So lässt du einen Kaminofen richtig ausgehen
Wenn du weißt, dass du den Ofen nicht weiter betreiben möchtest, beginnt das Ausschalten eigentlich schon beim letzten Nachlegen. Statt noch einmal mehrere Scheite einzulegen, lässt du die vorhandene Holzauflage vollständig herunterbrennen.
Der Ablauf ist unkompliziert:
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Kein weiteres Brennholz nachlegen.
Lass die letzte Holzauflage normal abbrennen. -
Die Feuerraumtür geschlossen halten.
Der Kaminofen ist für den Betrieb mit geschlossener Tür konstruiert. Dadurch bleibt die Verbrennung kontrollierbar. -
Die Luftzufuhr entsprechend der Bedienungsanleitung einstellen.
Während Holz und Holzkohle noch verbrennen, benötigen sie Sauerstoff. Die Luftzufuhr sollte deshalb nicht einfach vollständig abgeschnitten werden. -
Glut vollständig abbrennen lassen.
Auch wenn keine Flammen mehr sichtbar sind, kann sich im Brennraum noch aktive Glut befinden. -
Luftregler erst nach dem vollständigen Abbrand schließen, sofern der Hersteller dies vorsieht.
Bei einem nicht betriebenen Kaminofen können geschlossene Luft- und gegebenenfalls Abgasklappen verhindern, dass unnötig warme Raumluft durch den Ofen und Schornstein entweicht.
Wie Primärluft, Sekundärluft oder ein zentraler Luftregler während der letzten Abbrandphase stehen sollen, lässt sich allerdings nicht für jeden Kaminofen identisch beantworten. Die Konstruktionen unterscheiden sich deutlich. Maßgeblich bleibt deshalb immer die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts.
Diese Fehler solltest du beim Ausbrennen vermeiden
Ein Kaminofen lässt sich nicht wie eine elektrische Heizung einfach ausschalten. Sobald Brennholz entzündet ist, muss der Brennstoff kontrolliert weiterverbrennen. Einige vermeintlich schnelle Methoden verschlechtern diesen Prozess eher.
Die Luftzufuhr nicht abrupt vollständig schließen
Es klingt zunächst logisch: Wenn Feuer Sauerstoff braucht, müsste das vollständige Schließen der Luftzufuhr die Flammen schnell beseitigen.
Bei einem Holzfeuer ist genau das problematisch.
Wird einem noch brennenden Holzscheit zu wenig Sauerstoff zur Verfügung gestellt, kann die Verbrennung unvollständig werden. Das Holz glimmt dann möglicherweise weiter, statt sauber abzubrennen. Dabei können verstärkt Rauch, Ruß und weitere Verbrennungsprodukte entstehen.
Ein dauerhaft stark gedrosselter Abbrand kann außerdem Ablagerungen im Brennraum, Ofenrohr und Schornstein fördern. Besonders ungünstig sind teerartige Rückstände und sogenannter Glanzruß, da solche Ablagerungen brennbar sein können.
Die Luftregelung dient deshalb nicht als einfacher Ein-Aus-Schalter.
Das Feuer nicht mit Wasser löschen
Eine Schüssel Wasser über die letzten Holzscheite zu gießen, ist ebenfalls keine geeignete Methode für das normale Beenden des Heizbetriebs.
Kaminöfen und ihre Feuerraumauskleidung erreichen während des Betriebs hohe Temperaturen. Kaltes Wasser führt zu einem sehr schnellen Temperaturwechsel und kann Bauteile stark beanspruchen. Gleichzeitig entstehen Wasserdampf, nasse Asche und Feuchtigkeit im Brennraum.
Auch Hersteller weisen bei Betriebsstörungen teilweise ausdrücklich darauf hin, einen Abbrand nicht mit Wasser zu löschen, sondern das Feuer bei geschlossener Tür kontrolliert ausbrennen zu lassen.
Für das normale Ende eines Heizvorgangs gibt es ohnehin keinen Grund, Wasser einzusetzen: Rechtzeitig nicht mehr nachlegen reicht aus.
Die Feuerraumtür nicht offen stehen lassen
Eine geöffnete Tür führt dem Feuer sehr viel Sauerstoff zu. Dadurch lässt sich der Abbrand nicht zuverlässig steuern und das Holz kann deutlich heftiger verbrennen als vorgesehen.
Hinzu kommt das Risiko von Funkenflug oder herausfallenden Glutstücken.
Soll die letzte Holzauflage abbrennen, bleibt die Feuerraumtür daher geschlossen.
Glut nicht zu früh als „aus“ betrachten
Keine Flamme bedeutet nicht automatisch kein Feuer.
Unter einer dünnen Ascheschicht können noch Stunden später Glutstücke vorhanden sein. Vor allem größere Holzkohlereste speichern lange Wärme.
Das spielt beispielsweise eine Rolle, wenn du Asche entfernen möchtest. Heiße oder glimmende Asche gehört niemals direkt in Kunststoffbehälter, Papiertüten oder andere brennbare Behältnisse.
Warum ein langsames Herunterbrennen meist besser ist
Bei der Holzverbrennung laufen verschiedene Phasen ab. Zunächst wird das Holz erwärmt und vorhandene Feuchtigkeit verdampft. Danach werden brennbare Gase aus dem Holz freigesetzt und verbrannt. Am Ende bleibt vor allem Holzkohle zurück, die als Glut weiterreagiert.
Gerade diese letzte Phase wird häufig unterschätzt.
