Zuerst prüfen, wann und wie der Geruch entsteht
Nicht jeder wahrnehmbare Geruch hat dieselbe Ursache. Deshalb hilft es wenig, einfach verschiedene Reinigungsmittel auszuprobieren oder spontan einen anderen Brennstoff einzufüllen. Entscheidend ist zunächst der Zeitpunkt.
Geruchssituation |
Mögliche Ursache |
|---|---|
Direkt beim Öffnen der Flasche |
Eigengeruch oder Vergällungsmittel des Bioethanols |
Kurz nach dem Anzünden |
Brennstoffdämpfe, Rückstände oder noch kalte Verbrennung |
Während des gesamten Betriebs |
Ungeeigneter Brennstoff, Verschmutzung, schlechte Verbrennung oder unzureichender Luftaustausch |
Beim Erlöschen der Flamme |
Kurzzeitig unverbrannte Dämpfe und Verbrennungsrückstände |
Noch lange nach dem Betrieb |
Verschüttetes Ethanol, Brennstoffreste oder unzureichende Lüftung |
Erst seit einem Brennstoffwechsel |
Zusammensetzung des neuen Bioethanols |
Nach längerer Nutzung zunehmend |
Ablagerungen oder Verschmutzungen am Brenner |
Ein schwacher Geruch für kurze Zeit unmittelbar nach dem Entzünden oder Löschen kann konstruktions- und brennstoffabhängig vorkommen. Bleibt er dagegen während des Betriebs bestehen, solltest du nach der Ursache suchen.
Besonders aufmerksam solltest du bei einem verbrannten, beißenden oder ungewöhnlich chemischen Geruch werden. Gleiches gilt, wenn sich Ruß bildet, die Flamme plötzlich anders aussieht oder Bauteile außerhalb des eigentlichen Brennbereichs heiß werden. Dann sollte das Gerät ausgeschaltet beziehungsweise entsprechend der Bedienungsanleitung gelöscht und erst nach vollständigem Abkühlen kontrolliert werden.
Der Brennstoff ist eine der häufigsten Geruchsquellen
Bioethanol ist kein einheitliches Produkt. Unterschiedliche Hersteller verwenden verschiedene Alkoholkonzentrationen, Vergällungsmittel und weitere Bestandteile. Diese Zusammensetzung beeinflusst nicht nur den Geruch der Flüssigkeit selbst, sondern auch die Verbrennung.
Nur den vorgesehenen Brennstoff verwenden
Die erste Orientierung liefert immer die Bedienungsanleitung des Kamins. Einige Hersteller geben einen bestimmten Ethanolgehalt vor oder empfehlen ausdrücklich einen eigenen beziehungsweise geprüften Brennstoff.
Spiritus, Isopropanol, Brennpasten oder Alkoholprodukte für Reinigungszwecke sind keine beliebigen Alternativen. Sie können andere Zusatzstoffe, Wasseranteile oder Verbrennungseigenschaften besitzen und sind unter Umständen für den jeweiligen Brenner ungeeignet.
Auch ein hoher Alkoholanteil allein ist noch kein zuverlässiges Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist die gesamte Rezeptur.
Bei auffälligem Geruch lohnt sich deshalb folgende Prüfung:
- Ist der Brennstoff ausdrücklich für Ethanolfeuerstellen vorgesehen?
- Entspricht er den Angaben des Geräteherstellers?
- Hat sich der Geruch nach einem Marken- oder Produktwechsel verändert?
- Wurde die Flasche längere Zeit geöffnet gelagert?
- Ist die Flüssigkeit klar und frei von sichtbaren Verunreinigungen?
Ethanol kann Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen. Deshalb sollten angebrochene Gebinde gut verschlossen und entsprechend den Herstellerangaben gelagert werden.
Vorsicht mit Duftstoffen
Duftzusätze wirken zunächst wie eine einfache Lösung gegen einen störenden Alkoholgeruch. Sie können das Problem aber lediglich überdecken und zusätzliche Stoffe in die Raumluft bringen.
