Kaminofen kaufen: Diese 5 Fehler kosten richtig Geld

Kaminofen kaufen: Diese 5 Fehler kosten richtig Geld

Ein Kaminofen ist schnell ausgesucht. Schwieriger wird es bei den Fragen, die auf den ersten Blick weniger spannend wirken: Wie viel Leistung braucht der Raum tatsächlich? Passt der vorhandene Schornstein zum gewünschten Modell? Ist genügend Verbrennungsluft vorhanden? Und welche Kosten kommen zusätzlich zum eigentlichen Ofen hinzu?

Genau an diesen Punkten können Fehlentscheidungen teuer werden. Ein zu leistungsstarker Kaminofen verbraucht nicht automatisch sinnvoll mehr Holz, sondern kann dazu führen, dass der Raum ständig zu warm wird und der Ofen gedrosselt betrieben wird. Ein ungeeigneter Schornstein kann Sanierungsarbeiten erforderlich machen. Und wer erst nach dem Kauf erfährt, dass wegen einer Ablufthaube zusätzliche Sicherheitstechnik nötig ist, muss sein Budget ebenfalls neu rechnen.

Deshalb lohnt es sich, vor der Bestellung nicht nur Modelle und Preise zu vergleichen. Entscheidend ist, ob Ofen, Gebäude, Schornstein und geplante Nutzung tatsächlich zusammenpassen.

Fehler 1 und 2: Heizleistung und Einsatzbereich falsch einschätzen

Fehler 1: Einen möglichst leistungsstarken Kaminofen wählen

Bei Kaminöfen ist mehr Leistung nicht automatisch besser. Trotzdem wird die Nennwärmeleistung beim Kauf häufig nach dem Motto gewählt: Lieber etwas Reserve einplanen.

Genau diese Reserve kann später zum Problem werden.

Ein Kaminofen arbeitet besonders sinnvoll, wenn seine Leistung zum tatsächlichen Wärmebedarf passt. Ist das Gerät deutlich zu groß dimensioniert, wird es im Raum schnell unangenehm warm. Die naheliegende Reaktion besteht darin, weniger Holz aufzulegen oder die Luftzufuhr stark zu reduzieren.

Damit läuft der Ofen jedoch nicht unbedingt in dem Betriebsbereich, für den die Verbrennung optimiert wurde. Eine schlechte Verbrennung kann unter anderem mehr Ruß, Ablagerungen und Schadstoffe verursachen.

Wie viel Leistung benötigt wird, hängt nicht allein von der Quadratmeterzahl ab. Relevant sind beispielsweise:

  • Dämmstandard und Baujahr des Gebäudes
  • Größe und Höhe des Aufstellraums
  • offene oder geschlossene Raumaufteilung
  • Fensterflächen
  • gewünschte Raumtemperatur
  • Lage des Raums innerhalb des Gebäudes
  • zusätzliche vorhandene Heizung
  • vorgesehene Nutzung des Kaminofens

Eine einfache Regel wie „1 kW für 10 Quadratmeter“ ist deshalb für eine seriöse Planung zu grob. Ein gut gedämmtes Gebäude kann erheblich weniger Wärme benötigen als ein unsanierter Altbau mit identischer Wohnfläche.

Gerade bei modernen oder sanierten Häusern ist Überdimensionierung ein wichtiges Thema.

Fehler 2: Nicht vorher klären, wofür der Ofen eigentlich genutzt werden soll

Auch der geplante Einsatz beeinflusst die Auswahl.

Soll der Kaminofen nur an einzelnen Winterabenden genutzt werden? Soll er regelmäßig einen großen Wohnbereich unterstützen? Oder erwartest du, dass er mehrere Räume beziehungsweise einen erheblichen Teil des Hauses mit Wärme versorgt?

Das sind unterschiedliche Anforderungen.

Ein klassischer Kaminofen gibt einen großen Teil seiner Wärme direkt an den Aufstellraum ab. Bei offenen Grundrissen kann sich ein Teil davon in angrenzende Bereiche verteilen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sich mehrere abgeschlossene Räume gleichmäßig beheizen lassen.

Wer vom Kaminofen wesentlich mehr erwartet, als das gewählte Gerät und die räumliche Situation ermöglichen, versucht später häufig, das Problem durch längere Heizzeiten und einen höheren Holzverbrauch auszugleichen.

Vor dem Kauf sollte deshalb eine einfache Frage beantwortet sein:

Welche konkrete Aufgabe soll der Kaminofen im Gebäude übernehmen?

Erst danach lohnt sich die Auswahl von Leistung, Bauart und Ausstattung.

Fehler 3: Den Schornstein erst nach dem Ofenkauf prüfen

Der Kaminofen kann technisch hervorragend sein und trotzdem nicht ohne Weiteres an den vorhandenen Schornstein passen.

Für einen sicheren Betrieb müssen Feuerstätte, Verbindungsstück und Schornstein als System funktionieren. Unter anderem spielen dabei Querschnitt, wirksame Höhe, Material, Abgastemperatur, Förderdruck und die vorhandene Nutzung des Schornsteins eine Rolle.

