Warum eine Steinfläche unter der Feuerschale trotzdem Schaden nehmen kann
Bei einer Feuerschale wird der Untergrund auf mehreren Wegen erwärmt. Heiße Glut und das Feuer erhitzen zunächst den Boden der Schale. Von dort gelangt Wärme durch Wärmestrahlung und über die Standfüße zur darunterliegenden Fläche.
Je niedriger die Schale steht, desto stärker kann sich ein kleiner Bereich der Terrasse erhitzen. Ein großes Feuer verschärft den Effekt zusätzlich. Es macht deshalb einen deutlichen Unterschied, ob zwischen Schalenboden und Terrasse nur wenige Zentimeter liegen oder ausreichend Luft zirkulieren kann.
Problematisch sind vor allem schnelle und starke Temperaturunterschiede. Während sich die Oberfläche unmittelbar unter der Schale stark erwärmt, bleiben umliegende Bereiche vergleichsweise kühl. Materialien dehnen sich bei Erwärmung aus. Geschieht das ungleichmäßig, entstehen Spannungen.
Bei Beton und bestimmten Natursteinen kommt ein weiterer Faktor hinzu: Feuchtigkeit in den Poren. Wird wasserhaltiges Material stark erhitzt, beginnt das enthaltene Wasser zu verdampfen. Wasserdampf benötigt wesentlich mehr Raum als flüssiges Wasser. Kann der entstehende Druck nicht ausreichend entweichen, können Risse oder Abplatzungen begünstigt werden.
Das Risiko steigt beispielsweise:
- nach längerem Regen,
- bei stark wassersaugenden Steinen,
- bei feuchten Betonplatten,
- bei bereits vorhandenen Rissen,
- bei sehr geringer Bodenfreiheit der Feuerschale,
- bei großen und lang anhaltenden Feuern.
Eine trockene Steinplatte ist deshalb günstiger als eine vollständig durchfeuchtete. Einen pauschalen Grenzwert, ab welchem Abstand oder welcher Temperatur jeder Belag sicher bleibt, gibt es jedoch nicht.
Beton, Naturstein oder Feinsteinzeug: Untergründe reagieren unterschiedlich
Der Begriff „Steinterrasse“ umfasst Materialien mit sehr verschiedenen Eigenschaften. Entsprechend unterschiedlich fällt ihre Empfindlichkeit gegenüber einer Feuerstelle aus.
Untergrund |
Mögliche Probleme bei starker Hitze |
Einordnung |
|---|---|---|
Betonplatten und Betonpflaster |
Risse, Verfärbungen, Abplatzungen |
Nicht brennbar, aber nicht automatisch für starke direkte Hitze ausgelegt |
Sandstein |
Feuchteaufnahme, Risse und Abplatzungen |
Je nach Gestein teilweise deutlich saugfähig |
Kalkstein |
thermische Belastung, Veränderungen der Oberfläche |
Direkte intensive Hitze besser vermeiden |
Granit |
vergleichsweise widerstandsfähig, dennoch thermische Spannungen möglich |
Keine Garantie gegen Schäden bei punktueller Extremhitze |
keramische Terrassenplatten bzw. Feinsteinzeug |
thermische Spannungen oder Risse, besonders bei ungünstigem Aufbau |
Materialqualität und Verlegung spielen eine große Rolle |
Pflasterklinker |
grundsätzlich hitzebeständig, dennoch abhängig von Produkt und Verlegung |
Herstellerangaben beachten |
Besonders bei Naturstein sollte man sich nicht allein auf die Gesteinsbezeichnung verlassen. Zwei als „Granit“ oder „Sandstein“ angebotene Produkte können sich hinsichtlich Porosität, Feuchteaufnahme und thermischem Verhalten deutlich unterscheiden.
Auch die Dicke der Platte und deren Verlegung spielen eine Rolle. Eine dünne großformatige Platte auf Stelzlagern verhält sich beispielsweise anders als massives Pflaster in einem Splittbett.
