Welche Bauform passt zur Wohnung?
Elektrokamine gibt es inzwischen in sehr unterschiedlichen Konstruktionen. Für die Auswahl ist weniger entscheidend, welche Variante grundsätzlich moderner wirkt, sondern wie dauerhaft sie eingebaut werden soll und wie viel Platz zur Verfügung steht.
Bauform |
Platzbedarf |
Montageaufwand |
Gut geeignet für |
|---|---|---|---|
Standkamin |
benötigt Bodenfläche und etwas Abstand zur Wand |
gering |
Mietwohnungen und flexible Einrichtung |
Wandkamin |
kaum Bodenfläche, benötigt freie Wandfläche |
mittel |
kleinere Wohnräume |
Einbaukamin |
benötigt eine passende Verkleidung oder Wandkonstruktion |
höher |
geplante Wohnwände und feste Einbauten |
Kamineinsatz |
abhängig von vorhandenem Möbel oder Kaminumbau |
mittel |
bestehende Kaminverkleidungen |
Panorama- oder Mehrseitenkamin |
häufig größerer konstruktiver Platzbedarf |
höher |
Raumteiler und individuelle Einbauten |
Standkamine lassen sich besonders einfach einplanen
Ein freistehender Elektrokamin funktioniert ähnlich wie ein Möbelstück. Er wird aufgestellt und an eine geeignete Steckdose angeschlossen. Kleine Geräte können beispielsweise ungefähr 40 Zentimeter breit und knapp 25 Zentimeter tief sein. Größere Varianten mit Kaminverkleidung beanspruchen erheblich mehr Raum.
Für Mietwohnungen ist diese Bauform praktisch, weil normalerweise keine feste Wandkonstruktion erforderlich ist. Bei einem Umzug kann das Gerät mitgenommen werden. Allerdings sollte die Stellfläche nicht zu knapp berechnet werden. Neben den Geräteabmessungen müssen Kabel, Luftöffnungen und die vom Hersteller vorgegebenen Abstände berücksichtigt werden.
Wandkamine sparen Bodenfläche
Wandgeräte werden an einer tragfähigen Wand befestigt. Die Bautiefe kann bei flachen Modellen nur etwa 10 bis 20 Zentimeter betragen. Dafür erreichen viele Geräte Breiten von 80, 100 oder sogar deutlich mehr Zentimetern.
Das macht sie interessant für kleinere Räume, in denen keine zusätzliche Stellfläche verloren gehen soll. Gleichzeitig muss die Wand zur Befestigung geeignet sein. Vor dem Bohren sollten Wandaufbau, Befestigungsmaterial und Leitungsverlauf geprüft werden. In einer Mietwohnung ist außerdem sinnvoll, den späteren Rückbau mitzudenken.
Einbaukamine brauchen Planungstiefe
Ein Einbaukamin wird meist in eine Trockenbauwand, einen Möbelumbau oder eine individuell gebaute Kaminverkleidung integriert. Dadurch lässt sich das Gerät sehr sauber in eine Wohnwand integrieren. Der Platzbedarf wird allerdings schnell unterschätzt.
Nicht nur die sichtbare Front zählt. Auch die Gehäusetiefe, Lüftungsöffnungen, Kabelanschlüsse und gegebenenfalls der Zugang für Wartung oder Ausbau müssen berücksichtigt werden. Bei sehr breiten Modellen kann außerdem ein beträchtliches Gerätegewicht zusammenkommen.
Platzbedarf nicht nur anhand der Kaminbreite berechnen
Bei einem Elektrokamin stehen in Produktbeschreibungen meist Breite, Höhe und Tiefe. Für die tatsächliche Planung reichen diese drei Maße jedoch nicht immer.
