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Abgekühlte Grillplatte mit dunklen Fettrückständen

Fettbrand auf Feuerplatte oder Grillrost: Gefahr erkennen und richtig reagieren

Wenn beim Grillen plötzlich Flammen zwischen Rost und Grillgut hochschlagen, wirkt das schnell dramatischer, als es tatsächlich sein muss. Herabtropfendes Fett kann sich an Glut, Brennern oder sehr heißen Bauteilen kurz entzünden und nach wenigen Sekunden wieder verschwinden. Problematisch wird es, wenn sich größere Fettmengen angesammelt haben und selbstständig weiterbrennen. Dann reicht es nicht mehr, einfach das Grillgut an eine andere Stelle zu legen.

Besonders bei Gasgrills, Feuerplatten und stark fetthaltigem Grillgut können Fettablagerungen Temperaturen erreichen, bei denen sich ein kleiner Flammenschlag zu einem anhaltenden Brand entwickelt. Wasser ist in dieser Situation keine Lösung. Es kann brennendes Fett schlagartig verteilen und eine gefährliche Stichflamme verursachen.

Entscheidend ist deshalb, früh zu erkennen, was gerade brennt, die Wärmezufuhr soweit sicher möglich zu stoppen und nur Löschmethoden einzusetzen, die für den jeweiligen Brand geeignet sind.

Kurzes Aufflammen oder echter Fettbrand?

Nicht jede Flamme am Grill ist automatisch ein Fettbrand. Beim direkten Grillen gelangt immer wieder Fett oder Marinade auf heiße Kohlen, Brennerabdeckungen oder andere stark erhitzte Flächen. Dabei können kurze Flammen entstehen.

Solche einzelnen Flammenschläge verschwinden normalerweise wieder, sobald kein weiteres Fett nachläuft. Du kannst das Grillgut dann beispielsweise in einen weniger heißen oder indirekten Bereich verschieben.

Anders sieht es aus, wenn sich Fett im Grill gesammelt hat und dieses Fett selbst brennt.

Beobachtung

Kurzes Aufflammen

Kritischer Fettbrand

Dauer

meist wenige Sekunden

Flammen bleiben bestehen

Ursache

einzelne Fetttropfen

angesammeltes oder ausgelaufenes Fett

Verhalten

klingt häufig von selbst ab

kann sich weiter ausbreiten

Flammen

örtlich direkt unter dem Grillgut

größere oder wandernde Flammenbereiche

Hitzeentwicklung

kurzfristig erhöht

kann deutlich zunehmen

Reaktion

Grillgut aus der direkten Hitze nehmen

Energiezufuhr stoppen und Brand kontrolliert bekämpfen

Ein Warnsignal ist beispielsweise eine Fettauffangschale, aus der dauerhaft Flammen kommen. Auch Feuer unterhalb der eigentlichen Grillfläche, ungewöhnlich starke Rauchentwicklung oder Flammen, die unabhängig vom Grillgut weiterbrennen, solltest du ernst nehmen.

Bei einer Feuerplatte kann sich Fett in Vertiefungen, am Rand oder auf schlecht ausgerichteten Flächen sammeln. Entzündet sich eine größere Menge, kann sich die brennende Zone entlang des Fettfilms ausbreiten.

So reagierst du, wenn Fett am Grill brennt

Bei einem anhaltenden Fettbrand geht es nicht darum, möglichst schnell irgendetwas auf die Flammen zu werfen. Wichtig ist zuerst, den Brand nicht zusätzlich anzufachen.

