Drei Bauteile, drei unterschiedliche Aufgaben
Im Handel werden die Begriffe nicht immer ganz einheitlich verwendet. „Wandfutter“ dient teilweise als Oberbegriff für den Anschluss zwischen Rauchrohr und Schornstein. Für die Auswahl ist deshalb wichtiger, wie das konkrete Bauteil aufgebaut ist und wofür der Hersteller es vorgesehen hat.
Bauteil |
Hauptaufgabe |
Häufiger Einsatz |
|---|---|---|
Wandfutter |
Aufnahme des Rauchrohres am Schornsteinanschluss |
vor allem bei gemauerten Schornsteinen und bestimmten Anschlusskonstruktionen |
Doppelwandfutter |
Aufnahme unterschiedlicher Rohrenden innerhalb eines festen Anschlusses |
häufig bei gemauerten Schornsteinen und als Bestandteil geeigneter Anschlusslösungen |
Anschlussadapter |
Übergang zwischen unterschiedlichen Systemen, Durchmessern oder Anschlussformen |
Keramik-, Edelstahl- und Systemschornsteine |
Ein Doppelwandfutter besteht aus mehreren ineinandergreifenden Bereichen. Je nach Ausführung kann dadurch sowohl die eingezogene als auch die weiter ausgeführte Seite eines passenden Rauchrohres aufgenommen werden. Das macht es beim klassischen Ofenrohranschluss praktisch.
Ein Anschlussadapter hat dagegen häufig eine konkretere Aufgabe. Er verbindet beispielsweise einen keramischen Rauchrohrstutzen mit einem Ofenrohr oder stellt bei einem Edelstahlschornstein den Übergang zwischen dem Schornsteinsystem und einer handelsüblichen Verbindungsleitung her.
Deshalb ist ein Adapter nicht automatisch eine Alternative zum Wandfutter. Bei manchen Konstruktionen enthält der Adapter sogar bereits ein Doppelwandfutter.
Der Schornsteinaufbau entscheidet über den richtigen Anschluss
Vor der Auswahl sollte geklärt werden, welcher Schornstein tatsächlich vorhanden ist. Von außen lässt sich das nicht immer sicher erkennen.
Gemauerter Schornstein ohne separates Innenrohr
Bei älteren gemauerten Schornsteinen besteht der Zug im Wesentlichen aus dem gemauerten Schornsteinschaft. Hier wird für den Rauchrohranschluss häufig ein dafür geeignetes Wand- oder Doppelwandfutter in die Schornsteinwange eingesetzt.
Das Rauchrohr endet anschließend im vorgesehenen Anschlussbereich und darf nicht einfach tief in den Schornsteinzug geschoben werden. Ein hineinragendes Rohr kann den freien Querschnitt beeinträchtigen und die Strömung der Abgase ungünstig verändern.
Ein Doppelwandfutter ist bei solchen Konstruktionen eine verbreitete Lösung. Ob es zur vorhandenen Schornsteinwand und zur Feuerstätte passt, hängt unter anderem von Durchmesser, Material und Einbausituation ab.
Systemschornstein mit keramischem Innenrohr
Bei einem modernen mehrschaligen Schornstein sieht die Sache anders aus. Solche Systeme bestehen beispielsweise aus:
- Mantelstein,
- Wärmedämmung,
- keramischem Innenrohr,
- einem vorgesehenen Rauchrohranschluss oder Anschlussformstück.
Hier sollte nicht automatisch ein gewöhnliches Doppelwandfutter direkt in das keramische Innenrohr eingesetzt oder eingemörtelt werden.
Viele Systeme besitzen einen speziell ausgeführten Keramikstutzen oder benötigen ein Anschlussset des jeweiligen Herstellers. Je nach System wird das metallische Rauchrohr über ein geeignetes Zwischenstück angeschlossen und so abgedichtet, dass unterschiedliche Wärmeausdehnungen der Materialien berücksichtigt werden.
