Was der Pelletofen mit dem Unterdruck überhaupt überwacht
Ein Pelletofen verbrennt die Pellets nicht allein durch den natürlichen Schornsteinzug. Bei vielen Geräten unterstützt ein Rauchgas- oder Saugzuggebläse die Abgasführung. Dadurch entstehen im Brennraum definierte Druckverhältnisse.
Je nach Konstruktion kontrolliert der Ofen beispielsweise:
- den Unterdruck im Brennraum,
- den Differenzdruck zwischen bestimmten Messpunkten,
- die angesaugte Verbrennungsluftmenge,
- die Funktion des Rauchgasgebläses,
- den Zustand von Feuerraumtür oder Behälterdeckel.
Wird ein vorgegebener Wert nicht erreicht oder verlässt der Messwert einen zulässigen Bereich, schaltet die Steuerung das Gerät ab. Das soll unter anderem verhindern, dass bei einer blockierten Abgasführung Rauchgase unkontrolliert austreten.
Deshalb bedeutet „Unterdruckfehler“ nicht automatisch, dass zu viel Unterdruck vorhanden ist. Häufig erkennt das Gerät vielmehr, dass der benötigte Unterdruck zu gering ist oder nicht zuverlässig aufgebaut werden kann.
Auch die Bezeichnung der Meldung ist nicht einheitlich. Je nach Hersteller können beispielsweise Begriffe wie Unterdruckalarm, Druckfehler, Differenzdruckfehler oder ein herstellerspezifischer Fehlercode erscheinen.
Zuerst die Verbrennungsluft und den Brennraum kontrollieren
Die Fehlersuche beginnt sinnvollerweise dort, wo die Verbrennungsluft in den Pelletofen gelangt. Schon kleine Querschnittsverengungen können den Luftdurchsatz beeinflussen.
Bei einem Gerät mit externer Verbrennungsluftzufuhr solltest du den gesamten zugänglichen Ansaugweg betrachten. Außenliegende Gitter können beispielsweise durch Laub, Staub, Spinnweben oder andere Verschmutzungen teilweise zugesetzt sein. Auch Klappen oder Leitungen dürfen nicht versehentlich geschlossen oder stark eingeengt sein.
Anschließend folgt der Pelletofen selbst.
Brennerschale und Luftöffnungen
Die Brennerschale besitzt Öffnungen, durch die Verbrennungsluft an die Pellets gelangt. Asche und feste Verbrennungsreste können diese Löcher zunehmend verschließen.
Eine optisch nur leicht verschmutzte Brennerschale kann deshalb bereits einen deutlich schlechteren Luftdurchsatz verursachen.
Kontrolliere insbesondere:
- die Bohrungen der Brennerschale,
- den Bereich unterhalb der Brennerschale,
- zugängliche Luftkanäle,
- den Ascheraum,
- Bereiche, in denen sich Flugasche sammeln kann.
Die Brennerschale sollte nach der Reinigung außerdem korrekt in ihrer vorgesehenen Position sitzen. Ein schiefer oder nicht vollständig eingesetzter Brenntopf kann die Luftführung verändern.
Türen, Deckel und Aschekasten
Ein Pelletofen ist auf definierte Strömungswege angewiesen. Zieht das Gerät Luft an einer Stelle, an der sie konstruktiv nicht vorgesehen ist, können die überwachten Druckwerte ebenfalls aus dem zulässigen Bereich geraten.
Deshalb gehören auch Verschlüsse zur Kontrolle.
Zu prüfender Bereich |
Mögliche Auffälligkeit |
|---|---|
Feuerraumtür |
nicht vollständig verriegelt oder Dichtung beschädigt |
Aschekasten |
nicht korrekt eingesetzt oder nicht dicht geschlossen |
Reinigungsdeckel |
nach einer Wartung nicht richtig montiert |
Pellettankdeckel |
bei entsprechend überwachten Geräten nicht geschlossen |
Wartungsöffnungen |
Dichtung verrutscht, beschädigt oder fehlt |
Bei einer Türdichtung geht es dabei nicht nur darum, ob die Tür sichtbar geschlossen ist. Eine gealterte, verhärtete oder beschädigte Dichtung kann ihre Aufgabe zunehmend schlechter erfüllen.
