Zuerst klären, welche Bereiche der Ofen tatsächlich trennen soll
Ein Kaminofen als Raumteiler funktioniert am besten, wenn er eine bereits vorhandene Raumstruktur unterstützt. Er sollte also nicht einfach möglichst mittig stehen, sondern dort, wo zwei Nutzungsbereiche sinnvoll voneinander abgegrenzt werden können.
Ein häufiges Beispiel ist ein großer Wohn-Essbereich. Der Ofen kann zwischen Esstisch und Sofagruppe stehen, ohne dass eine geschlossene Wand benötigt wird. Ebenso denkbar ist eine Position zwischen Wohnbereich und offener Küche.
Für die Standortwahl sind drei Fragen hilfreich:
- Von welchen Sitzplätzen soll das Feuer sichtbar sein?
- Welche Wege werden täglich besonders häufig genutzt?
- Wo befinden sich Möbel, Türen, Fenster und andere brennbare oder wärmeempfindliche Elemente?
Gerade der letzte Punkt wird schnell unterschätzt. Ein Standort kann im leeren Grundriss großzügig wirken und nach dem Einrichten plötzlich problematisch werden. Ein Sofa, ein Esstisch mit Stühlen oder ein Sideboard beansprucht zusätzlich Bewegungsraum.
Praktisch ist deshalb, den Ofen nicht nur als Kreis oder Rechteck im Grundriss einzuzeichnen. Ergänze auch die benötigten Sicherheitsbereiche und die Fläche, die beim Öffnen der Feuerraumtür benötigt wird. Erst dann lässt sich beurteilen, wie viel Raum tatsächlich verbleibt.
Sichtachsen hängen von der Form und Verglasung des Ofens ab
Bei einem Raumteiler spielt die Sicht auf das Feuer eine größere Rolle als bei einer Aufstellung direkt vor einer Wand. Ein Ofen mit ausschließlich frontaler Scheibe kann zwar freistehend montiert werden, das Feuer ist jedoch hauptsächlich von einer Seite gut sichtbar.
Für mehrere Blickrichtungen kommen Modelle mit gebogener, seitlicher oder dreiseitiger Verglasung infrage. Welche Bauform sinnvoll ist, hängt vom Grundriss ab.
Ofenbauform |
Sinnvoll, wenn |
Bei der Planung beachten |
|---|---|---|
Frontscheibe |
das Feuer hauptsächlich von einem Bereich aus sichtbar sein soll |
Rückseite kann stärker einem Funktionsbereich zugeordnet werden |
Front- und Seitenscheibe |
zwei Bereiche schräg zueinander liegen |
Strahlungsbereich der zusätzlichen Scheibe berücksichtigen |
Dreiseitige Verglasung |
der Ofen weitgehend frei im Raum steht |
Möbelpositionen auf mehreren Seiten prüfen |
Runde oder stark gebogene Scheibe |
mehrere Blickwinkel gewünscht sind |
gerätespezifische Abstände rund um den Ofen kontrollieren |
Mehr Glas bedeutet dabei nicht automatisch, dass ein Modell besser als Raumteiler geeignet ist. Jede zusätzliche Scheibenfläche beeinflusst auch die Wärmeabgabe in den Raum.
Deshalb sollte der Blick nicht nur von der Sofaposition aus geprüft werden. Interessant sind ebenso die Perspektiven vom Esstisch, von der Küche und von den wichtigsten Zugängen zum Raum.
Ein einfacher Grundriss hilft dabei erstaunlich gut. Zeichne einige gedachte Sichtlinien von den wichtigsten Sitz- und Aufenthaltsplätzen zum Ofen. So wird schnell sichtbar, ob beispielsweise ein Pfeiler, ein Möbelstück oder die Ofenrückseite den Blick blockiert.
Verkehrswege brauchen mehr Platz als nur den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand
Ein häufiger Planungsfehler besteht darin, einen technisch zulässigen Abstand automatisch mit einem komfortablen Laufweg gleichzusetzen. Das sind zwei verschiedene Dinge.
Menschen sollen nicht bei jedem Gang zur Küche dicht an einer heißen Ofenscheibe vorbeilaufen. Besonders ungünstig sind schmale Durchgänge zwischen Ofen und Sofa, Esstisch oder Küchenzeile.
Bei der Planung solltest du deshalb zwischen drei Flächen unterscheiden:
- Sicherheitsbereich: Hier gelten die für das jeweilige Gerät und die vorhandenen Materialien vorgeschriebenen Abstände.
- Bedienbereich: Vor der Feuerraumtür wird Platz benötigt, um sie vollständig öffnen, Holz nachlegen und den Brennraum reinigen zu können.
- Verkehrsbereich: Hier bewegen sich Personen unabhängig davon, ob der Ofen gerade bedient wird.
Diese Bereiche können sich überschneiden, sollten aber nicht gegeneinander ausgespielt werden. Ein Durchgang kann brandschutztechnisch zulässig und im Alltag trotzdem unangenehm eng sein.
Besonders genau lohnt sich die Prüfung an Engstellen wie:
- zwischen Ofen und Esstisch,
- zwischen Ofen und Kücheninsel,
- auf dem Weg zu Terrassen- oder Balkontüren,
- zwischen Sofa und Ofen,
- auf Wegen zu Flur oder Treppe.
Auch bewegliche Möbel gehören in die Planung. Ein Esszimmerstuhl steht während der Nutzung deutlich weiter im Raum als unter dem Tisch. Ähnliches gilt für einen Sessel, der gelegentlich verschoben wird.
