nicht.
Eigenleistung bei Brennholz
Bei Brennholz kann außerdem die Frage eine Rolle spielen, in welchem Zustand es geliefert wird.
Ofenfertige 25- oder 33-cm-Scheite kosten gewöhnlich mehr als Meterholz, das noch gesägt und gegebenenfalls gespalten werden muss. Rein rechnerisch kann selbst verarbeitetes Holz günstiger sein. Dafür entstehen Arbeitsaufwand, Maschinenkosten und zusätzlicher Platzbedarf.
Das verändert zwar nicht den physikalischen Heizwert des Holzes, sehr wohl aber die wirtschaftliche Betrachtung.
Lagerverluste und Brennstoffqualität
Trocken gelagertes Scheitholz lässt sich über längere Zeit bevorraten. Wird es dagegen feucht gelagert, verschlechtert sich die Verbrennung.
Auch Pellets müssen trocken bleiben. Feuchtigkeit kann dazu führen, dass sie aufquellen und zerfallen. Bei loser Ware können außerdem Feinanteile eine Rolle spielen.
Ein niedriger Einkaufspreis hilft wenig, wenn ein Teil des Brennstoffs später nicht vernünftig verwendet werden kann.
Eine einfache Vergleichsformel für neue Angebote
Für Pellets kannst du meist direkt mit dieser Formel arbeiten:
Preis je Tonne ÷ (1.000 × Heizwert in kWh/kg)
Beispiel:
400 € ÷ (1.000 × 4,8) = 0,0833 €/kWh
Ergebnis: 8,3 Cent je kWh Brennstoffenergie
Bei Brennholz lautet die entsprechende Rechnung:
Preis je Raummeter ÷ Energieinhalt je Raummeter
Beispiel Buche:
140 € ÷ 1.885 kWh = 0,0743 €/kWh
Ergebnis: 7,4 Cent je kWh Brennstoffenergie
Für die nutzbare Wärme folgt anschließend:
Brennstoffpreis je kWh ÷ Wirkungsgrad
Eine kleine Tabelle oder Excel-Datei reicht damit bereits aus, um mehrere regionale Angebote miteinander zu vergleichen.
Besonders sinnvoll ist es, nicht mit pauschalen Internetwerten zu rechnen, wenn der Anbieter bessere Daten liefert. Sind Wassergehalt, Gewicht, Holzart oder Heizwert bekannt, haben diese Angaben Vorrang vor allgemeinen Richtwerten.
Entscheidend ist die nutzbare Kilowattstunde
Ein Brennstoff ist nicht automatisch günstig, weil der Raummeter oder die Tonne wenig kostet. Erst nach der Umrechnung auf den enthaltenen Energiegehalt werden unterschiedliche Angebote vernünftig vergleichbar.
Bei Pellets gelingt das wegen des Verkaufs nach Gewicht relativ unkompliziert. Bei Scheitholz musst du zusätzlich auf Holzart, Wassergehalt und Volumeneinheit achten. Für einen reinen Einkaufspreisvergleich genügt der Preis je kWh Brennstoffenergie. Möchtest du wissen, was die Wärme tatsächlich kostet, solltest du zusätzlich den Wirkungsgrad der Feuerstätte sowie Lieferkosten und weitere laufende Kosten einbeziehen. Damit wird aus zwei kaum vergleichbaren Preisschildern eine belastbare Entscheidungsgrundlage.






