Den Bereich um die Feuerstelle zuerst festlegen
Bevor es um einzelne Terrassenplatten oder Fugen geht, sollte klar sein, welche Art von Feuerstelle vorgesehen ist. Eine mobile Feuerschale stellt andere Anforderungen als eine fest gemauerte Feuerstelle oder ein schweres Modell mit Grillfunktion.
Wichtig sind vor allem die Abmessungen im tatsächlichen Betrieb. Zur Breite der Feuerstelle kommen der notwendige Abstand zu brennbaren Gegenständen sowie Bewegungsflächen hinzu. Eine Schale mit 80 Zentimetern Durchmesser benötigt deshalb nicht einfach nur eine Fläche von 80 × 80 Zentimetern.
Plane außerdem ein, dass Menschen Holz nachlegen, die Feuerstelle reinigen und sich zwischen Sitzplätzen bewegen müssen. Die heiße Zone sollte nicht gleichzeitig Hauptdurchgang zwischen Terrassentür und Garten sein.
Bei der Standortwahl helfen einige praktische Fragen:
- Stehen Hecken, Holzzäune oder Gartenhäuser unmittelbar daneben?
- Befinden sich Markisen, Sonnensegel, Äste oder andere Bauteile oberhalb des Feuers?
- Kann Funkenflug angrenzende brennbare Flächen erreichen?
- Woher kommt der Wind auf dem Grundstück meistens?
- Zieht Rauch voraussichtlich zum Haus oder zum Sitzbereich?
- Gibt es ausreichend Platz zum Nachlegen und Reinigen?
- Können Kinder oder Haustiere die Feuerstelle leicht im Vorbeilaufen erreichen?
Feste pauschale Abstände sind dabei wenig hilfreich. Die erforderlichen Distanzen hängen unter anderem von Bauart, Größe und Herstellerangaben der Feuerstelle sowie von ihrer Umgebung ab. Bei der Planung sollte deshalb bereits das konkrete Modell oder zumindest dessen Größenklasse feststehen.
Auch örtliche Regelungen können die Nutzung einschränken. Gemeinden, Grundstückssatzungen oder besondere Waldbrandregelungen können zusätzliche Vorgaben machen. Bei trockener Witterung, starkem Wind oder hoher Waldbrandgefahr kann selbst ein normalerweise geeigneter Standort zeitweise ungeeignet sein.
Welcher Terrassenbelag mit Feuer besser zurechtkommt
Direkte Hitze, herabfallende Glut und Funken stellen andere Anforderungen an einen Terrassenbelag als Sonne und Regen. Nicht brennbar bedeutet dabei nicht automatisch, dass eine Oberfläche völlig unempfindlich gegen hohe Temperaturen ist.
Für den unmittelbaren Feuerbereich sind mineralische Materialien meist einfacher zu planen als Holz- oder Verbundbeläge.
Belag |
Eignung rund um eine Feuerstelle |
Worauf besonders achten? |
|---|---|---|
Betonplatten und Betonpflaster |
meist gut geeignet |
Beschichtungen können empfindlicher gegen starke Hitze sein |
Naturstein |
je nach Gesteinsart gut geeignet |
Herstellerfreigabe, Verfärbungen und thermische Belastung berücksichtigen |
Feinsteinzeug und Keramik |
grundsätzlich interessant |
fachgerechte Verlegung und Eignung für den Außenbereich prüfen |
Kies oder Splitt |
gut für separate Feuerzonen |
stabilen und ebenen Stand der Feuerstelle sicherstellen |
Holzdielen |
kritisch |
brennbar, Herstellerhinweise der Feuerstelle beachten |
WPC |
kritisch |
kann sich durch hohe Temperaturen verformen oder beschädigt werden |
Kunststoffbeläge |
ungeeignet für direkte Wärmeeinwirkung |
Abstand zur Feuerstelle besonders sorgfältig planen |
Auch bei Beton oder Naturstein sollte die Feuerschale nicht gedankenlos direkt auf einer empfindlichen Oberfläche stehen. Eine sehr niedrige Schale kann erhebliche Wärme nach unten abstrahlen. Dadurch sind Verfärbungen oder Oberflächenschäden möglich.