Vor der Bestellung solltest du mindestens folgende Punkte prüfen:
- Außenmaße des Geräts
- notwendige Einbauöffnung
- erforderliche Belüftungsbereiche
- Abstand zu Möbeln, Vorhängen und anderen Gegenständen
- Position der Warmluftöffnung bei Geräten mit Heizung
- Länge und Verlauf des Stromkabels
- Position der Steckdose
- Zugang zu Bedienelementen
- Vorgaben des Herstellers zur Montage
Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen Gerätemaß und Einbaumaß. Ein Kamin kann beispielsweise 120 Zentimeter breit sein, während die dafür erforderliche Öffnung einige Millimeter kleiner oder größer ausgeführt werden muss. Bei einem festen Einbau sollte deshalb immer mit den technischen Zeichnungen des konkreten Modells gearbeitet werden.
Fernseher über dem Elektrokamin: Abstand vorher prüfen
Eine häufige Planung ist die Kombination aus Elektrokamin und Fernseher in einer Wohnwand. Das kann funktionieren, wenn der Kamin dafür vorgesehen ist.
Bei Geräten mit Heizfunktion spielt vor allem die Richtung des Warmluftaustritts eine Rolle. Wird warme Luft direkt nach oben geführt, kann ein unmittelbar darüber montierter Fernseher ungünstig positioniert sein. Manche Geräte geben die erwärmte Luft dagegen nach vorne ab.
Eine allgemeingültige Abstandsangabe gibt es deshalb nicht. Maßgeblich sind die Montagevorgaben des jeweiligen Kaminherstellers und gegebenenfalls die Anforderungen des Fernsehers.
Heizfunktion: 1.500 oder 2.000 Watt richtig einordnen
Viele Elektrokamine besitzen eine zuschaltbare elektrische Heizung. Häufig liegen die maximalen Leistungen bei etwa 1.500 bis 2.000 Watt. Teilweise lassen sich zwei Leistungsstufen wählen, beispielsweise 1.000 und 2.000 Watt.
Technisch arbeitet diese Heizung meist nach einem sehr einfachen Prinzip: Elektrische Energie wird direkt in Wärme umgewandelt und ein Ventilator verteilt die erwärmte Raumluft.
Das hat einen klaren Vorteil: Wärme steht schnell zur Verfügung. Für eine kurze zusätzliche Erwärmung eines Wohn- oder Arbeitsbereichs kann das praktisch sein.
Die elektrische Leistung sollte aber nicht mit einer festen Quadratmeterangabe gleichgesetzt werden. Wie gut sich ein Raum erwärmen lässt, hängt unter anderem ab von:
- Raumgröße und Raumhöhe
- Wärmedämmung
- Außentemperatur
- Fensterflächen
- gewünschter Raumtemperatur
- vorhandener Grundheizung
- Wärmeverlusten zu angrenzenden Räumen
Hersteller geben bei Geräten mit rund 2.000 Watt teilweise Größenordnungen um etwa 20 Quadratmeter an. Solche Angaben sind nur Orientierung und setzen bestimmte Bedingungen voraus.
Stromverbrauch lässt sich einfach berechnen
Die maximale Heizleistung zeigt gleichzeitig, wie viel elektrische Energie das Gerät während des Betriebs aufnehmen kann.
Ein Beispiel:
Ein Elektrokamin läuft eine Stunde lang durchgehend mit 2.000 Watt.
2.000 Watt entsprechen 2 Kilowatt.
Damit beträgt der theoretische Energieverbrauch in dieser Stunde:
2 kWh
Bei 1.000 Watt wären es entsprechend:
1 kWh pro Stunde
Besitzt das Gerät einen Thermostat, muss die Heizung nicht permanent mit voller Leistung laufen. Nach Erreichen der gewünschten Raumtemperatur kann sie sich zeitweise abschalten.
Für die laufenden Kosten ist deshalb nicht das Flammenbild entscheidend, sondern hauptsächlich die Nutzung der Heizfunktion. Der reine LED-Flammeneffekt benötigt wesentlich weniger elektrische Leistung als ein eingeschaltetes Heizmodul.
Welche Ausstattung bei der Auswahl wirklich nützlich ist
Viele Elektrokamine bieten inzwischen eine lange Liste an Funktionen. Nicht jede davon verbessert den Alltag gleichermaßen.
Besonders sinnvoll können folgende Ausstattungsmerkmale sein:
Getrennte Steuerung von Flamme und Heizung
Damit kannst du den Flammeneffekt auch im Sommer nutzen, ohne den Raum zu erwärmen.
