Welcher Kaminofen speichert Wärme am besten?

Welcher Kaminofen speichert Wärme am besten?

Wer einen Kaminofen nicht nur wegen des sichtbaren Feuers nutzt, sondern möglichst lange etwas von der erzeugten Wärme haben möchte, sollte beim Kauf genauer hinsehen. Denn zwischen einem leichten Stahlofen und einem schweren Modell mit zusätzlicher Speichermasse liegen deutliche Unterschiede. Während manche Öfen den Raum schnell erwärmen und nach dem Erlöschen des Feuers ebenso schnell abkühlen, geben andere noch mehrere Stunden Wärme ab.

Oft fällt dabei zuerst der Begriff Speckstein. Das Naturmaterial kann tatsächlich viel Wärme aufnehmen. Entscheidend ist jedoch nicht allein, ob irgendwo am Ofen Speckstein verbaut wurde. Die Menge des Materials, das Gesamtgewicht des Ofens und ein möglicher zusätzlicher Speicherblock spielen eine mindestens ebenso große Rolle. Wer möglichst lange Nachwärme möchte, sollte deshalb nicht nur die Verkleidung vergleichen, sondern die gesamte Konstruktion des Kaminofens betrachten.

Die beste Wärmespeicherung bieten Öfen mit großer Speichermasse

Grundsätzlich gilt: Je mehr geeignete Masse während des Abbrands erwärmt wird, desto mehr Energie kann zunächst aufgenommen und anschließend zeitversetzt an den Raum abgegeben werden.

Besonders interessant sind deshalb Kaminöfen mit integrierten Speichersteinen oder einem speziell konstruierten Speicherkern. Solche Elemente befinden sich häufig oberhalb oder seitlich des Brennraums, wo sie einen großen Teil der entstehenden Wärme aufnehmen können.

Bei einigen Kaminöfen kommen dafür zusätzliche Speichermassen von deutlich über 80 oder sogar über 100 Kilogramm zum Einsatz. Zusammen mit dem eigentlichen Ofenkorpus entstehen dadurch Geräte mit Gesamtgewichten von 200, 250 oder teilweise mehr als 300 Kilogramm.

Das verändert das Heizverhalten spürbar:

  1. Während des Feuers wird ein Teil der Energie direkt an den Raum abgegeben.
  2. Gleichzeitig erwärmen sich die Speichersteine.
  3. Nach dem Abbrand geben diese ihre gespeicherte Energie nach und nach wieder ab.
  4. Die Oberflächentemperatur sinkt dadurch langsamer als bei einem leichten Ofen ohne zusätzliche Speichermasse.

Je nach Konstruktion geben Hersteller bei solchen Systemen mehrere Stunden Nachwärme an. Bei besonders massiven Speicherlösungen werden teilweise Zeiträume von bis zu acht oder zwölf Stunden genannt. Diese Angaben sind jedoch keine feste Garantie für jeden Heizvorgang. Holzmenge, Abbranddauer, Raumtemperatur, Gebäudezustand und die tatsächlich aufgeladene Speichermasse beeinflussen das Ergebnis erheblich.

Für eine lange Wärmespeicherung ist deshalb ein schwerer Kaminofen mit konstruktiv eingeplanter Speichermasse meist die stärkste Variante unter den freistehenden Kaminöfen.

Speckstein, Keramik oder Speicherstein: Was hält die Wärme länger?

Bei Kaminöfen begegnen dir verschiedene Materialien, die Wärme aufnehmen können. Ihre Wirkung hängt allerdings stark davon ab, wie viel davon tatsächlich verbaut ist.

Ausführung

Wärmespeicherung

Heizverhalten

Kaminofen mit großem integriertem Speicherblock

sehr hoch

schnelle Wärme plus lange Nachwärme möglich

Massiver Specksteinofen

hoch

erwärmt sich etwas langsamer und gibt Wärme länger ab

Kaminofen mit Natursteinverkleidung

mittel bis hoch

abhängig von Stärke und Gewicht der Steinverkleidung

Kaminofen mit Keramikverkleidung

mittel

speichert einen Teil der Wärme und gibt sie verzögert ab

Schwerer Guss- oder Stahlofen ohne Zusatzspeicher

gering bis mittel

reagiert vergleichsweise schnell

Leichter Stahlofen

eher gering

schnelle Erwärmung, aber kürzere Nachwärme

Speckstein kann viel Wärme aufnehmen

Speckstein besitzt eine hohe Dichte und eignet sich deshalb gut als Speichermaterial. Ein massiver Specksteinmantel nimmt während des Betriebs Wärme auf und gibt sie nach dem Erlöschen des Feuers langsam wieder an die Umgebung ab.

Dabei ist allerdings die Materialmenge entscheidend.

Ein Ofen mit wenigen dünnen Specksteinplatten verhält sich nicht wie ein mehrere hundert Kilogramm schwerer Speicherofen. Die Bezeichnung „Specksteinofen“ sagt deshalb allein noch wenig darüber aus, wie lange ein bestimmtes Modell Wärme hält.

