Was kostet ein Pelletofen im Jahr an Strom?

Was kostet ein Pelletofen im Jahr an Strom?

Ein üblicher elektrisch geregelter Pelletofen verbrennt Holzpellets und benötigt zusätzlich Strom: für Förderschnecke, Steuerung, Abgasgebläse und je nach Modell weitere Ventilatoren. Beim Start kommt meist eine elektrische Zündung hinzu. Es gibt auch speziell dafür konstruierte stromlose Pelletöfen; die folgenden Rechnungen betreffen elektrische Geräte.

Die gute Nachricht: Der Strombedarf während des normalen Heizbetriebs ist bei vielen Geräten vergleichsweise gering. Trotzdem lässt sich keine seriöse Jahreszahl nennen, die für jeden Pelletofen passt. Entscheidend sind unter anderem das konkrete Modell, die tägliche Laufzeit, die Anzahl der Starts, zusätzliche Gebläse und der Standby-Verbrauch. Auch ein wasserführender Pelletofen muss anders betrachtet werden als ein einfacher luftgeführter Ofen.

Mit einigen technischen Daten und einer einfachen Rechnung lässt sich der eigene Jahresverbrauch jedoch ziemlich gut abschätzen.

Wie viel Strom verbraucht ein Pelletofen überhaupt?

Ein Pelletofen benötigt Strom für mehrere Bauteile. Dabei ist wichtig, zwischen kurzfristiger Leistungsaufnahme und dauerhaftem Verbrauch zu unterscheiden.

Zu den elektrischen Verbrauchern gehören je nach Gerät:

  • die Pellet-Förderschnecke
  • das Abgas- beziehungsweise Rauchgasgebläse
  • die elektronische Steuerung
  • das Raumluftgebläse
  • zusätzliche Warmluftgebläse bei kanalisierten Geräten
  • die automatische Zündung
  • Display, Sensoren und gegebenenfalls WLAN-Module
  • bei wasserführenden Anlagen zusätzliche Pumpen und Regelungskomponenten

Die elektrische Leistungsaufnahme unterscheidet sich deutlich nach Modell. ORANIER nennt für den Pio beispielsweise 15 Watt im Betrieb, Austroflamm für den Mo Duo 17 Watt bei Pellet-Nennleistung. Diese Datenblattwerte sind keine allgemeine Verbrauchsspanne: Zusätzliche Gebläse, Pumpen und andere Ausstattungen können den Bedarf erhöhen.

Beim Start kann die Leistungsaufnahme erheblich höher sein. ORANIER gibt für den Pio beispielsweise 350 Watt Startleistung an. Maßgeblich sind die Angaben des konkreten Geräts und die Dauer des Startvorgangs; eine kurze hohe Leistung bedeutet nicht automatisch hohe jährliche Stromkosten.

Ein Beispiel: Arbeitet eine 250-Watt-Zündung zehn Minuten, entspricht das rund 0,042 kWh Strom. Bei einem Strompreis von 0,40 Euro kostet dieser Start etwa 1,7 Cent.

Viele Starts können sich im Laufe einer Heizperiode summieren. Zum großen Kostentreiber wird die Zündung deshalb trotzdem normalerweise nicht.

Mit welchen Stromkosten musst du im Jahr rechnen?

Für eine realistische Abschätzung muss die elektrische Leistung mit der tatsächlichen Betriebszeit kombiniert werden.

Die Grundformel ist einfach:

Leistung in kW × Betriebsstunden × Strompreis = Stromkosten

Bei einem angenommenen Strompreis von 0,40 Euro pro kWh ergibt sich beispielsweise folgende grobe Orientierung:

Durchschnittliche Leistungsaufnahme

1.000 Betriebsstunden

1.500 Betriebsstunden

2.000 Betriebsstunden

10 Watt

4,00 €

6,00 €

8,00 €

20 Watt

8,00 €

12,00 €

16,00 €

30 Watt

12,00 €

18,00 €

24,00 €

50 Watt

20,00 €

30,00 €

40,00 €

Diese Rechnung betrachtet zunächst nur den laufenden Betrieb. Zündung und Bereitschaftsverbrauch kommen noch hinzu.

Angenommen, ein Pelletofen läuft während einer Heizperiode an 180 Tagen jeweils acht Stunden. Das sind 1.440 Betriebsstunden.

Bei durchschnittlich 30 Watt ergibt sich:

0,03 kW × 1.440 Stunden = 43,2 kWh

Bei 0,40 Euro pro kWh wären das:

43,2 kWh × 0,40 Euro = 17,28 Euro

Selbst wenn für Zündvorgänge und Bereitschaft noch einige Kilowattstunden hinzukommen, bewegen sich die reinen Stromkosten eines sparsamen luftgeführten Pelletofens häufig nur im niedrigen zweistelligen Eurobereich pro Jahr.

