Warum manche Kaminöfen bewusst ohne Aschekasten gebaut werden
Bei einem klassischen Kaminofen mit Feuerrost liegt das Brennmaterial auf einem gelochten oder geschlitzten Rost. Aschereste fallen nach unten in einen separaten Behälter. Dieser lässt sich herausziehen und entleeren.
Bei einer rostlosen Feuerung sieht der Aufbau anders aus. Der Feuerraumboden ist geschlossen und häufig mit Schamotte, Vermiculite, Feuerbeton oder einem anderen hitzebeständigen Material ausgekleidet. Holz und Glut liegen direkt darauf.
Das hat praktische Folgen:
- Feine Glut kann nicht durch einen Rost nach unten fallen.
- Ein Teil der Asche verbleibt zunächst im Feuerraum.
- Die Glut wird weniger stark von Luft gekühlt, die von unten durch einen Rost strömt.
- Die Verbrennungsluft wird entsprechend der Konstruktion beispielsweise seitlich, von hinten oder oberhalb des Brennstoffs zugeführt.
- Zum Entaschen werden Schaufel und Handfeger benötigt, statt lediglich eine Schublade herauszuziehen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Aschekasten und Feuerrost. Ein Ofen kann beispielsweise einen geschlossenen oder verschließbaren Rost besitzen und trotzdem einen Aschekasten haben. Umgekehrt gibt es Feuerstätten, bei denen sowohl Rost als auch Aschekasten vollständig fehlen.
Ob eine dieser Varianten besser ist, lässt sich nicht allgemein beantworten. Der Verbrennungsraum, die Luftführung und die vorgesehenen Brennstoffe werden als Gesamtsystem entwickelt und geprüft.
Scheitholz passt häufig gut zur rostlosen Verbrennung
Öfen ohne Aschekasten sind häufig in erster Linie für Scheitholz ausgelegt. Das hat einen einfachen Hintergrund: Bei der Holzverbrennung entsteht vergleichsweise wenig mineralischer Rückstand. Ein großer Teil des Brennstoffs wird gasförmig umgesetzt; übrig bleibt nur ein kleiner Anteil Asche.
Ein dünnes Aschebett ist deshalb bei vielen rostlosen Feuerstätten sogar erwünscht. Es isoliert die Glut gegenüber dem Brennraumboden und kann das Wiederanzünden beim nächsten Abbrand erleichtern.
Trockenes Holz bleibt trotzdem entscheidend
Die Bauweise ohne Rost kann feuchtes Brennholz nicht ausgleichen. Verwendet werden sollte ausschließlich der Brennstoff, den der Hersteller freigegeben hat. Bei Scheitholz liegt die zulässige beziehungsweise empfohlene Holzfeuchte bei vielen Geräten unter 20 Prozent.
Zu feuchtes Holz führt unter anderem dazu, dass zunächst viel Energie für das Verdampfen des enthaltenen Wassers benötigt wird. Die Brennraumtemperatur steigt langsamer, der Abbrand wird ungünstiger und Ablagerungen an Scheibe, Brennraum und Abgaswegen können zunehmen.
Für den Alltag bedeutet das:
Brennstoff |
Bei rostloser Feuerung |
|---|---|
Trockenes Scheitholz |
Bei vielen Geräten der vorgesehene Hauptbrennstoff |
Holzbriketts |
Nur verwenden, wenn vom Hersteller freigegeben |
Braunkohlebriketts |
Nicht allein aufgrund ihrer allgemeinen Zulässigkeit einsetzen |
Pellets |
Nur bei ausdrücklich dafür konstruierten Geräten |
Behandeltes Holz |
Nicht als Brennstoff verwenden |
Spanplatten, Möbelreste oder Abfälle |
Gehören nicht in den Kaminofen |
Gerade bei Holzbriketts lohnt sich ein Blick in die Anleitung. Einige Hersteller erlauben sie, andere beschränken ihre Geräte auf Scheitholz. Außerdem können Briketts während des Abbrands aufquellen oder auseinanderbrechen. Deshalb sind auch Brennstoffmenge und Stückgröße nach Herstellervorgabe wichtig.
Ohne Rost darf nicht automatisch jeder feste Brennstoff verbrannt werden
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, die erlaubten Brennstoffe allein aus der Bauform abzuleiten. Ein Kaminofen ist jedoch nicht deshalb für Kohle geeignet, weil sein Feuerraum groß genug erscheint – und auch ein vorhandener Rost bedeutet nicht automatisch, dass Braunkohlebriketts zulässig sind.
Maßgeblich sind die Brennstoffe, für die das jeweilige Gerät vorgesehen und geprüft ist.
Das ist bei einem Ofen ohne Aschekasten besonders wichtig. Holz verbrennt anders als viele mineralische Brennstoffe. Holz benötigt einen großen Teil seiner Verbrennungsluft im Bereich der entstehenden Holzgase. Bei Kohlebrennstoffen spielt die Luftzufuhr durch beziehungsweise unter dem Brennstoffbett dagegen eine andere Rolle.
Fehlt der dafür vorgesehene Rost oder die entsprechende Primärluftführung, lässt sich eine andere Brennstoffart nicht einfach durch Änderung der Luftregler nachbilden.
Auch die Tatsache, dass bestimmte Brennstoffe grundsätzlich in der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung genannt werden, reicht nicht aus. Die Feuerstätte selbst muss für den jeweiligen Brennstoff geeignet sein.
Deshalb gilt als einfache Reihenfolge:
- Typenschild und Bedienungsanleitung des Kaminofens prüfen.
- Freigegebene Brennstoffe feststellen.
- Angegebene Brennstoffmenge und Scheitlänge berücksichtigen.
