Welche Unterlagen solltest du für die Prüfung bereithalten?
Welche Dokumente konkret benötigt werden, hängt von Feuerstätte, Schornstein und Einbausituation ab. Sinnvoll ist es, die Unterlagen bereits beim Kauf des Ofens gesammelt abzulegen.
Für einen gewöhnlichen Kaminofen gehören insbesondere folgende Dokumente in die Mappe:
- Bedienungs- und Montageanleitung des Herstellers
- technische Daten der Feuerstätte
- genaue Hersteller- und Typbezeichnung
- Angaben zur Nennwärmeleistung
- Angaben zum erforderlichen Förderdruck
- Rauchrohrdurchmesser
- erforderliche Sicherheitsabstände
- Nachweis über Emissionswerte und Wirkungsgrad
- Leistungserklärung beziehungsweise entsprechende Produktunterlagen
- Angaben auf dem Typenschild
Bei neueren Einzelraumfeuerungsanlagen muss nachgewiesen werden können, dass die für die Feuerstättenart geltenden Anforderungen der 1. BImSchV eingehalten werden. Relevant sind unter anderem die geprüften Werte für Kohlenmonoxid, Staub und Wirkungsgrad. Welche Unterlage hierfür verwendet wird, kann vom Produkt und dessen Dokumentation abhängen.
Bei einem gebrauchten Kaminofen ist dieser Punkt besonders wichtig. Eine Rechnung oder ein Foto des Ofens ersetzt keinen technischen Nachweis. Hersteller, Modell und Typ müssen eindeutig feststellbar sein.
Je nach Anlage können weitere Nachweise erforderlich sein
Bei komplizierteren Einbausituationen kommen zusätzliche Unterlagen infrage. Dazu zählen beispielsweise:
- Schornsteinberechnung
- technische Angaben zum Schornsteinsystem
- Montageunterlagen eines neu errichteten Edelstahlschornsteins
- Nachweise zur Verbrennungsluftversorgung
- Unterlagen zu einer externen Verbrennungsluftleitung
- technische Nachweise bei raumluftunabhängig vorgesehenem Betrieb
- Informationen zu Dunstabzugshauben oder anderen Abluftanlagen
- Nachweise zu Sicherheitseinrichtungen wie Unterdruckwächtern
- Unterlagen zu Wand- oder Deckendurchführungen
Gerade bei Neubauten und sehr dichten Gebäuden sollte die Verbrennungsluftversorgung früh geklärt werden. Ein vorhandener Außenluftanschluss am Ofen bedeutet nicht automatisch, dass jede Einbausituation damit ausreichend abgesichert ist.
Diese Punkte werden am Kaminofen und Schornstein geprüft
Bei der Prüfung geht es nicht darum, lediglich das Typenschild abzulesen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Feuerstätte, Verbindungsstück, Schornstein und Gebäude.
Aufstellung und Brandschutzabstände
Zunächst wird geprüft, ob der Ofen entsprechend den Herstellerangaben und den geltenden baurechtlichen Vorgaben aufgestellt wurde.
Besonders relevant sind die Abstände zu brennbaren Bauteilen und Gegenständen. Dazu gehören beispielsweise:
- Holzwände
- Möbel
- Türzargen
- Holzverkleidungen
- brennbare Bodenbeläge
- sichtbare Holzbalken
Die erforderlichen Abstände ergeben sich insbesondere aus den geprüften Angaben der Feuerstätte und den jeweils anzuwendenden Vorschriften. Deshalb sollte nicht mit pauschalen Abstandswerten geplant werden.
Auch der Boden vor dem Feuerraum wird kontrolliert. Bei einem brennbaren Bodenbelag ist eine ausreichend dimensionierte nicht brennbare Schutzfläche erforderlich. In den bauordnungsrechtlichen Regelwerken finden sich häufig Größenordnungen von mindestens 50 Zentimetern vor und jeweils 30 Zentimetern seitlich der Feuerraumöffnung. Herstellerangaben oder die konkrete Einbausituation können jedoch weitergehende Anforderungen ergeben.
