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Brennender schwarzer Werkstattofen mit Rauchrohr auf einer Bodenplatte in einer Werkstatt mit Werkbank und Werkzeugen

Werkstattofen: Worauf sollte man achten?

Eine Werkstatt, Garage oder größere Hobbyhalle im Winter warm zu bekommen, ist nicht immer einfach. Gerade Räume mit hohen Decken, wenig Dämmung oder häufig geöffneten Toren verlieren schnell Wärme. Ein Werkstattofen kann deshalb eine interessante Möglichkeit sein, gezielt dort zu heizen, wo tatsächlich gearbeitet wird. Bei der Auswahl reicht es allerdings nicht, nur auf möglichst viele Kilowatt zu schauen.

Entscheidend sind unter anderem die Größe und Beschaffenheit des Raumes, die zulässigen Brennstoffe, der vorhandene Schornstein und die Sicherheitsabstände am vorgesehenen Standort. Hinzu kommen gesetzliche Anforderungen, die auch für einen Ofen in einer Werkstatt gelten. Ein zu großer Ofen kann dabei ebenso unpraktisch sein wie ein zu kleiner.

Wer sich vor der Anschaffung einige technische Punkte ansieht und den zuständigen Schornsteinfeger früh einbindet, erspart sich später unnötige Änderungen. Die wichtigsten Kriterien schauen wir uns deshalb der Reihe nach an.

1. Die Heizleistung muss zur Werkstatt passen

Einer der ersten Werte, die bei einem Werkstattofen ins Auge fallen, ist die Heizleistung in Kilowatt. Mehr Leistung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Ofen besser für die eigene Werkstatt geeignet ist.

Wie viel Wärme tatsächlich benötigt wird, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Größe und Höhe des Raumes
  • Dämmung von Wänden, Dach und Boden
  • Anzahl und Größe von Fenstern
  • Größe und Öffnungshäufigkeit von Türen oder Toren
  • gewünschte Raumtemperatur
  • Nutzung der Werkstatt
  • Außentemperaturen am Standort

Eine kleine, gut gedämmte Werkstatt benötigt deutlich weniger Heizleistung als eine alte Halle mit ungedämmtem Dach und großem Sektionaltor.

Nicht nur auf die Quadratmeter schauen

Pauschale Angaben wie „1 kW für 10 m²“ sind höchstens eine sehr grobe Orientierung. Gerade bei Werkstätten können solche Faustformeln schnell danebenliegen.

Ein Beispiel:

Eine Werkstatt mit 40 m² Grundfläche und 2,50 Meter Raumhöhe hat rund 100 m³ Raumvolumen. Eine ähnlich große Werkstatt mit vier Meter Deckenhöhe kommt dagegen bereits auf etwa 160 m³. Obwohl beide Räume dieselbe Grundfläche haben, unterscheiden sie sich beim Heizbedarf deutlich.

Noch wichtiger ist die Gebäudequalität. Eine ältere, kaum gedämmte Werkstatt kann erheblich mehr Heizleistung benötigen als ein moderner, gut gedämmter Raum derselben Größe.

Deshalb sollte neben der Nennwärmeleistung auch der Wärmeleistungsbereich des Ofens betrachtet werden. Dieser zeigt, innerhalb welcher Leistungsspanne das Gerät sinnvoll betrieben werden kann.

Ein Ofen sollte möglichst nicht dauerhaft mit stark reduzierter Brennstoffmenge betrieben werden, nur weil seine maximale Leistung für den Raum eigentlich zu hoch ist. Eine passende Dimensionierung erleichtert einen sauberen und kontrollierten Betrieb.

2. Standort, Schornstein und Verbrennungsluft vorher klären

Ein Werkstattofen benötigt nicht nur einen freien Platz im Raum. Der Standort muss sowohl zur Abgasführung als auch zu den Anforderungen des jeweiligen Ofens passen.

Besonders wichtig sind drei Punkte.

Anschluss an den Schornstein

Der vorhandene Schornstein muss für die geplante Feuerstätte geeignet sein. Dabei spielen unter anderem folgende technische Daten eine Rolle:

  • Durchmesser des Rauchrohranschlusses
  • Abgastemperatur
  • Abgasmassenstrom
  • erforderlicher Förderdruck
  • Höhe und Zustand des Schornsteins

Diese Werte unterscheiden sich von Modell zu Modell.

Dass bereits ein Schornstein vorhanden ist, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jeder Werkstattofen daran betrieben werden kann. Vor allem bei älteren Gebäuden sollte vor dem Kauf geprüft werden, ob Schornstein und Feuerstätte technisch zusammenpassen.

Ausreichende Verbrennungsluft

Bei der Verbrennung benötigt der Ofen kontinuierlich Sauerstoff. Viele Geräte beziehen diese Luft direkt aus dem Raum.