Deshalb sollte der zuständige bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger möglichst vor dem Kauf eingebunden werden.

Zu klären sind beispielsweise:

Punkt

Warum er vor dem Kauf wichtig ist

Vorhandener Schornstein

Nicht jeder Schornstein eignet sich ohne Anpassungen für jede Feuerstätte

Schornsteinquerschnitt

Er beeinflusst die Abgasführung und muss zum geplanten System passen

Anschlussposition

Sie bestimmt unter anderem die Führung des Ofenrohrs

Mehrfachbelegung

Nicht jede Kombination verschiedener Feuerstätten ist zulässig oder technisch möglich

Schornsteinzustand

Bei älteren Anlagen kann eine Sanierung erforderlich werden

Schornsteinhöhe

Für neu errichtete Anlagen gelten Anforderungen an die Ableitung der Abgase

Brandschutz

Abstände zu brennbaren Bauteilen müssen eingehalten werden

Fehlt ein geeigneter Schornstein vollständig, kann beispielsweise ein außenliegendes Edelstahlsystem infrage kommen. Das erweitert die Möglichkeiten, verursacht aber zusätzliche Kosten für Material, Montage, Wanddurchführung und gegebenenfalls weitere bauliche Arbeiten.

Besonders ärgerlich wird es, wenn der Ofen bereits geliefert wurde und anschließend festgestellt wird, dass der geplante Anschluss nur mit größeren Änderungen funktioniert.

Die sinnvollere Reihenfolge lautet daher:

  1. gewünschten Aufstellort festlegen,
  2. Schornsteinsituation prüfen lassen,
  3. technische Anforderungen bestimmen,
  4. passenden Kaminofen auswählen,
  5. Anschluss und Abnahme einplanen.

So wird nicht versucht, das Gebäude nachträglich an einen bereits gekauften Ofen anzupassen.

Fehler 4: Nur den Preis des Kaminofens vergleichen

Ein Angebot für 2.000 Euro und ein Modell für 3.000 Euro lassen sich nicht sinnvoll vergleichen, wenn bei einem Angebot wesentliche Nebenkosten noch fehlen.

Zum Gesamtbudget gehören je nach Gebäude deutlich mehr Positionen als das Gerät selbst.

Mögliche Zusatzkosten sind:

  • Ofenrohre und Anschlussmaterial
  • Bodenplatte oder anderer Funkenschutz
  • Wanddurchführung
  • Kernbohrung
  • Montage
  • Anpassung oder Sanierung des vorhandenen Schornsteins
  • neuer Außenschornstein
  • externe Verbrennungsluftleitung
  • Sicherheitstechnik bei Abluftanlagen
  • Abnahme der Feuerstätte
  • spätere Wartungs- und Reinigungskosten
  • Brennholzlagerung und Brennstoff

Wie stark diese Punkte ins Gewicht fallen, hängt vom Gebäude ab. Bei einem vorhandenen, geeigneten Anschluss kann der Aufwand überschaubar bleiben. Muss dagegen erst ein Schornstein geschaffen oder saniert werden, kann sich das Verhältnis zwischen Gerätepreis und Gesamtkosten deutlich verschieben.

Auch der spätere Holzverbrauch gehört in die Rechnung

Ein besonders günstiger Ofen ist langfristig nicht zwingend die günstigste Wahl.

Wirkungsgrad, Bedienung und passende Dimensionierung beeinflussen, wie sinnvoll die eingesetzte Brennstoffmenge genutzt wird. Zusätzlich spielt die Holzqualität eine entscheidende Rolle.

Für Scheitholz sollte trockenes, naturbelassenes Holz verwendet werden. Gut getrocknetes Brennholz liegt üblicherweise bei etwa 15 bis 20 Prozent Wassergehalt. Zu feuchtes Holz verschlechtert die Verbrennung, erhöht die Rauch- und Rußbildung und verringert die nutzbare Wärmeausbeute.

Wer regelmäßig heizen möchte, sollte deshalb vor dem Kauf ebenfalls beantworten können, wo ausreichend trockenes Brennholz gelagert werden kann.

Der tatsächliche Preis eines Kaminofens besteht damit aus drei Teilen:

Anschaffung + notwendige Installation + laufender Betrieb.

Erst diese Gesamtrechnung ermöglicht einen vernünftigen Vergleich verschiedener Lösungen.

Fehler 5: Technische und rechtliche Voraussetzungen als Nebensache behandeln

Ein Kaminofen darf nicht einfach aufgestellt, angeschlossen und anschließend benutzt werden.

Vor der ersten Nutzung muss die Feuerstätte geprüft beziehungsweise abgenommen werden. Deshalb ist es sinnvoll, bereits bei der Auswahl darauf zu achten, dass die erforderlichen technischen Unterlagen und Nachweise vorhanden sind.

Neue Kaminöfen müssen unter anderem die für sie geltenden Emissionsanforderungen erfüllen. Bei üblichen neuen Scheitholz-Kaminöfen sind dabei insbesondere die Anforderungen der Stufe 2 der 1. BImSchV relevant. Zusätzlich gelten für Festbrennstoff-Einzelraumheizgeräte europäische Ökodesign-Vorgaben.

