Darfst du einen Ethanol Kamin in einer Mietwohnung verwenden?
Ein pauschales gesetzliches Verbot für Ethanol Kamine in Mietwohnungen besteht in Deutschland nicht. Bei einem frei stehenden Modell, das lediglich wie ein anderer Einrichtungsgegenstand aufgestellt und nicht mit dem Gebäude verbunden wird, ist deshalb nicht automatisch eine Genehmigung des Vermieters erforderlich.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Betrieb in jeder Wohnung ohne Einschränkungen zulässig ist. Maßgeblich sind unter anderem:
- der konkrete Mietvertrag,
- eine eventuell geltende Hausordnung,
- die Bauart und Befestigung des Kamins,
- die Herstellerangaben,
- Anforderungen des Brandschutzes,
- ausreichende Abstände zu brennbaren Materialien,
- die Eignung des Raumes.
Enthält der Mietvertrag besondere Regelungen zu offenen Flammen, Feuerstellen oder zum Umgang mit brennbaren Stoffen, solltest du diese zuerst prüfen.
Auch ein grundsätzlich erlaubter Gegenstand darf nicht so verwendet werden, dass die Wohnung erheblich gefährdet wird. Das Mietrecht verpflichtet Mieter zu einem sorgfältigen Umgang mit der Mietsache. Ein unsachgemäß betriebener Ethanol Kamin kann daher spätestens dann zum mietrechtlichen Problem werden, wenn dadurch eine konkrete Brandgefahr oder ein Schaden entsteht.
Die einfache Antwort lautet deshalb: Ein frei stehender Ethanol Kamin kann in einer Mietwohnung grundsätzlich möglich sein, eine uneingeschränkte Erlaubnis für jede Situation lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Wann solltest du den Vermieter um Erlaubnis fragen?
Der entscheidende Unterschied liegt häufig nicht im Brennstoff, sondern in der Montage.
Ein Ethanol Kamin, der einfach auf dem Boden steht und beim Auszug wieder mitgenommen werden kann, greift deutlich weniger in die Wohnung ein als ein Modell, das dauerhaft befestigt oder baulich integriert wird.
Eine praktische Einordnung:
Variante |
Vermieter einbeziehen? |
Warum? |
|---|---|---|
Frei stehender Ethanol Kamin |
häufig nicht zwingend |
keine dauerhafte Veränderung der Wohnung |
Tisch- oder Standfeuerstelle |
meist keine bauliche Zustimmung nötig |
mobil und ohne Gebäudeverbindung |
Wandmodell mit einfacher Befestigung |
vorherige Klärung sinnvoll |
Bohrungen und Brandschutz müssen berücksichtigt werden |
Eingebauter Ethanol Kamin |
Zustimmung einholen |
dauerhafter Eingriff in die Mietsache möglich |
Veränderung von Wandverkleidungen oder Einbauten |
Zustimmung einholen |
bauliche Veränderung der Wohnung |
Gerade bei einem Wandkamin sollte nicht allein danach entschieden werden, ob ein paar Bohrlöcher normalerweise zum Wohnen gehören. Feuerstellen bringen zusätzliche Anforderungen an Befestigung, Wandmaterial und Sicherheitsabstände mit sich.
Wer einen Kamin beispielsweise in eine Trockenbauwand integrieren oder dafür eine vorhandene Verkleidung verändern möchte, sollte sich die Zustimmung des Vermieters vor der Montage schriftlich geben lassen.
Mietvertrag und Hausordnung nicht vergessen
Es lohnt sich außerdem, nach Begriffen wie diesen zu suchen:
- offene Flammen
- Feuerstellen
- brennbare Flüssigkeiten
- Brandschutz
- bauliche Veränderungen
- Wandmontagen
Nicht jede allgemeine Klausel führt automatisch dazu, dass ein Ethanol Kamin verboten ist. Bei unklaren oder sehr weit gefassten Regelungen sollte der konkrete Einzelfall geprüft werden.
Brandschutz ist in der Mietwohnung der entscheidende Punkt
Bei einem Ethanol Kamin brennt tatsächlich eine offene Flamme. Der Brennstoff ist leicht entzündlich und verlangt entsprechend sorgfältigen Umgang.
Eine der größten Gefahren entsteht beim Nachfüllen. Befindet sich noch eine Flamme im Brenner oder ist dieser noch heiß, kann sich austretender Ethanol beziehungsweise Ethanoldampf entzünden. Deshalb darf Brennstoff niemals während des Betriebs oder unmittelbar danach nachgefüllt werden.
Für die sichere Nutzung sind vor allem folgende Punkte wichtig:
-
Nur vollständig abgekühlt nachfüllen.
Halte die vom Hersteller vorgegebene Abkühlzeit ein. -
Vorgeschriebenen Brennstoff verwenden.
Andere Flüssigkeiten gehören nicht in den Brenner. -
Brenner nicht überfüllen.
Die angegebene maximale Füllmenge ist eine Sicherheitsgrenze. -
Abstand zu brennbaren Gegenständen halten.
Vorhänge, Papier, Möbel, Textilien und Dekoration dürfen sich nicht zu nah an der Flamme befinden. -
Den Kamin während des Betriebs beobachten.