Rauchgaswege: Verschmutzung ist eine häufige Ursache
Auf der anderen Seite des Verbrennungsprozesses müssen die Rauchgase möglichst ungehindert aus dem Ofen in Richtung Schornstein gelangen. Genau hier sammeln sich mit der Zeit jedoch Asche und Verbrennungsrückstände.
Problematisch ist, dass die Verschmutzung nicht unbedingt dort sitzt, wo sie bei der normalen Reinigung sichtbar wird.
Der relevante Weg beginnt im Brennraum und reicht bis zur Schornsteinmündung:
- interne Rauchgaszüge des Pelletofens,
- Wärmetauscher beziehungsweise Heizgaszüge,
- Rauchgassammler,
- Bereich des Rauchgasgebläses,
- Rauchrohr beziehungsweise Verbindungsstück,
- Anschluss an den Schornstein,
- Schornstein selbst.
Gerade interne Rauchgaszüge können erhebliche Mengen feiner Asche aufnehmen. Werden nur Brennerschale und sichtbarer Brennraum gereinigt, bedeutet das deshalb noch lange nicht, dass das Gerät insgesamt frei ist.
Auch das Rauchrohr verdient Aufmerksamkeit. Ablagerungen sammeln sich besonders leicht in längeren waagerechten oder nur leicht steigenden Abschnitten, Bögen und Bereichen mit Strömungsänderungen.
Eine typische Konstellation sieht so aus: Der Pelletofen funktioniert nach einer gründlichen Wartung zunächst problemlos. Über Wochen oder Monate nehmen die Ablagerungen zu. Das Rauchgasgebläse muss einen immer höheren Strömungswiderstand überwinden, bis die Drucküberwachung schließlich anspricht.
Tritt der Fehler zunehmend häufiger auf, ist eine fortschreitende Verschmutzung daher ein naheliegender Prüfpunkt.
Wenn der Luftweg frei ist: Druckmessung, Gebläse und Schornstein prüfen
Sind Brennraum, Luftzuführung und Rauchgaswege sauber, kommen technische Komponenten und die Schornsteinanlage stärker in den Fokus.
Druckschlauch und Messstelle
Bei Geräten mit Druckschalter oder Differenzdruckmessung wird der Druck über kleine Messleitungen beziehungsweise Schläuche übertragen.
Diese Leitungen können:
- zugesetzt sein,
- geknickt werden,
- undicht werden,
- sich von einem Anschluss lösen,
- durch Ablagerungen an der Messstelle beeinträchtigt werden.
Dann kann der eigentliche Strömungsweg durchaus funktionieren, während die Steuerung einen falschen oder unplausiblen Druckwert erhält.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der Druckwächter auf Verdacht verstellt oder überbrückt werden sollte. Er gehört zur Sicherheitsüberwachung des Geräts. Prüfungen an Sensorik, Druckschalter, elektrischen Anschlüssen oder Steuerung sind daher ein Fall für eine Fachkraft entsprechend der Herstellerunterlagen.
Rauchgasgebläse
Auch das Gebläse selbst kann die Ursache sein. Ablagerungen an Laufrad und Gehäuse beeinträchtigen unter Umständen seine Leistung. Zusätzlich sind mechanische oder elektrische Defekte möglich.
Hinweise können beispielsweise sein:
- ungewöhnliche Laufgeräusche,
- deutlich verändertes Gebläsegeräusch,
- Probleme unmittelbar nach dem Start,
- wiederkehrende Druckfehler trotz gereinigter Wege.
Ob das Gebläse tatsächlich die vorgesehene Leistung erreicht, lässt sich zuverlässiger über eine fachgerechte Prüfung als durch eine reine Sichtkontrolle beurteilen.
Der Schornstein gehört zur Fehlerkette
Der Pelletofen endet technisch nicht am Rauchrohranschluss. Auch der Schornstein beeinflusst die Druckverhältnisse.
Mögliche Probleme sind unter anderem Ablagerungen, eine ungünstige Dimensionierung oder andere Veränderungen der Abgasführung. Relevant ist dabei der vom Hersteller für das jeweilige Gerät vorgesehene Förderdruck.