Beim Kauf eines neuen Geräts sollten deshalb nicht nur Optik, Scheibengröße und Preis auf der Produktseite stehen. Wichtig sind auch belastbare technische Daten und vollständige Dokumente.

In luftdichten Gebäuden wird die Verbrennungsluft besonders wichtig

Ein Feuer benötigt ständig Sauerstoff. Raumluftabhängige Kaminöfen beziehen die benötigte Verbrennungsluft aus dem Raum, in dem sie stehen.

In älteren Gebäuden gelangt häufig über Fugen und andere Undichtheiten vergleichsweise viel Außenluft nach innen. Moderne Neubauten und energetisch sanierte Gebäude sind dagegen wesentlich dichter.

Dann kann eine externe Verbrennungsluftversorgung erforderlich oder sinnvoll sein.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen außerdem Geräte, die Luft aus dem Gebäude absaugen, zum Beispiel:

  • Dunstabzugshauben im Abluftbetrieb
  • kontrollierte Wohnraumlüftungen
  • Abluftventilatoren

Entsteht im Gebäude ein problematischer Unterdruck, besteht die Gefahr, dass Abgase nicht wie vorgesehen über den Schornstein abgeführt werden.

Abhängig von der konkreten Anlage können deshalb technische Maßnahmen wie ein Fensterkontaktschalter oder eine geeignete Unterdrucküberwachung notwendig sein.

Auch hier gilt: Solche Fragen gehören vor die Bestellung und nicht auf die Liste der Überraschungen am Montagetag.

Vor dem Kauf lieber fünf Punkte mehr prüfen

Die teuersten Fehlentscheidungen entstehen selten bei der Wahl zwischen zwei ähnlich ausgestatteten Modellen. Größere Kosten verursachen meist grundlegende Planungsfehler: eine unpassende Heizleistung, ein ungeprüfter Schornstein, falsch eingeschätzte Installationskosten oder technische Voraussetzungen, die erst nach der Bestellung auffallen.

Wer zuerst den Wärmebedarf, den Aufstellort, den Schornstein und die Verbrennungsluft klärt, kann Kaminöfen wesentlich gezielter vergleichen. Der reine Gerätepreis wird dadurch weniger wichtig. Entscheidend ist am Ende, ob das gesamte System zum Gebäude und zur geplanten Nutzung passt. Ein kurzes Gespräch mit Fachbetrieb und zuständigem Schornsteinfeger vor dem Kauf kann deshalb deutlich günstiger sein als eine spätere Planänderung.

Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss der Schornsteinfeger vor dem Kauf eines Kaminofens kommen?

Eine vorherige Abstimmung ist sehr empfehlenswert. So lässt sich bereits vor der Bestellung klären, ob der gewünschte Standort, der vorhandene Schornstein und das geplante Ofenmodell grundsätzlich zusammenpassen. Vor der ersten Nutzung muss die Feuerstätte ohnehin geprüft beziehungsweise abgenommen werden.

Kann ich einen Kaminofen selbst anschließen?

Welche Arbeiten selbst ausgeführt werden dürfen und welche fachlichen Anforderungen gelten, hängt von der konkreten Installation und den örtlichen Vorgaben ab. Entscheidend ist, dass der Anschluss technisch und brandschutzrechtlich korrekt ausgeführt wird und die Feuerstätte vor der Nutzung abgenommen werden kann. Deshalb sollte das Vorgehen vorher mit dem zuständigen Schornsteinfeger abgestimmt werden.

Wie erkenne ich, ob ein Kaminofen für Deutschland geeignet ist?

Achte auf die erforderliche Kennzeichnung, technische Unterlagen sowie Nachweise zu den geltenden Anforderungen. Bei einem neuen Scheitholz-Kaminofen gehört insbesondere die Einhaltung der relevanten Emissionsanforderungen der 1. BImSchV zu den wichtigen Prüfpunkten.

Lohnt sich ein gebrauchter Kaminofen?

Das kann funktionieren, sollte aber vor dem Kauf genau geprüft werden. Gerade ältere Geräte erfüllen möglicherweise nicht die erforderlichen Emissionswerte oder lassen sich am gewünschten Standort nicht ohne Weiteres betreiben. Ohne eindeutige Unterlagen kann ein vermeintliches Schnäppchen deshalb schnell zusätzliche Kosten verursachen.

Braucht jeder Kaminofen eine externe Luftzufuhr?

Nein. Ob eine externe Verbrennungsluftversorgung notwendig oder sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Ofentyp, vom Gebäude und von vorhandenen Lüftungs- oder Abluftanlagen ab. In sehr dichten Gebäuden ist das Thema besonders wichtig.

Welche Unterlagen sollte ich beim Kaminofenkauf aufbewahren?

Technische Dokumentation, Bedienungsanleitung, Leistungserklärung beziehungsweise relevante Konformitätsunterlagen und vorhandene Nachweise zu den Emissionswerten sollten dauerhaft aufbewahrt werden. Sie können unter anderem für Anschluss, Abnahme und spätere Nachfragen zur Feuerstätte wichtig sein.

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