Im Wohnraum besser nur einen kleinen Brennholzvorrat bereithalten
Brennholz trocknet am besten an einem luftigen, vor Niederschlag geschützten Ort. Ein beheiztes Wohnzimmer ist dagegen kein Ersatz für ein ordentlich angelegtes Holzlager. Das Holz sollte bereits ausreichend getrocknet sein, bevor es dauerhaft ins Gebäude gebracht wird.
Für den Bereich neben dem Kamin- oder Kachelofen reicht deshalb meist ein Tagesvorrat oder eine kleine Menge für die nächsten Abbrände. Wer beispielsweise abends zwei bis drei Holzauflagen benötigt, muss nicht gleich einen halben Raummeter Scheitholz im Wohnzimmer stapeln.
Eine sinnvolle Aufteilung kann so aussehen:
Lagerort |
Geeignet für |
|---|---|
Überdachter Holzunterstand |
langfristiger Brennholzvorrat und Trocknung |
Trockene Garage oder geeigneter Lagerraum |
bereits trockenes Holz, sofern ausreichend belüftet |
Wohnraum |
kleine Menge für die kurzfristige Nutzung |
Feuchter Keller |
für Brennholz eher ungeeignet |
Wie viel genau als Tagesvorrat sinnvoll ist, hängt vom Ofen, der Holzmenge je Abbrand und dem Heizverhalten ab. Eine allgemeingültige Kilogrammzahl gibt es dafür nicht.
Entscheidend ist vielmehr der Grundgedanke: Im Wohnbereich sollte nur so viel Holz stehen, wie tatsächlich in absehbarer Zeit benötigt wird.
Auch der Standort innerhalb des Raumes spielt eine Rolle. Ein Holzkorb oder Holzregal darf nicht einfach unmittelbar an die Feuerstätte gestellt werden. Brennholz ist brennbares Material. Deshalb müssen die für die jeweilige Feuerstätte vorgesehenen Sicherheitsabstände eingehalten werden. Maßgeblich sind insbesondere die Herstellerangaben und die konkrete Einbausituation.
Trockenes Brennholz gehört hinein – feuchtes Holz zunächst ins Lager
Bei Scheitholz werden zwei Werte häufig miteinander verwechselt: Wassergehalt und Holzfeuchte beziehungsweise Feuchtegehalt. Sie beziehen sich auf unterschiedliche Bezugsgrößen und sind daher zahlenmäßig nicht identisch.
Ein Wassergehalt von etwa 20 Prozent entspricht ungefähr einem Feuchtegehalt von 25 Prozent.
Für naturbelassenes Scheitholz gilt bei der Verbrennung in entsprechenden Feuerungsanlagen grundsätzlich ein Feuchtegehalt von weniger als 25 Prozent bezogen auf die Trockenmasse. Für einen sauberen Ofenbetrieb ist gut getrocknetes Holz ohnehin sinnvoll, denn überschüssiges Wasser muss während der Verbrennung zunächst erwärmt und verdampft werden.
Warum feuchtes Holz im Wohnzimmer ungünstig ist
Holz gibt Feuchtigkeit an seine Umgebung ab, wenn seine Holzfeuchte höher ist als das Gleichgewichtsniveau der Raumluft. Bei wenigen bereits trockenen Scheiten ist dieser Effekt im normalen Wohnraum meist überschaubar.
Anders sieht es bei größeren Mengen feuchten Brennholzes aus. Wird beispielsweise ein umfangreicher Stapel aus einem noch feuchten Außenlager in einen warmen Raum gebracht, kann dort entsprechend mehr Wasser aus dem Holz verdunsten.
Problematisch können insbesondere folgende Bedingungen werden:
- große Mengen noch feuchten Holzes,
- geringe Lüftung,
- ohnehin hohe Raumluftfeuchtigkeit,
- kühle Wandoberflächen,
- Holzstapel unmittelbar an Außenwänden,
- schlecht belüftete Keller- oder Nebenräume.
Die Feuchte gelangt dabei nicht geheimnisvoll aus dem Holz: Das darin enthaltene Wasser verdunstet mit zunehmender Erwärmung schlicht schneller.
Deshalb ist es keine gute Strategie, frischeres Brennholz im Wohnzimmer „fertig trocknen“ zu wollen. Trocknung und Vorratshaltung gehören an einen dafür geeigneten Platz.
Holzfeuchte richtig kontrollieren
Wer unsicher ist, kann ein Holzfeuchtemessgerät verwenden. Für eine brauchbare Messung sollte ein Scheit frisch gespalten und auf der neu entstandenen Innenfläche gemessen werden. Eine Messung nur außen am Scheit kann täuschen, weil die Oberfläche schneller trocknet als das Innere.
Noch wichtiger als eine einzelne Prozentzahl ist allerdings die Lagerhistorie: Holz, das gespalten, regengeschützt und mit ausreichender Luftzirkulation gelagert wurde, bietet deutlich bessere Voraussetzungen als Scheite, die lange dicht gestapelt oder ungeschützt gelegen haben.
Käfer im Brennholz sind möglich – aber nicht jeder befällt anschließend das Haus
Wer plötzlich einen Käfer neben dem Holzkorb entdeckt, denkt schnell an Holzwurm, beschädigte Möbel oder angegriffene Dachbalken. Diese Schlussfolgerung ist jedoch häufig zu weitgehend.
Brennholz ist ein Naturprodukt. Unter der Rinde und im Holz können sich Larven oder ausgewachsene Insekten befinden. Besonders Holz aus geschädigten Bäumen, länger im Wald gelagerte Stämme sowie Scheite mit Rinde können besiedelt sein.