  1. Halte Abstand und warne andere Personen. Niemand sollte unmittelbar neben dem Grill stehen. Kinder und Haustiere gehören aus dem Gefahrenbereich.
  2. Stoppe die Energiezufuhr, wenn das gefahrlos möglich ist. Beim Gasgrill bedeutet das in der Regel, die Brenner auszuschalten und gegebenenfalls die Gaszufuhr an der Flasche zu schließen. Greife dafür niemals durch oder über Flammen.
  3. Nutze vorhandene Möglichkeiten zum Ersticken des Feuers. Bei einem geschlossenen Grillsystem kann der Deckel eine wichtige Rolle spielen. Welche Stellung von Deckel und Lüftungsöffnungen vorgesehen ist, hängt jedoch vom jeweiligen Gerät ab. Einige Hersteller verlangen bei einem Fettbrand ausdrücklich einen geschlossenen Deckel. Deshalb sollte die Bedienungsanleitung bereits vor dem ersten Grillen bekannt sein.
  4. Verwende bei einem beherrschbaren Entstehungsbrand nur ein geeignetes Löschmittel. Brennen Speiseöle oder Speisefette, kommt ein dafür ausgewiesener Fettbrandlöscher beziehungsweise ein entsprechend gekennzeichnetes Löschgerät infrage. Auf dem Löscher muss erkennbar sein, für welche Brandarten er zugelassen ist.
  5. Brich den eigenen Löschversuch ab, wenn das Feuer größer wird. Greifen Flammen auf Gasflasche, Gebäude, Überdachung, Möbel oder andere Gegenstände über, geh auf Abstand und alarmiere die Feuerwehr über 112.

Einen brennenden Grill solltest du nicht verschieben. Besonders bei einer Feuerplatte, einem schweren Holzkohlegrill oder einem Gasgrill besteht dabei die Gefahr, dass Fett herausschwappt, das Gerät kippt oder du dich den Flammen unnötig näherst.

Wasser macht einen Fettbrand erheblich gefährlicher

Der Griff zum Gartenschlauch oder zur Wasserflasche liegt beim Grillen nahe. Bei brennendem Fett kann genau das jedoch die Situation massiv verschärfen.

Wasser ist schwerer als Öl und sinkt zunächst in das heiße Fett. Dort erhitzt es sich extrem schnell und geht schlagartig in Wasserdampf über. Das Volumen vergrößert sich dabei stark. Brennende Fetttröpfchen können dadurch aus dem Grill oder von der Platte geschleudert werden.

Das Ergebnis kann eine hohe Stichflamme sein, die Personen trifft oder Gegenstände in der Umgebung entzündet.

Deshalb gilt bei brennendem Speiseöl oder Fett:

  • kein Wasser aus Flaschen oder Bechern,
  • keinen Gartenschlauch einsetzen,
  • keine nassen Tücher auflegen,
  • brennendes Fett nicht durch hektisches Schieben oder Schütten verteilen.

Auch ein gewöhnlicher Wasserlöscher ist nicht automatisch für einen Fettbrand geeignet. Entscheidend ist immer die Kennzeichnung des Löschgeräts.

Bei Feuerlöschern wird für Brände von Speiseölen und Speisefetten die Brandklasse F verwendet. Entsprechende Löschmittel wirken nicht einfach nur durch Abkühlung. Sie bilden zusätzlich eine Schicht auf dem Fett, die den Sauerstoffzutritt reduziert und eine erneute Entzündung erschwert.

Ein beliebiger ABC-Pulverlöscher ist deshalb nicht die erste Wahl für brennendes Speisefett. Wer einen Löscher gezielt für den Grillbereich bereitstellen möchte, sollte prüfen, ob das Modell ausdrücklich für Fettbrände geeignet ist.

Gasgrill, Holzkohle und Feuerplatte verlangen unterschiedliche Schritte

Die Grundregel bleibt gleich: Abstand halten, kein Wasser auf brennendes Fett geben und die weitere Energiezufuhr soweit sicher möglich reduzieren. Die konkrete Vorgehensweise hängt jedoch vom Grilltyp ab.

Beim Gasgrill kann Fett auch unter dem Rost brennen

Gasgrills besitzen meist Fettauffangsysteme, Brennerabdeckungen und Bereiche unterhalb des Rosts, die während des Grillens kaum sichtbar sind. Werden diese nicht regelmäßig gereinigt, können sich dort Fett und Speisereste ansammeln.

