Passende Produkte

Kaminofen neben einer offenen Küche mit Dunstabzugshaube

Kaminofen und Dunstabzugshaube: Fensterkontakt oder Unterdruckwächter zur Absicherung wählen

Ein Kaminofen und eine Dunstabzugshaube können sich gegenseitig beeinflussen, obwohl beide Geräte zunächst wenig miteinander zu tun haben. Problematisch wird vor allem eine Dunstabzugshaube im Abluftbetrieb: Sie fördert Raumluft nach draußen und kann dadurch einen Unterdruck in der Wohnung erzeugen. Bei einer raumluftabhängigen Feuerstätte besteht dann das Risiko, dass der natürliche Schornsteinzug beeinträchtigt wird und Verbrennungsgase in den Wohnraum gelangen.

Deshalb muss bereits bei der Planung geklärt werden, ob beide Geräte gleichzeitig betrieben werden dürfen und welche Absicherung erforderlich ist. Häufig kommen dafür ein Fensterkontaktschalter oder ein Unterdruckwächter infrage. Beide verfolgen dasselbe Sicherheitsziel, arbeiten technisch aber völlig unterschiedlich. Auch ein raumluftunabhängiger Kaminofen erledigt das Thema nicht automatisch. Entscheidend sind die konkrete Feuerstätte, die Abluftanlage, die Gebäudedichtheit und die Bedingungen der jeweiligen Zulassung. Die Abstimmung mit dem zuständigen Schornsteinfeger sollte deshalb erfolgen, bevor Geräte gekauft oder elektrische Anschlüsse vorbereitet werden.

Warum eine Ablufthaube den Kaminofen beeinflussen kann

Ein Schornstein funktioniert bei einem üblichen Kaminofen mit natürlichem Zug über geringe Druckunterschiede. Die warmen Abgase steigen im Schornstein nach oben, während Verbrennungsluft zur Feuerstätte nachströmt.

Eine Dunstabzugshaube im Abluftbetrieb arbeitet in die entgegengesetzte Richtung: Ihr Ventilator transportiert Luft aus Küche beziehungsweise Wohnung ins Freie. Moderne Hauben erreichen dabei teilweise erhebliche Luftvolumenströme.

In einem älteren, eher undichten Gebäude kann Außenluft vergleichsweise leicht durch Fugen und andere Öffnungen nachströmen. Bei modernen Fenstern, sanierten Gebäuden oder Neubauten ist die Gebäudehülle dagegen häufig wesentlich dichter. Die Haube kann deshalb einen Unterdruck erzeugen.

Wird dieser stärker als der verfügbare Schornsteinzug, kann sich die Strömungsrichtung ungünstig verändern. Im problematischen Fall gelangen Rauch beziehungsweise Verbrennungsgase nicht vollständig durch den Schornstein nach draußen.

Bei raumluftabhängigen Feuerstätten muss deshalb gewährleistet sein, dass der sichere Betrieb nicht durch eine raumluftabsaugende Anlage beeinträchtigt wird. Dazu zählen neben Ablufthauben beispielsweise auch:

  • zentrale Abluftanlagen
  • Abluft-Wäschetrockner
  • bestimmte Lüftungssysteme
  • Zentralstaubsauger
  • weitere leistungsstarke Abluftventilatoren

Es reicht also nicht immer, ausschließlich die Küchenausstattung zu betrachten. Entscheidend ist die gesamte Nutzungseinheit und welche Geräte dort gleichzeitig Unterdruck erzeugen können.

Eine Dunstabzugshaube im Umluftbetrieb ist anders einzuordnen. Sie filtert die angesaugte Küchenluft und gibt sie anschließend wieder an den Raum zurück. Weil keine entsprechende Luftmenge nach draußen gefördert wird, entsteht durch die Haube selbst normalerweise nicht dasselbe Unterdruckproblem wie bei einer Ablufthaube.

Fensterkontaktschalter: einfache Absicherung mit klarer Bedingung

Ein Fensterkontaktschalter überwacht, ob ein bestimmtes Fenster ausreichend geöffnet ist. Erst wenn die notwendige Fensterstellung erreicht wird, erhält die Dunstabzugshaube beziehungsweise deren Abluftfunktion die Freigabe.