Interessanter als die reine Materialbezeichnung sind Angaben wie:

  • Gesamtgewicht des Kaminofens
  • Gewicht der Steinverkleidung
  • zusätzliche Speichermasse
  • Position des Speichers
  • vom Hersteller angegebene Wärmeabgabe nach dem Abbrand

Spezielle Speichersteine können noch gezielter eingesetzt werden

Viele Hersteller verwenden heute eigene mineralische Speichermaterialien. Sie werden nicht hauptsächlich aus optischen Gründen verbaut, sondern gezielt dort platziert, wo sie möglichst viel Energie aufnehmen können.

Ein großer Speicherblock oberhalb des Brennraums kann deshalb wirkungsvoller sein als eine dekorative Natursteinverkleidung mit vergleichsweise geringer Masse.

Genau deshalb sollte die Frage beim Kauf nicht nur lauten: „Ist der Ofen mit Speckstein verkleidet?“, sondern eher: Wie viel echte Speichermasse besitzt das Modell?

Warum ein schwerer Kaminofen nicht automatisch besser heizt

Gewicht ist ein guter Hinweis auf mögliche Wärmespeicherung, aber kein Qualitätsurteil für sich.

Ein leichter Kaminofen kann für bestimmte Räume sogar die sinnvollere Lösung sein. Stahl- und Gussöfen reagieren schnell. Schon kurze Zeit nach dem Anzünden steigt ihre Oberflächentemperatur, sodass der Raum zügig erwärmt wird.

Ein schwerer Speicherofen arbeitet träger. Ein Teil der Energie fließt zunächst in die Erwärmung seiner Masse. Dafür bleibt anschließend länger Wärme erhalten.

Welches Verhalten besser passt, hängt von der Nutzung ab.

Ein schnell reagierender Ofen ist praktisch, wenn du:

  • nur gelegentlich abends heizt,
  • einen ausgekühlten Raum schnell erwärmen möchtest,
  • den Kaminofen nur für wenige Stunden nutzt.

Ein Kaminofen mit viel Speichermasse ist interessanter, wenn du:

  • regelmäßig mehrere Stunden heizt,
  • starke Temperaturschwankungen vermeiden möchtest,
  • nach dem letzten Holzscheit noch länger Wärme im Raum haben willst,
  • eine gleichmäßigere Wärmeabgabe bevorzugst.

Auch die Heizleistung muss zum Raum passen. Ein schwerer Speicherofen mit hoher Nennwärmeleistung kann in einem kleinen oder sehr gut gedämmten Raum trotzdem ungünstig sein. Ein Wärmespeicher kann Energie zeitlich verteilen, aber eine grundsätzlich zu hohe Leistung nicht vollständig ausgleichen.

Feuerraumauskleidung und Wärmespeicher sind nicht dasselbe

Bei Produktbeschreibungen tauchen häufig Materialien wie Schamotte, Feuerbeton oder spezielle keramische Werkstoffe auf. Dabei lohnt sich eine klare Unterscheidung.

Die Feuerraumauskleidung sitzt direkt im Brennraum. Sie hält hohe Temperaturen aus und unterstützt geeignete Bedingungen für die Verbrennung. Natürlich nimmt auch sie Wärme auf.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass der Kaminofen dadurch über viele Stunden zum Speicherofen wird.

Für eine ausgeprägte Nachwärme braucht es wesentlich mehr Speichermasse außerhalb beziehungsweise rund um den eigentlichen Feuerraum.

Ein Kaminofen mit Schamotte im Brennraum und 120 Kilogramm Gesamtgewicht kann sich deshalb vollkommen anders verhalten als ein 280 Kilogramm schwerer Ofen mit zusätzlichem 100-Kilogramm-Speicher.

Achte deshalb darauf, welche Angabe der Hersteller tatsächlich macht. Begriffe wie „Feuerraumauskleidung“, „Natursteinverkleidung“ und „Wärmespeicher“ beschreiben unterschiedliche Bauteile.

Wenn maximale Nachwärme zählt, lohnt der Blick über den Kaminofen hinaus

Ein Kaminofen bleibt konstruktiv ein vergleichsweise schnell reagierendes Heizgerät. Zusätzliche Speichersteine können dieses Prinzip erheblich erweitern, an die Speichermasse eines klassischen Grund- oder Speicherofens reichen viele freistehende Modelle jedoch nicht heran.

Ein Grundofen besitzt eine wesentlich größere mineralische Masse. Beim Abbrand wird viel Energie in dieser Konstruktion gespeichert und anschließend über einen langen Zeitraum als Strahlungswärme abgegeben.

Das führt zu einem anderen Heizprinzip:

Kaminofen:
schnelle Wärmeabgabe während des Feuers, je nach Modell zusätzlich mehrere Stunden Nachwärme.

Kaminofen mit großem Wärmespeicher:
Kompromiss aus relativ schneller Erwärmung und deutlich verlängerter Wärmeabgabe.

Grund- oder Speicherofen:
stärkere Verzögerung, dafür besonders lange und gleichmäßige Wärmeabgabe über die große Ofenmasse.