Bei Geräten mit höheren elektrischen Leistungen, langen Laufzeiten oder mehreren Ventilatoren können daraus allerdings auch 30, 50 Euro oder mehr werden.

Eine feste Aussage wie „Ein Pelletofen kostet 20 Euro Strom pro Jahr“ wäre deshalb zu pauschal.

Zündung, Standby und Gebläse: Wo der Verbrauch tatsächlich entsteht

Die Betriebsstunden allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Besonders bei häufigem Ein- und Ausschalten sowie bei Geräten mit zusätzlichen elektrischen Funktionen verändert sich die Rechnung.

Die automatische Zündung

Die Zündpatrone gehört kurzfristig zu den größten elektrischen Verbrauchern des Ofens. Entscheidend ist aber die Dauer.

Nehmen wir erneut eine Leistung von 250 Watt und zehn Minuten Zündzeit an:

  • ein Start: rund 0,042 kWh
  • 200 Starts: rund 8,3 kWh
  • 400 Starts: rund 16,7 kWh

Bei 0,40 Euro pro kWh wären das etwa 3,30 beziehungsweise 6,70 Euro.

Ein Ofen, der über längere Zeit gleichmäßig läuft, benötigt daher für die Zündung weniger Strom als ein Gerät, das ständig startet und wieder abschaltet.

Der Standby-Verbrauch

Auch außerhalb des Heizbetriebs kann Strom fließen. Steuerung, Display, Fernbedienungsfunktionen oder Netzwerkverbindungen können weiter aktiv bleiben.

Schon kleine Leistungswerte summieren sich über ein ganzes Jahr:

1 Watt Dauerverbrauch entspricht rund 8,8 kWh pro Jahr.

Bei 0,40 Euro pro kWh sind das ungefähr 3,50 Euro.

Bei 5 Watt wären es bereits rund 44 kWh beziehungsweise etwa 17,50 Euro.

Gerade deshalb lohnt sich ein Blick in die technischen Daten. Bei modernen Geräten kann der Bereitschaftsverbrauch sehr niedrig sein, ältere oder umfangreicher ausgestattete Steuerungen können jedoch mehr benötigen.

Raumluft- und Kanalisierungsgebläse

Bei vielen luftgeführten Pelletöfen verteilt ein Ventilator die erzeugte Wärme im Raum. Kanalisierbare Modelle können zusätzliche Gebläse besitzen, die warme Luft in weitere Räume transportieren.

Je stärker und länger diese Lüfter arbeiten, desto höher fällt die elektrische Leistungsaufnahme aus. Ein Modell ohne dauerhaft laufendes Raumluftgebläse kann deshalb beim Stromverbrauch anders abschneiden als ein Pelletofen mit mehreren Warmluftkanälen.

Warum wasserführende Pelletöfen anders gerechnet werden müssen

Bei einem wasserführenden Pelletofen reicht es nicht immer, nur auf die elektrische Leistungsaufnahme des eigentlichen Ofens zu schauen.

Das Gerät gibt einen erheblichen Teil seiner Wärme an das Heizungswasser ab. Dafür können Umwälzpumpen, Regelungen, Speichertechnik oder weitere Komponenten der Heizungsanlage benötigt werden.

Ein Teil dieser Technik gehört möglicherweise direkt zum Gerät, andere Verbraucher befinden sich außerhalb des Pelletofens. Deshalb sind zwei Angaben voneinander zu trennen:

  1. Stromverbrauch des Pelletofens selbst
  2. Stromverbrauch der dazugehörigen Heizungsanlage

Wer einen wasserführenden Pelletofen mit einem einfachen luftgeführten Einzelraumgerät vergleicht, sollte deshalb genau prüfen, welche Hilfsenergie in den technischen Unterlagen bereits berücksichtigt ist.

Gleiches gilt für besonders umfangreich ausgestattete Geräte mit mehreren Lüftern, automatischer Reinigung, WLAN-Anbindung oder aufwendiger Regelung.

Mehr Technik bedeutet nicht zwangsläufig einen hohen Verbrauch. Für eine belastbare Jahresrechnung müssen aber alle dauerhaft oder regelmäßig betriebenen elektrischen Komponenten berücksichtigt werden.

So berechnest du die Stromkosten für deinen eigenen Pelletofen

Am zuverlässigsten wird die Rechnung mit den technischen Daten des konkreten Modells.

Suche im Produktdatenblatt oder in der Bedienungsanleitung nach Angaben wie:

  • elektrische Leistungsaufnahme
  • Hilfsstromverbrauch bei Nennwärmeleistung
  • Hilfsstromverbrauch bei Mindestwärmeleistung
  • Leistungsaufnahme der Zündung
  • Standby- oder Bereitschaftsverbrauch

Anschließend kannst du mit deinen tatsächlichen Heizgewohnheiten rechnen.

