Was sich bei oberem und hinterem Rauchrohranschluss unterscheidet
Der Rauchrohrstutzen verbindet den Abgasweg des Ofens mit dem Verbindungsstück zum Schornstein. Je nach Modell befindet er sich bereits ab Werk oben oder hinten. Bei manchen Öfen kann der Anschluss umgebaut werden.
Die grundlegenden Unterschiede lassen sich recht einfach gegenüberstellen:
Anschlussposition |
Rohrführung |
Besonders sinnvoll, wenn |
|---|---|---|
oben |
zunächst senkrecht nach oben |
der Wandanschluss höher liegt oder die Rohrführung flexibel geplant werden soll |
hinten |
waagerecht oder mit kurzer Verbindung zur Wand |
der Wandanschluss passend hinter dem Ofen sitzt |
oben mit Rohrbogen |
erst senkrecht, anschließend zum Schornstein |
der Ofen nicht exakt vor der Anschlussöffnung stehen soll |
hinten mit kurzer Verbindung |
nahezu direkt vom Ofen zur Wand |
Ofen und Schornsteinanschluss genau aufeinander abgestimmt sind |
Beim oberen Anschluss bleibt das Rauchrohr sichtbar. Je nach Raumhöhe und Anschlussposition kann ein längeres senkrechtes Rohrstück erforderlich sein.
Beim hinteren Anschluss verschwindet ein großer Teil des Verbindungsstücks hinter dem Gerät. Voraussetzung ist allerdings, dass Höhe und Position des Wandanschlusses wirklich zum gewählten Ofen passen.
Gerade hier entstehen bei bestehenden Schornsteinen häufig Probleme: Ein vorhandenes Wandfutter befindet sich vielleicht nur einige Zentimeter zu hoch, zu tief oder seitlich versetzt. Ein oberer Anschluss lässt sich mit passenden Rohrstücken oft leichter an solche Situationen anpassen.
Wann der obere Rauchrohrstutzen mehr Spielraum bietet
Ein Anschluss nach oben ist vor allem dann interessant, wenn die genaue Rohrführung noch nicht endgültig feststeht oder der Ofen nicht unmittelbar vor dem Schornstein stehen soll.
Das Rauchrohr kann zunächst senkrecht nach oben geführt und anschließend über einen geeigneten Bogen zum Schornstein geleitet werden. Dadurch lässt sich ein gewisser Höhen- oder Seitenversatz ausgleichen.
Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn:
- der vorhandene Schornsteinanschluss deutlich oberhalb des Ofens liegt,
- der Ofen etwas seitlich vom Wandanschluss stehen soll,
- ein bestehendes Wandfutter weiter genutzt werden soll,
- später ein anderes Ofenmodell infrage kommen könnte,
- hinter dem Ofen wenig Platz für eine direkte Rohrführung vorhanden ist.
Ein weiterer praktischer Punkt ist die Planbarkeit beim Austausch eines Kaminofens. Geräte unterscheiden sich bei Höhe, Tiefe und Position des hinteren Rauchrohrstutzens teilweise erheblich. Ein Wandanschluss, der bei einem Modell exakt passt, kann beim nächsten Gerät mehrere Zentimeter danebenliegen.
Eine Rohrführung von oben kann solche Unterschiede teilweise besser ausgleichen.
Das Rohr selbst braucht ebenfalls Platz
Ein oberer Anschluss bedeutet allerdings nicht, dass der Ofen beliebig dicht an Wand oder Decke gestellt werden darf. Auch das Rauchrohr wird heiß und muss entsprechend der verwendeten Bauteile und Herstellerangaben Abstand zu brennbaren Materialien einhalten.
Besonders bei Holzwänden, Wandverkleidungen, Möbeln, Deckenbalken oder Einbausituationen sollte deshalb nicht nur der Abstand des Ofenkorpus betrachtet werden.
Auch Rohrbögen und Verbindungsstücke benötigen Platz.
Ein typischer Planungsfehler besteht darin, nur die Maße des Ofens auf dem Grundriss einzuzeichnen. Erst bei der Montage stellt sich dann heraus, dass der Rohrbogen hinter oder oberhalb des Geräts zusätzlichen Raum beansprucht.
Wann ein hinterer Anschluss sinnvoller sein kann
Ein hinterer Rauchrohranschluss bietet sich vor allem dann an, wenn Ofen und Schornstein bereits genau aufeinander abgestimmt werden können.
Das Rauchrohr führt dabei direkt von der Rückseite des Geräts zum Wandanschluss. Je nach Konstruktion ist nur ein relativ kurzes Stück sichtbar.
Das kann insbesondere bei folgenden Voraussetzungen sinnvoll sein:
- der Schornstein befindet sich direkt hinter dem Ofen,
- die Höhe des Wandfutters passt zum Rauchrohrstutzen,
- die endgültige Position des Ofens steht bereits fest,
- die Rohrführung soll möglichst kurz bleiben,
- oberhalb des Ofens soll kein sichtbares Rauchrohr verlaufen.
Eine solche Lösung muss allerdings genauer geplant werden als ein variablerer Anschluss von oben.
Schon wenige Zentimeter Unterschied können eine Rolle spielen. Entscheidend ist dabei nicht die Gesamthöhe des Ofens, sondern die in der technischen Zeichnung angegebene Höhe der Mitte des Rauchrohrstutzens.
Auch die Tiefe des Geräts ist wichtig. Steht der Ofen aufgrund vorgeschriebener Wandabstände weiter im Raum, verlängert sich entsprechend die Verbindung zum Schornstein.
Vorhandene Wandanschlüsse passen nicht automatisch
Besonders beim Austausch eines älteren Kaminofens sollte ein vorhandener Anschluss niemals allein anhand eines Fotos beurteilt werden.
