Mit welchem Preisrahmen musst du bei einer Schornsteinsanierung rechnen?
Die Kosten können von einem vergleichsweise einfachen vierstelligen Betrag bis zu mehreren Tausend Euro reichen. Für viele Schornsteinsanierungen mit einem neuen Innenrohr bewegen sich komplette Fachbetriebsleistungen grob im Bereich von etwa 1.000 bis 3.500 Euro. Umfangreichere Projekte können deutlich darüber liegen.
Als Orientierung lassen sich aktuell ungefähr folgende Preisbereiche ansetzen:
Leistung |
Grober Kostenrahmen |
|---|---|
Schornsteinsanierung insgesamt |
etwa 1.000–8.000 Euro |
Edelstahl-Innenrohr inklusive Montage |
etwa 180–280 Euro je laufendem Meter |
Keramik-Innenrohr |
etwa 300–450 Euro je laufendem Meter |
Schornstein fräsen |
etwa 600–1.200 Euro zusätzlich |
Abdichten oder Versiegeln |
etwa 300–800 Euro |
umfangreiche Sanierung bei Versottung |
häufig etwa 2.000–6.000 Euro |
Sanierung des Schornsteinkopfs |
häufig ab etwa 1.000 Euro, bei größerem Aufwand deutlich mehr |
Diese Werte sind keine Preisliste, aus der sich ein konkretes Angebot zusammenrechnen lässt. Ein acht Meter langer Schornstein kostet beispielsweise nicht automatisch achtmal einen bestimmten Meterpreis. Anschlussstücke, Reinigungsöffnungen, Kondensatableitung, Dacharbeiten und Arbeitszeit werden teilweise separat berechnet.
Auch regionale Handwerkerpreise, Anfahrt, Gebäudetyp und Materialauswahl wirken sich auf die Kalkulation aus.
Das Sanierungssystem bestimmt einen großen Teil der Kosten
Eine häufige Methode besteht darin, ein neues Rohr in den vorhandenen gemauerten Schornstein einzuziehen. Dadurch lässt sich unter anderem der Querschnitt an die angeschlossene Feuerstätte anpassen und die Abgasführung technisch erneuern.
Welches Material infrage kommt, richtet sich nach Feuerstätte, Brennstoff, Abgastemperaturen, Kondensatanfall und vorhandener Konstruktion.
Edelstahl als häufig verwendete Lösung
Einwandige Edelstahlsysteme lassen sich in vielen bestehenden Schächten vergleichsweise gut nachrüsten. Benötigt werden allerdings nicht nur gerade Rohrstücke. Zu einem vollständigen System können beispielsweise gehören:
- Längenelemente
- T-Anschluss für die Feuerstätte
- Reinigungselement
- Kondensatschale oder Kondensatablauf
- Abstandshalter
- Schachtabdeckung
- Mündungsabschluss
- Übergangs- und Anschlussstücke
Der Materialpreis eines einzelnen Rohres sagt deshalb wenig über den Gesamtpreis der Sanierung aus.
Bei einem geraden und ausreichend großen Schacht können starre Rohre verwendet werden. Besitzt der Schornstein dagegen Versätze oder ist der Verlauf schwierig, kann ein flexibles System erforderlich sein. Das beeinflusst Materialwahl und Montageaufwand.
Keramik kann teurer werden
Keramische Sanierungssysteme sind ebenfalls erhältlich und kommen je nach Einsatzbereich als Alternative infrage. Die Elemente sind meist schwerer und der Einbau kann arbeitsintensiver sein.
Bei einer Kalkulation sollte deshalb nicht nur der Meterpreis betrachtet werden. Entscheidend ist, ob das System für die geplante Feuerstätte geeignet ist und welche zusätzlichen Bauteile notwendig sind.
Das günstigste Rohrsystem ist wenig hilfreich, wenn anschließend weitere Anpassungen erforderlich werden.
Vorarbeiten entscheiden oft darüber, ob aus 2.000 Euro plötzlich 4.000 Euro werden
Ein großer Teil der Preisunterschiede entsteht nicht durch das Innenrohr selbst, sondern durch den Zustand des vorhandenen Schornsteins.
Vor der Kalkulation sollte deshalb geklärt werden, ob der Schacht ohne größere Eingriffe genutzt werden kann.
Zu kleiner oder unregelmäßiger Schacht
Ein Sanierungsrohr benötigt ausreichend Platz. Passt der erforderliche Rohrdurchmesser nicht durch den vorhandenen Schacht, kann eine Erweiterung notwendig werden.
Eine Möglichkeit ist das maschinelle Ausfräsen des vorhandenen Querschnitts. Solche Arbeiten können mehrere hundert bis über tausend Euro zusätzlich kosten.
Gerade bei älteren gemauerten Schornsteinen können außerdem Vorsprünge, Mörtelreste oder bauliche Engstellen vorhanden sein, die den Einbau erschweren.
Versottung und Feuchtigkeit
Braune Flecken, unangenehme Gerüche oder feuchte Stellen können auf eine Belastung des Mauerwerks hinweisen. In solchen Fällen genügt es nicht, lediglich ein neues Rohr einzuziehen und sichtbare Stellen anschließend zu streichen.
Zuerst muss geklärt werden, woher die Feuchtigkeit oder Ablagerung stammt.
Je nach Befund können erforderlich sein:
- Reinigung des Schachts
- Trocknungsmaßnahmen
- Abdichtungsarbeiten
- Sanierung beschädigter Mauerwerksbereiche
- Anpassung des Schornsteinquerschnitts
- Erneuerung der Abgasführung
- Behandlung belasteter Innenflächen
Bei starken Schäden kann dieser Teil der Arbeiten teurer werden als das eigentliche Rohrsystem.
