Erst klären, wie das Rauchrohr zugänglich ist
Nicht jedes Rauchrohr muss für die Reinigung vollständig vom Kaminofen genommen werden. Bei vielen Anlagen ist ein Zugang bereits vorgesehen. Das kann eine Reinigungsöffnung im Rohr, ein abnehmbarer Deckel an einem Bogen oder eine andere Revisionsmöglichkeit sein.
Schau dir deshalb zunächst den gesamten Verlauf vom Ofen bis zum Schornstein an. Interessant sind vor allem Stellen, an denen sich Ablagerungen sammeln oder die Bürste ihre Richtung ändern müsste.
Mögliche Zugänge sind:
- Reinigungsdeckel an einem Rauchrohrbogen
- separate Revisionsöffnungen im Rohr
- abnehmbare Rohrstücke
- der Anschluss am Kaminofen
- Zugänge über Rauchgaswege im Ofen, sofern dies vom Hersteller vorgesehen ist
Eine vorhandene Reinigungsöffnung hat einen klaren Vorteil: Die Rohrverbindungen bleiben an ihrem Platz. Dadurch sinkt das Risiko, Steckenden zu verformen, Dichtungen zu verschieben oder Beschichtungen beim Zerlegen zu beschädigen.
Bei geraden beziehungsweise gut erreichbaren Rohrstrecken kann eine flexible Rohrbürste häufig durch die Reinigungsöffnung geführt werden. Bei komplizierten Verläufen, mehreren Bögen oder schwer erreichbaren Abschnitten kann dagegen eine teilweise Demontage sinnvoll oder nach Herstelleranleitung erforderlich sein.
Die Bedienungs- beziehungsweise Montageanleitung des Ofens und des verwendeten Rohrsystems ist dabei wichtiger als eine allgemeine Anleitung aus dem Internet. Konstruktionen unterscheiden sich erheblich.
Vor dem Ausbau: Anlage abkühlen lassen und Arbeitsbereich vorbereiten
Arbeiten am Rauchrohr sollten erst beginnen, wenn Ofen und Rohr vollständig abgekühlt sind. Das betrifft nicht nur die Verbrennungsgefahr. Heiße oder noch deutlich warme Bauteile lassen sich schlechter handhaben, und aufgewirbelter Ruß soll ebenfalls nicht mit eventuell vorhandener Glut zusammentreffen.
Vor der Reinigung solltest du außerdem ausreichend Platz schaffen. Möbel, Teppiche und empfindliche Gegenstände direkt neben dem Ofen sind denkbar schlechte Nachbarn für schwarzen Rußstaub.
Eine sinnvolle Vorbereitung sieht beispielsweise so aus:
- Ofen vollständig auskühlen lassen.
- Umgebung des Ofens freiräumen.
- Boden großzügig abdecken.
- Arbeitshandschuhe bereitlegen.
- Geeignete Rohrbürste und gegebenenfalls Aschesauger vorbereiten.
- Reinigungsöffnung beziehungsweise Rohrverbindungen kontrollieren.
- Positionen von Drosselklappen und herausnehmbaren Teilen vor dem Zerlegen ansehen.
Gerade der letzte Punkt wird gern unterschätzt. Ein schnelles Foto mit dem Smartphone kann später zeigen, in welcher Stellung ein Bauteil eingebaut war.
Für die Reinigung sollte die Bürste zum Rohrdurchmesser passen. Ist der Bürstenkopf deutlich zu groß, muss unnötig viel Kraft aufgebracht werden. Ein zu kleiner Bürstenkopf erreicht dagegen nicht zuverlässig die gesamte Rohrinnenwand.
Auch das Bürstenmaterial spielt eine Rolle. Kunststoffborsten werden häufig für die Entfernung loser Rußablagerungen verwendet und arbeiten vergleichsweise materialschonend. Drahtbürsten können ebenfalls für Rauchrohre angeboten werden, sollten aber nur eingesetzt werden, wenn sie für das betreffende Rohrsystem und dessen Oberfläche geeignet sind. Eine besonders aggressive Bürste ist nicht automatisch gründlicher.
Rauchrohr ausbauen, ohne Steckverbindungen und Dichtungen zu ruinieren
Soll das Rauchrohr oder ein Teil davon abgenommen werden, ist Kraft selten der richtige Anfang. Rauchrohre bestehen häufig aus ineinandergesteckten Elementen. Je nach System können zusätzlich Dichtungen, Schellen, Befestigungen oder spezielle Verbindungselemente vorhanden sein.
Vor dem Lösen solltest du prüfen:
Bauteil |
Darauf solltest du achten |
|---|---|
Steckverbindung |
Nicht verkanten oder mit Gewalt auseinanderhebeln |
Dichtung |
Auf Risse, Quetschungen und korrekten Sitz achten |
Drosselklappe |
Position und Befestigung vor dem Ausbau dokumentieren |
Reinigungsdeckel |
Vorsichtig lösen und anschließend korrekt schließen |
Wand-/Schornsteinanschluss |
Abdichtung und Anschluss nicht unnötig belasten |
Lackierte Rohrfläche |
Werkzeug nicht direkt auf sichtbaren Flächen ansetzen |
Besonders problematisch kann der Versuch sein, ein fest sitzendes Rohr durch kräftiges Hin- und Herbiegen zu lösen. Dadurch wird die Belastung nicht nur auf die gewünschte Verbindung übertragen. Auch der Ofenstutzen oder der Anschluss am Schornstein kann belastet werden.
Sitzt eine Verbindung ungewöhnlich fest, sollte zunächst geklärt werden, wie dieses Rohrsystem konstruiert wurde. Manche Verbindungen dürfen auseinandergezogen werden, andere besitzen zusätzliche Sicherungen oder Dichtelemente.