- Luftregler entsprechend der Herstelleranleitung bedienen.
- Keine Brennstoffart durch eigene Versuche ergänzen.
Das schützt nicht nur den Ofen. Auch Emissionswerte und Verbrennungsverhalten hängen davon ab, dass eine Feuerstätte innerhalb der vorgesehenen Betriebsbedingungen genutzt wird.
Das Aschebett gehört bei vielen Geräten zum Betrieb dazu
Wer einen Ofen mit Ascheschublade gewohnt ist, neigt dazu, nach dem Abbrand möglichst alles sauber auszuräumen. Bei einer rostlosen Feuerung kann genau das unnötig sein.
Viele Hersteller sehen vor, dass ein flaches Aschebett im Feuerraum verbleibt. Wie hoch dieses sein darf oder soll, unterscheidet sich jedoch von Gerät zu Gerät. Deshalb sollte keine allgemeine Zentimeterangabe auf jeden Kaminofen übertragen werden.
Das Prinzip dahinter ist einfach: Die Ascheschicht bildet eine isolierende Unterlage für Brennholz und Glut. Wird der Brennraum jedes Mal bis auf den blanken Boden gereinigt, geht dieser Effekt verloren.
Wann Asche entfernt werden sollte
Spätestens wenn größere Mengen den vorgesehenen Brennraum verkleinern oder Öffnungen der Verbrennungsluft beeinträchtigen könnten, muss ein Teil der Asche herausgenommen werden.
Dabei gehst du vorsichtig vor:
- Feuer vollständig abbrennen lassen.
- Keine vermeintlich kalte Asche unmittelbar nach dem Heizen entsorgen.
- Größere unverbrannte Holzkohle- oder Glutstücke gegebenenfalls für den nächsten Abbrand im Feuerraum belassen, sofern die Bedienungsanleitung nichts anderes vorgibt.
- Überschüssige Asche mit einer geeigneten Metallschaufel entfernen.
- Luftöffnungen und vorgesehene Kanäle frei halten.
Besondere Vorsicht ist bei der Restglut nötig. Asche kann von außen längst kalt aussehen, während im Inneren noch sehr lange Glut vorhanden ist. Deshalb gehört sie zunächst in einen nicht brennbaren Behälter mit geeignetem Deckel und nicht direkt in einen Kunststoff-Mülleimer oder Müllsack.
Auch ein normaler Haushaltsstaubsauger ist für frische Ofenasche ungeeignet. Wird überhaupt abgesaugt, muss die Asche sicher erkaltet sein und ein dafür vorgesehenes Gerät verwendet werden.
Beim Anheizen und Nachlegen ändert sich weniger, als man denkt
Die fehlende Ascheschublade macht aus dem Ofen keine völlig andere Feuerstätte. Die Grundregeln einer sauberen Holzverbrennung bleiben bestehen: ausreichend trockenes Brennholz, die richtige Brennstoffmenge, eine funktionierende Abgasanlage und genügend Verbrennungsluft.
Interessant wird vor allem der Feuerraumboden.
Vor dem Anzünden sollte kein dicker Ascheberg zwischen Holz und Luftöffnungen liegen. Ein vorhandenes flaches Aschebett muss dagegen bei vielen Geräten nicht entfernt werden. Darauf werden Anzündholz und Scheite entsprechend der jeweiligen Herstellerempfehlung aufgebaut.
Auch beim Nachlegen gilt: Nicht jede verbleibende Asche muss vorher bewegt werden. Entscheidend ist ein ausreichend kräftiges Glutbett. Darauf kann die nächste vorgesehene Holzmenge gelegt werden.
Problematisch sind eher diese Bedienfehler:
Zu viel Brennstoff: Mehr Holz bedeutet nicht automatisch sinnvoll mehr Heizleistung. Die Feuerstätte kann thermisch überlastet werden.
Dauerhaft stark reduzierte Luftzufuhr: Holz sollte nicht über Stunden mit absichtlich erstickter Flamme vor sich hin schwelen.
Luftöffnungen mit Asche verdecken: Bei rostlosen Feuerstätten kann Verbrennungsluft durch Öffnungen im unteren oder hinteren Brennraumbereich eintreten. Diese müssen frei bleiben.
Den Feuerraumboden grob bearbeiten: Brennraumauskleidungen sind hitzebeständig, aber nicht unzerstörbar. Mit Schaufel oder Schürhaken sollte deshalb nicht auf Schamotte oder Vermiculite eingeschlagen werden.
Wer von einem Ofen mit Aschekasten auf eine rostlose Konstruktion wechselt, muss sich also weniger beim Feuermachen umstellen als beim Entaschen.
Entscheidend ist die Konstruktion des konkreten Ofens
Ein fehlender Aschekasten ist kein Hinweis darauf, dass bei einem Kaminofen etwas fehlt. Bei vielen Modellen gehört die Verbrennung direkt auf dem geschlossenen Feuerraumboden zum vorgesehenen Konzept. Für Nutzer bedeutet das vor allem: Ein flaches Aschebett darf häufig bestehen bleiben und überschüssige Asche wird direkt aus dem Brennraum genommen.
Bei der Brennstoffwahl gibt es dagegen keinen Spielraum nach Bauchgefühl. Scheitholz ist bei solchen Feuerstätten häufig vorgesehen, Holzbriketts teilweise ebenfalls. Andere Brennstoffe dürfen nur verwendet werden, wenn der Hersteller sie für das konkrete Modell freigibt. Bedienungsanleitung und Geräteschild sind deshalb wichtiger als die Frage, ob unter dem Feuerraum eine Ascheschublade steckt.





