Warum ein Kaminofen überhaupt einen CO-Melder sinnvoll macht
Bei einer korrekt installierten und ordnungsgemäß betriebenen Feuerstätte werden die Verbrennungsgase über das Ofenrohr und den Schornstein nach draußen geführt. Trotzdem können Betriebsstörungen auftreten.
Kohlenmonoxid entsteht insbesondere dann, wenn kohlenstoffhaltige Brennstoffe wie Holz nicht vollständig verbrennen. Problematisch wird es, wenn das entstandene Gas anschließend nicht zuverlässig über den vorgesehenen Abgasweg abgeführt wird.
Mögliche Ursachen können beispielsweise sein:
- eine gestörte oder unzureichende Verbrennungsluftversorgung,
- Probleme mit dem Schornsteinzug,
- ein zugesetzter oder beeinträchtigter Abgasweg,
- ungünstige Druckverhältnisse im Gebäude,
- gleichzeitig betriebene Abluftanlagen wie eine Dunstabzugshaube,
- Bedienungsfehler beim Heizen,
- technische Defekte an Feuerstätte oder Abgasanlage.
Besonders moderne, dichte Gebäude verdienen Aufmerksamkeit. Werden beispielsweise Kaminofen und starke Abluftanlage gleichzeitig betrieben, kann unter bestimmten Bedingungen ein Unterdruck entstehen. Welche technischen Schutzmaßnahmen dafür erforderlich sind, muss bereits bei der Planung der Feuerstätte geklärt werden.
Ein CO-Melder löst solche Ursachen nicht. Er ist eine zusätzliche Sicherheitsebene, die eine erhöhte CO-Konzentration in der Raumluft erkennen soll.
Ebenso wichtig: Ein CO-Melder ersetzt weder die fachgerechte Installation noch die vorgeschriebenen Kontrollen und Wartungsarbeiten an Feuerstätte und Abgasweg.
Beim Kauf zählt mehr als Display, App und Batterielaufzeit
Für Wohnhäuser solltest du zunächst prüfen, ob der Melder für diesen Einsatzzweck vorgesehen und nach DIN EN 50291-1 beziehungsweise EN 50291-1 geprüft ist. Diese Norm enthält Anforderungen an CO-Warngeräte für Wohnräume, etwa hinsichtlich Betriebsverhalten und Alarmierung.
Die bloße CE-Kennzeichnung ist dagegen kein sinnvolles Qualitätskriterium für die eigentliche CO-Warnfunktion. Beim Kauf sollte die entsprechende Prüfnorm eindeutig in den Produktangaben oder auf dem Gerät genannt werden.
Welche Ausstattungsmerkmale praktisch sind
Merkmal |
Wofür es hilfreich ist |
|---|---|
Prüfung nach EN 50291-1 |
Zentrales Auswahlkriterium für Geräte in Wohnhäusern |
fest verbaute Langzeitbatterie |
Kein regelmäßiger Batteriewechsel notwendig |
wechselbare Batterie |
Batterie kann separat ersetzt werden |
Testtaste |
Ermöglicht die regelmäßige Funktionskontrolle |
Warnung bei schwacher Batterie |
Macht rechtzeitig auf die Energieversorgung aufmerksam |
End-of-Life-Anzeige |
Signalisiert, wenn die vorgesehene Lebensdauer des Melders erreicht ist |
Display mit CO-Anzeige |
Kann gemessene Werte oder zusätzliche Statusinformationen anzeigen |
Funkvernetzung |
Kann bei mehreren Geräten den Alarm in weitere Bereiche übertragen |
Ein Display ist praktisch, aber kein Muss. Vor allem sollte ein Melder nicht danach ausgewählt werden, wie viele Zusatzfunktionen er besitzt. Entscheidend bleibt, dass die Warnfunktion für den vorgesehenen Einsatz geprüft ist.
Auch die Lebensdauer des Sensors verdient einen Blick. CO-Melder sind keine Geräte, die unbegrenzt weiterverwendet werden können. Je nach Modell liegt die vorgesehene Nutzungsdauer beispielsweise bei sieben oder zehn Jahren. Maßgeblich sind die Herstellerangaben und das angegebene Austauschdatum.