Wird das Fenster geschlossen, wird die Abluftanlage abgeschaltet oder ihre Nutzung verhindert.

Das Prinzip ist leicht nachvollziehbar:

  1. Fenster geschlossen: Abluftbetrieb gesperrt.
  2. Fenster ausreichend geöffnet: Außenluft kann nachströmen.
  3. Ablufthaube wird freigegeben.
  4. Wird das Fenster wieder geschlossen, wird die Freigabe aufgehoben.

Wichtig ist dabei ein Detail, das gerne unterschätzt wird: Ein kleiner Fensterspalt ist nicht automatisch ausreichend.

Das notwendige Spaltöffnungsmaß hängt unter anderem von der Fenstergröße und dem maximalen Abluftvolumenstrom ab. Bei bauaufsichtlich zugelassenen Sicherheitseinrichtungen ergeben sich die Vorgaben aus der jeweiligen Zulassung und den Installationsbedingungen. Sensor und Magnet müssen entsprechend montiert werden.

Auch Rollläden oder Außenjalousien können relevant sein. Ein geöffnetes Fenster hilft wenig, wenn der Luftweg außen anschließend vollständig verschlossen wird. Bei bestimmten Sicherheitssystemen enthalten die Zulassungen deshalb zusätzliche Anforderungen an solche Kombinationen.

Wann ein Fensterkontakt sinnvoll sein kann

Die Lösung eignet sich besonders für überschaubare Anlagen, bei denen ein geeignetes Fenster vorhanden ist und das Öffnen im Alltag nicht stört.

Vorteile sind vor allem:

  • vergleichsweise einfache Technik
  • klar verständliche Funktionsweise
  • meist geringerer Installationsaufwand
  • keine permanente Druckmessung erforderlich

Der Nachteil liegt ebenfalls auf der Hand: Die Ablufthaube kann während des relevanten Betriebs nur genutzt werden, wenn das vorgesehene Fenster geöffnet bleibt. Im Winter kann das unangenehm sein. Auch bei Regen, starkem Wind oder ungünstig gelegenen Fenstern ist die Lösung nicht immer praktisch.

Hinzu kommt: Ein beliebiger Magnetschalter aus dem Smart-Home-Bereich ist kein Ersatz für eine vorgesehene Sicherheitseinrichtung. Für diesen Einsatzzweck sollte ein System verwendet werden, dessen Verwendbarkeit und Zulassung zur konkreten Anwendung passen.

Unterdruckwächter: Überwachung der tatsächlichen Druckverhältnisse

Ein Unterdruckwächter geht technisch einen anderen Weg. Statt eine Fensterstellung vorzugeben, überwacht das System die Druckverhältnisse.

Je nach Bauart wird beispielsweise die Druckdifferenz zwischen Aufstellraum und Außenbereich oder zwischen Aufstellraum und Abgasweg erfasst. Wird ein vorgegebener Grenzwert überschritten, greift die Sicherheitseinrichtung ein und schaltet beispielsweise die Dunstabzugshaube beziehungsweise die betreffende Abluftanlage ab.

Bei raumluftabhängigen Feuerstätten spielt häufig ein maximal zulässiger Unterdruck von 4 Pascal gegenüber außen eine wichtige Rolle. Dieser Wert darf jedoch nicht gedankenlos auf jede technische Konstellation übertragen werden. Maßgeblich sind die geltenden Anforderungen sowie die Zulassung und Betriebsweise des eingesetzten Sicherheitssystems.

Ein Druckwächter bietet einen entscheidenden praktischen Vorteil: Das Küchenfenster muss nicht grundsätzlich während des Abluftbetriebs geöffnet bleiben. Solange die Drucksituation unkritisch ist, kann die Abluftanlage betrieben werden.

Das macht die Lösung beispielsweise bei sehr kaltem Wetter oder in Küchen ohne geeignetes Fenster komfortabler.

Dafür ist die Technik anspruchsvoller. Messleitungen, Sensoren, elektrische Abschaltung und gegebenenfalls Temperaturerfassung müssen entsprechend den Vorgaben des Systems installiert werden. Auch die Position der Druckmessung ist nicht beliebig.

