Begriffe rund um Feuer, Holz und Verbrennung
Abbrand
Als Abbrand wird der Verbrennungsvorgang einer Brennstoffmenge bezeichnet. Bei einem Scheitholzofen beginnt ein neuer Abbrand beispielsweise mit dem Auflegen von Holz und endet, wenn überwiegend Glut beziehungsweise Asche übrig ist.
Ein Kaminofen sollte nicht dauerhaft durch starkes Drosseln der Luftzufuhr künstlich in die Länge gezogen werden. Zu wenig Verbrennungsluft kann eine unvollständige Verbrennung begünstigen und dadurch unter anderem Ruß, Kohlenmonoxid und andere Emissionen erhöhen.
Aschebett
Eine dünne Schicht Asche auf dem Feuerraumboden ist bei vielen Scheitholzöfen kein Problem. Sie kann die Glut sogar etwas isolieren und das erneute Anzünden erleichtern.
Das bedeutet allerdings nicht, dass sich die Asche dauerhaft stapeln sollte. Die Hinweise des Herstellers sind entscheidend, insbesondere wenn der Ofen mit Rost oder Aschekasten arbeitet.
Brennraum oder Feuerraum
Der Brennraum ist der Bereich des Kaminofens, in dem das Holz verbrennt. Seine Wände sind häufig mit Schamotte, Vermiculite oder anderen hitzebeständigen Materialien ausgekleidet.
Diese Auskleidung schützt den Ofenkorpus und unterstützt hohe Temperaturen im Feuerraum. Kleinere Oberflächenrisse sind je nach Material nicht zwangsläufig ein technischer Defekt. Lose, stark beschädigte oder herausgebrochene Platten sollten dagegen geprüft werden.
Brennholzfeuchte
Mit der Brennholzfeuchte wird beschrieben, wie viel Wasser sich noch im Holz befindet. Zu feuchtes Holz brennt schlechter, weil zunächst viel Energie benötigt wird, um das enthaltene Wasser zu verdampfen.
Für Kaminöfen wird deshalb gut getrocknetes Scheitholz verwendet. Die 1. BImSchV setzt für zahlreiche Holzbrennstoffe einen Feuchtegehalt von weniger als 25 Prozent bezogen auf das Trocken- beziehungsweise Darrgewicht voraus.
In der Praxis wird bei Scheitholz häufig ein Bereich von ungefähr 15 bis 20 Prozent Holzfeuchte angestrebt.
Dauerbrand
Der Begriff sorgt regelmäßig für Missverständnisse. Ein Dauerbrandofen ist kein Ofen, in dem ein Holzscheit automatisch die ganze Nacht weiterbrennt.
Die Bezeichnung stammt aus der Prüfung beziehungsweise Klassifizierung der Feuerstätte. Dauerbrandöfen sind konstruktiv insbesondere für Brennstoffe ausgelegt, mit denen eine längere Brenndauer erreicht werden kann. Welche Brennstoffe tatsächlich zugelassen sind, steht in den Herstellerunterlagen.
Glutbett
Das Glutbett besteht aus den glühenden Resten eines vorherigen Abbrands. Auf ein ausreichend kräftiges Glutbett können neue Holzscheite aufgelegt werden.
Nachgelegt wird nach Herstellervorgabe auf ein ausreichend heißes Glutbett, in der Regel wenn die Flammen des vorherigen Abbrands erloschen sind. Zu frühes Nachlegen oder eine zu große Holzmenge kann den vorgesehenen Abbrand stören. Wartest du dagegen sehr lange, muss der nächste Abbrand unter Umständen fast wie ein neuer Start aufgebaut werden.
Leistung und Effizienz richtig einordnen
Technische Datenblätter enthalten häufig mehrere Werte, die ähnlich klingen, aber etwas Unterschiedliches beschreiben.
