Warum Bioethanol bei der Lagerung besondere Aufmerksamkeit braucht
Bei Bioethanol für Feuerstellen handelt es sich meist um einen Brennstoff mit hohem Ethanolanteil. Produkte mit etwa 96 Prozent Ethanol fallen in der Regel in die Kategorie leicht entzündbarer Flüssigkeiten. Entsprechend findest du auf dem Gebinde unter anderem das Flammensymbol und Hinweise darauf, den Brennstoff von Hitze, Funken und offenen Flammen fernzuhalten.
Das Problem endet nicht mit dem Zuschrauben des Kanisters. Ethanol ist flüchtig. Ist ein Verschluss beschädigt oder ein Behälter nicht richtig geschlossen, können Dämpfe austreten. Deshalb gehören Vorräte nicht direkt neben Dinge wie:
- Ethanolkamin und andere offene Feuerstellen
- Heizgeräte und Heizkessel
- Gasthermen
- Kerzen
- Herd und Backofen
- elektrische Geräte, an denen Funken entstehen können
- stark erwärmte Flächen
- Bereiche mit intensiver Sonneneinstrahlung
Auch Rauchen hat am Lagerplatz nichts verloren.
„Bio“ im Produktnamen verändert diese Eigenschaften übrigens nicht. Der Begriff beschreibt vor allem die Herkunft des Alkohols aus nachwachsenden Rohstoffen. Brennbares Bioethanol bleibt Ethanol.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Temperatur. Ein kühler Lagerplatz ist sinnvoll, aber damit ist kein Haushaltskühlschrank gemeint. Gewöhnliche Kühlgeräte sind nicht für die Lagerung leicht entzündbarer Flüssigkeiten konstruiert. Bioethanol gehört daher nicht zwischen Lebensmittel und Getränke.
Welcher Behälter für Bioethanol geeignet ist
Am unkompliziertesten ist die Aufbewahrung im verschlossenen Originalgebinde des Herstellers. Der Kanister oder die Flasche wurde für das jeweilige Produkt ausgewählt und trägt bereits Kennzeichnung, Gefahrenhinweise und Produktinformationen.
Das hat einen praktischen Vorteil: Auch Monate später ist noch eindeutig erkennbar, was sich im Behälter befindet.
Umfüllen besser vermeiden
Bioethanol in eine alte Wasserflasche, Saftflasche oder einen neutralen Kanister zu füllen, ist keine gute Idee. Besonders Getränkeflaschen bergen ein offensichtliches Verwechslungsrisiko. Zudem ist nicht jeder Kunststoff dauerhaft für hochprozentigen Alkohol geeignet.
Falls ein Umfüllen tatsächlich erforderlich ist, muss der neue Behälter für Ethanol beziehungsweise leicht entzündbare Flüssigkeiten geeignet sein und sicher verschlossen werden können. Die erforderliche Kennzeichnung darf dabei nicht verloren gehen.
Für den normalen Haushalt gibt es dafür allerdings selten einen überzeugenden Grund. Das Originalgebinde ist meist die einfachere Lösung.
Behälter |
Einordnung |
|---|---|
Originalkanister für Bioethanol |
Für die Aufbewahrung in der Regel die sinnvollste Lösung |
Originalflasche mit intaktem Verschluss |
Geeignet, solange sie dicht und unbeschädigt ist |
Geprüfter Sicherheitsbehälter für entzündbare Flüssigkeiten |
Je nach Einsatzzweck möglich |
Unbeschrifteter Universalbehälter |
Nicht empfehlenswert |
Getränkeflasche oder Lebensmittelbehälter |
Nicht verwenden |
Offener Behälter |
Für die Lagerung ungeeignet |
Kontrolliere ältere Gebinde gelegentlich auf Risse, Verformungen und undichte Verschlüsse. Ein Kanister, der außen nach Ethanol riecht, obwohl nichts verschüttet wurde, verdient ebenfalls einen genaueren Blick.
Vom Abstellraum bis zur Garage: Welcher Lagerort passt?
Der passende Lagerort ist kühl, vor direkter Sonne geschützt, gut belüftbar und von Zündquellen getrennt. Gleichzeitig sollte der Brennstoff für Kinder und andere Personen, die ihn versehentlich verwenden könnten, nicht zugänglich sein.
Ein abschließbarer Schrank kann deshalb sinnvoll sein. Er sollte allerdings nicht direkt neben einer Feuerstelle oder Wärmequelle stehen.
Innerhalb der Wohnung
Küche, Wohnzimmer und Flur sind allein aus praktischen Gründen ungünstige Lagerplätze. Besonders problematisch sind Flure und Treppenbereiche, wenn sie als Fluchtweg dienen.
Auch der beliebte Platz direkt neben dem Ethanolkamin ist keine gute Idee. Dort ist der Brennstoff zwar schnell griffbereit, befindet sich aber gerade in dem Bereich, in dem mit Feuer und erhitzten Bauteilen gearbeitet wird.
Sinnvoller ist ein räumlich getrennter Platz mit möglichst geringer Vorratsmenge.
Keller
„Keller“ bedeutet nicht automatisch „sicher“.
Ein Kellerraum kann geeignet sein, wenn er baulich und hinsichtlich der Nutzung passt. Anders sieht es beispielsweise im Heizungsraum aus. Brennstoffvorräte in unmittelbarer Nähe eines Heizkessels, Brenners oder anderer möglicher Zündquellen sind zu vermeiden.