Situation |
Sinnvolle Vorgehensweise |
|---|---|
Du möchtest nicht weiterheizen |
Kein Holz mehr nachlegen |
Es sind noch deutliche Flammen vorhanden |
Feuerraumtür geschlossen halten und regulär abbrennen lassen |
Nur noch Glut vorhanden |
Glut kontrolliert weiter abbrennen lassen |
Feuer und Glut vollständig erloschen |
Luftregler nach Herstellervorgabe schließen |
Du möchtest Asche entfernen |
Erst nach ausreichender Abkühlung |
Es liegt eine Störung oder Überhitzung vor |
Bedienungsanleitung beachten und gegebenenfalls Fachhilfe holen |
Ein sauberer Abbrand bedeutet nicht, dass du möglichst schnell jede Flamme beseitigen musst. Entscheidend ist vielmehr, dass der verbleibende Brennstoff unter geeigneten Bedingungen vollständig verbrennen kann.
Deshalb ist auch das sogenannte „Dauerheizen“ mit extrem wenig Luft keine gute Methode, um eine Holzauflage möglichst lange am Glimmen zu halten. Moderne Scheitholzöfen sind grundsätzlich für einen bestimmten Brennstoffdurchsatz und definierte Luftmengen ausgelegt.
Was du vor dem Schlafengehen beachten solltest
Viele Kaminofenbesitzer möchten am Abend noch einmal Holz nachlegen und anschließend ins Bett gehen. Genau hier lohnt sich etwas Planung.
Wenn du kurz vor dem Schlafengehen eine große Holzauflage einlegst, läuft der Ofen möglicherweise noch längere Zeit mit hoher Leistung. Plane den letzten Abbrand deshalb frühzeitig und beachte die Aufsichtsvorgaben deiner Bedienungsanleitung. Dass das Holz weitgehend heruntergebrannt ist oder keine Flammen mehr sichtbar sind, erlaubt noch nicht automatisch, den brennenden Ofen unbeaufsichtigt zu lassen.
Wichtig ist außerdem: Ein Kaminofen sollte nicht dadurch auf „Nachtbetrieb“ gebracht werden, dass du eine große Menge Holz einlegst und anschließend die Luftzufuhr stark reduzierst. Ein solcher Schwelbetrieb kann eine unvollständige Verbrennung fördern.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen außerdem luftabsaugende Geräte. Dunstabzugshauben, Abluftanlagen und manche Lüftungssysteme können im Gebäude Unterdruck erzeugen. Bei raumluftabhängigen Feuerstätten könnte dadurch die sichere Abgasführung beeinträchtigt werden. Welche Kombination zulässig ist, hängt von der Anlage und vorhandenen Sicherheitseinrichtungen ab.
Ein Kohlenmonoxidmelder kann eine zusätzliche Sicherheitsebene bieten, ersetzt aber weder einen fachgerecht installierten Kaminofen noch einen geeigneten Schornstein oder die korrekte Bedienung.
Wenn das Feuer ungewöhnlich reagiert
Ein normal herunterbrennendes Kaminfeuer wird nach und nach kleiner. Die Flammen verschwinden, die Glut nimmt ab und der Ofen kühlt anschließend langsam aus.
Anders sieht es aus, wenn beispielsweise ungewöhnlich starke Flammen auftreten, der Ofen extrem heiß wird, Rauch in den Raum gelangt oder ungewöhnliche Geräusche aus Ofen beziehungsweise Schornstein zu hören sind.
Dann handelt es sich nicht mehr um das normale Ausgehenlassen.
Bei einer Störung solltest du nicht improvisieren, sondern die dafür vorgesehenen Sicherheitsanweisungen deines Ofenherstellers befolgen. Kontrolliertes Ausbrennen bei geschlossener Tür kann für bestimmte Störungen vorgesehen sein. Bei starker Überhitzung oder Brandverdacht darfst du daraus jedoch nicht ableiten, einfach abzuwarten: Bringe dich in Sicherheit und rufe im Notfall die 112.
Bei Abgasaustritt oder CO-Verdacht müssen alle Personen sofort ins Freie. Rufe von draußen die 112 und betrete den Gefahrenbereich nicht erneut. Verzögere das Verlassen nicht durch Lüftungs- oder Reparaturversuche. Das gilt auch bei Verdacht auf einen Schornsteinbrand; lösche diesen niemals mit Wasser. Eine erneute Nutzung kommt erst nach fachlicher Prüfung und Freigabe infrage.
Auch ein auffällig schlecht brennender Ofen verdient Aufmerksamkeit. Wiederkehrender Rauch, stark verrußte Scheiben oder ungewöhnlich viele Ablagerungen können beispielsweise auf ungeeignetes beziehungsweise zu feuchtes Brennholz, eine falsche Luftregelung oder Probleme mit dem Schornsteinzug hinweisen.
Das richtige Ende beginnt beim letzten Holzscheit
Einen Kaminofen auszuschalten bedeutet in den meisten Fällen schlicht, rechtzeitig kein Holz mehr nachzulegen. Die vorhandenen Scheite und die anschließend entstehende Glut dürfen kontrolliert abbrennen. Die Feuerraumtür bleibt dabei geschlossen, während die Luftzufuhr entsprechend den Vorgaben des Herstellers eingestellt wird.
Vermeiden solltest du vor allem das vollständige Ersticken eines noch aktiven Holzfeuers, das Löschen mit Wasser und das Offenlassen der Feuerraumtür. Ebenso wichtig ist es, verbliebene Glut nicht zu unterschätzen. Erst wenn der Abbrand wirklich beendet und der Ofen ausreichend abgekühlt ist, sind Arbeiten wie das Entfernen der Asche sinnvoll.