Begriff |
Was damit gemeint ist |
|---|---|
Nennwärmeleistung |
Wärmeleistung, für die der Ofen unter festgelegten Prüfbedingungen ausgelegt und geprüft wurde |
Leistungsbereich |
Bereich, in dem ein Hersteller den Betrieb des Geräts vorsieht |
Wirkungsgrad |
Verhältnis zwischen nutzbarer Wärme und eingesetzter Brennstoffenergie |
kW |
Einheit für Leistung |
kWh |
Einheit für eine Energiemenge |
Nennwärmeleistung
Die Nennwärmeleistung wird in Kilowatt, kurz kW, angegeben. Sie gehört zu den wichtigsten Angaben bei der Auswahl eines Kaminofens.
Ein Gerät mit 8 kW ist deshalb aber nicht grundsätzlich besser als eines mit 5 kW. Entscheidend ist, wie viel Heizleistung der Raum beziehungsweise das Gebäude tatsächlich benötigt.
Ein überdimensionierter Ofen kann unangenehm werden: Der Raum wird schnell zu warm und der Betreiber versucht anschließend häufig, die Verbrennung stark zu drosseln. Besser ist es, die benötigte Leistung vor dem Kauf passend zu ermitteln.
Leistungsbereich
Manche Hersteller geben zusätzlich einen Leistungsbereich an, beispielsweise 4 bis 8 kW. Er zeigt, in welchem Bereich das Gerät betrieben werden kann beziehungsweise für welchen Bereich es vorgesehen ist.
Das ersetzt jedoch nicht die Nennwärmeleistung. Beim Vergleich verschiedener Öfen solltest du deshalb prüfen, welcher Wert gerade angegeben wird.
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad beschreibt vereinfacht, welcher Anteil der im Brennstoff enthaltenen Energie als nutzbare Wärme zur Verfügung steht.
Ein Wirkungsgrad von beispielsweise 80 Prozent bedeutet nicht, dass 20 Prozent des Holzes unverbrannt bleiben. Ein Teil der Energie verlässt das System unter anderem mit den heißen Abgasen.
Der Wert wird unter definierten Prüfbedingungen bestimmt. Wie effizient ein Ofen im Alltag arbeitet, hängt zusätzlich von Faktoren wie Brennholz, Bedienung, Luftzufuhr und Schornsteinverhältnissen ab.
kW und kWh
Diese beiden Einheiten werden gern verwechselt.
Ein einfaches Beispiel:
Ein Heizgerät mit einer Leistung von 5 kW, das rechnerisch zwei Stunden mit dieser Leistung arbeitet, gibt in diesem Zeitraum 10 kWh Energie ab.
Merksatz:
kW beschreibt die momentane Leistung.
kWh beschreibt eine Energiemenge über einen Zeitraum.
Von Primärluft bis Förderdruck: So funktioniert die Luftführung
Ohne ausreichend Sauerstoff funktioniert eine saubere Holzverbrennung nicht. Kaminöfen besitzen deshalb unterschiedliche Wege, über die Verbrennungsluft in den Feuerraum gelangt.
Primärluft
Primärluft wird dem Brennstoff meist im unteren Bereich zugeführt. Sie ist besonders beim Anheizen wichtig.
Wie stark sie während des normalen Betriebs geöffnet bleiben soll, hängt vom jeweiligen Ofen und Brennstoff ab. Deshalb solltest du dich an die Bedienungsanleitung des Herstellers halten.
Sekundärluft
Sekundärluft gelangt meist weiter oben in den Feuerraum. Sie unterstützt die Verbrennung brennbarer Gase, die beim Erhitzen des Holzes entstehen.
Bei vielen modernen Kaminöfen wird die Sekundärluft außerdem entlang der Innenseite der Sichtscheibe geführt. Dadurch lagern sich Verbrennungsrückstände langsamer auf der Scheibe ab. Häufig wird in diesem Zusammenhang von einer Scheibenspülung gesprochen.
