Woran lässt sich Schimmel auf Brennholz erkennen?
Schimmel kann sehr unterschiedlich aussehen. Häufig zeigen sich helle, graue, grünliche oder dunkle Beläge auf Rinde und Holzoberfläche. Manchmal entsteht ein feiner, fast staubiger Film, manchmal wirken einzelne Stellen pelzig oder flockig.
Die Farbe allein reicht jedoch nicht aus, um einen Befall sicher zu bestimmen oder daraus dessen Gefährlichkeit abzuleiten. Unterschiedliche Pilze können ähnlich aussehen. Gleichzeitig sind nicht sämtliche Verfärbungen auf Holz automatisch Schimmel.
Hinweise auf einen möglichen Befall sind beispielsweise:
- weißliche, grünliche, graue oder schwarze oberflächliche Beläge
- ein pelziger oder pudriger Belag
- muffiger oder modriger Geruch
- feuchte Stellen zwischen eng aneinanderliegenden Scheiten
- stärkerer Befall auf der wetterabgewandten Seite eines Stapels
- Beläge an Stirnflächen oder unter der Rinde
Bläuliche, graue oder dunkle Verfärbungen können dagegen auch durch holzverfärbende Pilze entstanden sein. Ebenso verändert verwittertes Holz mit der Zeit seine Farbe. Solange das Holz fest ist, trocken lagert und keine auffälligen Beläge oder Gerüche zeigt, ist eine dunklere Oberfläche daher noch kein eindeutiger Beleg für aktiven Schimmel.
Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft die Substanz des Holzes. Schimmelpilze wachsen häufig zunächst an der Oberfläche. Holzzerstörende Pilze können dagegen das Material selbst abbauen. Wird ein Scheit ungewöhnlich weich, bröselig oder lässt sich bereits mit wenig Kraft auseinanderbrechen, sollte nicht nur von einem kosmetischen Oberflächenproblem ausgegangen werden.
Warum Brennholz überhaupt zu schimmeln beginnt
Schimmelsporen kommen natürlicherweise in der Umgebung vor. Entscheidend dafür, ob daraus sichtbares Wachstum entsteht, ist vor allem Feuchtigkeit.
Frisch geschlagenes Holz enthält zunächst viel Wasser. Beim Trocknen muss diese Feuchtigkeit aus dem Inneren des Scheits nach außen gelangen und anschließend durch Luftbewegung abgeführt werden. Genau hier entstehen viele Probleme.
Ein Stapel kann beispielsweise oben gegen Regen geschützt sein und trotzdem schlecht trocknen, wenn er seitlich vollständig mit einer Plane eingepackt wurde. Die Feuchtigkeit bleibt dann zwischen den Scheiten hängen.
Besonders ungünstig sind:
Lagerbedingungen |
Mögliche Folge |
|---|---|
Holz liegt direkt auf Erde oder Rasen |
Feuchtigkeit gelangt von unten an die Scheite |
Stapel ist rundum mit Folie verschlossen |
Wasserdampf kann schlecht entweichen |
Scheite liegen sehr dicht an einer Wand |
kaum Luftbewegung auf der Rückseite |
frisches Holz wird sofort in einen Keller gebracht |
hohe Holzfeuchte trifft auf geringen Luftaustausch |
Regen gelangt dauerhaft an die Stirnseiten |
bereits getrocknetes Holz nimmt wieder Wasser auf |
große Rundstücke bleiben ungespalten |
Trocknung dauert wesentlich länger |
Für die natürliche Trocknung eignet sich daher ein luftiger, gegen Niederschlag geschützter Platz im Freien. Zwischen Holz und Untergrund sollte Abstand bestehen, beispielsweise durch Paletten oder Kanthölzer. Auch zur Hauswand ist etwas Abstand sinnvoll.
Eine Plane gehört im Normalfall höchstens auf die Oberseite des Stapels. Seitlich sollte Luft an das Holz gelangen können.
Schimmel ist deshalb häufig weniger das eigentliche Problem als ein sichtbarer Hinweis darauf, dass bei der Lagerung etwas nicht stimmt.
Kann verschimmeltes Brennholz noch verwendet werden?
Hier lohnt sich eine differenzierte Antwort. Ein paar oberflächliche Flecken machen einen ansonsten festen Scheit nicht automatisch zu Abfall. Gleichzeitig sollte stark feuchtes, massiv befallenes oder bereits zersetztes Holz nicht einfach in den Wohnraum getragen und verfeuert werden.
Für die Einordnung helfen drei Fälle.
Leichter oberflächlicher Befall
Sind nur einzelne Stellen betroffen, ist das Holz weiterhin fest und kann anschließend vollständig trocknen, muss es nicht zwangsläufig aussortiert werden.
Wichtiger als der alte Fleck ist in diesem Fall der aktuelle Zustand. Vor dem Verbrennen sollte das Holz ausreichend trocken sein.
Für Scheitholz werden in der Praxis häufig etwa 15 bis 20 Prozent Wassergehalt angestrebt. Die 1. BImSchV setzt für die dort erfassten Holzbrennstoffe eine Feuchtebegrenzung fest. Dabei muss allerdings zwischen Wassergehalt und Holzfeuchte unterschieden werden, weil beide Werte unterschiedlich berechnet werden. 20 Prozent Wassergehalt entsprechen ungefähr 25 Prozent Holzfeuchte.
Deutlich feuchtes und stark befallenes Holz
Sind viele Scheite großflächig bewachsen, riecht der gesamte Stapel modrig und fühlt sich das Holz noch deutlich feucht an, sollte zunächst die Lagerung korrigiert werden.