Praktisch ist deshalb eine klar definierte Feuerzone. Statt beispielsweise eine komplette Holzterrasse mit einer zusätzlichen Platte unter der Feuerschale nachzurüsten, kann bereits bei der Gestaltung ein mineralischer Bereich vorgesehen werden. Pflaster, Steinplatten oder Kies können die Feuerstelle optisch vom restlichen Sitzbereich trennen und gleichzeitig den empfindlicheren Terrassenbelag auf Abstand halten.
Bei beschichteten Platten solltest du besonders vorsichtig sein. Die Trägerplatte kann zwar hitzebeständig sein, während eine Beschichtung auf der Oberfläche deutlich empfindlicher reagiert.
Auch die Tragfähigkeit gehört zur Belagwahl
Eine größere Feuerschale kann bereits einiges wiegen. Bei fest gemauerten Varianten kommen Steine, Beton, Einfassungen oder eventuell eine schwere Grillplatte hinzu.
Der Unterbau muss diese Last dauerhaft aufnehmen können. Das gilt besonders bei großen Plattenformaten, aufgeständerten Terrassen oder Konstruktionen auf vorhandenen Betonflächen. Eine dauerhaft installierte Feuerstelle sollte deshalb nicht erst nachträglich auf einen Aufbau gestellt werden, der ursprünglich nur für normalen Terrassenbetrieb vorgesehen war.
Entwässerung nicht unter der Feuerstelle enden lassen
Terrassen werden im Außenbereich normalerweise mit Gefälle angelegt, damit Niederschlagswasser ablaufen kann. Häufig werden mindestens etwa zwei Prozent vorgesehen. Zwei Prozent entsprechen ungefähr zwei Zentimetern Höhenunterschied auf einem Meter Strecke. Bei stark strukturierten Oberflächen kann ein größeres Gefälle sinnvoll sein.
Entscheidend ist nicht nur die Zahl, sondern die Richtung: Wasser sollte vom Gebäude weggeführt werden und einen funktionierenden Weg zur Versickerung oder Entwässerung haben.
Eine Feuerstelle verändert diese Planung möglicherweise. Besonders bei gemauerten Einfassungen entstehen schnell Bereiche, in denen Regenwasser nicht mehr frei ablaufen kann.
Problematisch sind beispielsweise:
- geschlossene Einfassungen ohne Ablaufmöglichkeit,
- Vertiefungen mitten in der Terrasse,
- Gefälle, das direkt auf eine gemauerte Feuerstelle zuläuft,
- undurchlässige Fugen über einem ebenfalls schlecht entwässernden Unterbau,
- nachträglich gesetzte Sockel, die den bisherigen Wasserweg blockieren.
Eine kleine Pfütze neben der Feuerschale ist dabei nicht nur lästig. Wiederkehrende Feuchtigkeit kann Verschmutzungen fördern und bei ungeeigneten Konstruktionen Frostschäden begünstigen.
Oberfläche und Unterbau müssen zusammenarbeiten
Es reicht nicht, nur die oberste Plattenreihe schräg zu verlegen. Wasser, das über Fugen in den Aufbau gelangt, muss ebenfalls weitergeleitet werden können.
Bei einer ungebundenen Verlegung können geeignete Schotter-, Splitt- und Bettungsschichten Wasser weiterführen. Bei gebundenen Konstruktionen kommen je nach Aufbau drainagefähige Mörtel oder entsprechende Entwässerungssysteme infrage.
Wird die Terrasse auf einer Betonplatte oder einer anderen abgedichteten Fläche gebaut, braucht auch diese Ebene ein geeignetes Gefälle und einen geregelten Ablauf. Andernfalls kann sich Wasser unter dem sichtbaren Terrassenbelag sammeln.
Bei großen oder komplexen Terrassen ist es deshalb sinnvoll, den Aufbau von unten nach oben zu betrachten:
- tragfähiger Untergrund,
- geeignete Tragschicht,
- funktionierende Wasserführung,
- passende Bettung,
- frostbeständiger Terrassenbelag,
- geeignete Fugen,
- darauf abgestimmte Feuerstelle.
Die Feuerstelle kommt in dieser Betrachtung also nicht einfach als letztes Möbelstück hinzu.
