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Feuchtigkeit und dunkle Ablagerungen auf der Innenfläche eines gemauerten Schornsteins

Kondensat im Schornstein: Entstehung, Ableitung und Warnzeichen

Feuchtigkeit im Schornstein sorgt schnell für Verunsicherung. Ist ein wenig Wasser im unteren Bereich normal? Muss der Schornstein trocken sein? Und wann steckt hinter feuchten Stellen bereits ein Problem mit der Abgasanlage? Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Entscheidend ist, welche Feuerstätte angeschlossen ist, wie warm die Abgase bleiben und ob der Schornstein für einen feuchten Betrieb ausgelegt wurde.

Denn bei der Verbrennung entsteht Wasserdampf. Kühlt das Abgas auf seinem Weg nach oben stark genug ab, kann daraus flüssiges Kondensat werden. Bei bestimmten Heizsystemen wird genau damit gerechnet und die Feuchtigkeit gezielt abgeführt. Bei anderen Anlagen sollte eine dauerhafte Kondensation möglichst vermieden werden.

Gerade bei älteren gemauerten Schornsteinen, nach einem Heizungstausch oder beim Betrieb eines Holzofens lohnt sich deshalb ein genauer Blick. Feuchte Stellen, Verfärbungen oder auffälliger Geruch können darauf hinweisen, dass Kondensat nicht dort bleibt, wo es bleiben soll.

Wie entsteht Kondensat im Schornstein?

Abgase bestehen nicht nur aus Verbrennungsprodukten wie Kohlendioxid. Sie enthalten auch Wasserdampf. Ein Teil der Feuchtigkeit stammt aus dem Brennstoff selbst, ein weiterer entsteht bei der Verbrennung wasserstoffhaltiger Bestandteile des Brennstoffs.

Solange das Abgas ausreichend warm bleibt, wird dieses Wasser als Dampf durch die Abgasanlage nach draußen transportiert. Kühlt das Abgas jedoch unter seinen Taupunkt ab, kondensiert ein Teil des Wasserdampfs an den Innenflächen.

Wie schnell das passiert, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Temperatur der Abgase
  • Brennstoff und dessen Feuchte
  • Länge und Querschnitt des Schornsteins
  • Wärmedämmung der Abgasanlage
  • Verlauf durch beheizte oder unbeheizte Gebäudeteile
  • Betriebsweise der Feuerstätte
  • Außentemperatur und Auskühlung des Schornsteins

Ein großer oder schlecht gedämmter Schornstein kann beispielsweise viel Wärme aus dem Abgas aufnehmen. Dadurch fällt die Abgastemperatur stärker ab. Auch lange Phasen mit geringer Feuerungsleistung können ungünstig sein.

Bei Holzöfen spielt das Brennholz mit hinein

Bei einer Holzfeuerung kommt ein weiterer Punkt hinzu: zu feuchtes Brennholz. Ein Teil der beim Verbrennen verfügbaren Energie wird zunächst benötigt, um das enthaltene Wasser zu verdampfen. Dadurch sinken die Verbrennungstemperaturen. Gleichzeitig gelangt mehr Wasserdampf in das Abgas.

Deshalb ist feuchtes Holz gleich doppelt ungünstig. Es kann sowohl niedrigere Temperaturen als auch einen höheren Feuchteeintrag verursachen. Hinzu kommen schlechtere Verbrennungsbedingungen und stärkere Ablagerungen.

Auch stark gedrosseltes Heizen kann problematisch werden. Wer einen deutlich zu leistungsstarken Kaminofen ständig mit sehr kleiner Luftzufuhr betreibt, bekommt nicht automatisch einen sparsamen Betrieb. Die Verbrennung kann schlechter werden und die Temperaturen im gesamten System sinken.

Kondenswasser ist nicht immer Betriebswasser

Wasser im unteren Bereich eines Schornsteins muss außerdem nicht ausschließlich aus dem Abgas stammen. Über die Mündung kann Niederschlag eintreten. Bei manchen Schornsteinsystemen werden deshalb Kondensat und eingedrungenes Regenwasser gemeinsam im unteren Bereich gesammelt und kontrolliert abgeführt.