Ofenrohr und Anschluss
Auch das Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein muss sicher montiert sein.
Geprüft werden können unter anderem:
- passender Rohrdurchmesser
- sichere Steckverbindungen
- ausreichende Abstände zu brennbaren Bauteilen
- fachgerechter Wandanschluss
- Zugänglichkeit für Reinigung und Kontrolle
- Verlauf des Rauchrohres
- Verwendung geeigneter Bauteile
Eine improvisierte Reduzierung des Rohrdurchmessers oder ein ungewöhnlich langer waagerechter Rauchrohrabschnitt kann deshalb Rückfragen auslösen.
Eignung des Schornsteins
Der vorhandene Schornstein muss für die angeschlossene Feuerstätte geeignet sein. Relevant sind beispielsweise Querschnitt, wirksame Höhe, Bauart und Anschlussmöglichkeiten.
Bei ungünstigen Kombinationen kann eine rechnerische Überprüfung erforderlich werden. Mit einer Schornsteinberechnung wird geprüft, ob der notwendige Förderdruck erreicht wird und gleichzeitig geeignete Abgasverhältnisse vorhanden sind.
Bei neu errichteten Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe spielen außerdem die bundesrechtlichen Vorgaben zur Lage und Höhe der Schornsteinmündung eine wichtige Rolle. Für seit Anfang 2022 neu errichtete Anlagen gelten hierbei strengere Anforderungen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine individuelle Berechnung der erforderlichen Ableitungshöhe notwendig werden.
Verbrennungsluft und Abluftanlagen werden schnell zum Knackpunkt
Ein Kaminofen benötigt während des Betriebs kontinuierlich Verbrennungsluft. In älteren Gebäuden gelangt häufig genug Außenluft über Undichtigkeiten der Gebäudehülle nach innen. In modernen oder energetisch sanierten Häusern kann diese Annahme jedoch problematisch sein.
Zusätzlich können Geräte Unterdruck erzeugen, die Luft aus dem Gebäude nach außen transportieren. Dazu gehören beispielsweise:
- Dunstabzugshauben im Abluftbetrieb
- Abluft-Wäschetrockner
- zentrale Lüftungsanlagen
- einzelne Abluftventilatoren
Entsteht im Aufstellraum ein zu großer Unterdruck, können Abgase aus der Feuerstätte in den Raum gelangen.
Deshalb sollte bereits vor dem Prüftermin geklärt sein, wie der gemeinsame Betrieb abgesichert wird.
Je nach Gebäude und Anlage kommen unterschiedliche Lösungen infrage, etwa eine geeignete Verbrennungsluftversorgung, eine technische Sicherheitseinrichtung oder eine abgestimmte Steuerung der Abluftanlage.
Ein Fensterkontaktschalter kann beispielsweise dafür sorgen, dass eine Dunstabzugshaube nur arbeitet, wenn ein bestimmtes Fenster geöffnet ist. Ein Unterdruckwächter arbeitet dagegen abhängig von den tatsächlich erfassten Druckverhältnissen.
Welche Lösung akzeptiert werden kann, muss zur konkreten Feuerstätte und Gebäudesituation passen.
Was passiert, wenn bei der Prüfung ein Mangel festgestellt wird?
Eine Beanstandung bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Einbau neu gemacht werden muss. Entscheidend ist, welcher Punkt nicht den Anforderungen entspricht.
Häufig lassen sich kleinere Probleme vergleichsweise einfach korrigieren.
Festgestelltes Problem |
Mögliche Maßnahme |
|---|---|
Bodenplatte zu klein |
größere Schutzplatte einsetzen |
Abstand zu brennbaren Bauteilen zu gering |
Ofen versetzen oder geeignete bauliche Lösung herstellen |
Produktnachweise fehlen |
Unterlagen beim Hersteller oder Händler beschaffen |
Rauchrohr ungeeignet montiert |
Verbindung oder Rohrführung korrigieren |
Verbrennungsluft nicht ausreichend geklärt |
Luftversorgung nachweisen oder anpassen |
Abluftanlage erzeugt möglichen Unterdruck |
geeignete Sicherheitseinrichtung installieren |
Schornstein technisch nicht passend |
Berechnung, Anpassung oder Sanierung prüfen |
Problematischer wird es, wenn grundlegende Punkte erst nach der vollständigen Installation auffallen. Muss beispielsweise eine Wanddurchführung verändert, der Schornstein angepasst oder der Standort des Ofens verschoben werden, können die Folgekosten erheblich höher ausfallen.