Problematisch kann das beispielsweise bei sehr dichten Gebäuden oder leistungsstarken Abluftanlagen werden. Auch Absauganlagen, Lüftungssysteme oder andere Geräte können die Druckverhältnisse im Gebäude beeinflussen.

Die erforderliche Luftversorgung sollte deshalb bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Schornsteinfeger frühzeitig einbeziehen

Eine neue oder wesentlich veränderte Feuerstätte muss vor beziehungsweise im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme geprüft werden.

Sinnvoll ist deshalb, den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger nicht erst einzuschalten, wenn der Ofen bereits gekauft und aufgestellt wurde.

Vorher lassen sich beispielsweise folgende Fragen klären:

  • Ist der geplante Standort geeignet?
  • Kann der vorhandene Schornstein verwendet werden?
  • Wo darf das Rauchrohr angeschlossen werden?
  • Sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich?
  • Welche Unterlagen werden für die Abnahme benötigt?

Gerade bei älteren Werkstattgebäuden kann diese Abstimmung spätere Umbauten vermeiden.

3. Sicherheitsabstände und Boden nicht unterschätzen

Ein Werkstattofen entwickelt nicht nur im Brennraum hohe Temperaturen. Auch Seitenflächen, Rückwand, Rauchrohr und der Bereich vor der Feuerraumtür können heiß werden.

Deshalb geben Hersteller für jedes Modell konkrete Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen vor.

Das können beispielsweise sein:

  • Holzwände
  • Regale
  • Werkbänke
  • Möbel
  • Holzverkleidungen
  • gelagerte Materialien

Die erforderlichen Abstände sind nicht bei jedem Ofen identisch. Angaben aus der Bedienungs- und Montageanleitung des konkreten Modells sind daher maßgeblich.

Besonders wichtig ist das in Werkstätten, weil dort häufig deutlich mehr brennbares Material vorhanden ist als in einem normalen Wohnraum.

Kartons, Holzreste, Lacke, Verpackungen oder andere Materialien sollten nicht einfach neben dem Ofen gelagert werden.

Was gilt beim Fußboden?

Steht der Werkstattofen auf einem brennbaren Boden, kann eine geeignete nicht brennbare Unterlage erforderlich sein.

Bei Beton- oder Steinböden stellt sich dieses Problem häufig nicht in gleicher Weise. Trotzdem sollte geprüft werden, welche Anforderungen der Hersteller für das jeweilige Gerät vorgibt.

Auch vor der Feuerraumöffnung muss ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien eingehalten werden. Beim Öffnen der Tür können Funken oder glühende Brennstoffteile aus dem Feuerraum gelangen.

Der vorgesehene Stellplatz sollte deshalb nicht erst nach dem Kauf festgelegt werden. Besser ist es, vorher die Maße des Ofens, die Sicherheitsabstände und den Verlauf des Rauchrohres gemeinsam zu betrachten.

4. Brennstoff, Feuerraum und Bedienung müssen zur Nutzung passen

Nicht jeder Werkstattofen darf mit jedem festen Brennstoff betrieben werden.

Welche Brennstoffe zulässig sind, ergibt sich aus der jeweiligen Herstellerfreigabe. Möglich sind je nach Gerät beispielsweise:

  • Scheitholz
  • Holzbriketts
  • Braunkohlebriketts

Entscheidend ist immer die Freigabe für das konkrete Modell. Nur weil ein Brennstoff technisch in den Feuerraum passen würde, darf er dort nicht automatisch verbrannt werden.

Auch lackierte Holzreste, Spanplatten, behandeltes Bauholz, Verpackungen oder Abfälle gehören nicht in einen Holzofen.

Scheitholzlänge und Feuerraumgröße beachten

Gerade bei einem Werkstattofen kann ein großer Feuerraum praktisch sein, wenn regelmäßig Scheitholz verwendet wird. Trotzdem sollte die maximal zulässige Scheitlänge geprüft werden.

Ein größerer Feuerraum bedeutet außerdem nicht automatisch eine höhere zulässige Brennstoffmenge. Die vom Hersteller angegebenen Füllmengen und Betriebsanweisungen sollten eingehalten werden.

Zu viel Brennstoff kann den Ofen thermisch überlasten. Zu wenig Brennstoff oder dauerhaft stark gedrosselte Luftzufuhr können dagegen die Verbrennung verschlechtern.

Trockenes Holz ist entscheidend

Für einen sauberen Betrieb sollte nur geeignetes und ausreichend trockenes Brennholz verwendet werden.

Zu feuchtes Holz verbrennt schlechter, erzeugt weniger nutzbare Wärme und kann deutlich höhere Schadstoff- und Rußemissionen verursachen.