Unter anderem können vorkommen:
- Bockkäfer,
- Prachtkäfer,
- verschiedene Nagekäfer,
- vereinzelt Holzwespen,
- andere Tiere, die Spalten und Rinde lediglich als Versteck nutzen.
Wird ein befallenes Scheit aus der Kälte in einen beheizten Raum gebracht, können sich darin befindliche Insekten schneller weiterentwickeln oder aktiv werden. Deshalb tauchen Käfer manchmal erst einige Zeit nach dem Hereinholen des Holzes auf.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Möbel, Holzböden oder Dachbalken gefährdet sind.
Viele Käferarten, die aus Brennholz schlüpfen, sind an frisches, berindetes oder bereits geschädigtes Holz angepasst. Trockenes verbautes Holz bietet ihnen nicht dieselben Bedingungen. Ein einzelner aus dem Scheitholz geschlüpfter Bockkäfer ist daher noch kein Hinweis auf einen Gebäudeschaden.
Aufmerksamer solltest du werden, wenn immer wieder kleine Käfer auftreten oder sich Hinweise auf Trockenholzinsekten zeigen.
Dazu gehören beispielsweise:
- frisches Bohrmehl,
- zahlreiche kleine Ausfluglöcher,
- wiederholt auftretende Käfer,
- verdächtige Fraßspuren,
- Befall an Möbeln oder verbautem Holz außerhalb des Brennholzstapels.
Dann sollte zunächst geklärt werden, ob die Tiere tatsächlich nur aus dem Brennholz stammen oder ob unabhängig davon ein Befall im Gebäude vorhanden ist.
Mit ein paar einfachen Gewohnheiten bleiben Feuchte und Tiere überschaubar
Für die Lagerung im Wohnbereich braucht es keine komplizierte Konstruktion. Entscheidend ist, welches Holz hereinkommt, wie viel davon gelagert wird und wie lange es dort bleibt.
Eine praktikable Routine sieht so aus:
-
Nur ausreichend trockenes Holz hereinholen.
Noch feuchte Scheite gehören weiterhin an einen geeigneten Trocknungsplatz. -
Nur eine kleine Menge bereitstellen.
Ein Vorrat für den Tag oder die nächsten Abbrände reicht meist aus. -
Scheite kurz ansehen.
Lose Rinde, auffälliges Bohrmehl, viele Löcher oder erkennbare Larvengänge sind Gründe, ein Scheit nicht wochenlang im Wohnraum aufzubewahren. -
Holzkorb regelmäßig leeren.
Rindenreste, Staub und kleine Holzteilchen sammeln sich am Boden und sollten entfernt werden. -
Sicherheitsabstand zur Feuerstätte einhalten.
Der bequemste Platz ist nicht automatisch der zulässige Platz. -
Raumklima beobachten.
Steigt die relative Luftfeuchtigkeit nach dem Einlagern größerer Holzmengen auffällig, sollte die Holzmenge reduziert und die Ursache geprüft werden.
Ein Hygrometer kann dabei hilfreich sein. Ein ungewöhnlicher Feuchteanstieg hat jedoch nicht zwangsläufig mit dem Brennholz zu tun. Kochen, Duschen, Wäschetrocknen, wenig Lüftung und niedrige Oberflächentemperaturen beeinflussen die Raumfeuchte ebenfalls.
Deshalb lohnt sich ein Vergleich: Verändert sich das Raumklima deutlich, nachdem größere Mengen Holz hereingebracht wurden, ist der Zusammenhang plausibler als bei einem einzelnen Korb trockener Scheite.
Keller, Wohnzimmer oder Holzunterstand: Der Zweck entscheidet
Nicht jeder trockene Innenraum ist automatisch ein schlechter Lagerplatz. Es kommt darauf an, ob Holz dort kurzfristig bereitgestellt oder langfristig bevorratet werden soll.
Ein trockener, gut belüfteter Lagerraum kann für bereits fertiges Brennholz durchaus geeignet sein. Ein feuchter Keller ist dagegen ungünstig. Dort kann trockenes Holz erneut Feuchtigkeit aufnehmen, während gleichzeitig Bedingungen entstehen können, unter denen sich Schimmel oder holzzerstörende Organismen leichter entwickeln.
Auch ein komplett geschlossener Stapel ist wenig sinnvoll. Luft sollte zwischen und um die Scheite zirkulieren können.
Besonders kritisch ist diese Kombination:
feuchtes Holz + großer Stapel + kühler Raum + wenig Luftbewegung
Deutlich unproblematischer ist dagegen:
trockenes Holz + kleine Menge + trockener Raum + zeitnaher Verbrauch
Der Wohnraum übernimmt damit nicht die eigentliche Lagerung des Brennstoffs. Er dient lediglich als letzte Station zwischen Holzlager und Feuerstätte.
Kleine Menge drinnen, großer Vorrat draußen
Brennholz muss nicht grundsätzlich aus Wohnräumen verbannt werden. Ein überschaubarer Vorrat trockener Scheite neben der Feuerstätte ist praktisch und normalerweise gut handhabbar. Weniger sinnvoll ist es, größere Mengen oder noch feuchtes Holz über längere Zeit im beheizten Raum aufzubewahren.
Dadurch lässt sich gleichzeitig das Risiko eingeschleppter Insekten reduzieren und unnötiger Feuchteeintrag vermeiden. Auffälliges Bohrmehl oder wiederholt auftretende Käfer verdienen zwar Aufmerksamkeit, ein einzelnes Insekt aus einem Holzscheit bedeutet aber noch keinen Gebäudebefall. Am zuverlässigsten bleibt eine klare Trennung: trocknen und bevorraten an einem geeigneten Lagerplatz, im Wohnraum nur kurzfristig bereitstellen.