Treten Probleme regelmäßig unter bestimmten Wetterbedingungen auf oder bestand das Verhalten bereits unmittelbar nach der Installation, sollte die Schornsteinanlage daher ebenfalls betrachtet werden. Hier ist der Schornsteinfeger beziehungsweise ein entsprechend qualifizierter Fachbetrieb der richtige Ansprechpartner.
Auch der Raum kann die Druckverhältnisse verändern
Manchmal liegt die Ursache weder im Pelletofen noch im Schornstein. Entscheidend ist dann der Raum, aus dem das Gerät seine Verbrennungsluft erhält beziehungsweise gegenüber dem seine Druckverhältnisse bestehen.
Besonders relevant sind Geräte, die Luft aus dem Aufstellraum beziehen. Aber auch bei Anlagen mit externer Verbrennungsluftzuführung kommt es auf die konkrete Zulassung, Ausführung und Dichtheit des Gesamtsystems an.
Abluftgeräte können im Gebäude einen Unterdruck erzeugen. Dazu gehören beispielsweise:
- Dunstabzugshauben,
- Abluftventilatoren,
- zentrale Lüftungsanlagen,
- andere technische Abluftsysteme.
Ein hilfreicher Hinweis ist das zeitliche Muster: Tritt die Störung auffällig häufig auf, sobald ein bestimmtes Abluftgerät läuft, sollte dieser Zusammenhang geprüft werden.
Das ist allerdings kein Grund, Sicherheitsmaßnahmen eigenständig außer Betrieb zu nehmen. Bei der Kombination einer Feuerstätte mit Lüftungs- oder Abluftanlagen gelten Anforderungen, die von Gebäude, Feuerstätte und Anlagenkonzept abhängen.
Eine sinnvolle Reihenfolge für die Fehlersuche
Statt wahllos einzelne Bauteile zu kontrollieren, hilft folgende Reihenfolge:
1. Fehlermeldung genau ablesen
Fehlercode und Beschreibung in der Bedienungsanleitung des konkreten Modells prüfen.
2. Verschlüsse kontrollieren
Feuerraumtür, Aschekasten, Pellettankdeckel und vorhandene Wartungsdeckel korrekt schließen.
3. Brennerschale reinigen
Bohrungen und darunterliegende Luftwege von Verbrennungsrückständen befreien.
4. Verbrennungsluftweg prüfen
Ansaugöffnung, Leitung, Gitter und vorhandene Klappen kontrollieren.
5. Rauchgaswege berücksichtigen
Interne Heizgaszüge und das Verbindungsstück zum Schornstein entsprechend den Wartungsvorgaben reinigen lassen beziehungsweise reinigen.
6. Äußere Einflüsse beobachten
Prüfen, ob der Fehler mit Dunstabzug, Lüftungsanlage oder bestimmten Betriebsbedingungen zusammenhängt.
7. Fachprüfung veranlassen
Bleibt die Meldung bestehen, sollten Druckmessung, Sensorik, Rauchgasgebläse und Schornstein fachlich geprüft werden.
Wichtig ist dabei die Grenze zwischen normaler Betreiberreinigung und technischen Wartungsarbeiten. Welche Bauteile selbst geöffnet und gereinigt werden dürfen, ergibt sich aus der Anleitung des jeweiligen Herstellers.
Erst die Ursache beseitigen, dann den Fehler zurücksetzen
Ein Unterdruckalarm ist vor allem ein Hinweis darauf, dass die für den Pelletofen vorgesehenen Luft- oder Druckverhältnisse nicht sicher erreicht werden. Häufig beginnt die Suche bei verschmutzten Brennerschalen, Rauchgaszügen und schlecht geschlossenen oder undichten Bauteilen. Ebenso gehören Verbrennungsluftleitung, Rauchrohr und Schornstein zur Betrachtung.
Bleibt der Fehler nach der vorgesehenen Reinigung bestehen, sollte nicht mit wiederholten Neustarts experimentiert werden. Drucksensor, Messschläuche, Gebläse und die tatsächlichen Druckverhältnisse lassen sich gezielt prüfen. Damit wird aus einer unspezifischen Fehlermeldung eine systematische Fehlersuche.