Wer also tatsächlich die möglichst lange Wärmespeicherung sucht und nicht zwingend einen klassischen freistehenden Kaminofen möchte, sollte auch diese Ofenart in den Vergleich aufnehmen.

Woran du einen guten Wärmespeicher erkennst

Beim Vergleich verschiedener Kaminöfen sind fünf Angaben besonders hilfreich:

  • Speichermasse: Wie viele Kilogramm zusätzliches Speichermaterial sind verbaut?
  • Gesamtgewicht: Ein Ofen mit 280 Kilogramm besitzt grundsätzlich mehr thermische Masse als ein ähnlich gebautes Modell mit 120 Kilogramm.
  • Position des Speichers: Sitzt das Material nah am Brennraum und kann die Wärme effektiv aufnehmen?
  • Nachwärme: Macht der Hersteller konkrete Angaben zur Wärmeabgabe nach dem Abbrand?
  • Heizleistung: Passt die Leistung überhaupt zum Aufstellraum?

Vorsicht ist bei sehr allgemeinen Aussagen wie „wärmespeichernde Natursteinverkleidung“ angebracht. Das kann durchaus ein Vorteil sein, sagt aber noch nichts darüber aus, ob 30, 80 oder 150 Kilogramm Stein verbaut wurden.

Welche Lösung sich für lange Wärme wirklich eignet

Unter den klassischen freistehenden Kaminöfen schneiden Modelle mit großer, gezielt eingebauter Speichermasse bei der Nachwärme meist am besten ab. Ein massiver Specksteinmantel kann ebenfalls viel Energie aufnehmen, entscheidend bleibt jedoch die tatsächlich vorhandene Materialmenge.

Wer hauptsächlich schnelle Wärme möchte, braucht dagegen nicht zwingend einen besonders schweren Ofen. Soll nach dem letzten Abbrand noch über mehrere Stunden Wärme abgegeben werden, lohnt sich der Blick auf Modelle mit 80, 100 Kilogramm oder noch mehr zusätzlicher Speichermasse.

Für die längstmögliche Wärmeabgabe führt der Vergleich schließlich zu Grund- und Speicheröfen. Sie spielen aufgrund ihrer wesentlich größeren Masse jedoch konstruktiv in einer anderen Kategorie als der normale Kaminofen.

Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange bleibt ein Kaminofen mit Wärmespeicher warm?

Das hängt vom Modell, der Größe des Speichers und dem vorherigen Abbrand ab. Große Speicherelemente können nach dem Erlöschen des Feuers noch mehrere Stunden Wärme abgeben. Manche Hersteller nennen für bestimmte Systeme bis zu acht oder zwölf Stunden Speicherwärme. Für den Beginn dieses Zeitraums, die benötigte Holzmenge und die verbleibende Wärmeleistung gelten jedoch die jeweiligen Hersteller- und Prüfbedingungen; die Zeitangabe bedeutet nicht pauschal acht oder zwölf Stunden Nachwärme nach dem Erlöschen.

Ist Speckstein besser als Sandstein?

Speckstein eignet sich aufgrund seiner thermischen Eigenschaften sehr gut zur Wärmespeicherung. In der Praxis entscheidet jedoch nicht allein die Steinsorte. Ein großer, schwerer Steinmantel kann mehr Energie aufnehmen als eine dünne Verkleidung. Deshalb sollten konkrete Gewichts- und Speicherangaben verglichen werden.

Kann man einen Wärmespeicher am Kaminofen nachrüsten?

Bei einigen Kaminofenmodellen ist das möglich. Dafür muss der Hersteller entsprechende Speicherelemente vorgesehen und freigegeben haben. Beliebige Steine sollten nicht eigenständig in oder auf einen Kaminofen gelegt werden, da dies die Wärmeführung und Betriebssicherheit verändern kann.

Speichert Gusseisen Wärme besser als Stahl?

Gusseisen besitzt bei vergleichbarer Konstruktion häufig mehr Masse und reagiert etwas träger als dünnes Stahlblech. Für wirklich lange Nachwärme reicht der Unterschied allein jedoch meist nicht aus. Eine große mineralische Speichermasse hat deutlich stärkeren Einfluss auf das Speicherverhalten.

Ist ein Kaminofen mit Speicher für ein gut gedämmtes Haus sinnvoll?

Das kann sinnvoll sein, wenn die Leistung des Ofens zum geringen Wärmebedarf des Gebäudes passt. Die Speichermasse kann helfen, Wärme zeitlich gleichmäßiger abzugeben. Gerade in sehr gut gedämmten Häusern sollte eine zu hohe Ofenleistung jedoch vermieden werden.

Wird durch einen Wärmespeicher weniger Holz benötigt?

Ein Speicher erzeugt aus derselben Holzmenge keine zusätzliche Energie. Er verändert vor allem den Zeitpunkt der Wärmeabgabe. Statt einen großen Teil der Wärme direkt während des Abbrands in den Raum abzugeben, wird ein Teil zunächst gespeichert und später abgegeben. Wie effizient das Gesamtsystem arbeitet, hängt von der Ofenkonstruktion und dem Betrieb ab.

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