Rauchmelder und CO-Melder nicht verwechseln
Die beiden Geräte reagieren auf unterschiedliche Gefahren.
Ein Rauchwarnmelder erkennt Brandrauch. Ein CO-Melder überwacht dagegen die Kohlenmonoxidkonzentration der Raumluft. Er ersetzt daher keinen vorgeschriebenen Rauchwarnmelder.
Auch ein Kohlendioxid-Messgerät für die Raumluft ist etwas völlig anderes. CO₂ und CO sind zwei verschiedene Gase. Ein gewöhnlicher CO₂-Sensor zur Kontrolle der Raumluftqualität warnt nicht automatisch vor Kohlenmonoxid.
Kombigeräte können mehrere Sensoren enthalten. Bei solchen Modellen solltest du prüfen, nach welchen Normen die jeweiligen Warnfunktionen geprüft wurden und welche Montagevorgaben für das konkrete Gerät gelten.
Der richtige Platz hängt vom Raum und vom Melder ab
Bei der Montage kursiert hartnäckig eine einfache Regel: CO-Melder müssten grundsätzlich auf einer bestimmten Höhe angebracht werden. Ganz so unkompliziert ist es nicht.
Kohlenmonoxid besitzt eine ähnliche Dichte wie Raumluft und vermischt sich mit ihr. Die Montage funktioniert deshalb anders als bei einem Rauchwarnmelder.
Für einen Raum mit Kaminofen werden bei geeigneten Geräten häufig Positionen in etwa ein bis drei Metern horizontalem Abstand von der Feuerstätte vorgesehen. Direkt über dem Kaminofen ist dagegen keine sinnvolle Position.
Ob der Melder an der Wand oder an der Decke montiert werden darf und welche Abstände dort einzuhalten sind, richtet sich nach dem jeweiligen Gerät. Bei dafür geeigneten Modellen finden sich beispielsweise Vorgaben wie:
- bei Deckenmontage genügend Abstand zu Wänden und Raumecken,
- bei Wandmontage Abstand zur Decke,
- Montage oberhalb von Türen und Fenstern,
- Position auf derselben Raumseite wie die mögliche CO-Quelle,
- besondere Regeln bei Dachschrägen oder Raumteilungen.
Deshalb gilt: Die Montageanleitung des gewählten Melders ist für die konkrete Position entscheidend.
Diese Stellen sind meist ungeeignet
Ein Warnmelder sollte die normale Raumluft zuverlässig erreichen können. Problematisch sind daher Positionen, an denen Luftströmungen den Sensor beeinflussen oder Möbel und Bauteile ihn abschirmen.
Vermeide insbesondere eine Montage:
- unmittelbar neben einem Fenster,
- direkt neben einer Tür,
- neben Zu- oder Abluftöffnungen,
- unmittelbar bei einem Ventilator,
- direkt über der Feuerstätte,
- hinter Vorhängen,
- hinter Möbeln oder Regalen,
- in geschlossenen Schränken,
- in schlecht durchströmten Raumecken.
Auch extreme Temperaturen oder hohe Feuchtigkeit können außerhalb des zulässigen Einsatzbereichs eines Melders liegen.
Ein Beispiel: Steht der Kaminofen in einer Ecke des Wohnzimmers und befindet sich wenige Zentimeter daneben ein Fenster, wäre der Platz zwischen Fenster und Ofen trotz der Nähe zur Feuerstätte kaum sinnvoll. Die Luftbewegung am Fenster kann die Messung beeinflussen. Besser ist eine Position innerhalb des vom Hersteller vorgegebenen Bereichs, an der die normale Raumluft den Sensor ungehindert erreicht.
Ein Melder im Wohnzimmer reicht nicht unbedingt aus
Der Raum mit der Feuerstätte ist ein naheliegender Standort für einen CO-Melder. Bei der Planung sollte aber das gesamte Gebäude betrachtet werden.