Sitzplätze, Wege und Feuerzone als eine Fläche denken
Eine Feuerstelle wird selten allein genutzt. Meist stehen Stühle, eine Bank oder Loungemöbel daneben. Vielleicht gibt es zusätzlich einen Esstisch, einen Grill oder einen Zugang zum Garten.
Genau deshalb sollte die Terrasse in Nutzungsbereiche gegliedert werden.
Ein sinnvoller Aufbau kann beispielsweise so aussehen:
Haus → Essbereich → freier Laufweg → Sitzbereich → Feuerzone → Garten
Das ist oft praktischer als eine Feuerstelle mitten zwischen Terrassentür und Gartenzugang.
Berücksichtige außerdem, dass Sitzmöbel bewegt werden. Ein Stuhl, der auf dem Plan 1,5 Meter von der Feuerstelle entfernt steht, kann im Alltag schnell 50 Zentimeter näher herangeschoben werden. Sicherheitsflächen sollten deshalb nicht auf den Zentimeter genau ausgereizt werden.
Auch die Windrichtung verdient mehr Aufmerksamkeit, als sie bei einer reinen Grundrissplanung bekommt. Ein optisch geschützter Platz direkt neben einer Hecke kann bei ungünstigem Wind Rauch oder Funken genau in Richtung Sitzgruppe lenken.
Bei größeren Terrassen kann eine etwas abgesetzte Feuerzone deshalb angenehmer funktionieren. Eine andere Pflasterung oder ein Kiesfeld macht deutlich, wo der Feuerbereich beginnt, ohne dafür eine bauliche Barriere zu benötigen.
Denke außerdem an die praktische Nutzung nach dem Feuer. Holz muss herangetragen werden, Asche später entfernt werden und für den Ernstfall sollten geeignete Löschmittel erreichbar sein. Ein enger Platz zwischen Sofa, Pflanzkübeln und Hauswand sieht auf einer Skizze vielleicht ordentlich aus, lässt dafür im Betrieb kaum Reserven.
Was bei einer dauerhaften Planung häufig vergessen wird
Eine gute Terrasse sollte auch funktionieren, wenn gerade kein Feuer brennt. Eine riesige freie Sicherheitsfläche, die an 350 Tagen im Jahr kaum nutzbar ist, kann auf einer kleinen Terrasse unpraktisch sein.
Mobile Feuerstellen bieten hier Vorteile. Eine Feuerschale lässt sich bei Nichtgebrauch entfernen, während die dafür vorgesehene mineralische Fläche beispielsweise als Stellplatz für einen Tisch oder Pflanzkübel dienen kann.
Bei einer festen Feuerstelle solltest du dagegen langfristiger denken:
- Kann sie gereinigt werden, ohne die halbe Terrasse auszuräumen?
- Wo landet Regenwasser innerhalb der Konstruktion?
- Lassen sich einzelne beschädigte Platten später austauschen?
- Sind Fugen und Anschlüsse erreichbar?
- Kann die Feuerstelle bei einer späteren Umgestaltung entfernt werden?
- Bleibt genügend Fläche, wenn größere Gartenmöbel angeschafft werden?
Gerade bei Neubauten lohnt sich auch die Frage, ob wirklich eine gemauerte Lösung notwendig ist. Eine sauber vorbereitete Feuerzone mit austauschbarer Feuerschale lässt sich später deutlich einfacher verändern.
Gute Planung beginnt unterhalb der Feuerschale
Eine Feuerstelle sollte nicht unabhängig von der Terrasse geplant werden. Material, Unterbau, Gefälle, Wasserführung und spätere Nutzung beeinflussen sich gegenseitig. Besonders sinnvoll ist es, den vorgesehenen Feuerbereich früh festzulegen und dort einen stabilen, nicht brennbaren sowie möglichst unempfindlichen Bodenaufbau vorzusehen.
Gleichzeitig braucht Regenwasser einen klaren Weg vom Gebäude weg, ohne an Einfassungen oder Sockeln hängen zu bleiben. Erst danach lohnt sich die genaue Planung von Sitzmöbeln und Wegen. Wer diese Punkte gemeinsam betrachtet, erhält eine Terrasse, auf der die Feuerstelle nicht nur räumlich hineinpasst, sondern auch im Alltag vernünftig genutzt werden kann.