Gib deshalb keine ätherischen Öle, Duftöle oder andere Zusätze direkt in den Brenner, wenn der Hersteller dies nicht ausdrücklich zulässt. Das Brennverhalten kann sich dadurch verändern.
Wenn ein Kamin mit dem bisher verwendeten Bioethanol plötzlich stark riecht, sollte zunächst geklärt werden, warum sich das Verhalten verändert hat, anstatt den Geruch mit einem anderen Stoff zu kaschieren.
Brenner und Umgebung auf Rückstände kontrollieren
Auch ein geeigneter Brennstoff riecht unangenehm, wenn gleichzeitig etwas verbrennt, das dort nicht hingehört. Staub, Verpackungsreste, Reinigungsmittel oder kleine Fremdkörper können bereits ausreichen.
Vor allem nach längerer Nichtbenutzung solltest du deshalb den Brennbereich kontrollieren.
Mögliche Ursachen am Brenner
Achte unter anderem auf:
- Staub oder kleine Fremdkörper in der Brenneröffnung
- Rückstände von Reinigungsmitteln
- verschüttetes und nicht vollständig entferntes Bioethanol
- Verfärbungen oder Ablagerungen
- Fremdkörper unmittelbar oberhalb der Flamme
- beschädigte oder verformte Brennerteile
Bei neuen Geräten können gelegentlich auch Produktions- oder Bearbeitungsrückstände einen anfänglichen Geruch verursachen. Dieser sollte jedoch nicht dauerhaft bestehen bleiben.
Die Reinigung muss zum jeweiligen Brennersystem passen. Gerade automatische Ethanolkamine können Pumpen, Sensoren oder spezielle Brennkammern besitzen. Solche Systeme sollten nicht nach allgemeinen Internetanleitungen zerlegt werden.
Verschüttetes Bioethanol vollständig entfernen
Schon kleine Mengen neben dem Brenner können längere Zeit nach Alkohol riechen. Außerdem dürfen verschüttete Brennstoffe nicht einfach ignoriert werden.
Ist Ethanol ausgelaufen, gilt grundsätzlich:
- Keine Zündquelle verwenden.
- Verschütteten Brennstoff vollständig aufnehmen.
- Die betreffende Fläche entsprechend den Herstellerangaben reinigen.
- Den Raum gut lüften.
- Den Kamin erst wieder verwenden, wenn alles vollständig trocken ist.
Besonders wichtig ist das vor dem erneuten Anzünden. Ethanol kann leicht entzündliche Dämpfe bilden.
Ebenso wichtig: Einen heißen oder noch brennenden manuellen Brenner niemals nachfüllen. Erst löschen beziehungsweise vollständig ausbrennen lassen und die vom Hersteller verlangte Abkühlzeit einhalten. Nachfüllen in einen heißen Brenner gehört zu den gefährlichsten Bedienungsfehlern bei manuellen Ethanolf Feuerstellen.
Raumgröße und Lüftung beeinflussen die Wahrnehmung deutlich
Ein Ethanolkamin ohne Abgasanschluss gibt seine Verbrennungsprodukte direkt an die Raumluft ab. Bei idealisierter vollständiger Verbrennung entstehen hauptsächlich Kohlendioxid und Wasserdampf. Untersuchungen zeigen allerdings, dass abhängig von Brennstoff, Brenner und Betriebsbedingungen auch weitere Stoffe entstehen können.
Deshalb sollte ein Ethanolkamin nicht wie ein elektrischer Dekokamin behandelt werden, den man einfach unabhängig von Raumgröße und Lüftung betreibt.
Mindest-Raumvolumen des Herstellers beachten
Viele Hersteller definieren für ihre Brenner oder Geräte ein Mindest-Raumvolumen. Ein stärkerer Brenner benötigt entsprechend mehr Raum beziehungsweise Luftaustausch als eine sehr kleine Feuerstelle.
