Kaminofen nachrüsten: Kosten für Feinstaubfilter im Überblick

Kaminofen nachrüsten: Kosten für Feinstaubfilter im Überblick

Wer einen älteren Kaminofen weiterbetreiben möchte, stößt schnell auf das Thema Feinstaubfilter. Dabei entsteht leicht der Eindruck, jeder ältere Ofen müsse einfach mit einem Filter versehen werden und könne anschließend unbegrenzt weiterlaufen. Ganz so einfach ist es nicht. Zuerst muss geklärt werden, ob der Kaminofen die vorgeschriebenen Emissionswerte bereits einhält, ob ein entsprechender Nachweis vorhanden ist und ob eine Ausnahme von den Übergangsregelungen greift.

Erst wenn eine Nachrüstung tatsächlich erforderlich oder zur Emissionsminderung gewünscht ist, stellt sich die Kostenfrage. Dafür müssen der geeignete Abscheider, notwendige Einbauteile, Montage, Stromversorgung und mögliche Anpassungen am Rauchrohr oder Schornstein gemeinsam betrachtet werden.

Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf den Preis des Filters zu schauen, sondern die komplette Feuerungsanlage zu betrachten. Bei manchen Öfen ist die Nachrüstung sinnvoll, bei anderen kann ein Austausch wirtschaftlich vernünftiger sein.

Was kostet ein Feinstaubfilter für einen Kaminofen?

Bei aktuellen Nachrüstsystemen solltest du nicht mit einem pauschalen Preis rechnen. Entscheidend sind Bauart, Einbauort, Rauchrohrdurchmesser, vorhandener Stromanschluss und der Aufwand für die Montage.

Der Gerätepreis gilt nur für den konkret angebotenen Staubabscheider und seinen Lieferumfang. Prüfe, ob die für deine Anlage benötigten Einbauteile enthalten sind. Einbauort, Rohrdurchmesser und vorhandene Stromversorgung bestimmen mit, welche weiteren Leistungen erforderlich werden.

Trenne bei der Angebotsanfrage einmalige und laufende Kosten:

Kostenpunkt

Was im Angebot oder Betrieb zu klären ist

Filtergerät

Geeignetes Modell und vollständiger Lieferumfang

Einbau und Montage

Einbauteile, Arbeitszeit, Anfahrt und gegebenenfalls Zugang zum Dach

Stromversorgung

Vorhandener Anschluss oder zusätzliche Elektroarbeiten

Anpassungen am Rauchrohr oder Schornstein

Passende Rohrteile, Einbauraum und Reinigungszugang

Prüfung und Nachweise

Erforderliche Unterlagen und Prüfung der konkreten Nachrüstung

Reinigung und Wartung

Vorgaben des Systems und zusätzlicher Arbeitsaufwand

Laufender Betrieb

Stromverbrauch, Nutzungsdauer und mögliche Ersatzteile

Erst nach Prüfung der Einbausituation lässt sich ein vollständiger Preis anbieten. Halte laufende Kosten dabei getrennt von der einmaligen Investition.

Ein Angebot nur für den Abscheider lässt beispielsweise offen, wer Montage und Elektroanschluss übernimmt. Müssen zusätzlich Rauchrohr, Reinigungszugang oder Schornstein angepasst werden, gehören diese Arbeiten ebenfalls in die Kalkulation.

Ältere Internetpreise für einfache Filtereinsätze sind keine verlässliche Grundlage für eine heute erforderliche Nachrüstung. Zuerst muss feststehen, dass das konkrete System für die Feuerungsanlage und den benötigten Nachweis geeignet ist.

Wann braucht ein alter Kaminofen überhaupt einen Filter?

Die entscheidende Grundlage für viele ältere Kaminöfen ist die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung. Sie betrifft unter anderem Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden.

Für solche Anlagen gelten grundsätzlich folgende Werte:

  • Staub: höchstens 0,15 g/m³
  • Kohlenmonoxid: höchstens 4 g/m³

Kann nachgewiesen werden, dass der Kaminofen diese Werte einhält, ist allein wegen seines Alters keine Filter-Nachrüstung erforderlich.

Der Nachweis kann insbesondere über eine entsprechende Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers oder über eine dafür vorgesehene Messung durch einen Schornsteinfeger erfolgen.

Für Öfen, bei denen dieser Nachweis nicht geführt werden konnte, galten gestaffelte Übergangsfristen:

Datum auf dem Typschild

Frist für Nachrüstung oder Außerbetriebnahme

bis 31.12.1974 oder Datum nicht feststellbar

31.12.2014

01.01.1975 bis 31.12.1984

31.12.2017

01.01.1985 bis 31.12.1994

31.12.2020

01.01.1995 bis 21.03.2010

31.12.2024

Die letzte dieser Übergangsfristen ist damit inzwischen ebenfalls abgelaufen.