Thermostat
Ein Thermostat regelt die Heizung abhängig von der eingestellten Raumtemperatur. Das ist komfortabler als ein Gerät, das ausschließlich mit einer festen Heizstufe arbeitet.
Mehrere Heizstufen
Eine niedrigere Leistungsstufe kann ausreichen, wenn nur etwas zusätzliche Wärme benötigt wird.
Timer
Damit lässt sich begrenzen, wie lange die Heizfunktion aktiv bleibt.
Überhitzungsschutz
Bei elektrischen Heizgeräten gehört eine automatische Abschaltung bei unzulässig hoher Temperatur zu den wichtigen Sicherheitsfunktionen.
Regulierbares Flammenbild
Wer den Kamin überwiegend wegen der Feuerdarstellung kauft, sollte diesem Punkt mehr Aufmerksamkeit schenken als zusätzlichen Heizprogrammen. Helligkeit, Flammenhöhe, Glutbett und Darstellung unterscheiden sich zwischen den Geräten deutlich.
Fernbedienung oder App-Steuerung können bequem sein, sind aber für die grundlegende Nutzung nicht erforderlich. Wer keine Smart-Home-Funktionen benötigt, sollte deshalb nicht allein wegen einer langen Ausstattungsliste ein bestimmtes Modell wählen.
So lässt sich die Auswahl Schritt für Schritt eingrenzen
Statt zuerst einzelne Modelle miteinander zu vergleichen, ist es sinnvoller, einige Grundentscheidungen festzulegen.
- Verfügbaren Platz messen
- Miss nicht nur die freie Wandbreite, sondern auch Höhe und mögliche Bautiefe. Möbel, Sockelleisten und Steckdosen sollten dabei berücksichtigt werden.
- Bauform festlegen
- Soll das Gerät später problemlos umgestellt werden können, ist ein Standmodell oft unkomplizierter. Für wenig Bodenfläche kommt ein Wandgerät infrage. Ein Einbaukamin eignet sich eher, wenn ohnehin eine feste Wohnwand geplant wird.
- Nutzung der Heizung festlegen
- Soll die Heizfunktion nur gelegentlich genutzt werden, reicht häufig eine einfache zuschaltbare Heizung. Bei regelmäßiger Nutzung sind Thermostat und mehrere Heizstufen deutlich interessanter.
- Flammenbild vergleichen
- Fotos zeigen die Wirkung nur eingeschränkt. Produktvideos sind für diesen Punkt meistens hilfreicher, weil Bewegung, Helligkeit und Glutdarstellung besser beurteilt werden können.
- Technische Montagezeichnung prüfen
- Gerade bei Einbau- und Wandgeräten sollte diese Kontrolle vor dem Kauf erfolgen und nicht erst beim Aufbau.
- Sicherheits- und Montagehinweise berücksichtigen
- Luftöffnungen dürfen nicht verdeckt werden. Auch vorgeschriebene Abstände und Anforderungen an Wand oder Stellfläche gehören zur Planung.
Welche Variante am Ende sinnvoll ist
Für eine Mietwohnung ohne größere Umbauten sind Stand- und Wandkamine häufig am einfachsten zu handhaben. Wer eine feste Wohnwand plant, bekommt mit einem Einbaukamin deutlich mehr Möglichkeiten bei Breite und Gestaltung, muss dafür aber genauer planen.
Die Heizleistung sollte nicht zum wichtigsten Kaufkriterium werden. Leistungen zwischen etwa 1.500 und 2.000 Watt sind bei vielen Geräten ähnlich. Größere Unterschiede gibt es beim Flammenbild, bei den Außenmaßen, der Einbautiefe, der Luftführung und der Bedienung.
Vor der Entscheidung lohnt deshalb ein ziemlich unspektakulärer Schritt besonders: Zollstock nehmen, Steckdose suchen und die Montagezeichnung ansehen. Das verhindert später deutlich mehr Ärger als der Vergleich von zehn verschiedenen Flammenfarben.