Bei hochwertigen Terrassenbelägen ist daher eine einfache Grundregel sinnvoll: Kann der Hersteller keine Freigabe für die Belastung durch eine Feuerstelle nennen, sollte direkte starke Wärmeeinwirkung möglichst vermieden werden.
Ein Hitzeschutz trennt Feuerstelle und Terrassenbelag
Der zuverlässigste Ansatz besteht darin, die Wärme nicht unmittelbar auf den vorhandenen Terrassenbelag wirken zu lassen.
Dafür kommen verschiedene Konstruktionen infrage.
Mehr Bodenfreiheit schaffen
Eine Feuerschale mit hohen stabilen Füßen belastet den Untergrund meist weniger stark als eine flache Schale, deren heißer Boden nur wenige Zentimeter über den Platten liegt.
Der zusätzliche Abstand ermöglicht außerdem eine bessere Luftzirkulation. Trotzdem ist eine große Bodenfreiheit allein kein vollständiger Hitzeschutz. Ein kräftiges Holzfeuer kann weiterhin erhebliche Wärmestrahlung nach unten abgeben.
Die vom Hersteller genannten Mindestabstände und Vorgaben haben daher Vorrang.
Feuerfeste Schutzplatte verwenden
Unter die Feuerstelle kann eine ausreichend große Schutzfläche gelegt werden. Wichtig ist dabei nicht nur, dass das Material selbst nicht brennt. Es sollte für hohe Temperaturen geeignet sein und die Hitze nicht einfach nahezu ungebremst an den Terrassenbelag weitergeben.
Geeignet sein können beispielsweise speziell für Feuerstellen angebotene Boden- oder Hitzeschutzplatten.
Eine einfache dünne Metallplatte ist dagegen nicht zwingend ausreichend. Metall kann Wärme sehr gut weiterleiten. Liegt die Platte direkt auf dem Terrassenbelag, kann dieser trotzdem stark erwärmt werden.
Günstiger ist eine Konstruktion, die zusätzlich Abstand oder eine dämmende beziehungsweise feuerfeste Zwischenschicht schafft.
Separaten Feuerbereich anlegen
Wer regelmäßig eine größere Feuerschale verwendet, kann einen dauerhaft dafür vorgesehenen Bereich schaffen. Denkbar sind beispielsweise mineralische Flächen aus geeigneten feuerfesten Materialien, Kies oder entsprechend ausgeführte Feuerstellen.
Das hat noch einen zweiten Vorteil: Herausfallende Glut landet nicht unmittelbar auf dem eigentlichen Terrassenbelag.
Eine improvisierte einzelne Terrassenplatte unter der Feuerschale ist dagegen keine besonders verlässliche Lösung. Wird diese Platte zu heiß und platzt, schützt sie den darunterliegenden Bereich nur begrenzt.
Feuergröße und Feuchtigkeit entscheiden mit über das Schadensrisiko
Selbst ein grundsätzlich geeigneter Standort kann problematisch werden, wenn die Feuerschale wesentlich stärker betrieben wird als vorgesehen.
Mehr Holz bedeutet nicht nur größere Flammen. Auch die Temperatur des Schalenbodens steigt, und die Wärmeeinwirkung hält länger an. Deshalb sollte die Schale nicht bis weit über den Rand hinaus mit Brennholz gefüllt werden.
Sinnvoll ist ein kontrolliertes Feuer mit der Holzmenge, für die das jeweilige Modell vorgesehen ist.
Besondere Vorsicht ist bei einem nassen Untergrund angebracht. Hat es zuvor längere Zeit geregnet, können Betonplatten und saugfähige Natursteine Feuchtigkeit aufgenommen haben. Eine anschließende starke lokale Erwärmung erzeugt ungünstige Bedingungen: Die Oberfläche wird schnell heiß, während sich im Inneren noch Wasser befindet.