Fensterkontakt und Unterdruckwächter im direkten Vergleich

Kriterium

Fensterkontaktschalter

Unterdruckwächter

Funktionsprinzip

überwacht die Fensterstellung

überwacht Druckverhältnisse

Voraussetzung für Abluftbetrieb

Fenster muss ausreichend geöffnet sein

Betrieb möglich, solange der zulässige Druckbereich eingehalten wird

Bedienkomfort

abhängig von geöffnetem Fenster

meist höher

Technischer Aufwand

häufig geringer

meist höher

Einbau

Sensor am Fenster und Schaltung der Abluftanlage

Druckmessung, Sensorik und elektrische Anbindung

Geeignet bei fehlendem Fenster

normalerweise nein

je nach Anlage möglich

Entscheidender Nachweis

ausreichendes Fensteröffnungsmaß und passende Zulassung

zulässiger Differenzdruck und passende Zulassung

Die Entscheidung ist damit weniger eine Frage danach, welches System grundsätzlich „besser“ ist. Sie hängt davon ab, wie Ofen, Dunstabzugshaube und Gebäude tatsächlich zusammenspielen.

Raumluftunabhängiger Kaminofen: nicht automatisch von der Prüfung befreit

Bei diesem Punkt entstehen besonders häufig Missverständnisse. Ein Kaminofen mit externer Verbrennungsluftzufuhr ist nicht allein deshalb vollständig raumluftunabhängig.

Eine externe Luftleitung bedeutet zunächst nur, dass Verbrennungsluft von draußen zum Ofen geführt werden kann. Für den geprüften raumluftunabhängigen Betrieb müssen Feuerstätte und Luftführung die dafür erforderlichen konstruktiven und zulassungsbezogenen Voraussetzungen erfüllen.

Doch selbst bei einer entsprechend zugelassenen Feuerstätte darf eine leistungsstarke Abluftanlage nicht automatisch unbegrenzt Unterdruck erzeugen.

Bei bestimmten zugelassenen raumluftunabhängigen Feuerstätten ist beispielsweise festgelegt, dass durch luftabsaugende Anlagen kein größerer Unterdruck als 8 Pa gegenüber dem Freien entstehen darf. Dieser Wert ist keine allgemeine Freigabe für jeden raumluftunabhängigen Kaminofen. Die Bedingungen der konkreten Feuerstättenzulassung sind entscheidend.

Deshalb sollten vor der Planung mindestens diese Unterlagen geprüft werden:

  • technische Unterlagen des Kaminofens
  • Nachweis beziehungsweise Zulassung für den vorgesehenen raumluftunabhängigen Betrieb
  • Angaben des Herstellers zur Kombination mit Lüftungs- und Abluftanlagen
  • maximaler Abluftvolumenstrom der Dunstabzugshaube
  • Zulassung und Einbauvorgaben der vorgesehenen Sicherheitseinrichtung

Auch eine Kochfeldabsaugung ist übrigens eine Dunstabzugseinrichtung. Entscheidend ist nicht, ob der Ventilator über dem Kochfeld oder darin eingebaut ist, sondern ob Luft aus dem Gebäude nach draußen gefördert wird.

Welche Lösung für deine Anlage infrage kommt

Eine allgemeingültige Entscheidung anhand des Ofenmodells allein ist kaum möglich. Sinnvoll ist eine Prüfung der gesamten Konstellation.

Ein Fensterkontaktschalter bietet sich häufig an, wenn ein geeignetes Fenster vorhanden ist, das notwendige Öffnungsmaß sich sicher herstellen lässt und das regelmäßige Öffnen praktisch kein Problem darstellt.

Ein Unterdruckwächter kann besser passen, wenn du die Ablufthaube ohne ständig geöffnetes Fenster betreiben möchtest oder die Gebäudesituation eine druckabhängige Überwachung sinnvoll macht.

Daneben kann es weitere Lösungen geben. Beispielsweise kann eine Dunstabzugshaube auf Umluftbetrieb umgestellt werden. Bei bestimmten Gebäude- und Feuerstättenkonzepten sind außerdem andere technische Nachweise oder abgestimmte Lüftungslösungen möglich.