Das Holz einfach direkt zu verbrennen löst das Problem nicht. Zu feuchtes Brennholz verbrennt schlechter, liefert weniger nutzbare Wärme und kann die Schadstoffbildung erhöhen.
Sinnvoller ist es, die Scheite luftig und trocken neu zu stapeln und ihren Zustand später erneut zu beurteilen.
Weiches oder bereits zerfallendes Holz
Ist die Holzstruktur sichtbar geschädigt, werden Scheite schwammig, bröselig oder stark zersetzt, lohnt sich eine weitere Lagerung als hochwertiges Brennholz kaum noch.
Solches Material besitzt häufig bereits weniger nutzbare Holzsubstanz und lässt sich schlechter einschätzen. Stark beeinträchtigte Scheite sollten deshalb vom brauchbaren Vorrat getrennt werden.
Ein praktikabler Schnellcheck sieht so aus:
- Scheit auf auffällige Beläge prüfen.
- Geruch kontrollieren.
- Festigkeit des Holzes beurteilen.
- Scheit frisch spalten.
- Feuchtigkeit an der neu entstandenen Innenfläche messen.
- Bei starkem Befall oder weicher Struktur aussortieren.
Gerade der fünfte Punkt ist wichtig. Eine Messung nur auf einer bereits lange trocknenden Außenfläche kann einen zu günstigen Wert liefern.
Beim Umgang mit befallenem Holz nicht nur an den Ofen denken
Schimmelpilze bilden Sporen und andere Bestandteile, die beim Bewegen trockener befallener Scheite aufgewirbelt werden können. Deshalb ist die Frage nicht nur, ob ein Stück Holz brennen würde.
Größere Mengen sichtbar verschimmelten Brennholzes sollten möglichst nicht dauerhaft in Wohnräumen gelagert werden. Das gilt besonders für Schlafzimmer, Flure und andere Bereiche, in denen das Holz über längere Zeit offen steht.
Auch kräftiges Abbürsten in einem geschlossenen Raum ist keine gute Idee. Dabei können trockene Bestandteile des Belags in die Raumluft gelangen.
Menschen mit Allergien, Asthma, anderen Atemwegserkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem sollten beim Umgang mit deutlich verschimmeltem Material besonders vorsichtig sein und den direkten Kontakt möglichst vermeiden.
Chemische Schimmelentferner gehören ebenfalls nicht auf Brennholz. Damit würde ein naturbelassener Brennstoff unnötig mit weiteren Stoffen behandelt. Außerdem löst das Besprühen nicht die Ursache des Problems: die zu hohe Feuchtigkeit.
Wer nur wenige Scheite für den nächsten Abbrand ins Haus holen möchte, nimmt am besten trockenes, unauffälliges Holz und lagert keine großen Wochenvorräte neben dem Ofen.
So lässt sich erneuter Befall verhindern
Nach einem Schimmelfund sollte nicht nur das einzelne Holzstück betrachtet werden. Viel wichtiger ist die Frage, weshalb der Vorrat feucht geblieben ist.
Prüfe den Lagerplatz deshalb einmal systematisch:
- Ist der Stapel von oben gegen Regen geschützt?
- Kann seitlich ausreichend Luft hindurchströmen?
- Besteht Abstand zwischen Holz und Boden?
- Steht der Stapel unmittelbar an einer feuchten Wand?
- Kann Regenwasser vom Untergrund wegfließen?
- Wurde frisches Holz vor dem Einlagern ausreichend gespalten?
- Sind besonders dicke Stücke vorhanden, die langsamer trocknen?
- Befinden sich dauerhaft feuchte Scheite mitten im Stapel?
Gespaltenes Holz trocknet schneller als dickes Rundholz, weil eine größere Oberfläche zur Verfügung steht. Besonders stärkere Stammabschnitte sollten deshalb vor der Lagerung gespalten werden.
Auch ein trockener Keller ist nicht automatisch der beste Platz für frisch geschlagenes Holz. Frisches Brennholz gibt über längere Zeit erhebliche Mengen Feuchtigkeit ab. Ohne ausreichenden Luftaustausch steigt dadurch die Feuchte im Raum und das Problem verlagert sich schlimmstenfalls vom Holz auf Wände oder andere Materialien.
Bereits ofenfertiges, trockenes Holz kann dagegen unter geeigneten Bedingungen kurzfristig in einem trockenen Innenraum gelagert werden. Für die eigentliche Trocknung ist ein gut durchlüfteter Außenlagerplatz meist wesentlich geeigneter.
Entscheidend ist der Zustand des gesamten Holzvorrats
Ein kleiner Schimmelfleck bedeutet noch nicht, dass ein kompletter Brennholzstapel verloren ist. Er sollte aber Anlass sein, genauer hinzusehen. Oberflächlich betroffenes, festes Holz kann nach ausreichender Trocknung unter Umständen weiterhin genutzt werden. Stark feuchte, modrig riechende oder bereits zersetzte Scheite gehören dagegen getrennt und kritisch beurteilt.
Noch wichtiger ist die Ursache: Brennholz braucht Schutz vor Niederschlag, Abstand zum feuchten Untergrund und vor allem Luft. Wird ein Stapel zu dicht verpackt, löst selbst ein wasserdichtes Dach das Feuchteproblem nicht. Wer Lagerbedingungen und Holzfeuchte gemeinsam überprüft, kann meist recht schnell erkennen, ob nur einige Scheite betroffen sind oder der gesamte Lagerplatz verändert werden sollte.