Eine offene Flamme sollte weder beim Verlassen der Wohnung noch beim Schlafengehen weiterbrennen. -
Verschütteten Brennstoff vollständig entfernen.
Erst danach darf der Kamin entzündet werden.
Auch ein sicher konstruiertes Gerät kann Bedienfehler nicht vollständig ausgleichen. Deshalb ist die Bedienungsanleitung bei einem Ethanol Kamin kein Papier, das nach dem Auspacken direkt in einer Schublade verschwinden sollte.
Auf die richtige Norm achten
Bei aktuellen Geräten lohnt sich ein Blick auf die angewendete Sicherheitsnorm. Für manuell betriebene dekorative Alkohol-Feuerstellen im Haushaltsbereich ist DIN EN 16647-1 maßgeblich.
Sie enthält unter anderem Anforderungen an Konstruktion, Betriebssicherheit, Prüfverfahren und Benutzerinformationen. Eine normgerechte Konstruktion reduziert Risiken, ersetzt aber keinen vorsichtigen Umgang mit Brennstoff und offener Flamme.
Warum Lüften auch ohne Rauch wichtig ist
Ethanol Kamine benötigen keinen klassischen Rauchabzug. Trotzdem verschwinden die Verbrennungsprodukte nicht einfach.
Bei der Verbrennung wird Sauerstoff aus der Raumluft verbraucht. Gleichzeitig entstehen unter anderem Kohlendioxid und Wasserdampf. Je nach Gerät, Brennstoff, Verbrennungsbedingungen und Luftwechsel können zusätzlich weitere Stoffe in die Raumluft gelangen.
Deshalb gehört regelmäßiges Lüften zum Betrieb.
Besonders kritisch sind:
- kleine Räume,
- sehr gut abgedichtete Wohnungen,
- lange Brenndauer,
- mehrere Brenner gleichzeitig,
- unzureichende Frischluftzufuhr.
Wie groß ein Raum mindestens sein muss, lässt sich nicht mit einer einzigen Quadratmeterzahl beantworten. Hersteller geben für ihre Geräte häufig Mindestanforderungen an Raumgröße oder Raumvolumen an. Diese Angaben sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden.
Ein Ethanol Kamin sollte außerdem nicht als Ersatz für eine normale Raumheizung betrachtet werden. Zwar entsteht beim Verbrennen Wärme, gleichzeitig muss aber gelüftet werden. Als dauerhafte Heizlösung ist dieses Prinzip deshalb wenig sinnvoll.
Auch ein Kohlenmonoxid-Warnmelder kann als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme sinnvoll sein. Er ersetzt allerdings weder ausreichende Lüftung noch einen korrekten Betrieb.
Vor dem ersten Anzünden: Diese Punkte solltest du prüfen
Gerade in einer Mietwohnung lässt sich mit wenigen Prüfungen klären, ob das geplante Gerät überhaupt zum vorgesehenen Standort passt.
Mietrecht
- Mietvertrag auf Einschränkungen prüfen
- Hausordnung berücksichtigen
- bei baulichen Veränderungen Zustimmung einholen
- bei Unsicherheit lieber schriftlich nachfragen
Gerät
- seriöse Bedienungsanleitung vorhanden
- geeignete Sicherheitsnorm angegeben
- vorgesehener Brennstoff eindeutig genannt
- maximale Füllmenge bekannt
- Löschvorrichtung vorhanden
Standort
- Herstellerabstände einhaltbar
- keine Vorhänge oder Textilien im Flammenbereich
- stabiler und ebener Untergrund
- kein Durchgangsbereich, in dem das Gerät leicht angestoßen werden kann
- Wand und Boden für die jeweilige Ausführung geeignet
Raum
- Mindestgröße des Herstellers eingehalten
- ausreichende Lüftungsmöglichkeit vorhanden
- Fenster lassen sich vollständig öffnen
- Gerät nicht für einen ungeeigneten kleinen Raum vorgesehen
Brennstoff
- nur notwendige Mengen lagern
- Behälter dicht verschließen
- von Hitze und Zündquellen fernhalten
- nicht für Kinder zugänglich aufbewahren
Gerade die Kombination mehrerer ungünstiger Faktoren ist problematisch. Ein kleiner Raum, schlechte Lüftung, ein großer Brenner und brennbare Materialien direkt daneben sind beispielsweise wesentlich kritischer als ein einzelner Punkt für sich.
Entscheidend ist nicht nur, ob es erlaubt ist
Ein Ethanol Kamin kann auch in einer Mietwohnung möglich sein. Bei einem mobilen, frei stehenden Gerät ist die Situation meist unkomplizierter als bei einer fest eingebauten oder an der Wand montierten Lösung. Sobald die Wohnung dauerhaft verändert wird, solltest du den Vermieter einbeziehen.
Mindestens genauso wichtig ist jedoch der sichere Betrieb. Offene Flammen, leicht entzündlicher Brennstoff und Verbrennungsprodukte in der Raumluft machen einen Ethanol Kamin zu etwas anderem als eine rein elektrische Dekoration. Prüfe deshalb Mietvertrag, Herstelleranforderungen, Raumgröße, Lüftungsmöglichkeiten und Standort gemeinsam. Wenn diese Voraussetzungen nicht passen, ist auch ein formal zulässiges Gerät keine gute Wahl.



