Wie viel Strom verbraucht ein Elektrokamin?
Der Stromverbrauch eines Elektrokamins lässt sich grundsätzlich in zwei Bereiche aufteilen: den Verbrauch für die Feuerdarstellung und den Verbrauch für die elektrische Heizung.
Flammeneffekt ohne Heizung
Wird nur das Flammenbild eingeschaltet, benötigt der Kamin Strom für LEDs, Projektionstechnik, Beleuchtung, Motoren oder andere Komponenten der jeweiligen Feuertechnik.
Der Verbrauch unterscheidet sich deshalb von Modell zu Modell erheblich. Als grobe Orientierung sind bei aufwendigeren Geräten beispielsweise Werte von etwa 50 bis 110 Watt möglich. Einfachere LED-Systeme können darunter liegen.
Bei einem angenommenen Strompreis von 0,31 Euro pro Kilowattstunde ergeben sich folgende Beispielkosten:
Leistungsaufnahme |
Verbrauch pro Stunde |
Kosten pro Stunde |
|---|---|---|
50 Watt |
0,05 kWh |
ca. 0,02 € |
75 Watt |
0,075 kWh |
ca. 0,02 € |
100 Watt |
0,10 kWh |
ca. 0,03 € |
110 Watt |
0,11 kWh |
ca. 0,03 € |
Selbst mehrere Stunden Betrieb pro Abend bleiben damit vergleichsweise überschaubar. Ein Flammeneffekt mit 100 Watt, der täglich vier Stunden läuft, benötigt beispielsweise rund 12 kWh im Monat. Bei 0,31 Euro pro kWh sind das ungefähr 3,72 Euro monatlich.
Wichtig: Diese Werte sind Beispiele. Moderne Elektrokamine arbeiten mit sehr unterschiedlichen Techniken. Ein Blick auf die Leistungsaufnahme des konkreten Modells ist deshalb sinnvoller als eine allgemeine Herstellerkategorie.
Mit eingeschalteter Heizung
Deutlich mehr Energie wird benötigt, sobald das integrierte Heizelement arbeitet. Bei aktuellen Elektrokaminen finden sich häufig Heizleistungen zwischen ungefähr 750 und 2.000 Watt.
Eine elektrische Leistungsaufnahme des Heizelements von 2.000 Watt entspricht 2 kW. Arbeitet es eine Stunde durchgehend mit dieser Leistung, verbraucht es 2 kWh Strom. Flammeneffekt, Gebläse und Elektronik können je nach Datenblatt zusätzlich Strom benötigen.
Damit wird aus wenigen Cent für das Flammenbild schnell ein deutlich größerer Kostenposten.
Was kostet eine Stunde Elektrokamin?
Die Berechnung ist recht einfach:
Leistung in Kilowatt × Betriebsdauer × Strompreis = Stromkosten
Ein Gerät mit 1.500 Watt entspricht beispielsweise 1,5 Kilowatt.
Bei einem Strompreis von 0,31 Euro pro kWh ergibt sich:
1,5 kW × 1 Stunde × 0,31 €/kWh = 0,465 €
Eine Stunde Heizen kostet in diesem Beispiel also rund 47 Cent.
Eine Übersicht macht die Unterschiede deutlich:
Heizleistung |
Verbrauch bei 1 Stunde |
Kosten bei 0,31 €/kWh |
|---|---|---|
750 Watt |
0,75 kWh |
ca. 0,23 € |
1.000 Watt |
1,00 kWh |
ca. 0,31 € |
1.500 Watt |
1,50 kWh |
ca. 0,47 € |
2.000 Watt |
2,00 kWh |
ca. 0,62 € |
Für deine persönliche Rechnung solltest du statt der 31 Cent den Arbeitspreis deines Stromvertrags einsetzen. Dieser steht normalerweise in Cent pro Kilowattstunde auf der Vertragsübersicht oder Stromrechnung.
Der Grundpreis deines Tarifs fällt unabhängig davon an, ob der Elektrokamin läuft. Für die Frage, welche zusätzlichen Kosten das Gerät verursacht, ist daher vor allem der verbrauchsabhängige Arbeitspreis interessant.
Wie teuer wird regelmäßiges Heizen?
Erst bei regelmäßiger Nutzung zeigt sich, welchen Unterschied die Heizfunktion machen kann.
Nehmen wir einen Elektrokamin mit 1.500 Watt Heizleistung, der jeden Abend zwei Stunden eingeschaltet wird:
- Verbrauch pro Tag: 3 kWh
- Verbrauch in 30 Tagen: 90 kWh
- Kosten bei 0,31 €/kWh: etwa 27,90 Euro
Bei einem Gerät mit 2.000 Watt wären es unter denselben Bedingungen:
- Verbrauch pro Tag: 4 kWh
- Verbrauch in 30 Tagen: 120 kWh
- Kosten bei 0,31 €/kWh: etwa 37,20 Euro
Bei vier Stunden täglichem Heizbetrieb würden sich diese Werte entsprechend verdoppeln.
Allerdings sind solche Rechnungen bewusst konservativ. Viele Elektrokamine ziehen nicht über die gesamte Nutzungszeit ihre maximale Heizleistung.
Warum Nennleistung und tatsächlicher Verbrauch nicht immer gleich sind
Hat das Gerät einen Thermostat, schaltet oder reduziert es die Heizung häufig, sobald die gewünschte Raumtemperatur erreicht wurde. Danach wird nur bei Bedarf wieder nachgeheizt.