Auch schlecht belüftete kleine Kellerräume müssen kritisch betrachtet werden. Entweicht aus einem beschädigten Behälter Ethanol, können sich dort Dämpfe sammeln.
Bei Gemeinschaftskellern kommen weitere Fragen hinzu: Hausordnung, Mietvertrag und Vorgaben des Gebäudeeigentümers können die Aufbewahrung brennbarer Stoffe zusätzlich begrenzen.
Garage
Bei Garagen kursiert häufig die Zahl von 20 Litern. Hintergrund sind Vorschriften einzelner Garagenregelungen zur Aufbewahrung bestimmter Kraftstoffe in Kleingaragen. Daraus sollte jedoch nicht automatisch geschlossen werden, dass jeder beliebige 20-Liter-Vorrat Bioethanol in jeder Garage zulässig ist.
Garagenrecht ist in Deutschland landesrechtlich geregelt. Außerdem unterscheiden sich Stoff, Behälter und konkrete Nutzung des Raums.
Wer größere Mengen außerhalb der Wohnung lagern möchte, sollte deshalb die für sein Bundesland geltenden Vorgaben sowie gegebenenfalls Mietvertrag und Brandschutzbestimmungen des Gebäudes prüfen.
Wie viel Bioethanol darf zu Hause gelagert werden?
Für die Wohnung ist die entscheidende Orientierungsgröße klein: Mehr als fünf Liter leicht entzündlicher Flüssigkeit beziehungsweise Bioethanol sollten dort nicht aufbewahrt werden.
Das bedeutet nicht, dass fünf Liter automatisch an jedem beliebigen Platz innerhalb der Wohnung sinnvoll wären. Die Mengenbegrenzung ersetzt keine sichere Lagerung.
Praktisch lässt sich das so einordnen:
-
Nur den tatsächlichen Bedarf bevorraten.
Wer gelegentlich einen kleinen Ethanolkamin nutzt, braucht meist keinen Vorrat von mehreren Großkanistern. -
Die Gesamtmenge betrachten.
Mehrere Flaschen zählen zusammen. Drei Gebinde mit jeweils zwei Litern ergeben sechs Liter Vorrat. -
Größere Mengen nicht einfach in einen anderen Raum verschieben.
Keller oder Garage müssen für die konkrete Lagerung geeignet sein. -
Herstellerangaben beachten.
Das Sicherheitsdatenblatt des verwendeten Brennstoffs enthält unter anderem Angaben zu Lagerbedingungen, Unverträglichkeiten und Brandschutz. -
Örtliche und bauliche Regeln mitprüfen.
Besonders bei Mietobjekten, Gemeinschaftskellern und Garagen können zusätzliche Vorgaben bestehen.
Wer Bioethanol kartonweise kauft, sollte die Lagerfrage deshalb vor der Bestellung klären. Ein günstiger Mengenpreis bringt wenig, wenn anschließend mehrere Kanister an ungeeigneten Stellen verteilt werden müssen.
Kleine Routinen verhindern viele Lagerfehler
Sichere Aufbewahrung besteht nicht nur aus der Wahl eines guten Schrankes. Auch der Umgang mit angebrochenen Gebinden spielt eine Rolle.
Nach jedem Befüllen sollte der Verschluss des Kanisters sofort wieder geschlossen werden. Lass das Gebinde nicht neben dem Kamin stehen, während dieser brennt. Brennstoffreste gehören ebenfalls nicht dauerhaft in offene Brenner oder improvisierte Gefäße.
Falls Bioethanol verschüttet wird, darf der Kamin nicht angezündet werden. Die Flüssigkeit muss zunächst vollständig aufgenommen und der Bereich gründlich gelüftet werden. Auch unsichtbare Ethanoldämpfe können noch eine Gefahr darstellen.
Für den Alltag hilft eine kurze Kontrolle:
- Originalgebinde vorhanden und eindeutig beschriftet?
- Verschluss vollständig geschlossen?
- Kanister unbeschädigt?
- Abstand zu Feuer, Hitze und Funken vorhanden?
- Keine direkte Sonne?
- Standort für Kinder nicht erreichbar?
- Kein Flucht- oder Rettungsweg blockiert?
- Gesamtmenge bekannt?
- Sicherheits- und Herstellerhinweise noch verfügbar?
Gerade der letzte Punkt wird schnell vergessen. Wer einen einzelnen Kanister aus einem größeren Karton nimmt und Verpackung sowie Unterlagen entsorgt, hat später womöglich keine Produktinformationen mehr zur Hand. Deshalb lohnt es sich, Etikett und Sicherheitsinformationen aufzubewahren.
Weniger Vorrat macht die Sache einfacher
Bei Bioethanol ist eine kleine Reserve meist die vernünftigste Lösung. Innerhalb einer Wohnung sollte der Vorrat fünf Liter nicht überschreiten und trotzdem sorgfältig von Feuer, Wärme und möglichen Zündquellen getrennt werden. Das dicht verschlossene Originalgebinde bietet dafür normalerweise die beste Grundlage.
Bei größeren Mengen reicht es nicht, die Kanister einfach in Keller oder Garage zu stellen. Dann müssen der konkrete Raum, die dort vorhandenen Zündquellen sowie regionale und gebäudebezogene Vorschriften berücksichtigt werden. Wer nur die Menge kauft, die in absehbarer Zeit gebraucht wird, reduziert damit ganz nebenbei einige der schwierigsten Lagerfragen.





