Schornsteinbögen und Winkel für einen geplanten Versatz
Schornsteinbögen und Winkel verändern die Richtung eines modular aufgebauten Edelstahlschornsteins. Sie werden eingesetzt, wenn der Schornstein nicht über die gesamte Höhe exakt auf einer senkrechten Achse geführt werden kann. Typische Gründe sind Dachüberstände, Fassadenvorsprünge, Balken oder eine Anschlussposition, die einen seitlichen Versatz erforderlich macht.
Bögen sollten dabei nicht unabhängig vom restlichen Schornsteinsystem ausgewählt werden. Neben der gewünschten Gradzahl müssen Bauart, Nennweite und Verbindungstechnik zu den vorhandenen Rohren und Systemkomponenten passen. Gerade bei doppelwandigen Systemen beeinflussen Dämmung und Außenmantel außerdem die tatsächlichen Außenabmessungen des Bauteils.
Wann wird ein Bogen im Edelstahlschornstein benötigt?
Ein möglichst geradliniger Schornsteinverlauf erleichtert die Planung und vermeidet unnötige Richtungsänderungen. In der Praxis lässt sich eine vollständig senkrechte Führung jedoch nicht an jedem Gebäude umsetzen. Ein Dachüberstand kann beispielsweise dazu führen, dass der Schornstein zunächst von der Fassade weggeführt und anschließend wieder auf eine senkrechte Achse gebracht werden muss.
Auch bauliche Vorsprünge oder die Position der vorhandenen Befestigungspunkte können einen Versatz erforderlich machen. In solchen Fällen ermöglichen passende Bogenelemente eine kontrollierte Richtungsänderung innerhalb des zugelassenen Schornsteinsystems.
Da die Anordnung der Abgasanlage Einfluss auf die sichere Abgasförderung hat, sollte ein Versatz nicht erst während der Montage improvisiert werden. Verlauf, Winkel und erforderliche Längenelemente sollten bereits in der Planung berücksichtigt werden. Die Abgasanlage muss insgesamt so ausgelegt sein, dass die Abgase sicher über Dach abgeführt werden.
15°, 30°, 45° oder 90° – welcher Winkel passt zum Verlauf?
Je nach Schornsteinsystem stehen unterschiedliche Winkel zur Verfügung. Kleine Winkel wie 15° oder 30° ermöglichen eine vergleichsweise geringe Änderung der Schornsteinachse. Ein 45°-Bogen erzeugt einen deutlich stärkeren Richtungswechsel, während 90° beziehungsweise annähernd rechtwinklige Varianten für speziellere Anschluss- und Systemlösungen vorgesehen sein können.
Welche Gradzahl sinnvoll ist, hängt von der notwendigen Achsverschiebung und den verfügbaren Baumaßen ab. Ein größerer Winkel ist deshalb nicht automatisch besser oder schlechter. Entscheidend ist, mit möglichst wenigen geeigneten Bauteilen einen technisch passenden Verlauf zu erreichen.
Herstellersysteme zeigen, wie unterschiedlich diese Auswahl sein kann: Für doppelwandige Jeremias-Systeme werden beispielsweise Bogenelemente mit mehreren Winkelstufen zwischen 15° und 90° angeboten. Die Gradzahl sollte deshalb immer als Bestandteil einer konkreten Systemplanung verstanden werden.
Wie entsteht ein Versatz mit zwei Schornsteinbögen?
Soll die Schornsteinachse seitlich verschoben und danach wieder in die ursprüngliche Richtung geführt werden, werden typischerweise zwei aufeinander abgestimmte Bogenelemente eingesetzt. Der erste Bogen leitet den Schornstein aus der bisherigen Achse, der zweite führt ihn anschließend wieder in die gewünschte Richtung.
Zwischen den beiden Bögen kann abhängig vom benötigten Versatz ein passendes Längenelement eingesetzt werden. Je länger dieses Zwischenstück und je größer die gewählte Gradzahl, desto größer kann die seitliche Achsverschiebung ausfallen.
Die tatsächlichen Maße sollten jedoch anhand des konkreten Systems bestimmt werden. Bogenhöhe, Steckmaß, Nennweite und konstruktive Abmessungen unterscheiden sich zwischen Systemreihen. Deshalb ist eine pauschale Versatztabelle ohne Bezug zum verwendeten Schornsteinsystem keine verlässliche Planungsgrundlage.
Nennweite und Außenmaß des Bogens richtig auswählen
Die Nennweite eines Schornsteinbogens muss zur Nennweite der angrenzenden Längenelemente passen. Bei doppelwandigen Systemen bezieht sich die angegebene Nennweite üblicherweise auf den inneren Abgasquerschnitt. Das tatsächliche Außenmaß ist wegen Dämmung und Außenmantel größer.
Beim Jeremias DW-FU besitzt beispielsweise ein Element mit 150 mm Innendurchmesser einen Außendurchmesser von 215 mm. Gerade wenn ein Versatz an Dachkanten, Fassaden oder anderen Bauteilen vorbeigeführt werden soll, muss deshalb mit dem realen Außenmaß des Systems geplant werden und nicht nur mit der Nennweite.
Neben dem Durchmesser muss auch die Systemreihe stimmen. Ein Bogen mit 150 mm Nennweite ist nicht automatisch mit jedem anderen 150-mm-Edelstahlschornstein kompatibel.
Einwandige und doppelwandige Schornsteinbögen unterscheiden
Einwandige Bogenelemente gehören zu einwandigen Abgassystemen und werden beispielsweise innerhalb geeigneter Schächte oder in anderen geschützten Einbausituationen eingesetzt. Sie besitzen keine integrierte Dämmung zwischen Innen- und Außenmantel.
Doppelwandige Schornsteinbögen bilden dagegen gemeinsam mit gedämmten Längenelementen einen doppelwandigen Edelstahlschornstein. Der Bogen muss dabei denselben konstruktiven Aufbau und die passende Verbindungstechnik wie die übrigen Systemelemente besitzen.
Welche Ausführung benötigt wird, ergibt sich deshalb bereits aus dem verwendeten Schornsteinsystem. Ein einwandiges und ein doppelwandiges Bogenelement sind keine frei austauschbaren Varianten desselben Bauteils.
Warum Bogen, Rohr und Verbindung zum gleichen System gehören müssen
Bei einem Schornsteinbogen reichen gleiche Gradzahl und gleicher Innendurchmesser nicht aus, um die Kompatibilität sicherzustellen. Hersteller und Systemreihen können sich bei Muffen, Steckverbindungen, Klemmbändern, Dämmstärken und Außenmaßen unterscheiden.
Ein Beispiel ist das doppelwandige DW-FU-System, bei dem eine Muffe-/Sicke-Steckverbindung mit Klemmband verwendet wird. Die zugehörigen Bogenelemente sind entsprechend auf diese Konstruktion abgestimmt.
Zusätzliche oder auszutauschende Bögen sollten deshalb immer anhand der vorhandenen Systembezeichnung gewählt werden. Hersteller, System, Bauart, Nennweite und Gradzahl müssen zusammenpassen. Das gilt besonders bei bestehenden Anlagen, bei denen ein Versatz später ergänzt oder verändert werden soll.