Auch eine Drosselklappe verdient Aufmerksamkeit. Sie sitzt quer im Rauchrohr und kann einer Bürste im Weg sein. Bei manchen Konstruktionen lässt sie sich für die Reinigung ausbauen. Ihre Achse und Mechanik sollten dabei nicht als Hebel benutzt werden.
Dichtungen nicht automatisch weiterverwenden
Wird eine Verbindung mit einer Dichtung geöffnet, lohnt sich vor dem Zusammenbau ein genauer Blick darauf. Eine spröde, beschädigte oder verformte Dichtung kann nach dem erneuten Zusammenstecken ihre Aufgabe möglicherweise nicht mehr zuverlässig erfüllen.
Das gilt besonders bei Rohrsystemen, deren Dichtheit konstruktiv auf speziellen Dichtelementen beruht. Hier sollte nicht improvisiert werden. Welche Dichtung verwendet werden muss und ob sie nach einer Demontage ersetzt werden soll, ergibt sich aus den Vorgaben des jeweiligen Systems.
Ablagerungen lösen, ohne das Rohr unnötig zu beanspruchen
Bei normalem Betrieb besteht der größte Teil der Verschmutzung häufig aus losem Ruß und Staub. Solche Ablagerungen lassen sich mechanisch abbürsten beziehungsweise absaugen. Ziel ist nicht, die Rohrinnenwand blank zu schleifen.
Führe die Bürste kontrolliert durch das Rohr. Starkes Schlagen gegen Bögen, Drosselklappen oder Rohrenden bringt kaum einen Vorteil und erhöht nur die mechanische Belastung.
Bei einer Reinigung über eine Revisionsöffnung kann je nach Konstruktion in unterschiedliche Richtungen gearbeitet werden: Richtung Schornstein und Richtung Ofen. Dabei muss vorher klar sein, wo gelöster Ruß landet. Sonst wird zwar das Rohr sauber, dafür wartet anschließend eine ordentliche Portion Ruß an einer schlecht erreichbaren Stelle.
Bei ausgebauten Rohrstücken ist die Arbeit meist übersichtlicher. Lege sie auf eine geeignete Unterlage und reinige sie so, dass weder die sichtbare Außenbeschichtung noch die Rohrenden beschädigt werden.
Besondere Vorsicht ist bei ungewöhnlichen Ablagerungen angebracht. Trockener, loser Ruß ist etwas anderes als dicke, harte oder teerartige Rückstände. Solche Beläge können auf ungünstige Verbrennungsbedingungen, feuchten Brennstoff oder andere Probleme hinweisen. Hier reicht es nicht unbedingt, einfach kräftiger zu schrubben. Stark ausgeprägte oder auffällige Ablagerungen solltest du fachlich beurteilen lassen.
Auch ein plötzlich außergewöhnlich stark verschmutztes Rauchrohr ist ein Grund, nach der Ursache zu suchen. Die Reinigung beseitigt schließlich nur das Ergebnis, nicht den Grund für die schnelle Rußbildung.
Nach der Reinigung zählt der korrekte Zusammenbau
Der Zusammenbau verdient mindestens so viel Aufmerksamkeit wie das Zerlegen. Ein sauber gefegtes Rauchrohr nützt wenig, wenn anschließend eine Steckverbindung schief sitzt oder eine Dichtung verrutscht.
Gehe die Verbindungen deshalb Stück für Stück durch. Rohrteile müssen wieder entsprechend der vorgesehenen Konstruktion ineinandergreifen und dürfen nicht verspannt eingesetzt werden.
Kontrolliere insbesondere:
- sitzen alle Rohrstücke vollständig in ihren Verbindungen?
- sind Dichtungen vorhanden und unbeschädigt?
- sitzen Reinigungsdeckel wieder richtig?
- funktioniert eine ausgebaute Drosselklappe wieder wie vorgesehen?
- wurden Befestigungen und Sicherungen wieder montiert?
- hat sich der Anschluss am Ofen oder Schornstein verschoben?
- befinden sich keine Werkzeuge oder losen Teile mehr im Rohrbereich?
Nach einer umfangreicheren Demontage solltest du außerdem darauf achten, ob sich die ursprüngliche Position des Rauchrohrs verändert hat. Schon kleine Verschiebungen können dazu führen, dass Verbindungen unter Spannung stehen.
Ist dir bei einer Verbindung, Dichtung oder Befestigung nicht klar, ob sie korrekt sitzt, sollte die Anlage nicht einfach probeweise angeheizt werden. Gerade am Abgasweg ist „wird schon passen“ keine besonders überzeugende Prüfmethode.
Sorgfältige Vorbereitung spart Ärger beim Reinigen
Ein Rauchrohr lässt sich meist ohne großen Aufwand reinigen, wenn vorher geklärt ist, wo der Zugang liegt und welche Teile dafür überhaupt demontiert werden müssen. Eine vorhandene Reinigungsöffnung sollte genutzt werden, wenn das System dafür ausgelegt ist. Muss ein Rohrstück herausgenommen werden, sind Steckverbindungen, Dichtungen und eventuell vorhandene Drosselklappen die Stellen, an denen besondere Vorsicht sinnvoll ist.
Entferne normale Rußablagerungen mit geeignetem Werkzeug und ohne unnötige Gewalt. Auffällig harte, teerartige oder sehr starke Rückstände verdienen dagegen mehr Aufmerksamkeit. Beim anschließenden Zusammenbau müssen alle Verbindungen wieder korrekt sitzen. Im Zweifel ist eine fachgerechte Reinigung deutlich günstiger als ein beschädigtes Rauchrohr oder ein fehlerhaft montierter Abgasweg.