Schäden am Schornsteinkopf
Der Bereich oberhalb des Daches ist besonders stark Regen, Frost und Temperaturwechseln ausgesetzt. Sind Fugen ausgewaschen, Steine beschädigt oder Abdeckungen undicht, sollte der Schornsteinkopf bei der Sanierung mit geprüft werden.
Je nach Zustand reicht die Arbeit vom Ausbessern einzelner Bereiche bis zum teilweisen oder vollständigen Neuaufbau des Kopfes.
Damit verändert sich auch der Preis erheblich.
Zugänglichkeit, Anschlüsse und Dacharbeiten gehören in die Kalkulation
Zwei technisch identische Schornsteine können unterschiedliche Montagekosten verursachen, wenn einer bequem erreichbar ist und der andere nur mit Gerüst oder zusätzlicher Absturzsicherung bearbeitet werden kann.
Besonders relevant sind folgende Punkte:
Schornsteinhöhe:
Mehr Länge bedeutet mehr Material und mehr Montagearbeit.
Dachzugang:
Kann der Schornstein sicher über vorhandene Dachtritte erreicht werden oder werden zusätzliche Einrichtungen benötigt?
Gerüst oder Hubtechnik:
Bei schwer zugänglichen Schornsteinen können diese Positionen einen erheblichen Zusatzbetrag verursachen.
Anzahl der Anschlüsse:
Jede Feuerstätte benötigt eine passende Einbindung in die Abgasanlage. Änderungen an bestehenden Anschlüssen erhöhen den Aufwand.
Reinigungsöffnungen:
Vorhandene Öffnungen müssen zum neuen System passen. Gegebenenfalls werden neue Reinigungselemente eingesetzt oder Öffnungen verändert.
Wanddurchbrüche und Mauerarbeiten:
Für neue Anschlüsse können Stemmarbeiten oder Kernbohrungen erforderlich sein.
Kondensatableitung:
Abhängig vom verwendeten System und der Feuerstätte muss anfallendes Kondensat technisch berücksichtigt werden.
Gerade diese Leistungen fehlen manchmal in zunächst günstig wirkenden Angeboten. Deshalb lohnt sich ein Vergleich der einzelnen Positionen stärker als ein Blick auf die Endsumme allein.
So kannst du Angebote für die Sanierung sinnvoll vergleichen
Ein gutes Angebot sollte erkennen lassen, was tatsächlich ausgeführt wird. Eine einzige Position wie „Schornstein komplett sanieren: 3.200 Euro“ macht einen Vergleich unnötig schwierig.
Praktischer ist eine nachvollziehbare Aufteilung.
Prüfe bei Angeboten möglichst folgende Punkte:
-
Welche Schornsteinlänge wurde berechnet?
Schon ein Unterschied von zwei oder drei Metern verändert Material- und Montagekosten. -
Welches Rohrsystem und welcher Durchmesser sind vorgesehen?
Angebote mit unterschiedlichen Materialien oder Durchmessern sind nur eingeschränkt vergleichbar. -
Sind alle Formteile enthalten?
Anschlussstücke, Reinigungsöffnung und Schachtabdeckung sollten nicht erst später überraschend hinzukommen. -
Sind Maurerarbeiten berücksichtigt?
Besonders bei Änderungen am Anschluss oder beschädigtem Mauerwerk können zusätzliche Stunden entstehen. -
Sind Fräsarbeiten notwendig?
Falls der vorhandene Schacht zu klein ist, sollte diese Position eindeutig aufgeführt werden. -
Wie wird der Dachzugang gelöst?
Gerüst, Arbeitsbühne oder weitere Sicherungsmaßnahmen können den Preis deutlich verändern. -
Ist die Entsorgung enthalten?
Bei größeren Rückbau- oder Mauerarbeiten können Entsorgungskosten entstehen. -
Welche Leistungen werden separat abgerechnet?
Das betrifft beispielsweise weitere Arbeiten am Schornsteinkopf oder zusätzliche Änderungen, die erst während der Montage sichtbar werden.
Eine vorherige Abstimmung mit dem zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger ist ebenfalls sinnvoll. Dabei lässt sich klären, welche Anforderungen die geplante Feuerstätte und die Abgasanlage erfüllen müssen. Das reduziert das Risiko, dass nach dem Einbau noch technische Änderungen notwendig werden.
Eine realistische Kalkulation besteht aus mehreren Kostenblöcken
Wer eine Schornsteinsanierung plant, sollte nicht einfach Länge mal Meterpreis rechnen. Belastbarer wird die Kalkulation, wenn Material, Montage, Zustand des Schachts und notwendige Nebenarbeiten getrennt betrachtet werden.
Ein gerader und gut erreichbarer Schornstein mit intaktem Mauerwerk ist wesentlich einfacher zu kalkulieren als ein versotteter Altbauschornstein mit engem Querschnitt und beschädigtem Kopf. Deshalb können selbst bei gleicher Schornsteinhöhe mehrere Tausend Euro Unterschied entstehen.
Vor dem Angebotsvergleich sollte daher möglichst genau geklärt sein, welches Sanierungssystem benötigt wird und welche Vorarbeiten erforderlich sind. Erst dann lässt sich beurteilen, ob ein Angebot tatsächlich günstig ist oder lediglich wichtige Positionen noch nicht enthält.







