Doppelwandige Edelstahlschornsteine für die Außenmontage
Doppelwandige Edelstahlschornsteine werden besonders häufig eingesetzt, wenn eine Abgasanlage außen am Gebäude geführt werden soll. Das System besteht aus einem Innenrohr, einer umlaufenden Wärmedämmung und einem Außenmantel. Dadurch kühlt der Abgasstrom auf dem Weg nach oben weniger stark aus als bei einem ungedämmten Rohr. Hersteller wie Jeremias führen solche Systeme deshalb ausdrücklich für unterschiedliche Außen- und Nachrüstlösungen.
Das macht einen doppelwandigen Schornstein insbesondere interessant, wenn im Gebäude kein geeigneter Schacht vorhanden ist oder eine zusätzliche Feuerstätte nachträglich angeschlossen werden soll. Die Anlage lässt sich modular aus Längenelementen, Anschlüssen, Halterungen, Revisionselementen und weiteren zum jeweiligen System gehörenden Bauteilen zusammenstellen.
Wie funktioniert die Dämmung eines doppelwandigen Schornsteins?
Zwischen Innen- und Außenrohr befindet sich eine temperaturbeständige Dämmung. Ihre Aufgabe besteht unter anderem darin, die Abgase vor einer zu schnellen Abkühlung zu schützen. Das unterstützt stabile Strömungsverhältnisse im Schornstein und reduziert zugleich die Erwärmung des äußeren Mantels. Je nach Hersteller und System unterscheiden sich Dämmstärke, Material, Temperaturklasse und Einsatzbereich. Jeremias nennt bei seinen doppelwandigen Systemen beispielsweise Isolierstärken zwischen 25 und 57,5 mm; beim DW-FU werden 32,5 mm Mineralwolle eingesetzt.
Für die Auswahl bedeutet das: Nicht allein die sichtbare Edelstahlhülle entscheidet. Maßgeblich ist die vollständige Systemklassifizierung einschließlich Innenrohr, Dämmung, Verbindungen und zugelassenem Einsatzbereich.
Doppelwandigen Edelstahlschornstein nachrüsten
Ein doppelwandiger Edelstahlschornstein kann eine praktische Lösung sein, wenn nachträglich ein Kaminofen eingebaut werden soll und kein geeigneter vorhandener Schornstein genutzt werden kann. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks nennt die Montage eines Edelstahlschornsteins an der Gebäudeaußenwand ausdrücklich als mögliche Alternative, wenn der vorhandene Schornstein einen Anschluss nicht zulässt.
Der geplante Verlauf sollte trotzdem vor dem Kauf feststehen. Position der Feuerstätte, Wanddurchführung, Fassadenaufbau, Dachüberstände, notwendige Versätze und die spätere Mündung beeinflussen, welche Bauteile und Befestigungen benötigt werden. Gerade bei einer Nachrüstung lohnt es sich deshalb, den Schornstein als komplettes System zu planen und nicht Element für Element ohne Gesamtkonzept zusammenzustellen.
Durchmesser und Schornsteinhöhe richtig bestimmen
Der angegebene Nenndurchmesser eines doppelwandigen Systems bezeichnet üblicherweise den lichten Innenquerschnitt. Der tatsächliche Außendurchmesser fällt durch Dämmung und Außenmantel entsprechend größer aus. Wettbewerbsangebote zeigen beispielsweise bei 150 mm Innendurchmesser je nach System Außendurchmesser von etwa 200 bis 210 mm. Das verdeutlicht gleichzeitig, warum verschiedene Systeme trotz gleicher Nennweite nicht zwangsläufig dieselben Außenabmessungen besitzen.
Welcher Innendurchmesser benötigt wird, sollte jedoch nicht anhand eines verbreiteten Standardwerts entschieden werden. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks nennt unter anderem Material, Durchmesser und Länge als entscheidende Faktoren für die Eignung eines Schornsteins. Feuerstätte, Abgaswerte und nutzbare Schornsteinhöhe müssen zusammen betrachtet werden.
Für nach dem 31. Dezember 2021 errichtete Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe enthält § 19 der 1. BImSchV außerdem konkrete Vorgaben zur Lage der Schornsteinmündung: Sie soll firstnah angeordnet sein und den First grundsätzlich um mindestens 40 cm überragen; für bestimmte Situationen bestehen weitergehende Berechnungsmöglichkeiten.
Welche Bauteile werden für die Außenwandmontage benötigt?
Der genaue Aufbau hängt vom Gebäude und vom gewählten System ab. Häufig beginnt eine Außenanlage mit einer tragenden Grundplatte oder Konsole. Darauf folgen Anschluss- und Revisionselemente sowie die benötigten Längenelemente. Wandhalter sichern den vertikalen Verlauf an der Fassade. Müssen Dachüberstände oder andere Gebäudeteile umgangen werden, können dafür geeignete Bögen und zusätzliche Befestigungen erforderlich werden.
Am oberen Ende folgen die zum jeweiligen System gehörenden Mündungsbauteile. Bei einer Führung durch Dachflächen werden außerdem passende Durchführungs- und Abdichtungselemente benötigt. Komplettsets enthalten zwar häufig einen Teil dieser Komponenten, ihre Zusammenstellung sollte aber immer mit der tatsächlichen Einbausituation abgeglichen werden.
Wandabstand, Befestigung und Schornsteinverlauf planen
Bei einer Fassadenmontage muss nicht nur die senkrechte Länge berücksichtigt werden. Auch der erforderliche Abstand zur Wand und die Befestigungspunkte beeinflussen die Auswahl der Halterungen und Konsolen. Der benötigte Abstand kann sich beispielsweise durch Dachüberstände, Fassadenaufbau oder konstruktive Besonderheiten verändern. Auch der Außendurchmesser des Systems muss bei der Auswahl geeigneter Konsolen berücksichtigt werden.
Der Verlauf sollte möglichst früh geplant werden, da nachträgliche Versätze zusätzliche Bögen, Halterungen und gegebenenfalls statische Maßnahmen erforderlich machen können. Besonders bei größeren freistehenden Höhen oberhalb der letzten Befestigung sind die jeweiligen Herstellervorgaben entscheidend.
Doppelwandiges Schornsteinsystem passend zur Feuerstätte auswählen
Nicht jedes doppelwandige System ist für jede Betriebsweise vorgesehen. Systeme unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Temperaturklasse, Druckklasse, Feuchtebeständigkeit, Innenrohrmaterial und zugelassenen Brennstoffen. Jeremias führt beispielsweise klassische Unterdrucksysteme wie DW-FU sowie gesonderte druckdichte Lösungen für andere Feuerstätten und Betriebsbedingungen.
Deshalb sollte die Entscheidung nicht allein nach Durchmesser oder Preis getroffen werden. Entscheidend ist, ob das komplette Schornsteinsystem zur angeschlossenen Feuerstätte, zum Brennstoff, zur Betriebsweise und zum geplanten Gebäudeaufbau passt. Vor Bestellung und Montage sollte die Planung mit dem zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger abgestimmt werden.






