Die Ursache sollte daher nicht allein anhand einer Wasserpfütze bestimmt werden.

Wann Kondensat normal ist – und wann nicht

Ob Feuchtigkeit problematisch ist, hängt wesentlich davon ab, für welche Betriebsweise die Abgasanlage vorgesehen ist.

Moderne Abgassysteme können ausdrücklich für einen Betrieb konstruiert sein, bei dem Kondensat anfällt. Das betrifft insbesondere bestimmte Niedertemperatur- und Brennwertanwendungen. Auch geeignete Keramik- oder Edelstahlsysteme können für feuchten Betrieb ausgelegt sein.

Die Konstruktion berücksichtigt dann unter anderem die Beständigkeit der Innenwand sowie die Sammlung und Ableitung der entstehenden Flüssigkeit.

Situation

Einordnung

Kondensat entsteht in einer dafür vorgesehenen Abgasanlage und wird kontrolliert abgeführt

kann zum normalen Betrieb gehören

Etwas Niederschlagswasser sammelt sich am vorgesehenen Tiefpunkt

je nach System möglich

Kondensat tritt an Verbindungen oder Revisionsöffnungen aus

sollte geprüft werden

Gemauerter Schornstein zeigt feuchte oder verfärbte Außenflächen

Hinweis auf möglichen Feuchteeintrag

Flüssigkeit bleibt wegen eines verstopften Ablaufs stehen

Wartungs- oder Funktionsproblem

Nach Austausch der Feuerstätte entstehen erstmals dauerhaft Feuchteprobleme

Auslegung der Abgasanlage prüfen

Gerade bei einer Modernisierung kann sich die Situation erheblich verändern. Wird eine alte Feuerstätte durch ein Gerät mit niedrigeren Abgastemperaturen ersetzt, bekommt der vorhandene Schornstein weniger Wärme. Ein Schornstein, der mit der früheren Heizung jahrelang trocken blieb, kann anschließend stärker auskühlen.

Deshalb werden Feuerstätte und Abgasanlage nicht unabhängig voneinander betrachtet. Die wärme- und strömungstechnische Auslegung berücksichtigt unter anderem Abgastemperatur, Abgasmassenstrom, Schornsteinabmessungen und Betriebsbedingungen.

Bei bestehenden Anlagen kann eine Schornsteinsanierung erforderlich werden, beispielsweise durch ein geeignetes Innenrohr. Ob das nötig ist, lässt sich jedoch nicht allein anhand des Alters des Schornsteins entscheiden.

Wie wird Kondensat sicher abgeleitet?

Bei einem dafür vorgesehenen Schornsteinsystem sammelt sich die Flüssigkeit üblicherweise am tiefsten Punkt der Abgasanlage. Dort befindet sich je nach Konstruktion ein Kondensatablauf, Kondensatteller oder eine vergleichbare Einrichtung.

Von dort kann die Flüssigkeit beispielsweise über eine geeignete Ablaufleitung in die Hausentwässerung geführt werden. Welche Ausführung erforderlich ist, richtet sich nach dem verwendeten Schornstein- beziehungsweise Abgassystem und der angeschlossenen Feuerstätte.

Häufig gehören zu einer solchen Lösung:

  1. eine Sammelstelle am Schornsteinfuß,
  2. ein zugänglicher Ablauf,
  3. eine Geruchs- beziehungsweise Abgassperre in geeigneter Ausführung,
  4. eine Leitung zur vorgesehenen Entwässerung,
  5. Möglichkeiten zur Kontrolle und Reinigung.

Hersteller können dafür konkrete Vorgaben machen. Diese sollten bei Planung und Montage eingehalten werden.

Ein Kondensatablauf muss kontrollierbar bleiben

Eine vorhandene Ableitung hilft wenig, wenn sie mit Ruß, Staub oder anderen Rückständen zugesetzt ist. Vor allem im unteren Schornsteinbereich können sich Ablagerungen mit Feuchtigkeit verbinden und den Ablauf beeinträchtigen.

Deshalb sollten zugängliche Bauteile wie Kondensatsammler, Filter, Schläuche oder Siphons entsprechend den Herstellerangaben kontrolliert und gereinigt werden.