Ein Beispiel:

Für dieses Rechenbeispiel nehmen wir 25 Watt mittlere Leistungsaufnahme über insgesamt 1.500 Stunden Heizbetrieb einschließlich Nachlauf an. Die anschließend separat gerechneten Startphasen sind in diesen Stunden noch nicht enthalten.

0,025 kW × 1.500 h = 37,5 kWh

Bei einem Arbeitspreis von 0,40 Euro:

37,5 kWh × 0,40 Euro = 15 Euro

Zusätzlich nehmen wir 300 Startphasen von jeweils zehn Minuten an. Für jeden Start setzen wir insgesamt 0,04 kWh einschließlich der dabei laufenden elektrischen Komponenten an:

300 × 0,04 kWh = 12 kWh

Das entspricht weiteren 4,80 Euro.

Bei einem Jahr mit 365 Tagen bleiben nach 1.500 Betriebsstunden und 50 Stunden Startphasen noch 7.210 Stunden Bereitschaft. Bei durchschnittlich 1 Watt entstehen dafür 7,21 kWh beziehungsweise rund 2,88 Euro. Standby darf nicht zusätzlich für Stunden gezählt werden, die bereits im Betriebs- oder Startverbrauch enthalten sind.

Der gesamte Beispielverbrauch beträgt damit 37,5 + 12 + 7,21 = 56,71 kWh. Bei 0,40 Euro pro kWh sind das rund 22,68 Euro im Jahr, gerundet etwa 23 Euro.

Auch der eigene Strompreis spielt eine Rolle: Bei 0,30 statt 0,40 Euro pro kWh kosten dieselben 56,71 kWh rund 17,01 Euro. Die Tarife sind Rechenannahmen und sollten durch deinen tatsächlichen Arbeitspreis ersetzt werden.

Was bei den jährlichen Stromkosten wirklich zählt

Der Stromverbrauch gehört bei einem Pelletofen zwar zu den laufenden Kosten, ist bei vielen modernen Einzelraumgeräten aber überschaubar. Häufig sprechen wir von einigen Dutzend Kilowattstunden im Jahr und damit von einem niedrigen zweistelligen Eurobetrag. Bei langen Betriebszeiten, mehreren Gebläsen oder wasserführender Technik kann der Verbrauch höher liegen.

Interessanter als eine pauschale Jahreszahl ist deshalb die elektrische Leistungsaufnahme des konkreten Modells. Zusammen mit Betriebsstunden, Starts, Standby-Verbrauch und dem eigenen Strompreis lässt sich daraus schnell eine brauchbare Kostenschätzung erstellen. Die Pelletkosten bleiben dabei ein separater und in der Regel wesentlich größerer Posten.

Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Funktioniert ein Pelletofen bei Stromausfall?

Ein üblicher Pelletofen benötigt Strom für Steuerung, Pelletzufuhr und Abgasführung. Bei einem Stromausfall kann er daher normalerweise nicht regulär weiterbetrieben werden. Das genaue Verhalten hängt vom jeweiligen Modell ab.

Braucht ein Pelletofen auch Strom, wenn er nicht heizt?

Ist das Gerät am Stromnetz angeschlossen, kann im Bereitschaftsbetrieb weiterhin Energie benötigt werden. Wie hoch dieser Verbrauch ist, steht häufig im Produktdatenblatt oder in den technischen Unterlagen.

Verbraucht die automatische Pelletzufuhr viel Strom?

Die Förderschnecke arbeitet normalerweise nicht dauerhaft unter voller Leistung, sondern wird bedarfsgerecht angesteuert. Ihr Anteil am gesamten Stromverbrauch bleibt deshalb bei vielen Geräten vergleichsweise gering.

Kann man den Stromverbrauch eines Pelletofens messen?

Ja. Bei Geräten mit normalem Netzstecker kann ein geeignetes Strommessgerät zwischen Steckdose und Ofen eingesetzt werden. Dabei müssen die technischen Vorgaben des Herstellers und die zulässige Belastbarkeit des Messgeräts beachtet werden.

Spart ein durchlaufender Pelletofen Strom gegenüber häufigem Neustarten?

Häufige Neustarts erhöhen den Strombedarf für die elektrische Zündung. Ob ein längerer Dauerbetrieb insgesamt sinnvoller ist, hängt jedoch auch vom Wärmebedarf, der Regelung und dem Pelletverbrauch ab. Nur wegen einiger Cent Zündstrom sollte ein Raum nicht unnötig beheizt werden.

Ist der Stromverbrauch bei jedem Pelletofen ähnlich?

Nein. Unterschiede entstehen unter anderem durch Bauart, Gebläse, Steuerung, Zündtechnik, Kanalisierung und zusätzliche Funktionen. Deshalb sind die technischen Verbrauchswerte des konkreten Modells aussagekräftiger als allgemeine Durchschnittswerte.

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