Das bedeutet nicht, dass jede feuchte Platte zwangsläufig platzt. Das Risiko lässt sich bei unbekanntem Material jedoch kaum zuverlässig einschätzen.
Auch folgende Situationen sprechen dafür, den Standort noch einmal zu prüfen:
Bereits vorhandene Risse: Wärme kann bestehende Schwachstellen weiter belasten.
Lose oder hohl klingende Platten: Eine ungleichmäßige Auflage kann Spannungen begünstigen.
Versiegelte Oberflächen: Beschichtungen oder Versiegelungen können sich unter Hitze anders verhalten als das eigentliche Steinmaterial.
Neue Terrasse: In frisch verlegten Belägen und im Verlegeaufbau kann noch erhebliche Restfeuchte vorhanden sein.
Sehr dünne Platten: Großformatige dünne Terrassenplatten reagieren anders auf punktuelle Belastungen als massives Pflaster.
Wer nicht weiß, welcher Stein verbaut wurde, sollte die Fläche deshalb lieber schützen, anstatt ihre Temperaturbeständigkeit auszuprobieren. Ein Hitzeschaden ist eine ziemlich teure Methode, das Material der eigenen Terrasse kennenzulernen.
Vor dem Anzünden lohnt sich ein kurzer Standortcheck
Bei einer mobilen Feuerschale lässt sich das Risiko bereits durch die Standortwahl deutlich reduzieren.
Vor dem Feuer kannst du folgende Punkte prüfen:
-
Ist der Boden eben und tragfähig?
Die Feuerschale darf nicht kippen oder auf wackelnden Platten stehen. -
Ist der Untergrund trocken?
Nach starkem Regen ist bei saugfähigen Materialien Zurückhaltung sinnvoll. -
Gibt es ausreichend Bodenfreiheit?
Prüfe Konstruktion und Herstellerangaben der Feuerschale. -
Ist eine geeignete Schutzfläche vorhanden?
Besonders bei empfindlichen oder unbekannten Terrassenbelägen sollte die direkte Wärmeeinwirkung reduziert werden. -
Kann Glut auf angrenzende Materialien gelangen?
Nicht nur der Bereich direkt unter der Schale zählt. Funken und kleine Glutstücke können seitlich herausfallen. -
Sind brennbare Gegenstände weit genug entfernt?
Gartenmöbel, Holzverkleidungen, Pflanzen, Sonnenschirme und Fassadenbereiche müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Wichtig ist außerdem, zwischen „nicht brennbar“ und „hitzebeständig“ zu unterscheiden. Eine Betonplatte beginnt zwar nicht zu brennen, kann unter starker Hitze aber trotzdem geschädigt werden.
Dasselbe gilt für manche Natursteine und keramische Beläge. Eine Steinfläche ist deshalb grundsätzlich ein sinnvollerer Standort als Holz oder Kunststoff – sie macht zusätzliche Schutzmaßnahmen aber nicht automatisch unnötig.
Mit Abstand und Hitzeschutz bleibt die Terrasse besser geschützt
Eine Feuerschale kann durchaus auf einer gepflasterten oder mit Stein belegten Fläche stehen. Entscheidend ist, dass die starke punktuelle Hitze nicht unterschätzt wird. Besonders feuchte, poröse oder bereits vorgeschädigte Materialien können unter schneller Erwärmung leiden.
Ausreichende Bodenfreiheit, eine dafür geeignete Schutzfläche und eine kontrollierte Feuergröße reduzieren die thermische Belastung deutlich. Bei wertvollen Natursteinflächen oder unbekannten Terrassenplatten sollte man lieber konservativ planen und die Herstellerangaben des Belags sowie der Feuerschale berücksichtigen. Denn nicht jeder nicht brennbare Boden ist automatisch dafür gedacht, über Stunden direkt unter einem heißen Schalenboden zu liegen.





