Sicherheitsbereich rund um Grill und Feuerstelle festlegen
Ein Grillplatz sollte nicht erst dann organisiert werden, wenn die Kohle bereits glüht. Sinnvoller ist es, vor dem Anzünden eine feste Zone rund um Grill, Feuerschale oder Lagerfeuer festzulegen.
Für Kinder wird beim Grillen häufig ein Sicherheitsabstand von etwa zwei bis drei Metern empfohlen. Dieser Bereich sollte nicht als Spielzone genutzt werden. Das gilt auch dann, wenn gerade niemand am Rost arbeitet.
Der Abstand schützt nicht nur vor direktem Kontakt mit Feuer. Weitere Risiken sind:
- Funkenflug,
- plötzlich aufflammendes Fett,
- heiße Grillgeräte und Metallteile,
- herunterfallende Glut,
- umgestoßene Grillzangen oder Schalen,
- hektische Bewegungen anderer Personen am Feuer.
Bei offenem Holzfeuer können Wind und Funkenflug zusätzlich eine Rolle spielen. Der Platz sollte deshalb möglichst windgeschützt liegen und ausreichend Abstand zu trockenem Gras, Gartenmöbeln, Sonnenschirmen, Holzstapeln und anderen brennbaren Dingen haben.
Praktisch funktioniert eine sichtbare Grenze oft besser als eine abstrakte Entfernungsangabe. Eine Reihe Pflastersteine, eine vorhandene Terrassenkante oder ein anderer eindeutig erkennbarer Bereich kann Kindern zeigen: Bis hierhin ist Platz für Zuschauer, dahinter arbeiten nur Erwachsene.
Wichtig ist außerdem, Laufwege nicht durch diese Zone zu führen. Wer Getränke, Teller oder Spielzeug holen möchte, sollte nicht jedes Mal am Grill vorbeimüssen.
Welche Aufgaben Kinder übernehmen können – und welche nicht
Kinder möchten beim Grillen häufig helfen. Das kann sinnvoll sein, solange Helfen nicht mit Arbeiten direkt am Feuer verwechselt wird.
Alter allein ist dabei kein zuverlässiger Maßstab. Motorik, Konzentration und Verständnis für Gefahren entwickeln sich unterschiedlich. Aufgaben sollten deshalb immer danach vergeben werden, was das jeweilige Kind sicher erledigen kann.
Aufgabe |
Für Kinder geeignet? |
Worauf achten? |
|---|---|---|
Tisch decken |
meist gut geeignet |
außerhalb der Feuerzone |
Gemüse waschen |
gut geeignet |
altersgerechte Küchenhelfer verwenden |
Kalte Zutaten bereitstellen |
gut geeignet |
keine schweren oder zerbrechlichen Behälter |
Brot oder Salat verteilen |
gut geeignet |
räumlich getrennt vom Grill |
Grillgut auf kalte Spieße stecken |
je nach Alter |
stumpfe oder geeignete Spieße verwenden |
Kohle oder Holz nachlegen |
nicht als Kinderaufgabe |
Hitze, Funken und Glut |
Grill anzünden |
nicht als Kinderaufgabe |
Feuer und Anzünder bleiben bei Erwachsenen |
Rost oder Feuerschale bewegen |
nicht geeignet |
Metall bleibt lange heiß |
Grillgut direkt über dem Feuer wenden |
besser durch Erwachsene |
Nähe zu Hitze, Fett und Flammen |
Eine einfache Regel hilft: Alles, was vor dem Erhitzen oder nach ausreichendem Abkühlen erledigt werden kann, lässt sich wesentlich leichter kindersicher organisieren.
Kinder können beispielsweise Gemüsestücke sortieren, Servietten verteilen oder Zutaten für ihre eigenen Spieße zusammenstellen. Ein Erwachsener übernimmt anschließend das eigentliche Grillen.
Problematisch wird es, wenn vermeintliche Beteiligung dazu führt, dass Kinder regelmäßig innerhalb des Sicherheitsbereichs stehen. Wer einem Kind alle zwei Minuten erlaubt, dicht an die Glut zu treten, kann kaum noch eine klare Grenze vermitteln.
Feuer erklären, ohne daraus ein Experiment zu machen
Kinder sollten verstehen, warum bestimmte Regeln gelten. Ein schlichtes Verbot kann zwar kurzfristig funktionieren, vermittelt aber wenig darüber, weshalb auch ein schwarzer Rost, eine unscheinbare Glutstelle oder ein Metallgriff gefährlich sein kann.
Du kannst beispielsweise erklären, dass Hitze nicht sichtbar sein muss und Metall Wärme lange speichern kann. Auch nach Erlöschen der Flammen ist eine Feuerstelle deshalb nicht automatisch ungefährlich.
Das bedeutet trotzdem nicht, dass Grillen der richtige Moment ist, um Kinder selbstständig Feuer entzünden oder verschiedene Brennstoffe ausprobieren zu lassen. Die gemeinsame Mahlzeit und Brandschutzerziehung sind zwei unterschiedliche Situationen.
Eine erwachsene Person braucht die Verantwortung für das Feuer
Bei mehreren Erwachsenen entsteht schnell ein überraschendes Problem: Jeder denkt, jemand anderes passe auf.