Entsteht ein Brand, sollten die Brenner ausgeschaltet werden. Kann die Gasflasche gefahrlos erreicht werden, wird auch dort die Gaszufuhr geschlossen.

Beim Deckel gibt es keine pauschale Vorgehensweise für jedes Modell. Bei verschiedenen Grillgeräten soll er geschlossen bleiben, um die Sauerstoffzufuhr zu begrenzen. Andere Konstruktionen sind stärker belüftet und werden vom Hersteller anders behandelt. Die konkrete Notfallanweisung aus der Bedienungsanleitung hat deshalb Vorrang.

Besonders ernst ist die Situation, wenn Flammen oder starke Hitze die Gasflasche, den Schlauch oder den Druckregler erreichen. Dann solltest du keine eigenen Löschversuche direkt am Gerät fortsetzen, sondern Abstand herstellen und die Feuerwehr verständigen.

Beim Holzkohlegrill bleibt die Glut als Wärmequelle bestehen

Bei einem Holzkohlegrill lassen sich glühende Kohlen nicht einfach abschalten. Besitzt das Modell einen Deckel und regelbare Luftöffnungen, kann eine Verringerung der Sauerstoffzufuhr helfen. Auch hier sollte die vom Hersteller vorgesehene Vorgehensweise eingehalten werden.

Bei kurzen Flammen durch tropfendes Fett reicht es häufig, fetthaltiges Grillgut vorübergehend in einen Bereich ohne direkte Glut zu legen. Ein dauerhafter Brand von angesammeltem Fett ist dagegen ein anderer Fall.

Wasser direkt auf einen Fettbrand zu geben bleibt tabu, auch wenn Wasser später zum sicheren Ablöschen vollständig ausgekühlter beziehungsweise kontrollierter Grillkohle verwendet werden kann. Das sind zwei verschiedene Situationen.

Eine offene Feuerplatte lässt sich nicht einfach schließen

Auf einer Feuerplatte befindet sich das Fett direkt auf einer stark erhitzten Metalloberfläche. Kleine Mengen werden verteilt, verdampfen oder laufen je nach Konstruktion ab. Größere Fettansammlungen können jedoch Feuer fangen.

Solange lediglich einzelne Flammen durch frisches Fett entstehen, kannst du das Grillgut mit geeignetem Werkzeug in eine kühlere Zone verlagern.

Brennt bereits eine größere Fettfläche, solltest du nicht versuchen, sie hektisch mit einem Spatel auseinanderzuschieben. Dadurch kann sich brennendes Fett weiter verteilen. Da eine offene Platte normalerweise keinen Deckel besitzt, ist ein geeignetes Löschgerät besonders sinnvoll.

Mit Reinigung und Temperaturkontrolle lässt sich viel verhindern

Viele Fettbrände beginnen nicht mit einem außergewöhnlichen Defekt, sondern mit einer Kombination aus hoher Temperatur und Fett, das sich über mehrere Grillvorgänge angesammelt hat.

Bei einem Gasgrill betrifft das vor allem Fettwanne, Auffangschale, Brennkammer und Brennerabdeckungen. Diese Bereiche sollten nicht erst gereinigt werden, wenn bereits dicke Rückstände sichtbar sind.

Auch beim Grillgut lässt sich die Fettmenge beeinflussen. Stark fetthaltige Stücke können bei direkter hoher Hitze große Mengen Fett verlieren. Marinaden sollten nicht unnötig vom Grillgut auf Brenner oder Glut tropfen. Eine sehr heiße Grillzone ist außerdem nicht für jedes Lebensmittel notwendig.

Bei Feuerplatten lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Ausrichtung. Öl und Fett sollten sich nicht unkontrolliert an einer ungünstigen Stelle sammeln. Wie die Platte eingerichtet und betrieben werden soll, richtet sich nach ihrer Konstruktion.

