Mehr Platz für den Kaminofen – mit gedämmten Rauchrohren
Der Wunschplatz für den Kaminofen steht fest. Doch zwischen Ofenstutzen und Schornstein verläuft ein Holzbalken, oder die Wand hinter dem Rauchrohr besteht aus brennbaren Baustoffen. Hier kommen gedämmte Ofenrohre ins Spiel. Durch ihren doppelwandigen Aufbau begrenzen sie die Wärmeabgabe über die Außenseite und können – abhängig vom geprüften System – geringere Sicherheitsabstände ermöglichen als einwandige Rauchrohre.
Das macht vor allem bei knapp bemessenen Aufstellbereichen einen Unterschied. Ein gedämmtes Ofenrohr ist allerdings kein Freifahrtschein, die Leitung direkt an Holz oder Möbel zu setzen. Welcher Abstand zulässig ist, steht in den Unterlagen des jeweiligen Rohrsystems. Auch die Vorgaben für den Kaminofen selbst gelten weiterhin.
Was im doppelwandigen Ofenrohr steckt
Anders als ein klassisches einwandiges Rauchrohr besitzt die gedämmte Ausführung ein Innen- und ein Außenrohr. Dazwischen liegt eine dafür vorgesehene Dämmschicht. Das Innenrohr führt die Abgase, während der mehrschichtige Aufbau die Erwärmung der äußeren Oberfläche reduziert.
Für den Einkauf lohnt sich ein genauer Blick auf die Produktbezeichnung: „doppelwandig“ ist nicht bei jeder Abgaskomponente gleichbedeutend mit einem gedämmten Verbindungsstück für einen Kaminofen. Ein Außenschornstein und das sichtbare Rauchrohr zwischen Ofen und Schornstein erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Deshalb gehören bei einer Nachbestellung die konkrete Rohrserie und die Anschlussausführung immer mit auf die Einkaufsliste.
Gerade Rohrstücke und Bögen für kurze oder lange Wege
Gedämmte Ofenrohre gibt es als gerade Längenelemente und als Bögen mit verschiedenen Winkeln. Ein gerades Stück überbrückt die Strecke oberhalb oder hinter dem Kaminofen. Ein Bogen führt die Leitung zum vorhandenen Schornsteinanschluss. Je nach Rohrsystem gehören auch Winkelstücke mit Reinigungstür oder Drosselklappe zum Sortiment.
Bei der Planung zählen nicht nur die sichtbaren Rohrlängen. Gedämmte Bauteile besitzen einen größeren Außendurchmesser als einwandige Rohre derselben Nennweite. Dazu kommen die Einbaumaße von Bögen und Steckverbindungen. Gerade wenn der Abstand zu einer Wand knapp ist, lohnt es sich, die vollständigen Außenmaße vor der Bestellung zu prüfen.
Wenn Holz, Deckenbalken oder Verkleidungen in der Nähe sind
Hinter einer verputzten oder mit Platten verkleideten Fläche können Holzständer, Dämmstoffe oder andere brennbare Bestandteile liegen. Ebenso können sichtbare Deckenbalken oder Wandverkleidungen den Verlauf des Rauchrohrs einschränken. Gedämmte Verbindungsleitungen werden für solche räumlich anspruchsvollen Stellen eingesetzt, sofern das gewählte System für die Einbausituation geeignet ist.
Dabei sind die Abstände des Rauchrohrs getrennt von denen des Ofenkorpus zu betrachten. Eine geringe Distanz zwischen gedämmtem Rohr und Wand bedeutet nicht automatisch, dass auch der Kaminofen näher an dieselbe Wand rücken darf. Ebenso ersetzt ein gedämmtes Rohr keine geprüfte Brandschutzdurchführung durch eine brennbare Wand. Für die Durchführung ist eine entsprechend geeignete Konstruktion erforderlich.
DN 130 oder DN 150: Innenmaß und Außenmaß unterscheiden
Bei gedämmten Ofenrohren bezeichnet die Nennweite grundsätzlich den abgasseitigen Anschluss. Im Sortiment begegnen Ihnen beispielsweise DN 130 und DN 150. Welche Ausführung für Ihren Kaminofen infrage kommt, richtet sich nach dem Geräteanschluss, den Herstellerangaben und der vorgesehenen Abgasanlage.
Bei einem doppelwandigen Rohr ist zusätzlich das Außenmaß relevant: Wegen der Dämmung braucht die Leitung mehr Platz als ein einwandiges Rohr derselben Nennweite. Für Übergänge am Ofen oder am Wandanschluss werden gegebenenfalls spezielle Anschlussstücke benötigt. Rohrteile allein nach der DN-Angabe zusammenzustellen, kann deshalb zu Fehlbestellungen führen.
Übergänge am Kaminofen und am Schornstein
Nicht jede Anlage beginnt und endet mit einem gedämmten Rohrstück. Je nach vorgesehenem Aufbau werden Übergänge vom Ofenstutzen auf das gedämmte Verbindungsstück und vom gedämmten Rohr zum Schornsteinanschluss benötigt. Die Ausführung dieser Übergänge ist systemabhängig; ein gewöhnliches Wandfutter ersetzt keinen dafür vorgesehenen Adapter.
Beim Austausch vorhandener Rauchrohre sollte außerdem die Lage der Wandöffnung kontrolliert werden. Ein doppelwandiger Bogen kann anders bauen als der bisherige einwandige Bogen. Auch eine schon vorhandene Rosette sagt noch nichts darüber aus, ob die neue Verbindung dahinter fachgerecht hergestellt werden kann. Wer das vorhandene Rohrsystem nicht kennt, sollte dessen Kennzeichnung beziehungsweise die Produktunterlagen heranziehen.
Oberflächen und Zubehör ohne Systemmix
Gedämmte Rauchrohre sind je nach Hersteller in schwarzen, grauen oder metallischen Oberflächen erhältlich. Soll die Verbindung im Wohnraum sichtbar bleiben, spielt die Optik durchaus eine Rolle. Für den Austausch eines einzelnen Bauteils sind jedoch die Maße und die zugelassene Verbindung wichtiger als ein nahezu identischer Farbton.
Zu einem Rohrsystem können Reinigungselemente, Bögen, Übergänge und weitere Anschlussbauteile gehören. Eine Reinigungstür muss nach der Montage erreichbar bleiben. Drosselklappen dürfen nur dort eingesetzt werden, wo sie für die Feuerstätte vorgesehen sind. Bauteile verschiedener Serien sollten nicht allein deshalb kombiniert werden, weil sie sich mechanisch ineinanderstecken lassen. Für eine dauerhaft sichere Verbindung gehören die Systemangaben auf den Prüfzettel.



















