Zuerst klären: Betriebspause oder dauerhafte Stilllegung?
Bevor Ventile geschlossen oder Leitungen entleert werden, sollte feststehen, was mit dem Ofen künftig passieren soll. Eine Pause von einigen Monaten ist technisch etwas anderes als der endgültige Ausbau.
Bei einer normalen Betriebspause, etwa während des Sommers, bleibt der Ofen meist vollständig in das Heizsystem eingebunden. Vor- und Rücklauf, Sicherheitsarmaturen und Wasserinhalt bleiben bestehen. Der Ofen wird lediglich nicht befeuert.
Eine längere Stillstandsphase kann zusätzliche Maßnahmen erfordern, beispielsweise in einem Ferienhaus, einem zeitweise unbeheizten Gebäude oder während einer Sanierung. Hier wird insbesondere der Frostschutz relevant.
Bei einer dauerhaften Stilllegung wird die Feuerstätte dagegen endgültig außer Betrieb genommen. Dann müssen sowohl die hydraulische Einbindung als auch der Anschluss an die Abgasanlage berücksichtigt werden.
Eine einfache Orientierung:
Situation |
Was meist zu prüfen ist |
|---|---|
Sommerpause |
Wasserstand, Anlagendruck, Ventilstellungen, Wartungszustand |
Mehrmonatiger Stillstand im beheizten Gebäude |
Heizkreis grundsätzlich erhalten, Anlage gegen Korrosion schützen |
Stillstand in frostgefährdeten Räumen |
Frostschutzkonzept für Ofen, Leitungen und Armaturen |
Ausbau des Ofens |
Heizkreis fachgerecht trennen oder umbauen |
Dauerhafte Stilllegung |
zusätzlich Abgasanschluss und Schornstein berücksichtigen |
Entscheidend ist immer die konkrete hydraulische Einbindung. Ein Ofen mit eigenem Ladekreis zum Pufferspeicher verhält sich beispielsweise anders als eine Anlage, bei der mehrere Wärmeerzeuger gemeinsam in einem komplexeren Heizsystem arbeiten.
Den wasserführenden Heizkreis nicht einfach absperren oder entleeren
Im wasserführenden Teil des Ofens befinden sich Wasserwege, Rohranschlüsse und häufig ein Sicherheitswärmetauscher. Während des normalen Betriebs muss Wärme zuverlässig aus dem Gerät abgeführt werden können. Deshalb darf ein wasserführendes Modell grundsätzlich nicht wie ein trockener Kaminofen weiterbetrieben werden, nachdem sein Heizkreis entleert oder abgesperrt wurde.
Hersteller wasserführender Geräte schreiben regelmäßig vor, dass der Wärmetauscher während des Feuerungsbetriebs mit Wasser gefüllt und ordnungsgemäß in das Heizsystem eingebunden sein muss. Wird der wasserführende Kreis stillgelegt, bedeutet das daher gleichzeitig: Der Ofen darf nicht mehr befeuert werden, solange die vorgesehene hydraulische Funktion nicht wiederhergestellt ist.
Auch bei einer längeren Pause ist vollständiges Entleeren nicht automatisch die beste Lösung. Sauerstoff gelangt insbesondere bei wiederholtem Entleeren und Neubefüllen in das System. Das kann wasserseitige Korrosion begünstigen. Heizungsanlagen werden deshalb üblicherweise möglichst als geschlossene, dauerhaft gefüllte Systeme betrieben.
Was bei einer vorübergehenden Pause kontrolliert werden sollte
Bleibt das Gebäude frostfrei und soll der Ofen später wieder genutzt werden, ist häufig sinnvoll:
- Heizwasser im System zu belassen,
- den vorgesehenen Anlagendruck zu erhalten,
- Absperrarmaturen nicht ohne hydraulischen Grund zu verändern,
- Sicherheitsventil und thermische Ablaufsicherung funktionsfähig zu halten,
- Pumpen und Regelung nach Herstellervorgaben zu behandeln,
- sichtbare Leitungen und Anschlüsse auf Undichtigkeiten zu prüfen.
Gerade bei älteren Anlagen lohnt sich außerdem ein Blick auf das Ausdehnungsgefäß und den Systemdruck. Ein Druckverlust während einer langen Stillstandsphase kann auf Undichtigkeiten oder Probleme mit dem Membran-Ausdehnungsgefäß hinweisen.