Ein dauerhaft gefüllter Schornsteinfuß ist kein Zustand, den man einfach ignorieren sollte. Staut sich Flüssigkeit zurück, kann sie an Stellen gelangen, die dafür nicht vorgesehen sind.

Bei einer bestehenden Anlage solltest du außerdem nicht ohne Prüfung irgendeine Ablaufleitung nachrüsten. Material, Querschnitt, Anschluss, Dichtheit und Führung müssen zum jeweiligen System passen.

Diese Warnzeichen sprechen für eine genauere Prüfung

Problematisch wird Kondensat vor allem dann, wenn es nicht kontrolliert innerhalb einer dafür geeigneten Abgasanlage bleibt.

Einige Veränderungen lassen sich auch ohne technische Messgeräte erkennen.

Braune oder gelbliche Flecken

Verfärbungen an Schornsteinwänden, angrenzenden Wänden oder Decken sollten ernst genommen werden. Sie können entstehen, wenn Feuchtigkeit samt gelösten Verbrennungsrückständen durch das Mauerwerk wandert.

Dabei muss nicht jede feuchte Stelle automatisch vom Schornstein kommen. Rohrleitungen, Dachundichtigkeiten oder andere Feuchtequellen können ähnlich aussehen. Die Ursache sollte deshalb überprüft werden, statt nur die Oberfläche neu zu streichen.

Ungewöhnlicher, stechender oder teerartiger Geruch

Dringen Feuchtigkeit und Verbrennungsrückstände in mineralische Baustoffe ein, kann ein unangenehmer Geruch entstehen. Besonders bei älteren gemauerten Schornsteinen können solche Gerüche auch nach dem Überstreichen wiederkehren.

Das Problem sitzt dann nicht unbedingt im Anstrich, sondern tiefer im Bauteil.

Feuchte an Reinigungstüren oder Anschlüssen

Wassertropfen, feuchte Rußablagerungen oder Flüssigkeit an Revisionsöffnungen verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit. Mögliche Ursachen reichen von einem nicht funktionierenden Kondensatablauf bis zu ungeeigneten Betriebsbedingungen.

Sichtbare Schäden am Mauerwerk

Abplatzender Putz, dauerhaft feuchtes Mauerwerk oder wiederkehrende Verfärbungen können darauf hinweisen, dass die Feuchtebelastung bereits über längere Zeit besteht.

Bei älteren mineralischen Schornsteinen kann dauerhafter Feuchteeintrag die Bausubstanz beeinträchtigen. Welche Sanierung sinnvoll ist, hängt vom Aufbau des Schornsteins und der Ursache ab.

Kondensat erst seit einer Änderung an der Heizungsanlage

Besondere Aufmerksamkeit ist sinnvoll, wenn das Problem unmittelbar nach einer technischen Veränderung beginnt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Austausch der Feuerstätte
  • Wechsel auf eine andere Heiztechnik
  • Änderung der Leistung
  • nachträgliche Veränderung des Schornsteins
  • längere oder anders geführte Verbindungsstücke
  • deutlich veränderte Betriebsweise

Dann sollte geprüft werden, ob Feuerstätte und Abgasanlage weiterhin zusammenpassen.

Was bei wiederkehrender Feuchtigkeit geprüft werden sollte

Die sichtbare Feuchtigkeit ist häufig nur das Ergebnis. Für eine dauerhafte Lösung muss die Ursache gefunden werden.

Bei der Prüfung sind vor allem folgende Fragen hilfreich:

Ist der Schornstein für die Betriebsweise geeignet?
Eine Abgasanlage, bei der mit Kondensation gerechnet wird, muss konstruktiv dafür ausgelegt sein.

Passt der Schornsteinquerschnitt zur Feuerstätte?
Ein ungünstig dimensionierter Schornstein kann das Temperatur- und Strömungsverhalten beeinflussen. Eine fachgerechte Berechnung liefert hier mehr als eine Schätzung nach Rohrdurchmesser.

Sind die Abgastemperaturen plausibel?
Sehr niedrige Temperaturen können eine Kondensation begünstigen. Gleichzeitig darf daraus nicht abgeleitet werden, dass möglichst heiße Abgase grundsätzlich besser wären. Entscheidend ist die für das Gesamtsystem vorgesehene Betriebsweise.