Benötigt werden mindestens:
- Höhe der Mitte des vorhandenen Wandanschlusses,
- Durchmesser des Anschlusses,
- Abstand beziehungsweise Position des Schornsteins,
- Maße und Stutzenhöhe des neuen Ofens,
- vorgesehener Abstand des Ofens zur Wand.
Erst daraus ergibt sich, ob ein hinterer Anschluss tatsächlich direkt genutzt werden kann.
Liegt das vorhandene Wandfutter beispielsweise bei 120 Zentimetern, der neue Rauchrohrstutzen jedoch bei 105 Zentimetern, entsteht ein Höhenversatz. Dann muss entweder die Rohrführung angepasst oder der Schornsteinanschluss verändert werden.
Welche Anschlussposition zur konkreten Aufstellung passt
Bei der Entscheidung hilft es, nicht vom Ofen auszugehen, sondern vom gesamten Abgasweg.
Prüfe die Situation am besten in dieser Reihenfolge:
1. Position des Schornsteinanschlusses bestimmen
Miss die Höhe der Mitte des vorhandenen Wandfutters über dem fertigen Fußboden.
Bei einem Neubau sollte diese Höhe erst festgelegt werden, wenn das konkrete Ofenmodell beziehungsweise dessen Anschlussmaße bekannt sind.
2. Technische Zeichnung des Ofens prüfen
Interessant sind vor allem:
- Höhe des oberen Rauchrohranschlusses,
- Höhe des hinteren Anschlusses,
- Durchmesser des Rauchrohrstutzens,
- Ofentiefe,
- erforderliche Wandabstände,
- zulässige Anschlussvarianten.
Nicht jeder Ofen lässt sich beliebig zwischen beiden Positionen umbauen. Bei manchen Geräten gehört der zweite Anschluss zur Serienausstattung, bei anderen ist Zubehör oder ein Umbau nach Herstellervorgabe notwendig.
3. Tatsächliche Ofenposition festlegen
Der Ofen steht später nicht zwangsläufig direkt an der Wand.
Sicherheitsabstände, Bodenplatte, Wandmaterial und die Konstruktion des Geräts beeinflussen die endgültige Position. Bei Eckaufstellung kommen zusätzlich seitliche beziehungsweise diagonale Abstände hinzu.
4. Rohrverlauf einzeichnen
Danach lässt sich beurteilen, ob ein oberer oder hinterer Anschluss einfacher umgesetzt werden kann.
Grundsätzlich sollte die Rohrführung technisch sinnvoll und für Kontrolle beziehungsweise Reinigung zugänglich bleiben. Unnötige Richtungsänderungen sollte man nicht allein deshalb einplanen, damit ein bestimmtes Anschlussbild funktioniert.
5. Anschluss vor der Montage abstimmen
Spätestens bevor ein neuer Wanddurchbruch oder ein Wandfutter gesetzt wird, sollte die geplante Feuerstätte mit der zuständigen Fachperson beziehungsweise dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger abgestimmt werden.
Das erspart insbesondere bei Neubauten eine ärgerliche Situation: Der Wandanschluss ist bereits fertig, anschließend stellt sich jedoch heraus, dass er für den ausgesuchten Ofen ungünstig sitzt.
Auch Reinigung, Ofenwechsel und spätere Änderungen mitdenken
Die Entscheidung sollte nicht nur für den ersten Tag nach der Montage funktionieren.
Rauchrohre müssen kontrolliert und gereinigt werden können. Deshalb spielen Zugänglichkeit und vorhandene Reinigungsöffnungen ebenfalls eine Rolle. Besonders Rohrbögen werden häufig mit entsprechenden Öffnungen ausgeführt.
Bei einer sehr kurzen rückwärtigen Verbindung kann außerdem der Ausbau des Ofens beziehungsweise des Rauchrohres mehr Planung erfordern. Konstruktion und Montageweise unterscheiden sich allerdings je nach Gerät und Rohrsystem.
Auch ein späterer Ofenwechsel verdient einen Gedanken.
Ein hinterer Anschluss kann sehr sauber zur aktuellen Installation passen, bindet die Wandöffnung jedoch stärker an bestimmte Gerätemaße. Ein neuer Ofen mit anders positioniertem Stutzen kann eine Änderung des Anschlusses erforderlich machen.
Ein Anschluss über die Oberseite bietet häufig etwas mehr Anpassungsmöglichkeit, weil unterschiedliche Höhen mit der Rohrführung ausgeglichen werden können.
Das bedeutet nicht, dass ein hinterer Anschluss problematisch wäre. Bei dauerhaft geplanter Ofenposition und passend angelegtem Schornsteinanschluss ist er eine vollkommen normale Lösung. Man sollte nur vorher genauer messen.
Die Anschlussposition sollte zur gesamten Anlage passen
Ob der Rauchrohrstutzen oben oder hinten besser passt, hängt vor allem vom vorhandenen Schornsteinanschluss und der geplanten Position des Ofens ab. Ein oberer Anschluss bietet häufig mehr Freiheit bei Höhen- und Seitenversätzen. Ein hinterer Anschluss eignet sich besonders gut, wenn Ofen und Wandöffnung exakt zueinander passen.
Vor dem Kauf lohnt deshalb ein Blick in die Maßzeichnung mehr als die Entscheidung allein nach der Optik. Stutzenhöhe, Ofentiefe, Wandabstände und Rauchrohrführung sollten gemeinsam betrachtet werden. Muss ein Wandanschluss erst hergestellt werden, sollte seine Position auf das konkrete Ofenmodell abgestimmt werden und nicht umgekehrt.






