Was kostet ein Feinstaubfilter für einen Kaminofen?
Bei aktuellen Nachrüstsystemen solltest du nicht mit einem pauschalen Preis rechnen. Entscheidend sind Bauart, Einbauort, Rauchrohrdurchmesser, vorhandener Stromanschluss und der Aufwand für die Montage.
Der Gerätepreis gilt nur für den konkret angebotenen Staubabscheider und seinen Lieferumfang. Prüfe, ob die für deine Anlage benötigten Einbauteile enthalten sind. Einbauort, Rohrdurchmesser und vorhandene Stromversorgung bestimmen mit, welche weiteren Leistungen erforderlich werden.
Trenne bei der Angebotsanfrage einmalige und laufende Kosten:
Kostenpunkt |
Was im Angebot oder Betrieb zu klären ist |
|---|---|
Filtergerät |
Geeignetes Modell und vollständiger Lieferumfang |
Einbau und Montage |
Einbauteile, Arbeitszeit, Anfahrt und gegebenenfalls Zugang zum Dach |
Stromversorgung |
Vorhandener Anschluss oder zusätzliche Elektroarbeiten |
Anpassungen am Rauchrohr oder Schornstein |
Passende Rohrteile, Einbauraum und Reinigungszugang |
Prüfung und Nachweise |
Erforderliche Unterlagen und Prüfung der konkreten Nachrüstung |
Reinigung und Wartung |
Vorgaben des Systems und zusätzlicher Arbeitsaufwand |
Laufender Betrieb |
Stromverbrauch, Nutzungsdauer und mögliche Ersatzteile |
Erst nach Prüfung der Einbausituation lässt sich ein vollständiger Preis anbieten. Halte laufende Kosten dabei getrennt von der einmaligen Investition.
Ein Angebot nur für den Abscheider lässt beispielsweise offen, wer Montage und Elektroanschluss übernimmt. Müssen zusätzlich Rauchrohr, Reinigungszugang oder Schornstein angepasst werden, gehören diese Arbeiten ebenfalls in die Kalkulation.
Ältere Internetpreise für einfache Filtereinsätze sind keine verlässliche Grundlage für eine heute erforderliche Nachrüstung. Zuerst muss feststehen, dass das konkrete System für die Feuerungsanlage und den benötigten Nachweis geeignet ist.
Wann braucht ein alter Kaminofen überhaupt einen Filter?
Die entscheidende Grundlage für viele ältere Kaminöfen ist die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung. Sie betrifft unter anderem Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden.
Für solche Anlagen gelten grundsätzlich folgende Werte:
- Staub: höchstens 0,15 g/m³
- Kohlenmonoxid: höchstens 4 g/m³
Kann nachgewiesen werden, dass der Kaminofen diese Werte einhält, ist allein wegen seines Alters keine Filter-Nachrüstung erforderlich.
Der Nachweis kann insbesondere über eine entsprechende Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers oder über eine dafür vorgesehene Messung durch einen Schornsteinfeger erfolgen.
Für Öfen, bei denen dieser Nachweis nicht geführt werden konnte, galten gestaffelte Übergangsfristen:
Datum auf dem Typschild |
Frist für Nachrüstung oder Außerbetriebnahme |
|---|---|
bis 31.12.1974 oder Datum nicht feststellbar |
31.12.2014 |
01.01.1975 bis 31.12.1984 |
31.12.2017 |
01.01.1985 bis 31.12.1994 |
31.12.2020 |
01.01.1995 bis 21.03.2010 |
31.12.2024 |
Die letzte dieser Übergangsfristen ist damit inzwischen ebenfalls abgelaufen.
Das bedeutet aber nicht, dass seit 2025 jeder Kaminofen aus den Jahren 1995 bis 2010 verboten wäre. Kann die Einhaltung der vorgeschriebenen Werte nachgewiesen werden oder fällt die Feuerstätte unter eine gesetzliche Ausnahme, kann die Situation anders aussehen.
Zu den ausdrücklich geregelten Ausnahmen gehören beispielsweise bestimmte Grundöfen, offene Kamine, bestimmte nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen sowie historische Feuerstätten, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.
Bei eingemauerten Kamin- oder Kachelofeneinsätzen gelten wiederum besondere Vorgaben. Deshalb ist das Baujahr allein keine ausreichende Grundlage für die Entscheidung, ob ein Filter benötigt wird.
Welcher Feinstaubfilter eignet sich für die Nachrüstung?
Im Zusammenhang mit Kaminöfen werden unterschiedliche Begriffe verwendet: Feinstaubfilter, Partikelabscheider, Staubabscheider, Elektrofilter oder Katalysator. Technisch ist das jedoch nicht alles dasselbe.
Für eine Nachrüstung, mit der die Anforderungen an eine Einrichtung zur Reduzierung der Staubemissionen erfüllt werden sollen, spielen insbesondere elektrostatische Staubabscheider eine Rolle.
Das Prinzip ist vergleichsweise einfach: Die mit dem Abgas transportierten Partikel werden elektrisch geladen. Anschließend lagern sie sich an einer dafür vorgesehenen Fläche im Rauchgasweg oder Schornstein ab. Dort entsteht gröberer Staub, der bei der Reinigung entfernt werden kann.
Je nach Konstruktion sitzt der Abscheider beispielsweise:
- im Rauchrohr,
- innerhalb der Abgasanlage,
- in einem speziellen Rohrstück,
- oder im Bereich der Schornsteinmündung.