Tertiärluft
Bei manchen Öfen wird zusätzlich Tertiärluft eingesetzt. Sie gelangt meist weiter hinten oder oben in den Brennraum und versorgt noch nicht vollständig verbrannte Bestandteile der Rauchgase mit zusätzlichem Sauerstoff.
Die genaue Luftführung unterscheidet sich je nach Konstruktion.
Verbrennungsluft
Verbrennungsluft ist der Oberbegriff für die Luft, die der Feuerstätte zur Verbrennung zur Verfügung gestellt wird.
Sie kann entweder aus dem Aufstellraum stammen oder über eine separate Leitung von außen zugeführt werden.
Raumluftabhängiger Betrieb
Ein raumluftabhängiger Kaminofen entnimmt seine Verbrennungsluft zumindest teilweise dem Raum, in dem er aufgestellt ist.
Gerade in sehr dichten Gebäuden oder bei gleichzeitig betriebenen Abluftanlagen muss sichergestellt sein, dass ausreichend Verbrennungsluft nachströmt und kein gefährlicher Unterdruck die Abgasführung beeinträchtigt. Welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, hängt vom Gebäude und der Feuerstätte ab.
Raumluftunabhängiger Betrieb
Bei einem dafür vorgesehenen und entsprechend nachgewiesenen System wird die benötigte Verbrennungsluft von außen zugeführt und die Feuerstätte gegenüber dem Aufstellraum besonders dicht betrieben.
Wichtig ist die Unterscheidung:
Ein Anschluss für externe Verbrennungsluft allein macht einen Kaminofen nicht automatisch zu einer raumluftunabhängigen Feuerstätte.
Gerade in sehr dichten Gebäuden oder bei kontrollierter Wohnraumlüftung ist dieser Punkt relevant.
Förderdruck
Damit Rauchgase vom Ofen durch das Rauchrohr und den Schornstein nach draußen gelangen, muss das gesamte System passende Strömungsverhältnisse besitzen.
Der dafür relevante Druckunterschied wird häufig als Förderdruck bezeichnet. Umgangssprachlich ist oft vom „Schornsteinzug“ die Rede.
Ist der Förderdruck zu gering, kann das Feuer schlecht brennen oder Rauch beim Öffnen der Tür austreten. Ist er deutlich zu hoch, kann der Brennstoff schneller abbrennen als vorgesehen.
Der notwendige Förderdruck wird normalerweise in den technischen Daten des Kaminofens angegeben.
Schornstein, Rauchrohr und wichtige Unterlagen
Rauchrohr
Das Rauchrohr verbindet den Kaminofen mit dem Schornstein beziehungsweise der Abgasanlage.
Durchmesser, Länge, Bögen und Anschlussweise beeinflussen die Strömungsverhältnisse. Deshalb sollte ein Rauchrohr nicht allein danach ausgewählt werden, welche Variante optisch am besten passt.
Schornstein
Der Schornstein führt die Abgase sicher aus dem Gebäude. Gleichzeitig beeinflusst er durch Höhe, Querschnitt, Temperatur und Bauweise die Funktion der Feuerstätte.
Ein vorhandener Schornstein ist daher nicht automatisch für jeden neuen Kaminofen geeignet.
Rauchrohrstutzen
Der Rauchrohrstutzen ist der Anschluss am Kaminofen, an dem das Rauchrohr befestigt wird.
Viele Modelle ermöglichen den Anschluss nach oben oder hinten. Welche Variante genutzt werden kann, hängt vom Gerät und von der geplanten Installation ab.
Typenschild
Das Typenschild enthält wichtige technische Angaben und dient zur eindeutigen Identifikation des Ofens. Je nach Gerät findest du dort beispielsweise:
- Hersteller
- Modellbezeichnung
- Nennwärmeleistung
- zugelassene Brennstoffe
- technische Kennzeichnungen
- Serien- oder Produktionsangaben
Bei älteren Öfen kann das Typenschild außerdem eine wichtige Rolle spielen, wenn geprüft werden soll, welche gesetzlichen Anforderungen für das Gerät gelten.