Das bedeutet aber nicht, dass seit 2025 jeder Kaminofen aus den Jahren 1995 bis 2010 verboten wäre. Kann die Einhaltung der vorgeschriebenen Werte nachgewiesen werden oder fällt die Feuerstätte unter eine gesetzliche Ausnahme, kann die Situation anders aussehen.

Zu den ausdrücklich geregelten Ausnahmen gehören beispielsweise bestimmte Grundöfen, offene Kamine, bestimmte nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen sowie historische Feuerstätten, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.

Bei eingemauerten Kamin- oder Kachelofeneinsätzen gelten wiederum besondere Vorgaben. Deshalb ist das Baujahr allein keine ausreichende Grundlage für die Entscheidung, ob ein Filter benötigt wird.

Welcher Feinstaubfilter eignet sich für die Nachrüstung?

Im Zusammenhang mit Kaminöfen werden unterschiedliche Begriffe verwendet: Feinstaubfilter, Partikelabscheider, Staubabscheider, Elektrofilter oder Katalysator. Technisch ist das jedoch nicht alles dasselbe.

Für eine Nachrüstung, mit der die Anforderungen an eine Einrichtung zur Reduzierung der Staubemissionen erfüllt werden sollen, spielen insbesondere elektrostatische Staubabscheider eine Rolle.

Das Prinzip ist vergleichsweise einfach: Die mit dem Abgas transportierten Partikel werden elektrisch geladen. Anschließend lagern sie sich an einer dafür vorgesehenen Fläche im Rauchgasweg oder Schornstein ab. Dort entsteht gröberer Staub, der bei der Reinigung entfernt werden kann.

Je nach Konstruktion sitzt der Abscheider beispielsweise:

  • im Rauchrohr,
  • innerhalb der Abgasanlage,
  • in einem speziellen Rohrstück,
  • oder im Bereich der Schornsteinmündung.

Für den Betrieb benötigen elektrostatische Systeme elektrische Energie. Die Leistungsaufnahme ist bei kleinen Anlagen meist überschaubar, sodass die Stromkosten gegenüber den Anschaffungs- und Montagekosten eine eher geringe Rolle spielen.

Wichtiger ist die technische Eignung des konkreten Systems. Ein vorhandenes Prüfzeichen oder eine bauaufsichtliche Zulassung sollte dabei nicht vorschnell mit dem Nachweis gleichgesetzt werden, dass sämtliche Anforderungen der 1. BImSchV automatisch erfüllt sind.

Für eine Nachrüstung im Zusammenhang mit § 26 sollte der Abscheider nachweislich eine ausreichende Staubminderung erreichen. Das Umweltbundesamt nennt hierfür einen Abscheidegrad von mindestens 50 Prozent als Orientierung für den Stand der Technik und empfiehlt aus Umweltgesichtspunkten höhere Werte von mehr als 65 Prozent.

Auch ein Katalysator ist nicht automatisch ein Ersatz für einen geeigneten Staubabscheider. Katalysatoren können vor allem bestimmte gasförmige Bestandteile im Abgas reduzieren. Ihre Wirkung auf die Staubemissionen reicht als alleinige Lösung nicht zwangsläufig aus.

Welche zusätzlichen Kosten werden schnell vergessen?

Der Preis im Onlineshop ist selten die komplette Rechnung. Bei einer Nachrüstung müssen mehrere Punkte zusammenpassen.

Montage und Anpassung der Abgasanlage

Nicht jeder Abscheider lässt sich einfach zwischen zwei vorhandene Rauchrohre setzen. Je nach System werden bestimmte Abstände, Rohrdurchmesser und zugängliche Reinigungsbereiche benötigt.

Ist die vorhandene Anlage dafür ungünstig aufgebaut, können Umbauten notwendig werden.

Stromversorgung

Elektrostatische Abscheider benötigen einen Stromanschluss. Ist am vorgesehenen Montageort keiner vorhanden, können zusätzliche Elektroarbeiten entstehen.

Bei einem Abscheider auf dem Schornstein kann der Aufwand deutlich anders ausfallen als bei einem Gerät direkt im Bereich des Kaminofens.

Reinigung und Wartung

Der abgeschiedene Staub verschwindet nicht. Er sammelt sich im System beziehungsweise an den vorgesehenen Abscheideflächen und muss entfernt werden.

Wie häufig das erforderlich ist, hängt unter anderem vom Gerät, der Nutzung des Ofens und der verbrannten Holzmenge ab. Deshalb sollten vor dem Kauf auch die Vorgaben zur Wartung und Reinigung geprüft werden.

Prüfung der gesamten Feuerungsanlage

Vor einer Nachrüstung sollte außerdem geklärt werden, ob der bestehende Kaminofen und die Abgasanlage technisch überhaupt noch in einem geeigneten Zustand sind.