Wird der Ofen endgültig ausgebaut, sollte ein Heizungsfachbetrieb festlegen, wie Vor- und Rücklauf zurückgebaut werden. Einfach zwei Leitungen mit Stopfen zu verschließen kann bei bestimmten Schaltungen hydraulische Auswirkungen auf den restlichen Heizkreis haben.
Frostschutz betrifft mehr als nur den sichtbaren Ofen
Ein wasserführender Ofen kann auch dann Frostschäden erleiden, wenn im Feuerraum selbstverständlich nichts passiert. Kritisch ist das Wasser in Wärmetauscher, Leitungen, Pumpengruppe und Armaturen.
Sinkt die Temperatur unter den Gefrierpunkt, vergrößert sich das Volumen des Wassers. In geschlossenen Bauteilen können dadurch erhebliche Kräfte entstehen. Schäden zeigen sich anschließend beispielsweise an Rohrleitungen, Wärmetauschern, Verschraubungen oder Armaturen.
Besonders aufmerksam solltest du werden, wenn der Ofen in einem Gebäude steht, das im Winter längere Zeit nicht beheizt wird. Dazu gehören unter anderem Ferienhäuser, Wochenendhäuser, leer stehende Gebäude oder Häuser während längerer Umbauphasen.
Drei mögliche Frostschutzstrategien
1. Gebäude frostfrei halten
Die technisch einfachste Variante ist häufig eine abgesicherte Mindesttemperatur im Gebäude. Dabei muss allerdings sichergestellt sein, dass auch die Leitungsbereiche rund um den Ofen ausreichend temperiert bleiben.
2. Heizungsanlage fachgerecht entleeren
Ist keine zuverlässige Beheizung möglich, kann ein vollständiges Entleeren notwendig werden. Dabei reicht es nicht, nur einen Ablasshahn am tiefsten sichtbaren Punkt zu öffnen.
In Wärmetauschern, Pumpen, Bögen oder horizontal verlaufenden Leitungen können Wassermengen zurückbleiben. Für einen sicheren Frostschutz muss deshalb geprüft werden, ob sich wirklich alle gefährdeten Bereiche entleeren lassen.
3. Geeignetes Frostschutzmedium verwenden
Bei bestimmten Heizungsanlagen können dafür vorgesehene Frostschutzmittel eingesetzt werden. Das darf jedoch nicht pauschal angenommen werden. Das Mittel muss mit Ofen, Dichtungen, Pumpen, Speicher, Wärmetauscher und allen weiteren Werkstoffen der Anlage verträglich sein.
Außerdem verändern solche Zusätze Eigenschaften des Heizmediums. Konzentration, Wärmeübertragung und hydraulische Auslegung müssen deshalb berücksichtigt werden. Ob ein Frostschutzmittel zulässig ist, sollte anhand der Herstellerunterlagen und der vorhandenen Heizungsanlage entschieden werden.
Ein bisschen Frostschutzmittel nach Gefühl in das Heizwasser zu geben ist keine brauchbare Lösung.
Sicherheitseinrichtungen bleiben Teil des Gesamtsystems
Wasserführende Holzöfen besitzen mehrere Einrichtungen, die einen sicheren Betrieb ermöglichen. Dazu gehören je nach Anlage unter anderem Umwälzpumpe, Rücklauftemperaturanhebung, Sicherheitsventil, Temperaturfühler und thermische Ablaufsicherung.
Die thermische Ablaufsicherung ist besonders wichtig, weil ein Holzfeuer nicht innerhalb weniger Sekunden abgeschaltet werden kann. Wird das Wasser im Ofen zu heiß, kann über einen Sicherheitswärmetauscher kaltes Wasser zur Kühlung eingesetzt werden.
Bei einer endgültigen Außerbetriebnahme muss deshalb geklärt werden, welche Komponenten weiterhin für andere Teile der Heizungsanlage gebraucht werden und welche ausschließlich zum Ofenkreis gehören.
Eine sinnvolle Bestandsaufnahme umfasst:
- Vorlauf und Rücklauf des Ofens,
- Pumpengruppe beziehungsweise Ladeeinheit,
- Rücklauftemperaturanhebung,
- Sicherheitsventil,
- Ausdehnungsgefäß,
- thermische Ablaufsicherung samt Wasseranschluss,
- Temperaturfühler und Regelung,
- Verbindung zum Pufferspeicher.
Bei einfachen Anlagen lassen sich diese Komponenten gut zuordnen. Bei gewachsenen Heizsystemen mit Solarthermie, Wärmepumpe, Gasheizung oder mehreren Speichern ist das nicht immer sofort erkennbar.