Für den Betrieb benötigen elektrostatische Systeme elektrische Energie. Die Leistungsaufnahme ist bei kleinen Anlagen meist überschaubar, sodass die Stromkosten gegenüber den Anschaffungs- und Montagekosten eine eher geringe Rolle spielen.
Wichtiger ist die technische Eignung des konkreten Systems. Ein vorhandenes Prüfzeichen oder eine bauaufsichtliche Zulassung sollte dabei nicht vorschnell mit dem Nachweis gleichgesetzt werden, dass sämtliche Anforderungen der 1. BImSchV automatisch erfüllt sind.
Für eine Nachrüstung im Zusammenhang mit § 26 sollte der Abscheider nachweislich eine ausreichende Staubminderung erreichen. Das Umweltbundesamt nennt hierfür einen Abscheidegrad von mindestens 50 Prozent als Orientierung für den Stand der Technik und empfiehlt aus Umweltgesichtspunkten höhere Werte von mehr als 65 Prozent.
Auch ein Katalysator ist nicht automatisch ein Ersatz für einen geeigneten Staubabscheider. Katalysatoren können vor allem bestimmte gasförmige Bestandteile im Abgas reduzieren. Ihre Wirkung auf die Staubemissionen reicht als alleinige Lösung nicht zwangsläufig aus.
Welche zusätzlichen Kosten werden schnell vergessen?
Der Preis im Onlineshop ist selten die komplette Rechnung. Bei einer Nachrüstung müssen mehrere Punkte zusammenpassen.
Montage und Anpassung der Abgasanlage
Nicht jeder Abscheider lässt sich einfach zwischen zwei vorhandene Rauchrohre setzen. Je nach System werden bestimmte Abstände, Rohrdurchmesser und zugängliche Reinigungsbereiche benötigt.
Ist die vorhandene Anlage dafür ungünstig aufgebaut, können Umbauten notwendig werden.
Stromversorgung
Elektrostatische Abscheider benötigen einen Stromanschluss. Ist am vorgesehenen Montageort keiner vorhanden, können zusätzliche Elektroarbeiten entstehen.
Bei einem Abscheider auf dem Schornstein kann der Aufwand deutlich anders ausfallen als bei einem Gerät direkt im Bereich des Kaminofens.
Reinigung und Wartung
Der abgeschiedene Staub verschwindet nicht. Er sammelt sich im System beziehungsweise an den vorgesehenen Abscheideflächen und muss entfernt werden.
Wie häufig das erforderlich ist, hängt unter anderem vom Gerät, der Nutzung des Ofens und der verbrannten Holzmenge ab. Deshalb sollten vor dem Kauf auch die Vorgaben zur Wartung und Reinigung geprüft werden.
Prüfung der gesamten Feuerungsanlage
Vor einer Nachrüstung sollte außerdem geklärt werden, ob der bestehende Kaminofen und die Abgasanlage technisch überhaupt noch in einem geeigneten Zustand sind.
Stehen größere Reparaturen am Ofen an, müssen sie in den Vergleich mit einem Austausch einfließen. Ein Abscheider behebt solche Schäden nicht.
Filter nachrüsten oder lieber den Kaminofen ersetzen?
Bei einem gut erhaltenen Ofen kann eine Nachrüstung durchaus interessant sein. Besonders bei hochwertigen oder baulich schwer zu ersetzenden Feuerstätten kann es sinnvoll sein, die bestehende Anlage weiterzuverwenden.
Bei einem einfachen, deutlich gealterten Kaminofen sollte dagegen gerechnet werden.
Vergleiche die vollständige Nachrüstung einschließlich Montage, Elektroarbeiten, Anpassungen und absehbarer Reparaturen mit einem technisch passenden Austausch. Berücksichtige bei beiden Varianten auch Prüfung, Reinigung, Wartung und den erwarteten weiteren Betrieb.
Dann sollte man mehrere Faktoren gegenüberstellen:
Für eine Nachrüstung spricht:
- der vorhandene Ofen ist technisch in gutem Zustand,
- Ersatz wäre baulich schwierig,
- das Modell soll bewusst erhalten bleiben,
- der notwendige Abscheider lässt sich unkompliziert integrieren.
Für einen Austausch spricht eher:
- der Kaminofen ist ohnehin stark verschlissen,
- weitere Reparaturen sind absehbar,
- die Nachrüstung verursacht umfangreiche Umbauten,
- die Gesamtkosten liegen bereits nahe an einer wirtschaftlich sinnvollen Neuanschaffung.
Die reine Rechnung „Filter ist günstiger als neuer Ofen“ greift deshalb zu kurz. Entscheidend sind immer die Gesamtkosten und der Zustand der vorhandenen Anlage.
Erst prüfen, dann Geld in die Nachrüstung stecken
Bei Feinstaubfiltern für Kaminöfen liegt der entscheidende Schritt vor dem Kauf. Zuerst sollte feststehen, ob dein Kaminofen tatsächlich nachgerüstet werden muss und welches System für die vorhandene Feuerungs- und Abgasanlage geeignet ist.
Bei einem technisch guten oder schwer ersetzbaren Ofen kann eine Nachrüstung sinnvoll sein. Bei einem verschlissenen Gerät solltest du vollständige Angebote für Nachrüstung und Austausch gegenüberstellen. Wenn die zusätzliche Feuerstätte entbehrlich ist, kann auch die Außerbetriebnahme eine Alternative sein; eine pauschal günstigste Lösung gibt es nicht.
Beziehe den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger deshalb möglichst ein, bevor ein bestimmter Abscheider gekauft oder die Abgasanlage verändert wird. Das verhindert vor allem einen teuren Fehlkauf.