Deshalb sollte eine Person eindeutig für Grill oder Feuerstelle zuständig sein. Diese Verantwortung endet nicht, sobald das Essen auf dem Tisch steht.
Der zuständige Erwachsene behält unter anderem im Blick:
- Feuer und Glut,
- Kinder in der Umgebung,
- Wind und Funkenflug,
- heiße Grillgeräte,
- nachzulegendes Brennmaterial,
- das vollständige Löschen beziehungsweise Abkühlen nach dem Grillen.
Besonders ungünstig ist es, gleichzeitig Grillmeister, Gastgeber, Getränkeservice und Kinderbetreuung übernehmen zu wollen. Bei einer größeren Runde kann eine zweite erwachsene Person die Kinder im Blick behalten, während jemand anderes am Feuer arbeitet.
Auch jüngere Geschwister verändern die Situation. Ein achtjähriges Kind hält sich vielleicht zuverlässig an eine vereinbarte Grenze, ein zweijähriges Geschwisterkind dagegen noch nicht. Die Organisation sollte sich deshalb am Kind orientieren, das am meisten direkte Betreuung benötigt.
Ein Grill darf zudem nicht unbeaufsichtigt bleiben, nur weil keine sichtbaren Flammen mehr vorhanden sind. Glut und heiße Oberflächen bleiben erheblich länger gefährlich.
Anzünder, Kleidung und Löschmittel nicht vergessen
Viele schwere Grillunfälle entstehen nicht beim normalen Grillen, sondern während des Anzündens. Spiritus, Benzin und andere leicht entzündliche Flüssigkeiten gehören deshalb weder zum Entfachen noch zum Nachhelfen auf einen Grill.
Bei solchen Flüssigkeiten können schlagartig Flammen entstehen. Kinder sind wegen ihrer geringeren Körpergröße besonders gefährdet, weil Kopf und Oberkörper näher am Grill liegen.
Geeigneter sind dafür vorgesehene feste Grillanzünder oder andere sichere, für das jeweilige Grillgerät geeignete Methoden. Anzünder, Feuerzeuge und Streichhölzer sollten anschließend außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
Auch die Kleidung verdient etwas Aufmerksamkeit. Sehr weite Ärmel, flatternde Kleidungsstücke und empfindliche Kunstfasern sind in direkter Nähe zu Funken und Flammen ungünstig. Lange Haare sollten zusammengebunden werden.
Zusätzlich gehören geeignete Löschmittel griffbereit an den Grillplatz. Je nach Situation können beispielsweise ein Kübel mit Sand, ein geeigneter Feuerlöscher oder eine Löschdecke sinnvoll sein. Was geeignet ist, hängt auch von Grillart und möglichem Brand ab.
Brennendes Fett darf nicht mit Wasser gelöscht werden. Wasser kann das heiße Fett schlagartig verteilen und eine gefährliche Stichflamme verursachen.
Die Gefahr endet nicht mit dem letzten Grillgut
Ein häufiger Denkfehler besteht darin, nur die sichtbare Flamme als gefährlich einzustufen. Tatsächlich bleibt ein Grill noch lange nach dem Essen heiß.
Asche kann an der Oberfläche bereits kühl wirken, während darunter weiterhin Glut vorhanden ist. Deshalb sollten Kinder auch nach dem Grillen nicht am Gerät spielen, Asche untersuchen oder vermeintlich kalte Kohlereste anfassen.
Die Feuerstelle bleibt unter Aufsicht, bis keine gefährliche Hitze mehr vorhanden ist. Heiße Kohle oder Asche gehört außerdem nicht in Kartons, Kunststoffbehälter oder andere brennbare Gefäße.
Besonders problematisch ist das Vergraben heißer Kohle in Sand oder Erde. Dadurch verschwindet die Gefahr nur aus dem Blick. Menschen können später barfuß hineintreten oder Kinder beim Spielen damit in Kontakt kommen.
Auch ein Kohlegrill darf zum Abkühlen nicht in einen geschlossenen Raum gestellt werden. Selbst bei scheinbar erloschener Kohle kann Kohlenmonoxid entstehen. Grillgeräte mit Verbrennung gehören deshalb nicht in Wohnung, Garage, Gartenhaus oder andere geschlossene Bereiche, wenn dort noch Kohle oder Glut reagieren kann.
Gute Organisation macht gemeinsame Beteiligung möglich
Kinder müssen beim Grillen nicht nur am anderen Ende des Gartens sitzen. Entscheidend ist vielmehr, Beteiligung und Feuerbereich konsequent voneinander zu trennen.
Ein Abstand von etwa zwei bis drei Metern schafft eine nachvollziehbare Sicherheitszone. Tätigkeiten wie Tischdecken, Zutaten vorbereiten oder kalte Speisen verteilen geben Kindern trotzdem das Gefühl, Teil der gemeinsamen Vorbereitung zu sein. Feuer, Glut, Grillrost und Anzünder bleiben dagegen Aufgabe der Erwachsenen.
Besonders wichtig ist eine eindeutig zuständige Aufsichtsperson. Und wenn das Essen längst vorbei ist, gilt die Feuerstelle weiterhin als heiß, bis sie wirklich vollständig abgekühlt beziehungsweise sicher gelöscht ist. Genau diese Phase wird leicht unterschätzt.