Zum sicheren Grillplatz gehört außerdem genügend Abstand zu brennbaren Gegenständen. Verpackungen, Küchenpapier, trockene Pflanzen, Polster, Holzvorräte oder andere leicht entzündliche Materialien haben unmittelbar neben einer offenen Grillstelle nichts verloren.

Ein passendes Löschgerät sollte erreichbar sein, bevor etwas passiert. Ein Feuerlöscher, der irgendwo im Keller steht und dessen Bedienung niemand kennt, hilft im entscheidenden Moment nur begrenzt.

Entscheidend ist, wann du nicht mehr selbst eingreifen solltest

Ein kleiner Entstehungsbrand kann unter geeigneten Bedingungen kontrollierbar sein. Sobald sich Flammen jedoch ausbreiten, Bauteile außerhalb des vorgesehenen Brennbereichs erfassen oder die sichere Bedienung des Grills nicht mehr möglich ist, sollte der eigene Löschversuch enden.

Das gilt besonders bei Gasgrills, wenn eine Gasflasche oder gasführende Bauteile durch das Feuer erhitzt werden.

Der wichtigste Fehler, den du vermeiden kannst, ist Wasser auf brennendes Fett zu geben. Danach kommt die richtige Vorbereitung: Fettablagerungen regelmäßig entfernen, Grill und Feuerplatte nicht unbeaufsichtigt betreiben, ausreichend Abstand zu brennbaren Gegenständen halten und ein für das vorhandene Risiko geeignetes Löschmittel bereithalten.

Wer außerdem weiß, wie sich die Energiezufuhr seines Grills schnell abschalten lässt, muss diese Schritte nicht erst suchen, wenn bereits Flammen entstehen.

Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich eine kleine Stichflamme einfach weiterbrennen lassen?

Ein kurzer Flammenschlag durch einen einzelnen Fetttropfen verschwindet häufig von selbst. Wird er größer oder tritt ständig erneut auf, solltest du das Grillgut aus der direkten Hitze nehmen und prüfen, ob sich Fett angesammelt hat.

Kann Salz einen Fettbrand auf dem Grill löschen?

Verlass dich nicht auf Salz oder andere Küchenmittel als reguläre Löschmethode. Bei einem größeren Brand müsstest du dich dem Feuer unnötig nähern. Sinnvoller ist ein geprüftes Löschgerät, das ausdrücklich für die betreffende Brandart vorgesehen ist.

Darf ich nach einem Fettbrand sofort weitergrillen?

Nein. Lass das Gerät zunächst vollständig abkühlen. Anschließend sollten Fettauffangsystem, Brennraum, Platte, Schläuche und andere betroffene Teile kontrolliert werden. Bei Schäden oder ungewöhnlichen Verformungen sollte der Grill vor der nächsten Nutzung fachgerecht geprüft werden.

Warum entstehen Fettbrände häufig beim Aufheizen oder Ausbrennen?

Dabei werden im Grill sehr hohe Temperaturen erreicht. Alte Fettablagerungen können sich stark erhitzen und schließlich entzünden. Deshalb sollten größere Rückstände vor einem intensiven Aufheiz- oder Reinigungszyklus entfernt werden.

Kann sich ein bereits gelöschter Fettbrand erneut entzünden?

Ja. Bleibt das Fett sehr heiß, kann es sich nach dem ersten Löschen erneut entzünden. Deshalb sollte die Wärmequelle abgeschaltet bleiben und der betroffene Bereich vollständig abkühlen.

Wann sollte ich bei einem Grillbrand die Feuerwehr rufen?

Spätestens wenn der Brand nicht sofort kontrollierbar ist, sich ausbreitet, Gebäude oder andere Gegenstände erfasst oder eine Gasflasche beziehungsweise Gasleitung durch die Hitze gefährdet wird. Dann Abstand halten, andere Personen warnen und 112 verständigen.

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