Funktioniert die Kondensatableitung?
Ablagerungen, Verstopfungen, beschädigte Bauteile oder undichte Anschlüsse können dazu führen, dass Flüssigkeit austritt oder zurückstaut.

Wird ein Holzofen korrekt betrieben?
Trockenes, geeignetes Brennholz und eine ausreichende Verbrennungsluftzufuhr sind wichtig. Dauerhaftes Drosseln und zu feuchtes Holz können die Verbrennungsqualität verschlechtern.

Kommt die Feuchtigkeit tatsächlich aus dem Abgasweg?
Auch Niederschlagswasser, Undichtigkeiten am Dach oder andere Feuchtequellen müssen gegebenenfalls ausgeschlossen werden.

Bei wiederkehrenden Flecken, ungewöhnlichem Geruch oder größeren Flüssigkeitsmengen ist deshalb eine fachliche Prüfung sinnvoll. Gerade bei älteren Schornsteinen reicht es selten aus, nur den sichtbaren Schaden zu behandeln.

Kondensat richtig einordnen statt nur beseitigen

Etwas Flüssigkeit am vorgesehenen Kondensatablauf ist etwas anderes als Feuchtigkeit, die durch einen gemauerten Schornstein in den Wohnraum gelangt. Entscheidend sind die Bauart der Abgasanlage und die geplante Betriebsweise.

Treten plötzlich Verfärbungen, Gerüche, feuchte Revisionsbereiche oder andere Veränderungen auf, sollte zuerst die Ursache geklärt werden. Dabei geht es nicht nur um den Ablauf selbst. Abgastemperatur, Schornsteinquerschnitt, Dämmung, Brennstoff und Feuerstättenbetrieb beeinflussen gemeinsam, ob und wo Feuchtigkeit entsteht. Besonders nach einem Heizungstausch oder bei älteren Schornsteinen kann eine Überprüfung zeigen, ob das bestehende System noch zur Feuerstätte passt.

Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann auch bei einem Kaminofen Kondenswasser im Schornstein entstehen?

Ja. Auch Holzfeuerungen erzeugen Wasserdampf. Bei ungünstigen Temperaturbedingungen kann dieser im Schornstein kondensieren. Feuchtes Brennholz und sehr niedrige Verbrennungstemperaturen können das Problem zusätzlich begünstigen.

Kann Regenwasser im Kondensatablauf landen?

Ja. Abhängig von Bauart und Mündung kann Niederschlagswasser in die Abgasanlage gelangen und am Schornsteinfuß gesammelt werden. Wasser an dieser Stelle muss daher nicht ausschließlich aus dem Abgas stammen.

Warum entstehen braune Flecken neben dem Schornstein?

Eine mögliche Ursache ist Feuchtigkeit, die zusammen mit Verbrennungsrückständen in das Mauerwerk eingedrungen ist. Es kommen jedoch auch andere Feuchtequellen infrage. Wiederkehrende Flecken sollten deshalb fachlich untersucht werden.

Kann man einen feuchten Schornstein einfach austrocknen lassen?

Das hängt von der Ursache ab. Wenn weiterhin Kondensat in ungeeignete Bauteile gelangt, löst reines Trocknen das Problem nicht dauerhaft. Zuerst muss verhindert werden, dass erneut Feuchtigkeit eindringt.

Hilft eine Regenhaube gegen Kondensat?

Eine Regenhaube kann je nach Schornsteinsystem den Eintrag von Niederschlag reduzieren, verhindert aber kein Kondensat, das durch die Abkühlung des Abgases entsteht. Außerdem muss eine Mündungsabdeckung für die jeweilige Abgasanlage geeignet sein.

Muss Kondenswasser regelmäßig aus dem Schornstein entfernt werden?

Bei Anlagen mit automatischer Ableitung sollte die Flüssigkeit kontrolliert abfließen. Sammelbehälter müssen dagegen entsprechend ihrer Ausführung geleert werden. Zusätzlich sollten Ablauf, Siphon und vorhandene Filter nach den jeweiligen Herstellervorgaben kontrolliert und gereinigt werden.

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