Vor dem Einbau sollte deshalb geklärt werden:

  • Ist der Kaminofen raumluftabhängig oder für einen geprüften raumluftunabhängigen Betrieb vorgesehen?
  • Arbeitet die Dunstabzugshaube mit Abluft oder Umluft?
  • Wie hoch ist ihr maximaler Abluftvolumenstrom?
  • Gibt es weitere luftabsaugende Geräte?
  • Ist ein geeignetes Fenster vorhanden?
  • Welche Sicherheitseinrichtung ist für die konkrete Anwendung zugelassen?
  • Welche Bedingungen nennt die Zulassung des Ofens?
  • Welche Lösung akzeptiert der zuständige bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger für die geplante Anlage?

Die letzte Frage sollte möglichst früh geklärt werden. Feuerungsverordnungen werden auf Landesebene umgesetzt, und technische Randbedingungen unterscheiden sich von Gebäude zu Gebäude. Ein System erst zu kaufen und anschließend auf seine Eignung prüfen zu lassen, ist die ungünstige Reihenfolge.

Sicherheitssystem nach der tatsächlichen Anlage auswählen

Bei einer Ablufthaube und einem Kaminofen geht es nicht darum, vorsorglich irgendeinen Schalter zwischenzuschalten. Die Sicherheitseinrichtung muss zur Feuerstätte, zur Abluftanlage und zur Gebäudesituation passen.

Der Fensterkontaktschalter ist technisch vergleichsweise unkompliziert, setzt aber eine ausreichend große und dauerhaft nutzbare Fensteröffnung voraus. Ein Unterdruckwächter bietet mehr Freiheit beim Betrieb der Dunstabzugshaube, verlangt dafür eine sorgfältige Planung und Installation.

Auch bei einem raumluftunabhängigen Kaminofen sollte die Kombination mit der Abluftanlage anhand der konkreten Zulassung geprüft werden. Wer Kaminofen, Dunstabzugshaube und Sicherheitssystem gemeinsam plant und den Schornsteinfeger früh einbezieht, vermeidet nachträgliche Änderungen an Elektrik, Fenster oder Abluftführung.

Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich die Dunstabzugshaube benutzen, wenn der Kaminofen aus ist?

Das hängt vom verwendeten Sicherheitssystem und dessen Schaltung ab. Einige Systeme erkennen beziehungsweise berücksichtigen den Betriebszustand der Feuerstätte, andere geben die Ablufthaube nur unter festgelegten Voraussetzungen frei. Maßgeblich ist die konkrete Ausführung.

Brauche ich bei einer Umlufthaube einen Fensterkontaktschalter?

Für die Umluftfunktion einer Dunstabzugshaube normalerweise nicht, da die angesaugte Luft wieder in den Raum zurückgeführt wird. Andere vorhandene Abluftanlagen können trotzdem berücksichtigt werden müssen.

Reicht es beim Fensterkontaktschalter, das Fenster zu kippen?

Nicht automatisch. Das erforderliche Spaltöffnungsmaß muss ausreichend groß sein und entsprechend den Vorgaben des verwendeten Sicherheitssystems bestimmt werden. Eine beliebige Kippstellung ist kein pauschaler Nachweis.

Darf ich einen normalen Smart-Home-Fenstersensor verwenden?

Ein gewöhnlicher Fensterkontakt ist nicht automatisch als Sicherheitseinrichtung für den gemeinsamen Betrieb von Feuerstätte und Abluftanlage geeignet. Für diesen Zweck sollte ein entsprechend vorgesehener und für die konkrete Anwendung nachgewiesener beziehungsweise zugelassener Sicherheitsschalter eingesetzt werden.

Muss auch eine Kochfeldabsaugung berücksichtigt werden?

Ja, wenn sie im Abluftbetrieb Luft aus dem Gebäude ins Freie fördert. Technisch entsteht dabei dasselbe grundsätzliche Unterdruckthema wie bei einer klassischen Wand- oder Inselhaube.

Kann ein geöffnetes Fenster die Verbrennungsluftleitung des Kaminofens ersetzen?

Beides erfüllt unterschiedliche Aufgaben. Die Verbrennungsluftversorgung der Feuerstätte muss unabhängig davon ausreichend geplant und nachgewiesen sein. Ein Fensterkontaktschalter dient dazu, den sicheren gemeinsamen Betrieb mit der Abluftanlage sicherzustellen und ersetzt keine fehlerhafte Verbrennungsluftplanung.

Passend zum Thema

Passende Kategorien

Gezielt ausgewählt

Passende Auswahl

Weiterlesen

Weitere Ratgeber