Keramik und Stahl verhalten sich bei Erwärmung unterschiedlich. Eine starre Verbindung an einer Stelle, an der Bewegung vorgesehen ist, kann deshalb problematisch sein.
Edelstahlschornstein
Bei einem ein- oder doppelwandigen Edelstahlschornstein gehören Anschlussstücke in der Regel zum jeweiligen System. Am Rauchrohranschluss kann beispielsweise ein spezieller Übergang sitzen, der anschließend ein normales Ofenrohr aufnimmt.
Hier sollte ein klassisches Wandfutter nicht einfach als universeller Ersatz betrachtet werden. Edelstahl-Abgassysteme werden aus aufeinander abgestimmten Komponenten aufgebaut. Verbindungstechnik, Temperaturklasse, Dichtungen und Einstecktiefen können sich je nach System unterscheiden.
Gerade bei einem doppelwandigen Außenschornstein kommt außerdem die Wanddurchführung hinzu. Sie ist nicht mit einem einfachen Doppelwandfutter gleichzusetzen.
Wann ein Anschlussadapter erforderlich wird
Ein Adapter wird immer dann interessant, wenn zwei Anschlussseiten konstruktiv nicht direkt zusammenpassen.
Ein häufiger Fall ist ein Kaminofen mit 150-mm-Rauchrohr und ein vorhandener Schornsteinanschluss mit einer anderen Abmessung. Daraus folgt allerdings nicht automatisch, dass irgendeine Reduzierung oder Erweiterung mit den beiden entsprechenden Zahlen geeignet ist.
Vorher sollten mindestens diese Punkte feststehen:
-
Welches Schornsteinsystem ist vorhanden?
Bei Systemschornsteinen sind Hersteller und genaue Baureihe besonders hilfreich. -
Wie ist der Rauchrohranschluss ausgeführt?
Entscheidend ist beispielsweise, ob bereits ein Keramikstutzen, ein Wandfutter oder ein metallischer Anschluss vorhanden ist. -
Welchen Außendurchmesser hat das Rauchrohr?
Die Nennweite allein beantwortet nicht jede Passungsfrage. Auch Rohrbauart und Wandstärke können eine Rolle spielen. -
Welche Abmessung hat die Schornsteinseite?
Innen- und Außendurchmesser dürfen nicht verwechselt werden. -
Ist eine Reduzierung oder Erweiterung überhaupt vorgesehen?
Veränderungen des Anschlussquerschnitts müssen zur Feuerstätte und zur Abgasanlage passen.
Hersteller bieten beispielsweise Anschlussübergänge an, die auf der Schornsteinseite eine bestimmte Nennweite besitzen und auf der Ofenseite ein Rauchrohr mit kleinerem Durchmesser aufnehmen.
Ein Adapter kann außerdem erforderlich sein, wenn ein keramischer Rauchrohrstutzen einen deutlich größeren Innendurchmesser besitzt als das Ofenrohr. Dabei geht es nicht darum, den verbleibenden Raum irgendwie mit Mörtel aufzufüllen. Die vorgesehene Anschlusskonstruktion muss auch Wärmebewegungen aufnehmen können.
Bei Durchmesser, Einstecktiefe und Abdichtung passieren die meisten Fehler
Ein passender Nenndurchmesser ist nur ein Teil der Auswahl. Ebenso wichtig ist, wie das Rauchrohr tatsächlich im Anschluss sitzt.
Das Rauchrohr darf den Schornsteinquerschnitt nicht unnötig verengen
Das Verbindungsstück soll in den vorgesehenen Anschluss eingeschoben werden, aber nicht weit in den eigentlichen Schornsteinzug hineinragen.
Das klingt banal, wird bei einem tiefen Wandaufbau aber schnell relevant. Ein langes Wandfutter oder ein zu weit eingeschobenes Rauchrohr kann innen weiter stehen als geplant.
Vor dem endgültigen Einbau sollte deshalb geklärt sein:
- wie tief der Anschluss reicht,
- wo die Innenkante des Schornsteinzuges liegt,
- welche Einstecktiefe das Rauchrohr benötigt,
- ob das Anschlussbauteil gekürzt werden darf.