Stehen größere Reparaturen am Ofen an, müssen sie in den Vergleich mit einem Austausch einfließen. Ein Abscheider behebt solche Schäden nicht.

Filter nachrüsten oder lieber den Kaminofen ersetzen?

Bei einem gut erhaltenen Ofen kann eine Nachrüstung durchaus interessant sein. Besonders bei hochwertigen oder baulich schwer zu ersetzenden Feuerstätten kann es sinnvoll sein, die bestehende Anlage weiterzuverwenden.

Bei einem einfachen, deutlich gealterten Kaminofen sollte dagegen gerechnet werden.

Vergleiche die vollständige Nachrüstung einschließlich Montage, Elektroarbeiten, Anpassungen und absehbarer Reparaturen mit einem technisch passenden Austausch. Berücksichtige bei beiden Varianten auch Prüfung, Reinigung, Wartung und den erwarteten weiteren Betrieb.

Dann sollte man mehrere Faktoren gegenüberstellen:

Für eine Nachrüstung spricht:

  • der vorhandene Ofen ist technisch in gutem Zustand,
  • Ersatz wäre baulich schwierig,
  • das Modell soll bewusst erhalten bleiben,
  • der notwendige Abscheider lässt sich unkompliziert integrieren.

Für einen Austausch spricht eher:

  • der Kaminofen ist ohnehin stark verschlissen,
  • weitere Reparaturen sind absehbar,
  • die Nachrüstung verursacht umfangreiche Umbauten,
  • die Gesamtkosten liegen bereits nahe an einer wirtschaftlich sinnvollen Neuanschaffung.

Die reine Rechnung „Filter ist günstiger als neuer Ofen“ greift deshalb zu kurz. Entscheidend sind immer die Gesamtkosten und der Zustand der vorhandenen Anlage.

Erst prüfen, dann Geld in die Nachrüstung stecken

Bei Feinstaubfiltern für Kaminöfen liegt der entscheidende Schritt vor dem Kauf. Zuerst sollte feststehen, ob dein Kaminofen tatsächlich nachgerüstet werden muss und welches System für die vorhandene Feuerungs- und Abgasanlage geeignet ist.

Bei einem technisch guten oder schwer ersetzbaren Ofen kann eine Nachrüstung sinnvoll sein. Bei einem verschlissenen Gerät solltest du vollständige Angebote für Nachrüstung und Austausch gegenüberstellen. Wenn die zusätzliche Feuerstätte entbehrlich ist, kann auch die Außerbetriebnahme eine Alternative sein; eine pauschal günstigste Lösung gibt es nicht.

Beziehe den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger deshalb möglichst ein, bevor ein bestimmter Abscheider gekauft oder die Abgasanlage verändert wird. Das verhindert vor allem einen teuren Fehlkauf.

Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich einen Feinstaubfilter selbst in meinen Kaminofen einbauen?

Das hängt vom System ab, bei einer für den Weiterbetrieb relevanten Nachrüstung sollte die Planung und Montage jedoch mit Fachbetrieb und zuständigem Schornsteinfeger abgestimmt werden. Veränderungen am Rauchgasweg sind sicherheitsrelevant.

Wie viel Strom verbraucht ein elektrostatischer Staubabscheider?

Der Verbrauch hängt vom Modell ab. Bei kleinen Systemen liegt die elektrische Leistungsaufnahme teilweise nur im niedrigen zweistelligen Wattbereich. Die Stromkosten sind deshalb meist deutlich geringer als Anschaffung und Montage.

Muss ein Feinstaubabscheider regelmäßig gereinigt werden?

Ja. Die abgeschiedenen Partikel sammeln sich im Rauchgasweg beziehungsweise an den Abscheideflächen. Die vorgeschriebenen Reinigungs- und Wartungsintervalle des jeweiligen Systems müssen eingehalten werden.

Reduziert ein Feinstaubfilter auch Kohlenmonoxid?

Ein elektrostatischer Staubabscheider ist in erster Linie für Partikel beziehungsweise Staub vorgesehen. Er löst ein mögliches CO-Problem eines schlecht verbrennenden Ofens nicht automatisch.

Reicht eine DIBt-Zulassung für den Weiterbetrieb meines Kaminofens aus?

Nicht automatisch. Eine bauaufsichtliche Zulassung beziehungsweise Bauartgenehmigung behandelt insbesondere baurechtliche und sicherheitstechnische Anforderungen. Ob die konkrete Nachrüstung die immissionsschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt, muss separat betrachtet werden.

Kann ein Feinstaubfilter auch freiwillig nachgerüstet werden?

Ja. Ein Staubabscheider kann auch bei einem Ofen eingesetzt werden, der die vorgeschriebenen Grenzwerte bereits erfüllt. Damit lässt sich die Partikelemission weiter reduzieren, sofern ein geeignetes und für die Anlage vorgesehenes System verwendet wird.

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