Bei Haushalten mit kleinen Kindern oder Haustieren können zusätzlich größere Bewegungsreserven sinnvoll sein. Die vorgeschriebenen Brandschutzabstände sind schließlich keine Komfortzone und auch keine Absperrung gegen versehentliche Berührung.
Wärmestrahlung und Sicherheitsabstände rundum betrachten
Ein freistehender Ofen kann Wärme in mehrere Richtungen abgeben. Besonders vor Sichtscheiben ist die Wärmestrahlung relevant. Deshalb darf ein Sofa oder anderes brennbares Mobiliar nicht allein deshalb dicht an einer Ofenseite stehen, weil dort keine massive Seitenwand vorhanden ist.
Wie groß die erforderlichen Abstände sind, ergibt sich in erster Linie aus den Unterlagen des konkreten Geräts. Dort werden beispielsweise Mindestabstände nach hinten, seitlich und im Bereich der Sichtscheiben angegeben. Diese Werte können sich zwischen verschiedenen Modellen deutlich unterscheiden.
Bei einem Raumteiler verdient das besondere Aufmerksamkeit: Eine seitliche Scheibe kann dazu führen, dass auf dieser Seite ein größerer Bereich freigehalten werden muss als bei einem vergleichbaren Ofen mit geschlossener Seitenwand.
Auch der Boden gehört zum Sicherheitskonzept
Steht der Kaminofen auf einem brennbaren Boden wie Holz, Laminat oder bestimmten Designbelägen, kann vor und neben der Feuerraumöffnung ein nichtbrennbarer Schutz erforderlich sein.
In den Feuerungsverordnungen finden sich dafür unter anderem Maße von 50 Zentimetern vor und 30 Zentimetern seitlich der Feuerungsöffnung. Diese Werte sollten jedoch nicht pauschal auf jeden Kaminofen übertragen werden. Herstellerunterlagen und die im jeweiligen Bundesland geltenden Anforderungen sind für die konkrete Ausführung zu prüfen.
Bei einem Raumteiler beeinflusst die Bodenplatte außerdem die Raumgestaltung stärker, weil sie häufig vollständig sichtbar ist. Ihre Größe sollte deshalb schon vor der endgültigen Positionierung des Ofens feststehen.
Das Rauchrohr nicht vergessen
Der Ofen selbst kann genügend Abstand zu Möbeln haben, während das darüberliegende Rauchrohr zu dicht an einer Holzwand, Holzdecke oder einem anderen brennbaren Bauteil verläuft.
Für das Verbindungsstück gelten eigene Anforderungen. Maßgeblich sind unter anderem Bauart, Rohrsystem und Herstellerangaben. Besonders bei einer freistehenden Aufstellung mit längerem sichtbarem Rauchrohr sollte dessen Verlauf deshalb von Anfang an Teil der Planung sein.
Improvisierte Rohrführungen, die erst nach der Standortentscheidung entstehen, können den ursprünglich attraktiven Platz schnell unbrauchbar machen.
Ofen, Schornstein und Raumluft gemeinsam planen
Der optisch bevorzugte Standort ist nicht automatisch der technisch sinnvollste. Der Kaminofen benötigt einen geeigneten Anschluss an eine Abgasanlage. Je weiter Ofen und Schornsteinanschluss voneinander entfernt liegen, desto genauer muss geprüft werden, ob die gewünschte Rauchrohrführung fachgerecht umgesetzt werden kann.
Bei einer Position mitten im Raum entstehen außerdem andere Lösungen als bei einer Wandaufstellung. Denkbar sind beispielsweise ein senkrechter Anschluss nach oben oder eine Verbindung zu einem geeigneten Schornstein in der Nähe. Welche Variante möglich ist, hängt vom Gebäude und vom gewählten Ofen ab.
Ebenso wichtig ist die Verbrennungsluft. Viele Kaminöfen beziehen zumindest einen Teil der benötigten Luft aus dem Raum beziehungsweise aus dem Luftverbund der Nutzungseinheit. In sehr dichten Gebäuden sowie in Räumen mit Abluft-Dunstabzug, Lüftungsanlage oder anderen luftabsaugenden Geräten muss geprüft werden, ob ein sicherer gemeinsamer Betrieb gewährleistet ist.
Die Planung sollte deshalb nicht erst nach dem Kauf mit dem zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger abgestimmt werden. Sinnvoller ist es, den gewünschten Standort, das Ofenmodell und die geplante Abgasführung vorher prüfen zu lassen.
So lässt sich vermeiden, dass ein bereits eingerichteter Wohnbereich später noch einmal umgebaut werden muss.
Gute Raumteiler entstehen auf dem Grundriss
Bei einem freistehenden Kaminofen bestimmen einige Zentimeter mehr oder weniger schnell darüber, ob eine Lösung im Alltag funktioniert. Der Ofen sollte Sichtverbindungen ermöglichen, ohne wichtige Laufwege zu blockieren. Gleichzeitig müssen Strahlungsbereiche, brennbare Materialien, Bodenschutz und Rauchrohr berücksichtigt werden.
Deshalb lohnt es sich, nicht mit einem beliebigen Ofenmodell zu beginnen, sondern zunächst den möglichen Standort sauber zu vermessen. Anschließend kann gezielt nach Geräten gesucht werden, deren Bauform, Verglasung und Sicherheitsabstände zu diesem Platz passen.
Eine überzeugende Lösung entsteht dann nicht dadurch, dass der Ofen exakt in der Raummitte steht. Entscheidend ist, dass Feuer, Möblierung, Bewegungsflächen und technische Anschlüsse zusammenpassen.