Einige systemgebundene Anschlussübergänge sind ausdrücklich kürzbar. Bei anderen Bauteilen wäre eine eigenmächtige Änderung dagegen keine gute Idee.
Metall braucht Bewegungsmöglichkeit
Rauchrohre werden beim Heizen deutlich wärmer und verändern dabei ihre Länge. Der Anschluss sollte diese Bewegung nicht unnötig blockieren.
Besonders kritisch ist eine starre Verbindung eines Metallrohres mit keramischen Bauteilen. Das Rauchrohr sollte daher nur so befestigt und abgedichtet werden, wie es die jeweilige Anschlusskonstruktion vorsieht.
Feuerzement ist dabei kein universelles Mittel für jeden Ringspalt. Ob Mörtel, mineralische Dämmstoffe, Dichtschnüre, spezielle Anschlusssets oder andere Komponenten verwendet werden, hängt vom Schornsteinaufbau ab.
Eine Rosette löst kein technisches Anschlussproblem
Die sichtbare Rosette vor der Wand hat vor allem eine abdeckende Funktion. Sie verdeckt den Übergang zwischen Rauchrohr und Wandfläche.
Sie ersetzt weder:
- ein Wandfutter,
- einen Anschlussadapter,
- eine fachgerechte Abdichtung,
- noch eine geeignete Wanddurchführung.
Ein Anschluss kann hinter einer sauber sitzenden Rosette technisch trotzdem falsch ausgeführt sein.
So lässt sich das passende Bauteil vor dem Einbau bestimmen
Wer einen bestehenden Anschluss beurteilen möchte, sollte nicht allein nach dem Durchmesser des Kaminofens bestellen. Mit wenigen Angaben lässt sich die Auswahl deutlich eingrenzen.
Hilfreich sind:
- Hersteller und Modell des Kaminofens,
- Rauchrohrdurchmesser des Ofens,
- Hersteller und Typ des Schornsteins,
- Bauart des Schornsteins,
- Durchmesser des vorhandenen Rauchrohranschlusses,
- Wandstärke beziehungsweise Abstand bis zum eigentlichen Schornsteinzug,
- Fotos des vorhandenen Anschlusses,
- vorhandene Montage- oder Systemunterlagen.
Bei einem älteren gemauerten Schornstein lässt sich der Hersteller naturgemäß oft nicht mehr feststellen. Dann muss der vorhandene Aufbau beurteilt werden.
Bei modernen Keramik- oder Edelstahlsystemen lohnt sich dagegen die Suche nach Typenschild, Rechnung, Bauunterlagen oder Produktkennzeichnung. Ein passendes Original-Anschlussstück kann hier erheblich sinnvoller sein als eine improvisierte Kombination verschiedener Komponenten.
Auch der zuständige Schornsteinfeger sollte vor Veränderungen am Anschluss einbezogen werden. Das ist besonders wichtig, wenn eine neue Anschlussöffnung hergestellt, ein bestehender Anschluss verändert oder eine andere Feuerstätte angeschlossen werden soll.
Erst den Schornstein bestimmen, dann das Bauteil
Ein Wandfutter oder Doppelwandfutter ist vor allem bei bestimmten gemauerten Schornsteinen eine naheliegende Lösung. Bei keramischen Systemschornsteinen und Edelstahlsystemen sind dagegen häufig speziell vorgesehene Anschlussstücke oder Adapter die bessere Wahl.
Der Durchmesser ist dabei nicht das einzige Entscheidungskriterium. Aufbau des Schornsteins, vorhandener Anschlussstutzen, Wärmeausdehnung, Einstecktiefe und die Vorgaben des jeweiligen Systems gehören ebenfalls dazu.
Wer vor dem Kauf klärt, welche beiden Bauteile tatsächlich miteinander verbunden werden sollen, vermeidet die häufigste Fehlentscheidung: einen passenden Rohrdurchmesser zu finden, aber trotzdem das falsche Anschlussprinzip zu wählen.






