Zuerst klären, welche Last tatsächlich auf dem Untergrund steht
Vor der Planung lohnt sich ein Blick in die technischen Daten des Grillkamins. Betonmodelle wiegen häufig mehrere hundert Kilogramm. Rund 400 bis 500 Kilogramm sind bei größeren Gartengrillkaminen keineswegs ungewöhnlich.
Zum Eigengewicht können weitere Belastungen kommen:
- Grillrost und Zubehör
- Brennstoff im Feuerraum
- eventuell angebaute Seitentische
- zusätzliche Arbeitsplatten oder Erweiterungsmodule
- Verkleidungen, die erst beim Aufbau angebracht werden
Für die Beurteilung des Untergrundes ist außerdem nicht nur das Gesamtgewicht interessant. Entscheidend ist auch, über welche Fläche dieses Gewicht in den Boden eingeleitet wird.
Ein Kamin mit 450 Kilogramm Gewicht und einer Grundfläche von etwa 1,10 × 0,65 Metern verteilt seine Last auf rund 0,72 Quadratmeter. Rein rechnerisch entspricht das ungefähr 625 Kilogramm je Quadratmeter. Diese Rechnung ersetzt keine statische Beurteilung, macht aber deutlich, warum lockerer Mutterboden keine geeignete Basis ist.
Problematisch sind vor allem Untergründe, die sich unterschiedlich setzen. Steht beispielsweise eine Seite auf gut verdichtetem Schotter und die andere auf nachgiebigem Boden, kann sich der Kamin mit der Zeit leicht neigen. Bereits kleine Bewegungen können bei einem hohen, starren Aufbau relevant werden.
Die Herstellerangaben zum Fundament beziehungsweise zur Stellfläche sollten deshalb immer zuerst geprüft werden. Manche Modelle dürfen auf einer ausreichend tragfähigen vorhandenen Fläche stehen, bei anderen empfiehlt sich eine gesonderte Betonplatte.
Der vorhandene Untergrund entscheidet über den Aufbau
Nicht jeder Standort verlangt automatisch dasselbe Fundament. Eine vorhandene massive Betonfläche ist anders zu beurteilen als eine Rasenfläche oder eine Terrasse auf lose verlegten Platten.
Gewachsener Gartenboden
Auf Erde oder Rasen sollte ein schwerer Grillkamin nicht direkt stehen. Die obere Bodenschicht enthält Humus und kann Wasser aufnehmen, austrocknen, zusammensacken oder durch Frost bewegt werden.
Für eine neue Stellfläche wird deshalb in der Regel zunächst Boden ausgehoben. Anschließend entsteht ein tragfähiger Unterbau, beispielsweise aus geeignetem Mineralgemisch oder Frostschutzmaterial, das lagenweise verdichtet wird. Darauf kann abhängig von Konstruktion und Herstelleranforderung eine Betonplatte hergestellt werden.
Pflasterfläche oder Terrasse
Bei Pflastersteinen kommt es vor allem auf das an, was darunter liegt. Optisch sauber verlegte Steine sagen wenig über die Tragfähigkeit des Unterbaus aus.
Eine fachgerecht aufgebaute Fläche mit verdichtetem Untergrund kann einen Grillkamin grundsätzlich tragen, sofern die Belastbarkeit ausreicht und der Hersteller diese Art der Aufstellung zulässt. Dünne Platten auf wenig Splitt über Gartenboden sind dagegen erheblich kritischer.
Wer den Aufbau einer vorhandenen Terrasse nicht kennt, sollte gerade bei einem mehrere hundert Kilogramm schweren Kamin genauer hinsehen.
Vorhandene Betonplatte
Eine intakte, ausreichend dimensionierte und tragfähig gegründete Betonplatte bietet häufig gute Voraussetzungen. Entscheidend sind jedoch Zustand, Dicke und Unterbau.
Risse, abgesunkene Bereiche oder deutlich unterschiedliche Höhen sind Warnzeichen. Eine unebene Platte sollte nicht dadurch „korrigiert“ werden, dass einzelne Kaminteile provisorisch mit Holzstücken oder ähnlichen Materialien unterlegt werden.
Vorhandener Untergrund |
Worauf besonders achten? |
|---|---|
Rasen oder Mutterboden |
Bodenaustausch und tragfähigen Unterbau einplanen |
Pflaster |
Aufbau und Verdichtung unter den Steinen prüfen |
Terrassenplatten |
Tragfähigkeit und vollflächige Unterstützung kontrollieren |
Betonplatte |
Zustand, Ebenheit, Dicke und Unterbau beurteilen |
Aufgeschütteter Boden |
Setzungsrisiko besonders sorgfältig prüfen |
Frost kann eine eigentlich stabile Fläche verschieben
Ein Fundament muss nicht nur das Gewicht des Grillkamins aufnehmen. Es muss seine Form auch über mehrere Winter möglichst zuverlässig behalten.
Problematisch wird es, wenn Wasser im Boden gefriert. Beim Gefrieren vergrößert sich sein Volumen. Unter ungünstigen Bedingungen kann dadurch Boden angehoben werden. Beim Auftauen bewegt er sich wieder zurück – allerdings nicht zwingend überall gleich stark.
Für einen Grillkamin ist gerade diese ungleichmäßige Bewegung ungünstig. Der Aufbau besteht häufig aus mehreren miteinander verbundenen Betonbauteilen. Wird die Basis einseitig angehoben oder setzt sie sich später wieder, entstehen Spannungen.