Eine pauschale Aussage wie „20 Quadratmeter reichen immer“ ist deshalb wenig hilfreich. Entscheidend sind unter anderem:
- Leistung und Größe des Brenners
- vom Hersteller gefordertes Raumvolumen
- Raumhöhe
- Anzahl gleichzeitig betriebener Brenner
- Lüftungsmöglichkeiten
- Dauer des Betriebs
Die Angaben in der Bedienungsanleitung haben hier Vorrang.
Lüften ist Teil des Betriebs
Besonders in modernen, gut abgedichteten Gebäuden findet nur wenig natürlicher Luftaustausch statt. Ein geschlossener Raum kann deshalb nach einiger Betriebszeit deutlich stickiger wirken.
Sinnvoll ist ein regelmäßiger Luftaustausch entsprechend den Herstellervorgaben. Wie häufig und intensiv gelüftet werden muss, hängt vom Gerät und vom Raum ab.
Ein unangenehmer Geruch sollte dabei nicht als praktische „Lüftungsanzeige“ verstanden werden. Auch Kohlendioxid selbst lässt sich nicht zuverlässig riechen. Dass kein störender Geruch vorhanden ist, beweist also nicht automatisch eine gute Raumluftqualität.
Wer während des Betriebs Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, ungewöhnliche Müdigkeit oder Reizungen bemerkt, sollte den Kamin löschen, den Raum verlassen beziehungsweise gut durchlüften und die Ursache klären, bevor das Gerät wieder verwendet wird.
Mit einer festen Reihenfolge lässt sich die Ursache besser eingrenzen
Wenn der Kamin bislang unauffällig war und plötzlich riecht, ist ein schrittweises Vorgehen sinnvoll.
1. Betrieb beenden und abkühlen lassen
Untersuchungen oder Reinigungsarbeiten niemals am heißen Brenner durchführen.
2. Brennstoff kontrollieren
Prüfe Produkt, Herstellerfreigabe und Lagerung. Hat der Geruch direkt nach einem Brennstoffwechsel begonnen, ist das ein deutlicher Hinweis.
3. Brennbereich ansehen
Staub, Fremdkörper, verschüttetes Ethanol und sichtbare Ablagerungen entfernen beziehungsweise entsprechend der Anleitung reinigen.
4. Installation kontrollieren
Befinden sich oberhalb oder direkt neben der Flamme Materialien, Dekorationen oder nachträglich eingebaute Teile, die sich stark erwärmen? Auch sie können Gerüche verursachen.
5. Raumgröße und Luftaustausch prüfen
Vergleiche die tatsächliche Aufstellung mit den Vorgaben des Herstellers.
6. Testbetrieb beobachten
Verwende geeigneten, frischen Brennstoff und achte auf Flammenbild, Geruch und mögliche Ablagerungen.
Bleibt ein ungewöhnlicher Geruch bestehen, obwohl Brennstoff, Brenner und Aufstellung passen, sollte das Gerät nicht einfach weiterbetrieben werden. Bei manuellen wie automatischen Systemen können technische Ursachen vorliegen, die vom Hersteller oder Fachbetrieb geprüft werden sollten.
Dasselbe gilt bei ungewöhnlichen Flammen, wiederkehrender Rußbildung, Undichtigkeiten, Fehlermeldungen oder sichtbaren Schäden.
Was bei einem riechenden Ethanolkamin wirklich zählt
Ein leichter Geruch unmittelbar beim Starten oder Löschen lässt sich bei manchen Brennstoffen und Brennern nicht vollständig ausschließen. Ein dauerhaft stechender oder verbrannter Geruch gehört dagegen nicht zum normalen Betrieb und sollte untersucht werden.
Am sinnvollsten ist die Reihenfolge Brennstoff, Verschmutzung, Brenner und anschließend Raum beziehungsweise Installation. Gerade beim Bioethanol solltest du dich an die konkrete Freigabe des Herstellers halten statt irgendeinen hochprozentigen Alkohol einzufüllen.
Und auch bei sauberer Verbrennung bleibt ausreichende Lüftung wichtig: Eine Ethanolf Feuerstelle besitzt keine klassische Abgasführung. Was bei der Verbrennung entsteht, bleibt zunächst im Raum und muss über den Luftaustausch abgeführt werden.