Ein Elektrokamin mit einer Nennleistung von 2.000 Watt verbraucht deshalb nicht automatisch während jeder zweistündigen Nutzung exakt 4 kWh.
Wie groß der Unterschied in der Praxis ist, hängt unter anderem ab von:
- Raumgröße
- Dämmstandard des Gebäudes
- Außentemperatur
- gewünschter Raumtemperatur
- vorhandener Grundheizung
- Thermostatregelung
- gewählter Heizstufe
- geöffneten Türen zu anderen Räumen
Wer den tatsächlichen Verbrauch wissen möchte, kann ein Strommessgerät verwenden, sofern der Kaminhersteller diesen Anschluss zulässt und das Messgerät für die maximale Leistung und Dauerbelastung geeignet ist. Nach einigen Tagen typischer Nutzung erhältst du einen aussagekräftigeren Wert als allein über die maximale Leistungsangabe.
Ist ein Elektrokamin als Heizung teuer?
Elektrische Widerstandsheizungen wandeln die aufgenommene elektrische Energie am Gerät nahezu vollständig in Wärme um. Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass sie eine günstige Hauptheizung sind.
Der Knackpunkt ist der Preis der eingesetzten Kilowattstunde Strom.
Ein Elektrokamin mit Heizfunktion arbeitet technisch ähnlich wie andere direkt elektrisch betriebene Heizgeräte. Benötigt er eine Kilowattstunde Strom, muss diese Kilowattstunde über den Stromtarif bezahlt werden.
Eine Wärmepumpe funktioniert anders: Sie nutzt zusätzlich Umweltwärme und kann deshalb aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme bereitstellen. Ein klassisches elektrisches Heizelement kann diesen Effekt nicht erreichen.
Daher eignet sich die Heizfunktion eines Elektrokamins vor allem für punktuelle oder zeitlich begrenzte Wärme. Beispielsweise kann sie sinnvoll sein, wenn morgens kurz Wärme im Arbeitszimmer benötigt wird oder abends ein einzelner Raum etwas wärmer werden soll.
Als dauerhafte alleinige Beheizung größerer Wohnflächen kann der Stromverbrauch dagegen erheblich werden.
Ein Beispiel zeigt die Größenordnung: Läuft ein 2-kW-Heizelement während einer Heizperiode an 150 Tagen täglich fünf Stunden mit voller Leistung, entstehen rechnerisch 1.500 kWh Stromverbrauch. Bei 0,31 Euro pro kWh wären das rund 465 Euro allein für diese Nutzung.
Das bedeutet nicht, dass jeder Elektrokamin diesen Verbrauch erreicht. Es zeigt aber, warum die tägliche Betriebsdauer bei der Kostenfrage wesentlich wichtiger ist als ein einzelner Abend mit eingeschalteter Heizung.
So hältst du den Stromverbrauch im Blick
Beim Elektrokamin lässt sich der Verbrauch recht gut steuern, weil Flammenbild und Heizfunktion bei vielen Modellen unabhängig voneinander genutzt werden können.
Wenn du hauptsächlich die Feuerdarstellung möchtest, lass die Heizung ausgeschaltet. Der Unterschied beim Energiebedarf ist erheblich.
Für die Heizfunktion helfen einige einfache Gewohnheiten:
- Nutze eine passende Heizstufe. 750 oder 1.000 Watt kosten bei gleicher Laufzeit weniger als 2.000 Watt. Muss die kleinere Stufe für dieselbe Wärmemenge entsprechend länger laufen, spart sie dadurch allein keine Energie.
-
Verwende die Thermostatfunktion.
Sie verhindert, dass das Heizelement weiter mit voller Leistung arbeitet, obwohl die gewünschte Temperatur bereits erreicht ist. -
Heize gezielt einzelne Räume.
Für kurze Zusatzwärme kann der Einsatz sinnvoller sein als stundenlanger Dauerbetrieb. -
Achte auf die tatsächliche Leistungsaufnahme.
Angaben zur Heizleistung und zum Verbrauch des Flammeneffekts findest du normalerweise im technischen Datenblatt. - Miss bei häufigem Betrieb selbst nach. Ein für die Dauerbelastung geeigneter und nach Kaminanleitung zulässiger Zwischenstecker mit Verbrauchsmessung erfasst die Kilowattstunden deiner Nutzung.
Auch Standby-Verbrauch kann über ein ganzes Jahr eine Rolle spielen. Bei modernen Geräten ist er meist gering, bei dauerhaft angeschlossenen Geräten lohnt sich dennoch ein Blick in die technischen Angaben.
Was du bei den Betriebskosten einplanen solltest
Ob ein Elektrokamin viel Strom verbraucht, hängt weniger vom Begriff „Elektrokamin“ als von seiner Nutzung ab. Nur das Flammenbild einzuschalten kostet bei vielen Geräten lediglich wenige Cent pro Stunde. Mit aktivierter Heizung sieht die Rechnung anders aus: Bei 1.500 bis 2.000 Watt können je nach Stromtarif schnell rund 45 bis 65 Cent pro Betriebsstunde zusammenkommen.
Für gelegentliche Zusatzwärme bleibt der Verbrauch gut kalkulierbar. Wer täglich mehrere Stunden elektrisch heizen möchte, sollte dagegen vorher den Jahresverbrauch durchrechnen. Die entscheidenden Zahlen sind dabei Heizleistung, Betriebsdauer und dein eigener Arbeitspreis pro Kilowattstunde.