Eine pauschale Fundamenttiefe lässt sich deshalb nicht sinnvoll für jeden Garten festlegen. Die erforderliche Konstruktion hängt unter anderem ab von:
- regionalen Frostbedingungen
- Bodenart
- Wasserführung im Boden
- Größe der Fundamentfläche
- Gewicht des Grillkamins
- vorhandener Befestigung der Fläche
- Herstelleranforderungen
Bei kleineren Flächen kann ein ausreichend dimensionierter, gut verdichteter und wasserdurchlässiger Unterbau bereits einen wichtigen Beitrag leisten. Bei dauerhaft angelegten Betonplatten können zusätzlich Frostschutzschichten oder eine tiefer geführte Frostschürze sinnvoll sein.
Gerade bei bindigen, feuchten Böden wie Lehm oder Ton sollte das Thema nicht unterschätzt werden. Solche Böden können Wasser stärker halten als gut wasserdurchlässige Untergründe.
So entsteht eine belastbare Stellfläche
Wie das Fundament konkret ausgeführt wird, richtet sich nach dem Modell und den örtlichen Bedingungen. Der grundsätzliche Aufbau lässt sich dennoch in einige Arbeitsschritte gliedern.
1. Maße des Grillkamins bestimmen
Die Fundamentfläche sollte sich an der tatsächlichen Grundfläche orientieren und nicht kleiner als die Standfläche des Kamins ausfallen. Ein kleiner Überstand erleichtert den Aufbau und verhindert, dass Kanten unmittelbar am Rand der Platte stehen.
Auch Seitentische oder Erweiterungselemente müssen berücksichtigt werden.
2. Nicht tragfähigen Boden entfernen
Humus, lockere Erde und andere wenig tragfähige Schichten gehören nicht unter eine dauerhaft belastete Fundamentplatte. Wie tief ausgehoben werden muss, hängt vom vorhandenen Boden und dem geplanten Aufbau ab.
3. Tragfähigen Unterbau herstellen
Geeignetes Mineralgemisch beziehungsweise Frostschutzmaterial wird nicht einfach in voller Höhe eingefüllt. Besser ist es, mehrere dünnere Schichten einzubauen und jeweils sorgfältig zu verdichten.
Schlechte Verdichtung ist eine häufige Ursache späterer Setzungen.
4. Betonplatte passend dimensionieren
Einige Hersteller von Beton-Grillkaminen nennen beispielsweise eine mindestens rund zehn Zentimeter starke, feste Stellfläche aus Beton oder geeigneten Steinflächen. Das ist jedoch keine allgemeingültige Fundamentvorgabe für jedes Modell und jeden Boden.
Bei einer neu hergestellten Betonplatte müssen Belastung, Unterbau und örtliche Bedingungen gemeinsam betrachtet werden. Je nach Größe und Belastung kann außerdem eine Bewehrung sinnvoll sein.
5. Oberfläche exakt ausrichten
Die fertige Fläche sollte möglichst eben und waagerecht sein. Das lässt sich vor dem Aufbau mit einer ausreichend langen Wasserwaage in mehreren Richtungen kontrollieren.
Dieser Schritt klingt banal, wird aber spätestens beim Zusammensetzen eines rund zwei Meter hohen Kamins deutlich sichtbar. Ein Fehler an der Bodenplatte setzt sich nach oben fort.
Häufige Fehler lassen sich schon vor dem Aufbau vermeiden
Viele Probleme entstehen nicht durch den Grillkamin selbst, sondern durch eine zu knapp geplante Basis.
Ein Klassiker ist die Annahme, vorhandene Terrassenplatten würden das Gewicht schon tragen. Entscheidend ist aber nicht nur die Platte, sondern der komplette Aufbau darunter.
Ebenfalls ungünstig ist es, den Kamin direkt auf frisch aufgeschütteten und nur oberflächlich verdichteten Boden zu stellen. Solche Bereiche können sich über Monate weiter setzen.
Vor dem Aufbau lohnt sich deshalb diese kurze Kontrolle:
- Ist das genaue Gewicht des Modells bekannt?
- Sind Grundfläche und zusätzliche Seitenteile berücksichtigt?
- Ist der vorhandene Untergrund dauerhaft tragfähig?
- Wurde lockerer Oberboden entfernt?
- Ist der Unterbau ausreichend verdichtet?
- Kann Wasser unter beziehungsweise neben der Fläche ablaufen?
- Wurde Frost bei der Konstruktion berücksichtigt?
- Ist die Oberfläche in beide Richtungen waagerecht?
- Entspricht die Stellfläche den Vorgaben des Herstellers?
- Ist der endgültige Standort bereits festgelegt?
Gerade der letzte Punkt verdient Beachtung. Einen montierten Grillkamin mit mehreren hundert Kilogramm Gewicht nachträglich um einen Meter zu verschieben, ist keine angenehme Wochenendbeschäftigung.
Eine solide Basis spart spätere Korrekturen
Bei einem Grillkamin lohnt es sich, den Untergrund genauso sorgfältig zu planen wie den eigentlichen Standort. Das hohe Gewicht verlangt eine tragfähige und gleichmäßig belastbare Fläche, während Frost und Bodenfeuchte darüber entscheiden können, ob diese Fläche langfristig eben bleibt.
Welche Fundamentkonstruktion erforderlich ist, lässt sich deshalb nicht allein aus dem Kamingewicht ableiten. Bodenverhältnisse, vorhandene Terrasse, Entwässerung und Herstelleranforderungen gehören immer mit in die Betrachtung. Bei schwierigen Böden, besonders schweren Konstruktionen oder Unsicherheit über eine bestehende Fläche ist eine fachliche Beurteilung sinnvoll. Ein Fundament ist deutlich leichter anzupassen, solange der mehrere hundert Kilogramm schwere Kamin noch nicht darauf steht.