Genau deshalb sollte ein Rückbau nicht allein danach erfolgen, welche Leitungen sichtbar zum Ofen führen. Manche Komponenten beeinflussen auch den restlichen Anlagenbetrieb.
Abgasrohr und Schornstein separat betrachten
Mit dem Abschalten des Heizkreises ist die Feuerstätte noch nicht automatisch vollständig stillgelegt. Der Ofen bleibt weiterhin mit Rauchrohr und Schornstein verbunden.
Bei einer kurzen oder saisonalen Betriebspause bleibt diese Verbindung normalerweise bestehen. Vor der nächsten Heizperiode sollten Ofen, Rauchrohr und Schornstein jedoch wieder betriebsbereit sein. Dazu gehört auch, mögliche Verschmutzungen, Fremdkörper oder Schäden zu erkennen.
Anders sieht es bei einer dauerhaften Stilllegung aus. Eigentümer müssen die dauerhafte Stilllegung einer kehr- und überprüfungspflichtigen Anlage dem zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger mitteilen. Ebenso ist eine spätere Wiederinbetriebnahme einer stillgelegten Anlage mitzuteilen.
Wird der Ofen vollständig entfernt, muss außerdem der bisherige Anschluss am Schornstein fachgerecht behandelt werden. Wie die Öffnung verschlossen werden soll, hängt von der vorhandenen Abgasanlage und der weiteren Nutzung des Schornsteins ab.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen drei Fällen:
- Der Ofen bleibt angeschlossen und wird nur vorübergehend nicht benutzt.
- Der Ofen wird stillgelegt, bleibt aber zunächst stehen.
- Ofen und Rauchrohr werden vollständig entfernt.
Diese Varianten können für Kehr- und Überprüfungsarbeiten unterschiedlich relevant sein. Deshalb sollte eine geplante dauerhafte Stilllegung frühzeitig mit dem zuständigen Schornsteinfeger abgestimmt werden.
Wiederinbetriebnahme nicht mit dem ersten Feuer beginnen
Stand ein wasserführender Ofen längere Zeit still, sollte die Wiederinbetriebnahme vorbereitet werden. Einfach Holz einzulegen und zu testen, ob noch alles funktioniert, ist bei einem wasserführenden Gerät keine gute Vorgehensweise.
Vorher sollten mindestens folgende Punkte geklärt sein:
- Ist der Wärmetauscher vollständig mit Heizwasser gefüllt?
- Stimmt der Anlagendruck?
- Wurde der Ofenkreis entlüftet?
- Sind Vor- und Rücklauf geöffnet?
- Funktioniert die Umwälzpumpe?
- Arbeitet die Rücklauftemperaturanhebung korrekt?
- Ist die thermische Ablaufsicherung betriebsbereit?
- Sind Sicherheitsventil und Ausdehnungsgefäß funktionsfähig?
- Ist der Abgasweg frei und betriebsbereit?
Wurde die Anlage entleert, ist das Befüllen besonders sorgfältig durchzuführen. Dabei sollte auch die Qualität des Füll- und Ergänzungswassers berücksichtigt werden. Bei Warmwasser-Heizungsanlagen spielt der Schutz vor Steinbildung und wasserseitiger Korrosion eine wichtige Rolle.
Nach längeren Stillstandszeiten können außerdem Pumpen schwergängig geworden sein oder Ventile nicht mehr sauber arbeiten. Eine technische Kontrolle vor Beginn der Heizsaison erspart hier oft eine ziemlich unangenehme Fehlersuche, wenn draußen bereits Minusgrade herrschen.
Stilllegung als abgestimmten technischen Vorgang behandeln
Ein wasserführender Ofen verbindet Feuerstätte, Heiztechnik und Abgasanlage miteinander. Entsprechend sollte auch seine Stilllegung geplant werden. Bei einer normalen Sommerpause bleibt das Heizsystem häufig gefüllt. In frostgefährdeten Gebäuden braucht es dagegen ein belastbares Konzept für Leitungen, Wärmetauscher und Armaturen.
Soll der Ofen dauerhaft verschwinden, kommen der hydraulische Rückbau und die Behandlung des Schornsteinanschlusses hinzu. Dabei sollten Heizungsfachbetrieb und Schornsteinfeger jeweils den Bereich beurteilen, für den sie zuständig sind. Besonders wichtig bleibt eine klare Regel: Ein wasserführendes Gerät darf erst wieder befeuert werden, wenn Heizkreis und Sicherheitseinrichtungen vollständig betriebsbereit sind.