Bedienungsanleitung
Die Bedienungsanleitung ist mehr als eine Erklärung für den Luftregler. Sie enthält häufig Angaben zu Brennstoffen, Brennstoffmengen, Sicherheitsabständen, Schornsteinanforderungen, Anschluss und bestimmungsgemäßem Betrieb.
Zwei äußerlich ähnliche Kaminöfen können sich bei diesen Vorgaben deutlich unterscheiden.
BImSchV, Emissionen und weitere Begriffe
1. BImSchV
Die Abkürzung steht für die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Sie wird häufig auch als Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen bezeichnet.
Für Kaminöfen und andere Einzelraumfeuerungsanlagen enthält sie unter anderem Anforderungen an Brennstoffe, Emissionsgrenzwerte und Mindestwirkungsgrade.
Welche Anforderungen für eine konkrete Feuerstätte gelten, hängt unter anderem von Feuerstättenart, Baujahr beziehungsweise Zeitpunkt der Errichtung und weiteren Voraussetzungen ab.
Emissionen
Bei der Verbrennung von Holz entstehen verschiedene Stoffe, die mit dem Abgas abgeführt werden. Im Zusammenhang mit Kaminöfen spielen insbesondere Staub beziehungsweise Feinstaub und Kohlenmonoxid eine Rolle.
Wie hoch die Emissionen im Alltag ausfallen, hängt nicht nur vom Gerät ab. Auch feuchtes Holz, falsches Anfeuern oder eine stark gedrosselte Luftzufuhr können die Verbrennungsqualität verschlechtern.
CO – Kohlenmonoxid
Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas, das bei unvollständiger Verbrennung entstehen kann.
Eine funktionierende Feuerstätte, ausreichende Verbrennungsluft und eine geeignete Abgasanlage sind deshalb sicherheitsrelevant. Ein CO-Melder kann zusätzliche Sicherheit bieten, ersetzt jedoch keine fachgerechte Installation und Wartung.
Feinstaub
Bei der Holzverbrennung entstehen sehr kleine Partikel, die mit dem Abgas austreten können. Moderne Vorschriften begrenzen deshalb unter anderem die Staubemissionen bestimmter Feuerstätten.
Auch die Bedienung beeinflusst die tatsächlichen Emissionen erheblich. Feuchtes Holz und dauerhaft zu wenig Verbrennungsluft sind besonders ungünstig.
Einzelraumfeuerungsanlage
Damit sind Feuerstätten gemeint, die vorrangig den Raum beheizen, in dem sie stehen. Dazu gehören verschiedene Kaminöfen, Pelletöfen oder Kamineinsätze.
Der Begriff begegnet dir besonders häufig in gesetzlichen und technischen Unterlagen.
Mit den wichtigsten Begriffen werden technische Daten deutlich verständlicher
Du musst keine Ausbildung im Ofenbau haben, um ein Datenblatt lesen oder verschiedene Kaminöfen sinnvoll vergleichen zu können. Einige Grundbegriffe machen bereits einen großen Unterschied.
Besonders wichtig sind Nennwärmeleistung, Wirkungsgrad, zugelassener Brennstoff, Verbrennungsluftversorgung und die Anforderungen an die Abgasanlage. Gleichzeitig solltest du Begriffe wie Dauerbrand oder raumluftunabhängig nicht allein nach ihrer alltäglichen Bedeutung beurteilen.
Bei der konkreten Planung zählt am Ende immer das gesamte System aus Feuerstätte, Brennstoff, Raum, Verbrennungsluft und Schornstein. Genau deshalb sind technische Unterlagen und die Abstimmung mit dem zuständigen Schornsteinfeger bei vielen Fragen hilfreicher als pauschale Faustregeln.