CO kann sich mit der Luft durch Räume und Gebäudebereiche bewegen. Außerdem sollen schlafende Personen einen Alarm rechtzeitig hören können. Deshalb können zusätzliche Geräte sinnvoll sein.
Berücksichtigt werden sollten insbesondere:
-
Der Raum mit dem Kaminofen
Hier befindet sich eine mögliche CO-Quelle. -
Schlafbereiche
Ein Alarm muss auch nachts wahrgenommen werden können. -
Häufig genutzte Aufenthaltsräume
Dazu können beispielsweise Wohn- oder Arbeitszimmer gehören. -
Weitere Geschosse
Bei mehrgeschossigen Häusern kann eine Verteilung auf mehrere Ebenen sinnvoll sein. -
Weitere Feuerstätten
Gibt es beispielsweise zusätzlich eine Gastherme, einen Heizkessel oder einen weiteren Ofen, muss auch dieser Bereich betrachtet werden.
Bei größeren Häusern können vernetzte CO-Melder einen Vorteil haben. Erkennt ein Gerät eine gefährliche Konzentration, können je nach System weitere Melder ebenfalls alarmieren. Das kann besonders hilfreich sein, wenn Feuerstätte und Schlafzimmer weit voneinander entfernt liegen.
Wie viele Geräte tatsächlich sinnvoll sind, hängt deshalb stärker vom Grundriss und von den vorhandenen Verbrennungsanlagen ab als allein von der Wohnfläche.
Testen, austauschen und bei einem Alarm richtig reagieren
Nach der Installation sollte der Melder nicht einfach für die nächsten Jahre vergessen werden.
Prüfe regelmäßig über die vorgesehene Testfunktion, ob das Gerät betriebsbereit ist. Wie häufig der Funktionstest vorgesehen ist, steht in der Bedienungsanleitung. Auch Hinweise zur Reinigung solltest du beachten. Staub darf beispielsweise nicht einfach mit Reinigungsmitteln oder Flüssigkeiten aus dem Sensor entfernt werden.
Achte außerdem auf verschiedene Signaltöne. Je nach Gerät unterscheiden sich:
- CO-Alarm,
- Batteriewarnung,
- Störungsmeldung,
- Hinweis auf das Ende der Gerätelebensdauer.
Die Bedienungsanleitung sollte deshalb nach der Montage nicht im Altpapier verschwinden.
Wenn der CO-Melder Alarm auslöst
Ein echter CO-Alarm ist kein Anlass, zunächst nach der Ursache am Kaminofen zu suchen.
Wenn es ohne zusätzliche Gefährdung möglich ist, können Fenster und Türen geöffnet werden. Anschließend sollten alle Personen das Gebäude verlassen. Von draußen wird der Notruf 112 verständigt.
Betroffene Personen können unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche, Übelkeit, Benommenheit oder Atemprobleme entwickeln. Solche Beschwerden sind ernst zu nehmen.
Wichtig ist außerdem: Nicht wieder in das Gebäude gehen, nur weil der Alarm zwischenzeitlich aufgehört hat. Die Ursache sollte geklärt werden, bevor die Feuerstätte erneut benutzt wird.
Sicherheit beginnt nicht erst beim Warnsignal
Ein geeigneter CO-Melder ist beim Kaminofen eine sinnvolle zusätzliche Absicherung, ersetzt jedoch keine funktionierende Feuerstätte und keinen sicheren Abgasweg. Beim Kauf sollte vor allem die Eignung für Wohnräume nach EN 50291-1 geprüft werden. Zusatzfunktionen wie Display, Langzeitbatterie oder Funkvernetzung können anschließend nach Bedarf ausgewählt werden.
Bei der Montage ist die Bedienungsanleitung wichtiger als pauschale Regeln zur Höhe. Der Melder sollte die Raumluft ungehindert erfassen können und sinnvoll zur möglichen CO-Quelle positioniert sein. Wer außerdem Austauschdatum und Funktionstests im Blick behält und weiß, was bei einem Alarm zu tun ist, hat aus dem kleinen Warnmelder deutlich mehr gemacht als nur ein Gerät an der Wand.