Deshalb ist es sinnvoll, den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger bereits während der Planung einzubeziehen – insbesondere bei einem neuen Schornstein, komplizierten Abgaswegen oder ungewöhnlichen baulichen Bedingungen.
Welche Kosten können rund um die Kaminofen-Abnahme entstehen?
Einen bundesweit einheitlichen Festpreis für die gesamte Prüfung gibt es nicht. Ein Grund dafür ist, dass die Bescheinigung der Tauglichkeit und sicheren Benutzbarkeit auf landesrechtlichen Regelungen beruht und die Gebühren entsprechend unterschiedlich ausgestaltet sein können.
Berechnet werden können beispielsweise:
- Prüfung der Feuerungsanlage
- Prüfung der Abgasanlage
- Ausstellung einer Bescheinigung
- Länge der Abgasanlage
- Fahrtkosten
- erforderliche Dichtheitsprüfung
- zusätzliche technische Prüfungen
- weitere Besichtigungstermine
Bei einer unkomplizierten Einzelanlage bewegen sich die eigentlichen Prüf- und Bescheinigungskosten häufig im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich. Eine allgemeingültige Summe lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Wesentlich teurer können Arbeiten werden, die erst aufgrund eines festgestellten Mangels notwendig werden.
Dazu zählen beispielsweise:
Schornsteinberechnung:
Wenn die Eignung des vorhandenen Schornsteins rechnerisch geklärt werden muss, kann dafür eine separate Leistung berechnet werden.
Nachprüfung:
Wird ein Mangel festgestellt und muss die Anlage erneut vor Ort kontrolliert werden, können zusätzliche Gebühren und Fahrtkosten entstehen.
Umbau des Rauchrohranschlusses:
Ein falsch gesetztes Wandfutter oder eine ungünstige Rohrführung kann handwerkliche Nacharbeiten erforderlich machen.
Brandschutzarbeiten:
Zu geringe Abstände, ungeeignete Wanddurchführungen oder eine fehlende Bodenplatte können zusätzliche Material- und Montagekosten verursachen.
Anpassung der Verbrennungsluftversorgung:
Eine nachträgliche Außenluftleitung oder Sicherheitseinrichtung kann deutlich teurer sein als eine früh eingeplante Lösung.
Nach einer entsprechenden Bescheinigung kann zudem ein neuer beziehungsweise geänderter Feuerstättenbescheid erforderlich werden. Darin werden die künftig vorgeschriebenen Kehr-, Überprüfungs- und gegebenenfalls Messarbeiten mit ihren Fristen festgelegt.
Vor dem ersten regulären Feuer besser einmal vollständig prüfen
Die Vorbereitung auf die Prüfung beginnt nicht erst am vereinbarten Termin. Entscheidend ist, dass Feuerstätte und Schornstein bereits während der Planung aufeinander abgestimmt werden. Herstellerunterlagen, Emissionsnachweise und technische Daten sollten vollständig vorhanden sein. Ebenso wichtig sind Brandschutzabstände, Verbrennungsluft und mögliche Wechselwirkungen mit Abluftgeräten.
Besonders bei einem neuen Schornstein, einem gebrauchten Ofen oder einem sehr dichten Gebäude lohnt es sich, offene Fragen vor der Montage zu klären. Viele Beanstandungen sind technisch lösbar – ärgerlich und teuer werden sie vor allem dann, wenn fertige Bauteile anschließend wieder verändert werden müssen. Mit vollständigen Unterlagen und einem sauber geplanten Einbau wird der Prüftermin deutlich berechenbarer.