Als praktikabler Bereich gilt bei gut getrocknetem Scheitholz häufig eine Holzfeuchte von ungefähr 15 bis 20 Prozent. Kontrollieren lässt sich das mit einem einfachen Holzfeuchtemessgerät.

5. Zulassung und aktuelle Anforderungen prüfen

Die Bezeichnung „Werkstattofen“ ist kein Freifahrtschein für besonders einfache oder alte Ofentechnik. Auch solche Geräte müssen die geltenden Anforderungen für Feuerungsanlagen erfüllen.

Bei neuen Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe muss über eine entsprechende Typprüfung nachgewiesen sein, dass die vorgeschriebenen Emissionswerte und Anforderungen eingehalten werden.

Beim Kauf sollte deshalb geprüft werden, welche Zulassungen und Herstellerunterlagen für das Gerät vorhanden sind.

Wichtige Dokumente können unter anderem sein:

  • technische Daten des Ofens
  • Bedienungs- und Montageanleitung
  • Angaben zur Typprüfung
  • Nachweise über die Einhaltung der geltenden Emissionsanforderungen
  • Angaben zu zulässigen Brennstoffen
  • Sicherheitsabstände
  • Daten für die Schornsteinberechnung

Seit Anfang 2022 gelten für neu in Verkehr gebrachte Festbrennstoff-Einzelraumheizgeräte außerdem europäische Anforderungen an Energieeffizienz und Emissionen.

Bei gebrauchten oder älteren Werkstattöfen sollte besonders sorgfältig geprüft werden, ob das Gerät am geplanten Standort überhaupt noch betrieben beziehungsweise neu angeschlossen werden darf.

Ein sehr günstiger alter Ofen kann dadurch schnell uninteressant werden, wenn erforderliche Nachweise fehlen oder die gesetzlichen Grenzwerte nicht eingehalten werden.

Eine gute Auswahl beginnt vor dem eigentlichen Ofenkauf

Bei einem Werkstattofen sollte nicht zuerst die maximale Heizleistung oder der Preis entscheiden. Wichtiger ist, ob das Gerät technisch zum Gebäude und zum geplanten Einsatz passt.

Prüfe deshalb zunächst Raumgröße, Dämmung und gewünschten Wärmebedarf. Danach sollten Schornstein, Verbrennungsluft, Aufstellort und Sicherheitsabstände geklärt werden. Erst dann lohnt sich der Vergleich konkreter Modelle.

Achte zusätzlich darauf, welche Brennstoffe zugelassen sind und ob alle notwendigen technischen Unterlagen vorhanden sind. Besonders bei gebrauchten Geräten lohnt sich ein genauer Blick.

Wer den Schornsteinfeger bereits vor der Anschaffung einbindet, kann viele technische und rechtliche Fragen klären, bevor aus einem vermeintlich einfachen Ofenprojekt eine kleine Baustelle wird.

Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man einen Werkstattofen in einer Garage aufstellen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind unter anderem die konkrete Nutzung des Raumes, die geltenden bau- und feuerungsrechtlichen Vorgaben sowie mögliche Brand- oder Explosionsgefahren. Vor der Installation sollte der geplante Standort deshalb mit dem zuständigen Schornsteinfeger geklärt werden.

Wie groß sollte der Feuerraum eines Werkstattofens sein?

Das hängt vor allem vom verwendeten Brennstoff und der gewünschten Scheitholzlänge ab. Prüfe die maximale Scheitlänge und die zulässige Brennstoffmenge des jeweiligen Modells. Ein besonders großer Feuerraum ist nicht automatisch besser.

Darf ich Holzreste aus der Werkstatt verbrennen?

Nur wenn es sich um einen für den Ofen zugelassenen Brennstoff handelt. Behandeltes, beschichtetes, lackiertes oder verleimtes Holz sowie Abfälle dürfen nicht einfach als Brennholz verwendet werden.

Braucht ein Werkstattofen einen eigenen Schornstein?

Nicht zwingend. Ob ein vorhandener Schornstein genutzt werden kann, hängt von dessen Ausführung, Belegung und den technischen Daten des Ofens ab. Das sollte vor dem Anschluss fachlich geprüft werden.

Kann ein Werkstattofen zu groß dimensioniert sein?

Ja. Ein überdimensionierter Ofen kann den Raum schnell überhitzen und wird anschließend häufig mit zu wenig Brennstoff oder stark gedrosselter Luft betrieben. Sinnvoller ist ein Leistungsbereich, der zum tatsächlichen Wärmebedarf der Werkstatt passt.

Muss ein neuer Werkstattofen vom Schornsteinfeger abgenommen werden?

Neu errichtete oder wesentlich geänderte Feuerungsanlagen müssen geprüft werden. Deshalb sollte der zuständige bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger bereits während der Planung einbezogen werden.

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